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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2021

Giftmorde

Mord vor Publikum
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„Mord vor Publikum“ von Luc Winger habe ich als ebook mit 157 Seiten gelesen, die in 20 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 9. Saint-Tropez-Krimi.

Der bekannte Krimiautor Gaston Peroux stirbt bei seiner ...

„Mord vor Publikum“ von Luc Winger habe ich als ebook mit 157 Seiten gelesen, die in 20 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 9. Saint-Tropez-Krimi.

Der bekannte Krimiautor Gaston Peroux stirbt bei seiner eigenen Lesung und genau nach der Mordmethode seines neuesten Buches. Mit ihm zusammen sind noch vier weitere Autoren zur Lesung angereist. Diese sind mehr oder weniger von ihm abhängig durch ihre Verträge, wovon Peroux profitierte. Sie sind über seinen Tod nicht besonders traurig. Als noch eine weitere Autorin der Gruppe getötet wurde, bangen auch die anderen Mitglieder um ihr Leben. Nun ist es an Commissaire Lucie Girard, die Ermittlungen aufzunehmen. Dabei kommt sie mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt, von denen einige anders scheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Immer wieder gerät sie in einen Sumpf aus Lügen und Intrigen.

In diesem Buch erfährt man einiges über Schlagen, Spinnen und die Giftgewinnung, was ganz interessant war.
Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Manche lernt man nicht so intensiv kennen, was aber nicht schlimm ist. Es wurde sich eben auf das Wesentliche beschränkt.

Auch wenn ich mich zu den Rezessionen der Vorgängerbücher wiederhole, sage ich es gerne immer wieder, dass Lucie eine tolle, starke Frau ist, die souverän auftritt und sich in der Männerwelt behaupten kann. Sie kann einfühlsam sein, aber auch tatkräftig und zielstrebig auftreten. Zu ihren Kollegen Hugo und Bruno hat sie einen freundlichen Umgang und sogar ein freundschaftliches Verhältnis, was mir sehr gefällt.

Es ist wieder eine ganz tolle, spannende Story, die einen in die 70er Jahre versetzt und die Zeit sehr charmant beschrieben ist. Man kann sich wunderbar hineinversetzen und die Handlung mitverfolgen. Durch immer neue Wendungen ist es ein spannender und packender Krimi.
Das Buch kann unabhängig von den anderen gelesen werden, aber auch diese sind der reinste Lesegenuss und man würde etwas verpassen, sie nicht zu kennen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2021

Ein abgekartetes Spiel

Friesenpoker. Ostfrieslandkrimi
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„Friesenpoker“ von Sina Jorritsma, Klarant-Verlag, habe ich als ebook mit 159 Seiten gelesen, die in 21 Kapitel eingeteilt sind. Im Anschluss gibt es noch eine Leseprobe von „Friesenflirt“ und einen Kurz-Ostfrieslandkrimi. ...

„Friesenpoker“ von Sina Jorritsma, Klarant-Verlag, habe ich als ebook mit 159 Seiten gelesen, die in 21 Kapitel eingeteilt sind. Im Anschluss gibt es noch eine Leseprobe von „Friesenflirt“ und einen Kurz-Ostfrieslandkrimi.
Auf Borkum soll in der Milchbude von Hanno Bakkstra ein Pokerturnier stattfinden. Dabei sind vier Profis und zwei neue Spieler. Im Vorfeld bekommt die Spielerin Katja Beck eine Morddrohung, die sie gleich nach ihrer Ankunft auf Borkum der Polizei anzeigt. Daher geben ihr die Kommissare Mona Sander und Enno Moll Geleitschutz für das Turnier. Doch bevor dieses beginnen kann, wird der Kartengeber Adrian Molen tot aufgefunden und das Preisgeld ist verschwunden. Die letzten Worte des Opfers führen die Ermittler zu einem weiteren Fall im Pokermilieu. Mona und Enno ermitteln in alle Richtungen, wobei es doch zu einigen Überraschungen kommt.
Die beiden sind ein super Team. Mona ist oft impulsiv, ungeduldig und verbal etwas aggressiv. In Enno hat sie ihren Gegenpol gefunden, der sie immer wieder erdet. Er ist ein gemütlicher und gutmütiger Typ, trotzdem als Polizist nicht zu unterschätzen. Mit seinem Feingefühl und ihrer harschen Art lösen sie auch diesen Fall.
Auch die anderen Charaktere waren sehr authentisch dargestellt, der dümmliche Peet ebenso wie der unter dem Pantoffel seiner eifersüchtigen Ehefrau stehende Hanno. Von den anderen Pokerspielern lernt man eigentlich nur Ottmer näher kennen.
Charmant fand ich, dass ein Verdächtiger schon mal zu Fuß zur Wache gebracht wurde, weil sich der Weg mit dem Auto nicht lohnt und dass Befragungen auf einem Leuchtturm oder am Strand stattfanden. Das geht eben nur auf einer kleinen Urlaubsinsel und hat mir sehr gefallen.
Auch dieses Buch der Autorin hat mir wieder sehr gut gefallen. Mit viel Lokalkolorit, sympathischen Ermittlern und einem spannenden Fall ist ihr erneut eine tolle Geschichte gelungen.
Das Cover ist ebenfalls wieder sehr schön und passend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2021

Tolles Buch

Leichenblume
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„Leichenblume“ von Anne Mette Hancock habe ich als ebook mit 308 Seiten gelesen, diese sind in 49 Kapitel eingeteilt. Am Ende ist noch eine Leseprobe von „Narbenherz“ zu finden.

Nicht nur, dass Heloise ...

„Leichenblume“ von Anne Mette Hancock habe ich als ebook mit 308 Seiten gelesen, diese sind in 49 Kapitel eingeteilt. Am Ende ist noch eine Leseprobe von „Narbenherz“ zu finden.

Nicht nur, dass Heloise Kaldan Ärger im Job hat, bekommt sie nun auch noch mysteriöse Briefe der gesuchten Mörderin Anna Kiel mit privaten Dingen über Heloise. Als Investigativ-Journalistin wittert sie eine neue Story, die sie persönlich betrifft. Anna wurde beschuldigt, den bekannten Anwalt Christoffer Mossin ermordet zu haben.
Zu diesem Zeitpunkt bekommt auch Kommissar Erik Schäfer in Kopenhagen einen Hinweis, dass Anna gesehen worden ist. Seine Recherchen führen zu Heloise und so begegnen sich die beiden. Aber vertrauen sie sich auch? Jedenfalls geht Heloise auf eigene Faust die Dinge an.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven geschrieben, hauptsächlich aus Heloise‘s Sicht. Diese hatte sich auf Informationen zu einem Wirtschaftsskandal verlassen, die sich als falsch herausstellten. Also versucht sie, zusammen mit ihrem Bekannten aus dem Wirtschaftsministerium der Sache auf den Grund zu gehen. Und natürlich will sie wissen, was hinter dem Mord an Mossin und die Briefe von Anna steckt. Trotz der Warnung eines ehemaligen Kollegen gibt sie nicht auf und bringt sich selbst in Gefahr.
Von Anna erfährt man zuerst nicht viel, es gibt kurze Kapitel aus ihrer Sicht. Erst zum Ende kommt sie nochmal zum Zuge.
Ebenfalls wird über die Polizeiarbeit und Schäfer’s Team geschrieben. Die Ermittlungen kommen nicht wirklich gut voran. An ihren Hauptverdächtigen kommt die Polizei nicht heran, da alle um ihn herum schweigen.

Die Protagonisten haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen, wobei Schäfer privat entspannt und glücklich ist. Bei Heloise geht es turbulenter zu mit Job und nun noch die kryptischen Briefe von Anna, deren Geheimnis sie lüften will.

Das Buch hat mir super gefallen. Es war von Beginn an spannend und durch die Perspektivwechsel wurde der Spannungsbogen auch noch gesteigert. Die Charaktere waren sehr authentisch beschrieben, ich war immer mittendrin und konnte mir alles gut vorstellen.
Heloise und Schäfer fand ich sehr sympathisch, aber auch Anna, die man erst zum Schluss besser kennenlernt.

Das Cover finde ich auch sehr schön. Die kleine Meerjungfrau auf einem einsamen Felsen. Wie Anna, die ganz alleine ihre Vergangenheit aufarbeiten will.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2021

Tolles Buch

Mädchengrab
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„Mädchengrab“ von Loreth Anne White habe ich als ebook mit 479 Seiten gelesen, die in 50 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 3. Teil mit Angie Pallorino.
Angie und ihr Partner James Maddocks sind mit ...

„Mädchengrab“ von Loreth Anne White habe ich als ebook mit 479 Seiten gelesen, die in 50 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 3. Teil mit Angie Pallorino.
Angie und ihr Partner James Maddocks sind mit einer Reisegruppe auf einer geführten Angeltour an der kanadischen Westküste unterwegs, umgeben von dunklen Wäldern. An ihrem letzten Tag wird am Ufer ein Skelett gefunden. Wieder zurück zu Hause wird Angie von der ehemaligen Richterin am Obersten Gericht Justice Monaghan gebeten, die letzten Tage und Wochen vor dem Verschwinden ihrer Enkelin Jasmine zu recherchieren. Der Auftrag kommt Angie sehr gelegen, da sie gerade ihre Lizenz als Privatermittlerin erwerben will. Die Untersuchungen ergeben, dass es sich bei dem Skelett um Jasmine handelt, die vor 24 Jahren auf einer Angeltour verschwunden ist. Zunächst wird von einem Unfall ausgegangen.

Angie fährt wieder zurück an den Küstenort, um mit den Menschen zu sprechen. Sie ist sehr hartnäckig in ihrem Vorgehen und lässt sich nicht so leicht abweisen. In dieser Phase kam sie mir oft aufdringlich und anmaßend vor, da manche Fragen doch merkwürdig erschienen. Aber letztendlich hatte sie einen guten Grund. Bei ihren Ermittlungen werden dunkle Geheimnisse offenbart und sie merkt, dass sie in ein gefährliches Wespennest gestochen hat, was nicht nur für sie gefährlich wird. Die Bewohner halten fest zusammen und es ist nicht einfach, Details zu erfahren.
Man muss sich mit ziemlich vielen Charakteren auseinandersetzen, die auch oft schon in der nächsten Generation agieren, da muss man sich erst zurechtfinden. Ebenso mit einigen Familiengeschichten, die ich aber sehr interessant fand.
Nebenbei muss sich Angie immer noch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. In diesem Buch werden dahingehend immer wieder Andeutungen gemacht, sodass man einen, sicher nur kleinen, Einblick in ihr Leben bekommt. Sie hatte wohl bisher ein sehr bewegtes Leben. Deshalb wäre es schon gut, die Vorgängerbücher zu kennen. Sie ist mir in diesem Buch sehr sympathisch geworden. Auch ihren Partner James, der als Mordermittler seine eigene Einheit leitet, lernt man etwas kennen. Aber er spielt eher eine Nebenrolle.
Die Geschichte ist sehr gut und fesselnd geschrieben, sie ist tragisch, traurig, gefühlvoll, die Spannung baut sich erst langsam auf und strebt am Ende ihrem grandiosen Höhepunkt entgegen. Denn es ist alles anders, als es scheint.
Die Charaktere sind sehr gut und detailliert beschrieben, ebenso gibt es schöne Einblicke in die Landschaft, die man sich bildhaft vorstellen kann.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2021

Toller Abschluss der Reihe

Die Rache des Lombarden
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„Die Rache des Lombarden“ von Petra Schier, Rowohlt-Verlag, habe ich als Taschenbuch mit 432 Seiten gelesen, die in 24 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 3. Teil der Lombarden-Trilogie. Auf der Umschlaginnenseite ...

„Die Rache des Lombarden“ von Petra Schier, Rowohlt-Verlag, habe ich als Taschenbuch mit 432 Seiten gelesen, die in 24 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 3. Teil der Lombarden-Trilogie. Auf der Umschlaginnenseite findet man einen Stadtplan von Köln 1424. Außerdem gibt es noch ein Personenverzeichnis, was sehr hilfreich ist.

Aleydis de Bruinker hat es auch in diesem Buch nicht einfach. Als Witwe des Nicolai Golatti führt sie die Geschäfte der Wechselstube weiter. Außerdem hat sie es immer noch mit seiner dubiosen Schattenwelt zu tun, die ihr viele Feinde beschert. Und die Verehrer stehen auch fast Schlange bei ihr. Aber wem kann sie trauen? Wollen die Männer sie oder ihr Geld und ihre Geschäfte übernehmen? Nur einem kann sie vertrauen, Vinzenz van Clewe, dem düsteren Gewaltrichter, der auf ihrer Seite steht und mit ihr versucht, ihr dunkles Erbe zu durchschauen.
Dann werden ihre Mündel Marlein und Ursel, entführt. Aleydis versucht alles, um sie zurückzubekommen, da sie Angst um sie hat.
Sie bekommt unerwartete Hilfe von dunklen, maskierten Männern, die keiner kennt. Nun wird sie auch noch verdächtigt, diese angeheuert zu haben.

Es ist wieder eine ganz tolle, rasante, spannende Geschichte, die ich regelrecht verschlungen habe. Aber ob am Ende wirklich alles gut wird?
Aleydis und ihre Familie sind sehr sympathische und aufgeschlossene Menschen. Ihr Vater versucht nicht, sie zwangszuverheiraten und ihre Stiefmutter ist ihr eine gute Freundin. Auch zu Menschen, die sie verletzt haben, hält Aleydis noch Kontakt. Trotz ihres Wohlstandes ist sie nicht abgehoben. Sie ist eine sehr starke und mutige Person, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt und dafür auch mal verprügelt wird.
Auch Vinzenz' Familie, vor allem die Mutter und die Schwester, sind aufgeschlossene Frauen, die sich auch von Männern nicht alles gefallen lassen, sodass Liebschaften schon mal ohne Zustimmung der Väter entstehen.

Es ist wieder eine wunderbare, sehr gut geschriebene Geschichte, die das damalige Leben gut beschreibt und man sich alles super vorstellen kann.
Leider ist es der letzte Teil der Serie, obwohl am Ende nicht alles geklärt ist. Das Buch kann sicher einzeln gelesen werden, aber es ist von Vorteil, wenn man die beiden Vorgänger kennt, um die recht verzweigten Familienverhältnisse und Vorgänge zu verstehen. Außerdem sind auch die ein absoluter Lesegenuss.

Ich hoffe, dass es bald eine neue, ebenso tolle Serie geben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere