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Veröffentlicht am 09.02.2020

Ein schwächelnder zweiter Band

House of Night - Betrogen
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Nach dem gelungenen Auftakt der Reihe habe ich mir von diesem zweiten Teil doch etwas mehr erhofft. Die Story ist wiedermal sehr gelungen, doch leider erfährt man nicht so viel über das House of Night, ...

Nach dem gelungenen Auftakt der Reihe habe ich mir von diesem zweiten Teil doch etwas mehr erhofft. Die Story ist wiedermal sehr gelungen, doch leider erfährt man nicht so viel über das House of Night, wie man sich erhofft hat. "Betrogen" gibt dem Leser eher Einblicke in Zoey's Privatleben.

Zoey kann sich einfach nicht entscheiden, welchem Jungen ihr Herz eigentlich gehört. Diese Gefühlsduseleien stören wirklich ungemein, denn sie ziehen sich durch das gesamte Buch. In diesem Band wird Zoey's pubertäre Art ziemlich deutlich. Sie wird sehr naiv und dumm beschrieben und als Leser kann man sich leider nicht mit ihr identifizieren. Das ist sehr schade, denn eigentlich möchte man sich gerne in den Protagonisten einer Geschichte hineinversetzen können, doch hier ist dies einfach unmöglich.

Durchgehend handelt Zoey nach Gefühl, anstatt einfach mal ihr Hirn zu benutzen. Sie schlägt Wege ein, die absolut nicht nachvollziehbar sind. Als Leser weiß man, dass ihr Handeln zu nichts Gutem führt, doch immer und immer wieder macht sie diese gedankenlosen Fehler. Ein oder zweimal kann man ihr dies ja verzeihen, doch es hört überhaupt nicht mehr auf.

Um nochmals kurz auf ihre Jungs zurückzukommen: wieso tut sie sich da nur so schwer? Ich hoffe wirklich sehr, dass sich dies im Folgeband ändert und sie mal ein wenig klarer sehen wird. Denn wenn die Gute sich auch dann noch nicht entscheiden kann, sehe ich echt schwarz. Sie spricht von allen Dreien als ihren Freund und findet es eigentlich auch ganz normal, dass sie mit allen hintereinander rummacht. Anstatt sich ein wenig von ihnen zu distanzieren, um sich ein bisschen Klarheit zu verschaffen, nutzt sie die Situation schamlos aus. Überhaupt nicht nachvollziehbar.

Doch nicht nur Zoey ist ziemlich unsympathisch, sondern auch die anderen Charaktere haben hier ihren Glanz aus Teil 1 verloren. Aufgrund des im Vordergrund stehenden Privatlebens von Zoey kommt alles andere etwas zu kurz. Nur der Charakter Aphrodite – Zoey's Feindin – wird ausgebaut. Doch was man über sie erfährt, ist immerhin hochspannend. Generell sagen einem die Nebencharaktere in "Betrogen" mehr zu als die eigentlichen Hauptcharaktere.

Natürlich gibt es auch einige positive Aspekte in diesem Teil der Reihe. Die Sprache ist wirklich sehr schön flüssig und das Buch lässt sich somit gut lesen. Die Grundidee kann ebenso überzeugen und auch wenn man fast alles hat kommen sehen, ist das Ende wiedermal packend und spannend und lässt einige Fragen aufkommen. Die Geschichte nimmt einen Verlauf, den man so nicht erwartet. Nachdem es so flapsig begonnen hat, ist das Ende eine echte Überraschung.

Fazit

Ein unterhaltsamer Roman, der trotz Schwächen für einige Stunden begeistern kann. Wer bei einer anstrengenden Protagonistin ein Auge zudrücken kann, der sollte sich den zweiten Teil der "House of Night"-Reihe nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Ein gelungener dritter Band

House of Night - Erwählt
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Es geht wieder bergauf in der "House of Night"-Reihe. Nach dem etwas enttäuschenden zweiten Teil kann "Erwählt" sehr überzeugen. Es gibt mehr Konflikte und mehr Probleme, die Zoey bewältigen muss. Ihre ...

