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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Mit großem Feingefühl zu positiven Wendungen

Junge Frau mit Katze
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An diesem Roman bin ich recht unbefangen herangegangen. Ich hatte von der Autorin zuvor noch nichts anderes gelesen und auch das Cover ist weder abschreckend noch einladend. Der Klappentext konnte mich ...

An diesem Roman bin ich recht unbefangen herangegangen. Ich hatte von der Autorin zuvor noch nichts anderes gelesen und auch das Cover ist weder abschreckend noch einladend. Der Klappentext konnte mich zumindest thematisch abholen, aber es hätte auch gut und gerne ein Reinfall werden können. Wurde es aber nicht. „Junge Frau mit Katze“ ist eine meiner positiven Leseüberraschungen in 2025 bisher.
Einerseits liegt das an Dröschers einfühlsamer Erzählweise. Ihre Hauptfigur macht einiges durch im Laufe der Geschichte, aber es klingt immer ein großes Mitgefühl und ein hoher Grad an Empathie in der Erzählstimme mit. Für mich bleiben nach der Lektüre zwei Stränge in der Charakterentwicklung hängen, die ich beide für sehr spannend ausgearbeitet halte. Einerseits durchläuft die Hauptfigur einen Prozess bzgl. ihrer beruflichen Identität und dem Zwischenspiel zwischen Selbst- und Fremdbild. Wie sieht sie sich selbst und wie wird sie wahrgenommen bzw. will sie wahrgenommen werden? Andererseits hat die Hauptfigur mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und es ist wahrlich ein Kampf. Wie gehe ich damit um, dass ich keine Kontrolle über meinen Körper habe? Beide Prozesse sind sehr spannend zu verfolgen, aber eben weil die Erzählstimme einen geschützten Rahmen bietet.
„Junge Frau mit Katze“ ist nun kein klassisches Feel Good Buch. Mir hat die Lektüre dennoch viele positive Gedanken mitgegeben und ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Ich empfehle die Lektüre gerne weiter!

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Vulgär zur Nähe: Was ein Hundesohn

Hundesohn
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Ich mag das Cover und den Titel. Das Konzept hat mich angesprochen und ich gab dem Roman eine Chance. Und mir war klar, dass hätte auch gut und gerne schief gehen können. Tat es aber nicht. Ozan Zakariya ...

Ich mag das Cover und den Titel. Das Konzept hat mich angesprochen und ich gab dem Roman eine Chance. Und mir war klar, dass hätte auch gut und gerne schief gehen können. Tat es aber nicht. Ozan Zakariya Keskinkılıç gibt seiner Hauptfigur, die seinen Namen trägt, eine intensive Erzählstimme. Einerseits ist Zakariya auf der Suche nach Ablenkung und immer wieder dem nächsten Reiz, andererseits sehnt er sich nach dem Wiedersehen mit seinem besten Freund Hassan. Dieses Spiel zwischen teils vulgärer Abwechslung und der Sehnsucht nach Nähe gibt dem Roman seinen roten Faden.
Um diesen roten Faden herum spinnt Keskinkılıç ein Netz an unterschiedlichen Lebenserfahrungen seiner Hauptfigur, teils in der Türkei, teil in Deutschland, teils in der Vergangenheit, teils im Jetzt, die ein immer detaillierteres Bild ergeben. Dies könnte beliebig wirken, tut es aber nicht. Dabei greift Keskinkılıç zu einigen sprachlichen, künstlerischen und literarischen Stilmitteln, die ich euch gar nicht spoilern will. Mir haben die einzelnen Stilmittel als auch das Gesamtbild sehr gut gefallen. Es ist nur deshalb keiner meiner Top-Titel, weil mir ein großes eingewebtes Thema fehlt, das dem ganzen Roman noch eine weitere Ebene gegeben hätte. Ich habe diesen Roman dennoch sehr gerne gelesen und viel Spaß dabei gehabt.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Einzig das Cover sticht hervor

Plant Lady
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Wenn dieses Buch in den Buchhandlungen kein Blickfang ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Das Cover wäre auch der einzige Grund, aus dem heraus man dieses Buch kaufen sollte. Dazu muss man aber schon sehr ...

