Cover-Bild Hundesohn
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 219
  • Ersterscheinung: 17.09.2025
  • ISBN: 9783518432549
Ozan Zakariya Keskinkılıç

Hundesohn

Roman | »Das ist der zärtlichste und klügste Roman seit langem über Liebe, Freundschaft, Begehren.« Martina Hefter

Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni, im Juli, im August in Adana, dreitausend Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés, auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berühren, reißen ihn die Gedanken zurück zu Hassan, dem Nachbarsjungen in Adana, den Dede, sein Großvater, immer nur »Hundesohn« nennt. Zeko kennt das laute Viertel, den Staub in den Gassen nur aus den Sommerferien. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen, nicht den Großvater, der alten Männern die Sorgen aus dem Bart schnitt und auf Arabisch sang, nicht die religiösen Rituale und den Geschmack von Bamya. Und vor allem nicht Hassan.
»In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen«, wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt.

Hundesohn erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit, der Angst und dem Glück, wenn man liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch, in fremden Betten und im Gebet. Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart, über alle Grenzen von Ländern, Sprache und Körper hinweg.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2025

Großartiges Romandebüt

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Der Roman „Hundesohn“ von Ozan Zakariya Keskinkılıç reiht sich in eine ganze Serie von Prosaveröffentlichungen von bisher nur in der Lyrik tätigen Autor:innen. Gleichzeitig hebt sich „Hundesohn“ entschieden ...

Der Roman „Hundesohn“ von Ozan Zakariya Keskinkılıç reiht sich in eine ganze Serie von Prosaveröffentlichungen von bisher nur in der Lyrik tätigen Autor:innen. Gleichzeitig hebt sich „Hundesohn“ entschieden von diesen weiteren Veröffentlichung ab und ist vielleicht das Romandebüt dieses Jahres, das sich am meisten lohnt. Keskinkılıç begeistert mit einer Sprache, die zum einen poetisch, fein und ausdrucksstark, aber auch klar, direkt und kraftvoll ist. Die Handlung erzählt er emotional packend und mitreißend. Schon nach wenigen Seiten weiß dieser Roman durch seine starke Erzählstimme und die überzeugt gewählte Sprachkomposition zu begeistern. „Hundesohn“ ist ein starkes Debüt und großartiger Roman. Dieses Buch ist eine Lektüre, die allen nur ans Herz gelegt und ohne Einschränkung weiterempfohlen werden kann.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Voller Kontraste

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„Hundesohn“ ist der Debütroman des Autors Ozan Zakariya Keskinkılıç.

Die Ereignisse werden aus der Ich-Perspektive von Zeko erzählt. Allerdings ist es keine Handlung im klassischen Sinn, viel mehr sind ...

„Hundesohn“ ist der Debütroman des Autors Ozan Zakariya Keskinkılıç.

Die Ereignisse werden aus der Ich-Perspektive von Zeko erzählt. Allerdings ist es keine Handlung im klassischen Sinn, viel mehr sind es die Erinnerungen und Gedanken des Protagonisten.
Zeko lebt in Berlin und trifft an unterschiedlichen Orten Männer, die er über Dating-Apps kennenlernt. Gedanklich reist er immer wieder nach Adana, der fünftgrößten Stadt in der Türkei. Dort wird er Hassan wiedersehen, immer wieder drehen sich seine Gedanken um dieses Aufeinandertreffen.

Die Sprache von Ozan Zakariya Keskinkılıç ist rau, ungeschönt, deutlich und nichts für zarte Gemüter. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen. Dabei erweckst er eine Atmosphäre zum Leben, die einen direkt in das Leben und die Umgebung des Protagonisten eintauchen lässt - schmerzhaft schön und abstoßend deutlich. Er ist zerrissen, zwischen dem bunten Leben Berlins und familiären Traditionen.

Die Kapitel sind kurz und unterbrechen sich gegenseitig. Dadurch zerreißt der Autor die Handlung sowie das Innenleben, die Gedanken und die Gefühlswelt seines Protagonisten zerrissen sind. Für mich war dies ein interessanter Zug, der hier perfekt passt.

Mir hat diese mehr als ungewöhnliche Liebesgeschichte gut gefallen und ich bin gespannt was wir von dem Autor noch zu lesen bekommen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Tolles Debüt

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Ein eindrucksvolles Debüt, das noch lange nachhallt. 

Meine Meinung:
Hundesohn erzählt poetisch und gleichzeitig ungeschönt eine Liebesgeschichte zwischen Berlin und Adana. Zeko ist verloren in der Großstadt, ...

Ein eindrucksvolles Debüt, das noch lange nachhallt. 

Meine Meinung:
Hundesohn erzählt poetisch und gleichzeitig ungeschönt eine Liebesgeschichte zwischen Berlin und Adana. Zeko ist verloren in der Großstadt, hin und hergerissen zwischen Fern- und Heimweh, den Erwartungen anderer und seinen Sehnsüchten.
Die Sprache ist schonungslos direkt, roh und zugleich zärtlich authentisch. Die Verwebung von vier verschiedenen Sprachen und der Schreibstil konnten mich besonders begeistern.

Das Buch thematisiert die Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Eindrucksvoll wird die Zerrissenheit einer migrantischen Identität skizziert. Manchmal derb und dann immer wieder lustig und wunderschön.

Mein Fazit:
Eine intensive und poetische Geschichte über Erinnerung, Begehren und kulturelle Sehnsucht.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Magst du Hunde?

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"Was ist dein letzter Screenshot?
Wie isst du dein Manaqesh?
Magst du Hunde?"

“Dies ist eine Liebesgeschichte”, verspricht die Buchrückseite - was absolut der Fall ist, wenn auch anders als erwartet. ...

"Was ist dein letzter Screenshot?
Wie isst du dein Manaqesh?
Magst du Hunde?"

“Dies ist eine Liebesgeschichte”, verspricht die Buchrückseite - was absolut der Fall ist, wenn auch anders als erwartet. Keskinkılıç schreibt so zart, so intim und verletzlich über Liebe zum Vater, zur Sprache, zu besten Freund*innen, zu Männern, die der Protagonist schon lange kennt und Männern, die er gerade erst kennengelernt hat - und über Liebe zu sich selbst, darüber, wie grundlegend wichtig Selbstfürsorge ist.

Keskinkılıç stellt diese Zartheit immer wieder in Kontrast zu derben und expliziten Szenen, was dazu anregt, diese Dichotomien zu hinterfragen. Warum kann Liebe und Intimität nicht gleichzeitig lieb und zart und derb und körperlich sein; wer sagt denn, dass man sich überhaupt “zerissen” fühlen muss, wenn man queer und gläubig ist?

In der Realität meist unausgesprochene Fragen, die Keskinkılıç hier mit leisen Zwischentönen greifbar macht und die dem Buch eine sanfte Radikalität verleihen.

Mich hat das Buch sehr berührt & ich möchte es euch absolut weiterempfehlen ❣️

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Vulgär zur Nähe: Was ein Hundesohn

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Ich mag das Cover und den Titel. Das Konzept hat mich angesprochen und ich gab dem Roman eine Chance. Und mir war klar, dass hätte auch gut und gerne schief gehen können. Tat es aber nicht. Ozan Zakariya ...

Ich mag das Cover und den Titel. Das Konzept hat mich angesprochen und ich gab dem Roman eine Chance. Und mir war klar, dass hätte auch gut und gerne schief gehen können. Tat es aber nicht. Ozan Zakariya Keskinkılıç gibt seiner Hauptfigur, die seinen Namen trägt, eine intensive Erzählstimme. Einerseits ist Zakariya auf der Suche nach Ablenkung und immer wieder dem nächsten Reiz, andererseits sehnt er sich nach dem Wiedersehen mit seinem besten Freund Hassan. Dieses Spiel zwischen teils vulgärer Abwechslung und der Sehnsucht nach Nähe gibt dem Roman seinen roten Faden.
Um diesen roten Faden herum spinnt Keskinkılıç ein Netz an unterschiedlichen Lebenserfahrungen seiner Hauptfigur, teils in der Türkei, teil in Deutschland, teils in der Vergangenheit, teils im Jetzt, die ein immer detaillierteres Bild ergeben. Dies könnte beliebig wirken, tut es aber nicht. Dabei greift Keskinkılıç zu einigen sprachlichen, künstlerischen und literarischen Stilmitteln, die ich euch gar nicht spoilern will. Mir haben die einzelnen Stilmittel als auch das Gesamtbild sehr gut gefallen. Es ist nur deshalb keiner meiner Top-Titel, weil mir ein großes eingewebtes Thema fehlt, das dem ganzen Roman noch eine weitere Ebene gegeben hätte. Ich habe diesen Roman dennoch sehr gerne gelesen und viel Spaß dabei gehabt.

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