Es geht wieder bergauf in der "House of Night"-Reihe. Nach dem etwas enttäuschenden zweiten Teil kann "Erwählt" sehr überzeugen. Es gibt mehr Konflikte und mehr Probleme, die Zoey bewältigen muss. Ihre Freundschaften und ihre Liebe zu drei komplett verschiedenen jungen Männern werden auf eine harte Probe gestellt. Heath, Eric und Loren beanspruchen auch in diesem Band wieder einen großen Teil der Story, doch diesmal steht der Konflikt eher im Hintergrund und das eigentliche Problem – Neferet – steht mehr im Vordergrund. Das gibt der Handlung eine angenehme Frische, wie sie in "Betrogen" leider nicht zu finden war. Zoey war zu sehr auf sich und die Jungs fokussiert, wodurch sie einen eingebildeten Eindruck hinterlassen hat. In "Erwählt" spürt man jedoch ihre Angst, einen Fehler zu machen, und dass sie mit all den Gefühlen bloß überfordert ist.

Ihre Gefühle fahren Achterbahn, niemandem kann sie sich anvertrauen. Ihr fehlt die Lebenserfahrung, um zu unterscheiden, wer es ernst meint und wer nicht. Sie legt sich gerne alle Probleme der Welt auf ihre Schultern. Nur sie kann sie lösen, denn sie ist mächtig und wurde von Nyx mit besonderen Aufgaben betraut. Zoeys Charakter weist also auch hier wieder einige Schwächen auf, doch dafür wird der Leser mit Aphrodite entschädigt. Sie ist sehr vielschichtig und der wohl interessanteste Charakter der Reihe. Hoffentlich erfahren wir bald noch mehr über sie, denn sie ist der einzige durchweg glaubhafte Charakter. Anfangs entsprach sie einem typischen Klischee, von dem sie sich jedoch Stück für Stück entfernt hat. Es ist sehr gut, dass ihr Charakter eine immer größere Rolle im Handlungsverlauf bekommt.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden in "Erwählt" sehr gut zusammengeführt. Zoey möchte nichts lieber tun, als ihrer Freundin Stevie Rae zu helfen, doch ist es ihr nicht möglich, jemanden von ihr zu erzählen. Von einem Problem stolpert Zoey zum nächsten, was dem Buch einen gewissen Reiz und Spannung verleiht. Der Schreibstil ist wiedermal sehr flüssig, auch wenn die sehr jugendliche Sprache etwas unpassend gewählt ist an manchen Stellen. Doch eigentlich passt diese gut zu Zoey, auch wenn sie sich nun langsam von einem jungen Mädchen zu einer heranwachsenden Dame entwickelt.

Die meisten Fragen bleiben in "Erwählt" noch ungeklärt, doch da es noch zahlreiche Nachfolger gibt, wird sich sicherlich bald alles aufklären und der Leser wird nicht mehr mit offenem Mund zurück gelassen, wie es bisher in allen drei Teilen am Schluss der Fall war. Doch da die Folgebände jeweils nahtlos an das Ende des vorherigen Buches anschließen, hat man keinerlei Schwierigkeiten, sich in die Handlung einzufinden, und ist sofort wieder mitten in der Geschichte.

Fazit

Ein absolut gelungener dritter Teil mit schöner Story, tollen Charakteren und stellenweise lustigen Dialogen, die neugierig auf den vierten Teil "Ungezähmt" machen. Für Fans wohl ein Muss!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Ein Buch, das man sich hätte schenken können

Cassia & Ky – Die Flucht
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Ein Jahr ist es nun her, dass die Serie um das verbotene Liebespaar Cassia und Ky begonnen hat. Ich habe "Die Auswahl" sehr geliebt und war von Anfang an von der Geschichte mehr als nur fasziniert. Für ...

Ein Jahr ist es nun her, dass die Serie um das verbotene Liebespaar Cassia und Ky begonnen hat. Ich habe "Die Auswahl" sehr geliebt und war von Anfang an von der Geschichte mehr als nur fasziniert. Für mich stand schon nach den ersten Seiten fest, dass es eines meiner Lieblingsbücher sein wird. So war ich natürlich voller Vorfreude, was "Die Flucht" betrifft, und das Jahr konnte für mich nicht schnell genug vergehen.

Im Januar 2012 erschien der zweite Teil und ich habe bis Ende Mai gebraucht, bis ich endlich fertig war. Ihr fragt euch, woran das gelegen haben mag? Vielleicht daran, dass dies die schlechteste Fortsetzung eines Buches ist, die ich jemals gelesen habe. Ally Condie hat mich wirklich maßlos enttäuscht.

In diesem Band wird die Handlung abwechselnd aus Cassias und Kys Perspektive erzählt. Diese Erzählform ist passend gewählt, da man so einen Einblick in die Erlebnisse beider Charaktere erhält, die sich über 200 Seiten im Buch nicht über den Weg laufen. Zwar sind beide in den Canyons, doch dauert es eine ganze Weile, bis sie sich endlich wiederfinden. Die gesamte restliche Zeit laufen sie eigentlich nur. Sie laufen und laufen und laufen und an Handlung passiert überhaupt nichts. Oftmals wird die Angst von Cassia geschildert, dass die Gesellschaft ihnen auf der Spur ist und sie in deren Falle tappen könnten, doch auch in dieser Hinsicht passiert einfach nichts.

Vergeblich wartet man auf die Spannung, die jedoch völlig ausbleibt. Auch bei Ky sieht es ähnlich aus. Gemeinsam mit zwei Jungen, Vick und Eli, die er im Lager kennengelernt hat, begibt er sich in die Canyons. Vick und Eli haben dem Ganzen immerhin das gewisse Etwas gegeben. Beide Charaktere sind sehr interessant, auch wenn Eli zwischenzeitlich etwas anstrengend und nervig ist – doch er ist ein Kind, also sei ihm verziehen. Was allerdings sehr schade ist, ist dass man beide nicht wirklich kennenlernt. Ich hätte mir gewünscht, dass Condie besonders bei den neuen Charakteren mehr in die Tiefe geht, sodass man sich als Leser darüber freuen kann, neue Dinge in diesem Band zu lernen.

Die neue Freundin von Cassia, Indie, war mir jedoch eher weniger sympathisch und bei ihr bin ich glücklich darüber, dass man nicht sehr viel über sie erfahren hat. Allerdings hat sie etwas sehr Mysteriöses an sich und man spürt, dass sie etwas zu verbergen hat. Was sich hinter diesem geheimnisvollen Mädchenverbirgt, erfahren wir in "Die Flucht" noch nicht. Vielleicht hat sich Ally Condie dies für den letzten Teil der Trilogie – "Die Ankunft" – aufbewahrt.

Was mir besonders am ersten Band "Die Auswahl" gefallen hat, war die tiefe Verbundenheit zwischen Cassia und Ky. Die Ausarbeitung der Charaktere war wirklich sensationell und man hat in jeder geschriebenen Zeile gespürt, wie sehr sie sich lieben und dass ihnen nichts wichtiger ist, als zusammen sein zu können. Gerade dies hat mir im Folgeband gefehlt. Die Handlung hier ist eine wirklich anstrengende Wanderung, nicht nur für Cassia, sondern auch für mich als Leser. Oftmals war ich erschöpft und konnte einfach nicht mehr. Auf jeder Seite hatte ich den gleichen Gedanken: Wann passiert endlich etwas? Ein kleines bisschen bergauf geht es erst, als Cassia und Ky sich finden, und das hat, wie schon erwähnt, sehr lange gedauert.

Doch auch als die beiden wieder zueinander gefunden haben, hat mir die Würze und das Feuer gefehlt. Die beiden wirken kühler und abweisender und von der tiefen Liebe ist leider nicht allzu viel zu spüren. Natürlich hat man gemerkt, dass sie sich vermisst haben und glücklich sind, sich nach all der Zeit wieder in die Arme schließen zu können, doch schnell war diese Glückseligkeit auch schon wieder verflogen. Schnell wird der Frieden der beiden gestört, als eine Frage aufgeworfen wird: Was hat Cassias bester Freund Xander für ein Geheimnis? Dieses wird knappe 30 Seiten später dann gelüftet und somit hätte ich das Buch am liebsten in die Ecke gepfeffert und nie wieder zur Hand genommen. Doch ich habe tapfer bis zum bitteren Ende durchgehalten, auch wenn es mir sehr schwer fiel.

Nach langer Überlegung sind mir gerade mal zwei minimale Pluspunkte an dem Ganzen aufgefallen. Der Schreibstil ist wiedermal fantastisch und sehr detailgetreu, sodass man sich die Canyons sehr gut bildlich vorstellen kann. Durch die Wortwahl wirkt das Geschehen sehr greifbar und realistisch, sodass man sich sehr gut in die Situation hineinversetzen kann. Die Gedankengänge der Charaktere lassen sich dementsprechend auch sehr gut nachvollziehen. Ummantelt wird dies erneut durch die Gedichte, die Cassia und Ky auf ihrer langen Wanderung durch die Schluchten finden. Das zweite Lob gilt natürlich dem Cover. Es ist wunderschön und zeigt Cassia, wie es ihr langsam aber sicher gelingt, aus der Gesellschaft (der Kapsel) zu fliehen, um endlich frei zu sein.

Fazit

Eine mehr als enttäuschende Fortsetzung. Ich hoffe wirklich sehr, dass es der Autorin gelingen wird, wenigstens etwas mehr aus dem dritten Teil herauszuholen. Band 2 kann man sich allerdings – vor allem nach dem bescheuerten, abrupten und sinnlosen Ende – wirklich schenken.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Wie weit würdest du für die wahre Liebe gehen?

Back to Paradise
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Simone Elkeles hat mich noch mit keinem ihrer hochomantischen Romane enttäuscht und so war mir von vornerein klar, dass ich auch "Back to Paradise" in mein Herz schließen würde, vor allem, nachdem mir ...

Simone Elkeles hat mich noch mit keinem ihrer hochomantischen Romane enttäuscht und so war mir von vornerein klar, dass ich auch "Back to Paradise" in mein Herz schließen würde, vor allem, nachdem mir Teil 1, "Leaving Paradise", schon so gut gefallen hat.

Die Geschichte von Caleb und Maggie ist sehr dramatisch, doch schafft es die Autorin wiedermal, dies sehr authentisch darzustellen. Das Schicksal zweier Jugendlicher, die nicht mit aber auch nicht ohne einander können, da sie eine tragische Vergangenheit miteinander verbindet. Beide Charaktere sind im Vergleich zu "Leaving Paradise" sehr erwachsen geworden und lernen mit den Konsequenzen des Autounfalls zu leben. Es bleibt Maggie auch nichts anderes übrig, da sie auf ewig ihr hinkendes Bein haben wird, und auch Caleb kann nichts ungeschehen machen, auch wenn er sich kaum etwas mehr wünscht.

Immer wieder frage ich mich, wie Elekles es eigentlich schafft, die gesamte Situation so realistisch erscheinen zu lassen. Zum Großteil liegt das meiner Meinung nach auch an ihrer Wortwahl und dem Schreibstil generell. Beim Schreiben scheint die Autorin sich exakt mit den Charakteren zu identifizieren und so sitzt jedes geschriebene Wort einfach perfekt und ist der Situation angemessen. Die Handlung wirkt niemals aufgesetzt oder gar kitschig. Und gerade das ist sehr schwer bei Liebegeschichten, denn oftmals habe ich schon erlebt, dass Liebesromane in einen so unermesslichen Kitsch gezogen wurden, dass es eine kilometerlange Schleimspur hinterlässt (an dieser Stelle seien einige Werke von Nora Roberts genannt ...). Doch bei den Büchern von Simone Elkeles ist das vollkommen anders und aus diesem Grund bewundere ich die Schriftstellerin so sehr.

Auch mit "Back to Paradise" hat sie es geschafft, eine Geschichte zu kreieren, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat. Auf jeder Seite habe ich mit Maggie und Caleb mit gefiebert und inständig gehofft, dass die beiden es schaffen werden, zueinander zu finden. Die beiden Jugendlichen haben jeweils ihre Ecken und Kanten und sind weit davon entfernt, perfekt zu sein, was sie erst recht sympathisch macht. Zwar ist und bleibt Caleb der stereotype Junge mit Bad-Boy-Image, doch sein weicher Kern scheint überhand zu gewinnen und so fällt es dem Leser absolut nicht schwer, ihn lieb zu gewinnen.

Und Maggie, sie ist einfach Maggie – hat ein übergroßes Herz und ist sehr hilfsbereit ihren Mitmenschen gegenüber. Sie versucht allen zu helfen, wo es nur möglich ist, und denkt an sich selbst immer zu aller Letzt. Gerade diese feinfühlige Art macht sie sehr liebenswert und sympathisch. Gemeinsam geben Caleb und Maggie ein wundervolles Paar ab, das sich sehr gut ergänzt. Es fällt einem sehr schwer, die beiden Charaktere nach diesem kurzweiligen Büchlein gehen zu lassen, in der Gewissheit, dass es kein weiteres Abenteuer mit ihnen zu lesen geben wird.

Wer genau wie ich einfach nicht genug von den Romanen von Simone Elkeles bekommt, der sollte nach den Fuentes-Brüdern auf jeden Fall auch die Paradise-Serie lesen.

Fazit

Ein wunderschöner Roman, der den Lesern vermittelt, was es heißt, wirklich zu lieben, und wie weit man für die wahre Liebe gehen würde. Auf Wiedersehen Maggie und Caleb – ihr werdet mir fehlen!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Eine traumhafte Lektüre, die lange nachhallen wird

Leaving Paradise
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Simone Elkeles ist wahrlich ein hell leuchtender Stern am Schriftsteller-Himmel. Drei Bücher habe ich nun von ihr gelesen und jedes einzelne hat mein Herz berührt und mir die Tränen in die Augen getrieben.

"Leaving ...

Simone Elkeles ist wahrlich ein hell leuchtender Stern am Schriftsteller-Himmel. Drei Bücher habe ich nun von ihr gelesen und jedes einzelne hat mein Herz berührt und mir die Tränen in die Augen getrieben.

"Leaving Paradise" ist eine traumhaft schöne Geschichte, die sich mit ernsten Thematiken befasst. Es geht um Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Verzeihen. Geschildert wird das ganze abwechselnd aus Calebs und Maggies Sichtweise, wie man es auch aus der "Perfect Chemistry"-Reihe der Autorin kennt. So bekommt der Leser einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt beider Charaktere und es einem leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Zudem ist der Schreibstil wiedermal locker flockig und auf einem sehr einfachen Niveau gehalten, sodass das Buch auch auf Englisch wirklich sehr gut zu verstehen ist.

Caleb ist der typische Badboy. Er ist einer der beliebtesten Typen auf seiner Schule, alle Mädchen wollen mit ihm zusammen sein, doch er angelt sich natürlich die blonde, wunderschöne Cheerleaderin seines Wrestling-Teams. Die Schüler haben Respekt vor Caleb, da er zu den Coolen gehört, Party macht und Alkohol trinkt. Für die meisten ist er jemand, zu dem die anderen aufschauen können. Jeder möchte so sein wie er. Doch hat Caleb wirklich das perfekte Leben, wie es nach außen hin scheint? Respekt und eine schöne Freundin macht halt nicht alles aus. Maggie Armstrong hingegen ist eine athletische Tennisspielerin, die sich nichts sehnlicher wünscht, als nach Spanien zu gehen, um ein Auslandssemester an einer angesehenen Schule zu machen. Der einzige Grund, weshalb auch sie ein besseres Ansehen an ihrer Highschool hat, ist Caleb, denn Maggie war die beste Freundin seiner Zwillingsschwester und ihr Leben lang in ihn verliebt.