Wenn dieses Buch in den Buchhandlungen kein Blickfang ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Das Cover wäre auch der einzige Grund, aus dem heraus man dieses Buch kaufen sollte. Dazu muss man aber schon sehr designversessen sein, um die Bücher im Bücherregal nur noch nach dem Coverdesign auszuwählen. Oder ein Museum.
Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich die Grundidee erstmal originell und überraschend fand. Die Idee wurde allerdings nicht gut ausgeführt. Einerseits ist das Buch sprachlich holprig in der Ausführung, was der Übersetzung geschuldet sein mag. Es liest sich an vielen Stellen leider nicht schön. Auf der anderen Seite trägt die Handlung auch nicht zu einem gelungenen Leseerlebnis bei. Die Kapitel sind in sich abgeschlossen und die Spannung bricht am Kapitelende jäh ab. Erst später im Buch treten unterliegenden Handlungsstränge zu Tage, die mich am Ende zumindest vor dem Lektüre-Abbruch und einer noch schwächeren Bewertung bewahrt haben.
Das Buch ist ein Genre-Mix der schlechteren Art. Es ist weder Krimi, noch Thriller noch Roman. Es ist ein Buch, dem eine schöne Grundidee zu Grunde liegt, dessen Charaktere und Handlungsstränge aber leider ungenügend herausgearbeitet sind. Lasst euch in den Buchhandlungen von der schönen Cover-Art nicht überlisten. Finger weg!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Leider overhyped

Beste Zeiten
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Jenny Mustard ist eine der gefeierten Autorinnen der Stunde. Ihr Debüt-Roman „Okaye Tage“ hat für die ein oder andere positive Empfehlung gesorgt und – obwohl ich ihn selbst nicht gelesen habe – bei mir ...

Jenny Mustard ist eine der gefeierten Autorinnen der Stunde. Ihr Debüt-Roman „Okaye Tage“ hat für die ein oder andere positive Empfehlung gesorgt und – obwohl ich ihn selbst nicht gelesen habe – bei mir dazu geführt, dass ich mir den Namen der Autorin eingeprägt habe. „Beste Zeiten“ ist nun nicht nur dem Titel nach, sondern auch in der Realität, das Folgewerk. Hm. Über das Cover hülle ich zusätzlich den Mantel des Schweigens. Es gefällt mir halt nicht.
Und leider ist das dann auch bei diesem Roman insgesamt so. Ja, Jenny Mustard erzählt nuanciert, detailversessen gar, mit Blick auf die kleinen Besonderheiten des menschlichen Lebens. Sie hat ein gutes Auge für diese vielschichtigen Facetten und vermag auch diese herauszuarbeiten. Aber für mich ist das halt zu langweilig. Handlung: Puh. Die großen Linien wirken dann auch sehr gezwungen. Natürlich braucht es dann bei der Hauptfigur den Hang zum Kreativen. Was denn sonst? Es ist stellenweise anstrengend. Leider nicht auf die gute Art.
Wer die Ruhe weg hat, kann diesen Roman diesen Herbst lesen. Ich habe alleine in den letzten Wochen mehrere Bücher gelesen, die origineller, glaubwürdiger und mit mehr Witz mir viel besser gefallen haben. Diesmal gibt es keine Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Wie eine warme Decke

Deep Cuts
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Deep Cuts wirkt erst einmal unscheinbar. Wenn man sich dennoch auf die Lektüre einlässt, ist das Buch ein schönes Feelgood-Werk mit zwei hauptsächlichen Schwerpunkten. Zum einen ist da die Musik. Es geht ...

Deep Cuts wirkt erst einmal unscheinbar. Wenn man sich dennoch auf die Lektüre einlässt, ist das Buch ein schönes Feelgood-Werk mit zwei hauptsächlichen Schwerpunkten. Zum einen ist da die Musik. Es geht um die Lust am kreativen Prozess, an der Arbeit an Songs, an der stückweisen Verbesserung und an den Vorzügen der Kollaboration. Die Roman-Hauptfigur Percy muss ihren Weg zu ihrer eigenen kreativen Identität finden und dagegen anarbeiten, dass sie gerne mal ihr Licht unter den Scheffel stellt.
Der zweite Hauptstrang ist die Liebesgeschichte zwischen ihr und ihrer College-Liebe, die zudem auch ihr erster Songwriting-Partner war. Die Liebesgeschichte ist eine klassische Heldengeschichte und die Hauptfiguren müssen einige Hindernisse überwinden. Dieser Strang ist solide ausgearbeitet. Was dieses Buch dann hervorhebt, ist die Struktur. Die Kapitel sind nach Songs benannt, die jeweils eine Bedeutung in diesem Kapitel haben. Ein Deep Cut Song ist dann auch ein tiefgreifender Song, der einen stark berührt. Die Idee ist nicht super-originell, aber nachdem ich eine Schwäche für musik-affine Konzepte habe, gefällt mir das sehr gut. Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen. Es haut einen jetzt nicht direkt vom Hocker, aber es ist eine schöne Herbstlektüre, mit der man wenig falsch machen kann.

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