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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2019

Was der Frühling bringt

Gärtner, Gauner, Gänseblümchen
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Der nahende Frühling sendet Stürme und starke Regengüsse ins kleine Örtchen Oberherzholz im Münsterland. Doch das Wetter ist nicht das einzige, das das Leben der beiden Schwestern Isabella Steif und Charlotte ...

Der nahende Frühling sendet Stürme und starke Regengüsse ins kleine Örtchen Oberherzholz im Münsterland. Doch das Wetter ist nicht das einzige, das das Leben der beiden Schwestern Isabella Steif und Charlotte Kantig heftig beeinträchtigt: es geschieht ein brutaler Mord an einem jungen Mädchen im beschaulichen Dorf. Selbstverständlich begeben sich die Schwestern auf Spurensuche. Das scheint jemandem (dem Täter?) nicht zu gefallen, denn auf Balu, Isabellas Labrador, wird ein Mordanschlag verübt. Und Charlotte fällt ein herabfallender Ast auf den Kopf, oder war auch das ein Anschlag? Aber nun mischt sich das Geschwisterpaar erst recht ein und ermittelt wieder einmal auf eigene Faust. Wird es ihnen gelingen, den Mörder zu stellen? Eine aufregende und nicht ungefährliche Zeit hat längst begonnen …

Mit dem achten Fall in der Reihe um die pensionierten und fleißig ermittelnden Schwestern Isabella und Charlotte hat die Autorin Gisela Garnschröder einen Cozy Crime vom Allerfeinsten abgeliefert. Da ich die anderen Fälle kenne (und liebe!) fühle ich mich sofort auf den ersten Seiten wieder heimisch. Es ist schön, die beiden agilen Schwestern wieder zu treffen. Die Charaktere sind prächtig angelegt und durchweg liebenswert, wobei die Figuren Tiefe und Einzigartigkeit besitzen. Die Schwestern zoffen sich durchaus hin und wieder, doch wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen, wie Pech und Schwefel. Der Fall also die Geschichte selbst ist auf bemerkenswerte Art und Weise stimmig und erstklassig unterhaltend. Die Atmosphäre des kleinen Städtchens und seiner Bewohner ist beim Lesen fühlbar und jederzeit glaubwürdig. Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch gut, das Tempo perfekt für ein entspanntes Lese-Wochenende.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf bei fünf möglichen Sternen und empfehle es so klar weiter. Leser, die die beiden Schwestern kennen, werden diesem neuen Teil sowieso entgegengefiebert haben und Neueinsteigern kann ich die Serie nur ans Herz legen. Kuschelige Lesestunden mit aufregenden, inspirierenden Figuren sind garantiert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2019

Brillant recherchiert und in Szene gesetzt

Teufelsbrut
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Im Jahre 1669 tritt die fünfjährige Marie eine regelrechte Lawine los, es ist ein äußerst phantasievolles Kind, das angeregt durch Erzählungen seiner Großmutter, Geschichten darüber erzählt, wie es des ...

Im Jahre 1669 tritt die fünfjährige Marie eine regelrechte Lawine los, es ist ein äußerst phantasievolles Kind, das angeregt durch Erzählungen seiner Großmutter, Geschichten darüber erzählt, wie es des nachts auf Besen herumfliegt. Es entfacht damit eine Hexenjagd, der Teufel soll aus dem kleinen fiktiven Städtchen Bärenbrück vertrieben werden. Denn auch andere Kinder greifen diese Erzählungen auf und berichten ähnliche Dinge. Die eher menschlichen Hintergründe dieser Berichte sind den einfachen und schlichten Menschen zunächst nicht ersichtlich. Zu sehr sind sie mit den eigenen Kämpfen ums tägliche Überleben und das korrekte Ausleben ihrer Religion beschäftigt.





Die Autorin Kirsten Klein katapultiert uns Leser direkt ins Geschehen, lässt uns regelrecht erschauern. So sehr schafft sie es, dass wir die Geschichte vor unserem inneren Auge ablaufen sehen. Ich persönlich bin begeistert von ihrem Schreibstil und ihrem hervorragenden Sprachgefühl. Deshalb vergebe ich dem Buch die volle Punktezahl und empfehle es von Herzen gerne weiter.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Feinste Comedy

Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding
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In dem Buch ”Ich bin so verrückt nach deinem Erdbeerpudding” erzählt uns die Autorin Margie Kinsky, die zudem auch Schauspielerin und Kabarettistin ist, Episoden aus ihrem Leben. Hauptdarsteller des Buches ...

In dem Buch ”Ich bin so verrückt nach deinem Erdbeerpudding” erzählt uns die Autorin Margie Kinsky, die zudem auch Schauspielerin und Kabarettistin ist, Episoden aus ihrem Leben. Hauptdarsteller des Buches sind Margie selbst, ihr Mann, der Schauspieler und Regisseur Bill Mockridge sowie deren beider sechs Söhne: Regisseur Nick Mockridge, Sänger Matthew „Matt“ Mockridge, Comedy-Autor Luke Mockridge, Musik-Student Leonardo Mockridge, Schauspieler Jeremy Mockridge und Model Liam Mockridge. Als Nebendarsteller agieren drei Freundinnen Margies sowie Omma.





