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Veröffentlicht am 15.02.2019

verwirren, aber auch gruselig

Puppenmutter
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Puppenmutter
von Astrid Korten

Cover: Ich finde ja, das vor allem alte Puppen, aber auch viel Porzellanpuppen etwas Gruseliges haben, selbst wenn sie intakt sind. Aber ein Porzellanpuppenkopf auf ein ...

Puppenmutter
von Astrid Korten

Cover: Ich finde ja, das vor allem alte Puppen, aber auch viel Porzellanpuppen etwas Gruseliges haben, selbst wenn sie intakt sind. Aber ein Porzellanpuppenkopf auf ein Holzbrett geschürt und mit Blut bespritzt, da gibt es kaum noch eine Steigerung. Das Verspricht doch gruselig zu werden, oder?

Worum es geht: Wir erfahren von einem Mädchen, das die Mutter in ein winziges Loch im Keller gesperrt hat. Ihre einzige Freundin eine Puppe. Ihr gelingt die Flicht.
Man fragt sich, wer das Mädchen war und was sie heute macht.
Immer wieder hören wir von der Frau aus Zimmer 13, die alle nur die Puppenmutter nennen. Wir lernen aber auch Tessa kennen. Sie wurde in ihrem Haus überfallen und am selben Abend bringt sich ihr Mann um. Ich als Leser konnte daran aber nicht so recht glauben und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher. Ich fand die vielen Handlungsstränge etwas verwirrend, sodass ich nicht immer den Überblick behalten konnte. Was ich schade finde, da ich die Geschichte an sich sehr gut gefunden. Aber zum Glück, hat Tessa ja noch eine beste Freundin, Amelie und ihre Schwägerin Karo, die ihr in dieser schweren Zeit zur Seite stehen. Aber haben sie wirklich nur gute Absichten oder verfolgt jeder nur sein eigenes Ziel? Dann bekommen wir Briefe serviert, die von einem heimlichen Verehrer für Tessa verfasst werden, aber die soll sie erst beizeiten erhalten. Also sehr viel zu ordnen und verarbeiten.

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und an sich fand ich die Idee gut, die Story gefiel mir auch und der Schreibstil sagte mir zu, aber wie schon erwähnt, kam ich immer wieder ins Schleudern. Ich fühlte mich teils, von der fülle an Formatinformationen und Handlungssträngen erschlagen, ich wusste Zeitweise nicht, wer jetzt mit wem, wie in Verbindung steht und fand es streckenweise nervenaufreibend und zäh zu lesen. Und so manches Mal wollte ich eingreifen, mir tat Tessa manchmal leid und dann wieder weniger. Weil ich dachte: gut, sie hätte ja auch was ändern können.
Darauf kann ich jetzt aber nicht eingehen, ohne Zuviel zu verraten. Nur soviel, es ist ein Buch voll mit Unglücksfällen, Intrigen, Liebe, Betrug, es ist verworren und am Ende wurde ich doch noch mit einem Detail überrascht.

Fazit: Ein guter Thriller, der bei mir aber immer wieder für Verwirrung sorgte. Am gruseligsten fand ich aber Alice und die Puppenmutter.

Veröffentlicht am 30.01.2019

Was für ein Horror. Dein Kind verschwindet und du wirst verdächtigt damit zu tun zu haben

Allein deine Schuld
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Allein deine Schuld
von J.C.Lewin
übersetzt von Gerold Hens

Worum es geht: Suzanne arbeitet als Sozialarbeiterin und ist um das Wohl ihrer Schützlinge bemüht, aber nicht immer gelingt es die Kinder, für ...

Allein deine Schuld
von J.C.Lewin
übersetzt von Gerold Hens

Worum es geht: Suzanne arbeitet als Sozialarbeiterin und ist um das Wohl ihrer Schützlinge bemüht, aber nicht immer gelingt es die Kinder, für die sie Verantwortlich ist zu retten. So auch bei Emma, die Suzanne seit einem Tag zu erreichen versucht, vergeblich. Jetzt ist sie tot. Und mich hat es aufgeregt, das alles wichtiger zu sein schien als dieses Kind. Den auch ihre Mitbarteiter hatten ihr diesbezüglich auf die Mailbox gesprochen. Und wie es manchmal so ist reihen sich gleich noch ein paar weitere Unglücke ein. Als sie in einer Talk-Show Werbung für ihre Organisation machen möchte, wird sie als „die Sozialarbeiterin“ stigmatisiert, die nicht in der Lage ist auf ihre Schützlinge aufzupassen. Außerdem kommt es bei den Zuschauern nicht besonders gut an, das sie nicht nur Opfern von sexueller Gewalt, sondern auch Potenzellen Tätern eine Anlaufstelle bieten will, damit diese nach Möglichkeit nicht aktiv werden. Und da das Leben gerade nicht schon beschissen genug ist, verschwindet die Tochter Teigan nach einem streit mit Suzanne und diese bemerkt nicht einmal das Verschwinden ihrer Tochter. Was sich sicher damit begründen soll, dass sie die Privatsphäre ihrer Tochter wahren will, sie ist ja von Fach und das sie ihr Job zu überfordern scheint, was immer besonders schlecht ist, wenn es um Menschen geht. Und dabei wäre es so leicht, so etwas vorzubeugen, einfach die Gelder an der „richtigen“ Stelle fliesen lassen. Aber da tun sich die einzelnen Länder wohl nichts. Ich fand es teilweise etwas anstrengend, das Suzanne immer wieder selber bemitleidet. Klar, man empfindet seine Sorgen und Kummer immer als den der am schlimmsten ist. Denn ihr fällt schon auf, dass sie Verhaltensweisen an den Tag legt, die sie dazu veranlasst haben Kinder aus Familien zu reisen. Es ist richtig, dass es in den meisten fällen das beste fürs Kind ist, das heißt aber nicht, dass die Kinder es auch so sehen, vor allem, wenn sie auseinander gerissen werden.
Sie kam mir auch sehr wankelmütig vor, es gab Momente, in denen sie sich der frage, ob sie versagt hat, stellen konnte, aber auf der anderen Seite kam sie mir selbstgefällig vor, zum Beispiel wenn sie gelogen hat oder als wir erfahren, dass sie ihren Vater umgebracht hat und damit durch gekommen ist. Und es ist durchaus nachvollziehbar, das die Gefühle und Gedanken verrückt spielen.
Die Geschichte lässt die Gefühle der Leser Achterbahn fahren und das fand ich gut. Mich hat aber gestört, dass der Polizist sich so in Suzanne als Täterin geschossen hat und für andere eventuelle Täter lange nicht mehr empfänglich war. Denn ich konnte das nicht so wirklich glauben, das wäre meiner Meinung nach zu plump gewesen.

Fazit: Im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte ganz gut, auch wenn es immer wieder mal vorkam, das mich die Verhaltensweisen der Charaktere genervt haben oder ich sie nicht ganz nachvollziehen konnte. Aber es war genau das richtige maß, ich war soweit angestachelt, dass ich hellhörig blieb, aber nicht so sehr, als dass ich die Charaktere, der Reihe nach hätte erwürgen könnte. Suzanne hat sicher ihre Fehler, aber das machte sie so Menschlich und in meinen Augen authentisch.

Veröffentlicht am 27.01.2019

nicht ganz was ich erwatet habe

Tödlich ist die Versuchung
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Tödlich ist die Versuchung
von Gina Jacobsen

Das Cover hat für mich was Düsteres mit dem schwarzen Hintergrund, von dem man nicht genau weiß was die weißen Punkte darstellen sollen, vermutlich ist es ...

Tödlich ist die Versuchung
von Gina Jacobsen

Das Cover hat für mich was Düsteres mit dem schwarzen Hintergrund, von dem man nicht genau weiß was die weißen Punkte darstellen sollen, vermutlich ist es der Fantasie überlassen, was man darin sieht. Dann die rote Rose, die für Schönheit, Perfektion steht und auf die Liebe hindeuten kann und das Blut auf ihr, Gefahr oder Tot. Das Cover hat aber auch was Verspieltes mit dem roten Seidenband, welches Titel und Autorennamen voneinander trennt. Es ist facettenreich wie auch der Thriller. Alles ist in meinen Augen stimmig.

Emanuels Jugendfreund verlässt sie ohne ein Wort des Abschiedes, eines Tages zieht er einfach mit seiner Mutter weg und als ob das nicht schon tragisch genug für die Jugendliche ist, stirbt auch noch ihr Bruder. Man sagt, die Zeit heilt alles wunden, das scheint bei Emanuela nicht zuzutreffen, auch achtzehn Jahre später leidet sie noch unteren den Verlusten, hat sich nie ernsthaft binden können und auch keine Familie gegründet.
Dafür hat Emanuela es beruflich weit gebracht, sie ist Wissenschaftlerin und Psychologin.
Eines Morgens schnappt sie einen Satz aus dem Fernseher auf, der ihre Aufmerksamkeit erregt.» Wenn du das Richtige tust, spürst du instinktiv, dass es das Richtige ist.«
Als sie die Sendung eine Weile verfolgt und er zu einem Gast sagt, sie habe sich mit ihrem Verhalten als Beziehungskandidatin disqualifiziert, regt dies Emanuela auf und sie will den Beziehungscoach herausfordern.
Kurzer Hand macht sie einen Termin bei ihm und will ihm auf den Zahn fühlen und als das entlarven, was er ist, ein Hochstapler. Aber wie so oft kommt es anders. Nach anfänglichen Sträuben erfühlt sie jede seiner Aufgaben mit Bravour und scheint es mit jeder neuen Aufgabe mehr zu genießen.

Meine Meinung zum Buch:

Ich fand die Idee an sich sehr interessant. Eine Traumatisierte, Bindungsunfähige Frau begibt sich in therapeutische Hände, um auch im Privatleben glücklich zu werden.
Für mich war die Geschichte aber nicht nachvollziehbar. Denn einerseits ist Emanuela ein starker Charakter, der nicht viel von den Methoden des Beziehungscoachs Bernhard Rett hält und ihn deshalb herausfordern und als Betrüger entlarven will und plötzlich macht sie artig, was er sagt. Hinzu kommt, dass mir in dem Buch zu viel Sex und zu wenig Thriller drin war, die Sexszenen fand ich nicht besonders erotisch, es sei den man steht darauf plump jederzeit und überall genommen zu werden. Aber ich bin sowieso nicht so für Erotik Bücher, vielleicht liegt es auch daran. Was ich schade gefunden habe ist, dass die Morde nur beiläufig erwähnt wurden. Erst als der dritte ihrer Liebhaber stirbt, wird es spannender.
Ich war, denke ich mal, wie jeder am Spekulieren, wer der Mörder sein könnte und war überrascht, wer es letztlich war.

Fazit: Die Idee ist gut, aber die Umsetzung ist für meinen Geschmack in die falsche Richtung gegangen. Zu viel Sex und zu wenig Spannung.
Wer es noch nicht wusste, bekommt hier sehr plakativ die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern in der Kenneinlernphase beschrieben. Männer wollen Jagen, wenn eine Frau sich zu schnell hingibt, verfügbar ist, ist es für den Mann so, als ob er auf der Jagd ist und ein erlegtes Wild findet, er wird es nicht verkommen lassen, aber er ist weder stolz, noch schätzt er es als seine Trophäe.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Sie wollte nur helfen und jetzt ist sie in seinem Fokus

Am Abgrund seiner Seele
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Die Profilerin – Am Abgrund seiner Seele
Von Dania Dicken

Worum es geht: Ein Sexualtäter treibt in Norwich auf dem Campus herum und vergewaltigt ausschließlich Studentinnen. Eines Abends bekommt Andrea ...

Die Profilerin – Am Abgrund seiner Seele
Von Dania Dicken

Worum es geht: Ein Sexualtäter treibt in Norwich auf dem Campus herum und vergewaltigt ausschließlich Studentinnen. Eines Abends bekommt Andrea Jahnke, die Protagonistin und Studentin das Verbrechen an einer anderen Studentin mit und schreitet ein, der Täter ergreift zwar an dem Abend die Flucht, aber so leicht lässt er sich seine Beute nicht abjagen und auch Andrea hat nun sein Interesse geweckt, die nun Polizeischutz bekommt, aber auch als Profilerin an dem Fall mitarbeitet und obwohl sie noch Psychologie studiert, ist sie den Beamten eine große Hilfe.

Meine Meinung: Die Geschichte ist Temporeich und leicht zu lesen. Ich finde es immer gut, wenn man auch in die Köpfe der Schurken gucken kann, um ihre Motive nachvollziehen zu können, was ja nicht heißt, dass man sie deshalb gutheißt. Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass man miterlebt wie er sich zunächst mit den Vergewaltigungen begnügt, sogar so arrogant ist, es in der Öffentlichkeit zum Machen, bis an dem Tag, als man ihn dabei stört, was ihn so sehr verärgert, dass er es fortan im verborgenen macht, damit nicht genug, er wird immer brutaler, dehnt es immer mehr aus und bringt die Frauen letztlich um. Wer sich mit wahren Fällen beschäftigt weiß, dass die meisten klein angefangen haben und sich ausprobieren, ihre Taktik verändern, bis es recht nah an ihrer Fantasie rankommt. Ich konnte gut mit den Opfern fühlen und habe jeden fortschritt
herbeigesehnt.
Das Ende bleibt recht offen, sodass der Nächte teil problemlos anknüpfen kann.

Fazit: Eine emotionsgeladene Geschichte, bei der ich mitfiebern konnte und es nicht erwarten konnte, dass der Scheißkerl aufgehalten wird. Ich kann mir durchaus vorstellen noch mal ein Buch der Autorin zu lesen.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Eine Sehnsucht nach dem unmöglichen

Die Kinder des Mondes
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Die Kinder des Mondes
von Reinhard Wosniak

Worum es geht: Felix und Johan wurden in einer kleinen Stadt in Ostdeutschland kurz nach Kriegsende geboren, beide sind Kinder der Mondin und sie sich Milchbrüder. ...

Die Kinder des Mondes
von Reinhard Wosniak

Worum es geht: Felix und Johan wurden in einer kleinen Stadt in Ostdeutschland kurz nach Kriegsende geboren, beide sind Kinder der Mondin und sie sich Milchbrüder. Felix Mutter stirbt im Kindsbett, der Vater stellt eine Amme ein, die am selben Tag ein Kind, Johan bekommen hat. Felix scheint zunächst nicht unter den Verlust seiner Mutter zu leiden, was sich aber mit zunehmenden Alter ändert, ihn Schuldgefühle plagen und er vergeblich eine Lücke zu füllen versucht.

Im erste drittel des Buches lernt man die Eltern von Felix kennen und erfahren, dass die Mutter es nicht leicht hatte. Danach spricht Felix über sich und weinen Werdegang, aber auch über Johan, der sich nun auch zwischendurch zu Wort meldet.
Ich hatte zu nächst meine Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen, weil ich mit einer anderen Art von Geschichte gerechnet habe und auch der Schreibstil etwas anspruchsvoller ist, woran man sich aber gewöhnt je länger man liest.
Ich konnte, ich musste mit Felix fühlen, weil es so wunderbar geschildert wurde. Sein Kampf mit sich, mit der Welt, mit dem Überleben trotz innerer Leere. Er ist ein sehr eigenwilliger man und Johan ihm ein guter Freund. Ich mochte beide sehr.

Fazit: Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, bin ich froh dran geblieben zu sein und wurde mit einer emotionsgeladenen Geschichte belohnt. Ich kann das Buch Empfehlen, wenn man bereit ist sich auf ein Buch einzulassen, das man nicht so einfach nebenbei abfrühstücken kann.