Der plötzliche Autounfall verändert das Leben beider Teenager von Grund auf. Caleb sitzt im Gefängnis und Maggies Zukunft als Tennisspielerin ist zerstört. Tennis war die einzige Möglichkeit für sie, dass ihr Vater stolz auf sie ist, nachdem er die Familie verlassen hat. Für Maggie scheint nun alles vorbei. Ihre beste Freundin hat sich nach dem Unfall von ihr abgewandt. Maggie hat alles verloren, einschließlich den Glauben daran, jemals wieder vernünftig gehen zu können. Sie muss zweimal wöchentlich zur Physiotherapie und doch scheint es ihr nicht besser zu gehen. Ihr gesamter Hass gilt Caleb, der ihr diese Missbildung zugefügt hat. Sie gibt ihm die Schuld an allem und lässt niemanden an sich heran. Sie hat Angst davor, was die Leute von ihr denken, von ihrem hinkenden Bein. Einerseits kann man als Leser Maggie verstehen, doch andererseits sollte sie sich glücklich schätzen, dass sie noch lebt. Ihr ist nichts weiter passiert, als dass sie beim Gehen humpelt. Das Leben geht weiter und das ist es, was Maggie lernen muss.

Als Caleb und sie sich wiedertreffen nach all der Zeit, wird man von Gefühlen förmlich überrumpelt. Die beiden versuchen einander aus dem Weg zu gehen, doch als Nachbarn, die bei derselben älteren Dame arbeiten, ist das schwierig. Caleb versucht alles, damit Maggie ihm verzeiht. Von Beginn an weiß er, dass es schwer sein wird, doch wenn er eines im Gefängnis gelernt hat, dann, dass man niemals aufgeben sollte. Er hat sich von einem Badboy zu einem verständnisvollen jungen Mann entwickelt, was mir sehr gut gefallen hat. Zwar hat er noch immer den Respekt der anderen, doch zudem ist er reif geworden und möchte, dass seine ehemals gute Freundin ihm wieder vertrauen kann. Niemals hätten die beiden daran gedacht, dass sie sich nach dem, was sie durchstehen mussten, ineinander verlieben, doch so geschieht es. Diese Zusammengehörigkeit, die die beiden spüren, ist für sie der erste Schritt zurück ins Leben. Sie schaffen es endlich Vertrauen zu fassen und Hand in Hand den ersten Schritt in die richtige Richtung zu wagen.

Diese Liebesgeschichte ist etwas ganz Besonderes, sie geht einem von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut. Gemeinsam mit Caleb, Maggie und der lieben Mrs. Reynolds lacht und weint man. Man spürt deren Schmerz, deren Freude, deren Leid mit jeder Faser des eigenen Herzens. Es ist wirklich sehr schwer, die Meinung zu "Leaving Paradise" in Worte zu fassen, denn man wird mit Emotionen geradezu überhäuft. Es bleibt eigentlich nur zu sagen, dass es sich um ein wundervolles Buch handelt, bei dem man das ein oder andere Mal zum Taschentuch greifen muss.

Fazit

Ein traumhaftes Buch, das den Leser auch noch lange nach der letzten Seite beschäftigt. Es gibt viele unerwartete Wendungen, sodass man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert. Caleb Becker und Maggie Armstrong – ein bezauberndes Paar, das den steinigen Weg gemeinsam geht, egal wie viele Höhen und Tiefen es auch geben mag.