Bei der Lektüre des Buches konnte ich aus vollem Herzen und befreiend lachen – eine wahre Therapie für die Seele. Zu gerne wäre ich ein Part dieser Familie oder zumindest eine gute Freundin des Hauses. Margie Kinsky erzählt uns Lesern ihr Leben voller Enthusiasmus und Herzlichkeit und Wärme. Der Leser sieht diese Familie vor seinem geistigen Auge agieren, wie sie all die Episoden und Eskapaden erleben, dabei bleibt kein Auge trocken und die Lachtränen wollen nicht stoppen. Gerne empfehle ich dieses Buch, dem ich 5 von 5 Sternen vergeben habe.


Veröffentlicht am 14.11.2019

Die zweite Chance

Christiane F. - Mein zweites Leben
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Ich bin der Journalistin Sonja Vukovic sehr dankbar, dass sie die Idee hatte Christiane Vera Felscherinow aufzuspüren und sie dazu gebracht hat, uns Leser noch einmal teilhaben zu lassen, an ihrem Leben. ...

Ich bin der Journalistin Sonja Vukovic sehr dankbar, dass sie die Idee hatte Christiane Vera Felscherinow aufzuspüren und sie dazu gebracht hat, uns Leser noch einmal teilhaben zu lassen, an ihrem Leben. So wie wir dies bereits 35 Jahre zuvor mit dem ersten Buch und/oder Film ”Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” tun konnten. Das dies keine Friede-Freude-Eierkuchen-Story sein würde war mir von vornherein klar. Jeder, der sich mit dem Thema Heroinsucht befasst hat, weiß, dass die Chance auf Heilung eher mittelmäßig wenn nicht als mehr schlecht einzustufen ist und dies aus den verschiedensten Gründen. Trotzdem oder gerade deshalb wollte ich erfahren, wie es Christiane ergangen ist in all der Zeit. Dies sehe ich als eine Art Geschenk für uns Leser an.

Kapitel für Kapitel erzählt uns Christiane Felscherinow aus ihrem Leben – dies tut sie offen und ehrlich. Zwischendurch gibt uns Sonja Vukovic reale Fakten wie u.a. Einblick in die aktuelle Drogenpolitik und Drogensituation in Deutschland sowie in der Schweiz.





Deutlich wird vor allem, dass der der Mythos Christiane F. erhebliche Auswirkungen auf deren Leben hatte und noch immer hat, die nicht nur positiver Natur sind. Z.B. dass sie keine Freunde und Familie mehr hat, dass Journalisten sie immer wieder aufspüren und sie nicht weiß, wem sie trauen kann und wem nicht. Das habe ich zuvor so nicht erwartet oder vermutet.

Hält man das Buch das erste Mal in den Händen fällt gleich das Umschlagfoto auf, es zeigt dass Christiane ein schönes Gesicht hat, ein sympathischen Lächeln, offene Herzlichkeit ausstrahlende Augen und Sommersprossen (um die ich sie wirklich beneide!), die jeder Frau eine Mädchenhaftigkeit verleihen. Dieses Foto öffnet einem bereits das Herz, so dass man gerne noch einmal hinein taucht in die Geschichte dieser Frau.


Das Buch ist für mich gut lesbar, es ist, als ob Christiane beim Leser auf dem Sofa sitzt und uns ihre Geschichte erzählt, wie sie sich eben erinnert. Es sind gute und schöne, aufrüttelnde, ermahnende, negative Erinnerungen und Ereignisse, die Christiane Vera Felscherinow mit uns Lesern teilt. Dieses Buch empfehle von Herzen weiter, es ist mehr als lesenswert, nicht nur für Kenner des ersten Buches und/oder Films. Ich vergebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Eine mutige Frau findet ihren Weg.

Die Reise des Elefantengottes
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In dem Buch ”Die Reise des Elefantengottes” veranschaulicht Beate Rösler abwechselnd die Geschichte Priyankas, die nach Indien reist, um ihre Wurzeln zu erforschen und die Ashas, Priyankas Mutter, als ...

In dem Buch ”Die Reise des Elefantengottes” veranschaulicht Beate Rösler abwechselnd die Geschichte Priyankas, die nach Indien reist, um ihre Wurzeln zu erforschen und die Ashas, Priyankas Mutter, als diese 1968 nach Deutschland kommt. Diese Form der Erzählung empfinde ich als sehr angenehm und aufgelockert.

Leidenschaftlich wird uns Lesern die für Priyanka neue indische Welt mit all den herrlichen Farben und Düften geschildert, aber auch auf die mehr als ärmlichen Verhältnisse und den für westliche Augen unzumutbaren Straßenverkehr aufmerksam gemacht.





Sehr einfühlsam erzählt uns die Autorin von den Problemen, die Asha in ihrer ersten Zeit in Deutschland zu meistern hat, zum einen wegen der Sprachschwierigkeiten und zum anderen wegen der so gegensätzlichen Kulturen und Verhaltensformen.

Die Mutter hat der Tochter bisher die wahren Beweggründe, warum sie nach Deutschland kam, verschwiegen. Diesem Geheimnis gilt es auf die Spur zu kommen. Wird es Priyanka gelingen und wird es Konsequenzen für ihr eigenes Leben haben, das bisher nicht so glücklich verlaufen ist, wie es bisher nach außen hin erschien?


Gerne möchte ich das Buch empfehlen, das uns Lesern eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und spannender indischer Historie bietet und auch die Liebe nicht ausspart.

Nur an einigen Stellen empfinde ich die Erzählweise der Autorin ein wenig ungelenk und sprunghaft. Deshalb vergebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen.