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Veröffentlicht am 08.05.2018

Atmosphärisch und interessant!

In this corner of the world 1
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Schon lange sorgt die Anime-Adaption von “In this corner of the world” für Aufsehen und gewinnt seit 2016 laufend Preise. Da ist es schwer ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an den Manga ranzugehen. ...

Schon lange sorgt die Anime-Adaption von “In this corner of the world” für Aufsehen und gewinnt seit 2016 laufend Preise. Da ist es schwer ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an den Manga ranzugehen.

Die Handlung beginnt in Suzus Kinderzeit und man lernt sie als sehr verträumtes Mädchen kennen, dass die Welt mit ganz anderen Augen sieht. Diese besondere Art an ihr bleibt auch erhalten und die sympatische junge Frau wird mit einem ihr fremden Mann verheiratet, wodurch sie ihre Familie verlassen muss und nach Kure zieht.

Suzu ist lebensfroh, engagiert und hoffnungslos verträumt, dies wird als ein sehr liebenswürdiger Charakterzug dargestellt und das war auch ein Grund, warum ich zuerst nicht gemerkt habe, dass wir uns hier im Krieg befinden. So ganz nebenbei fließt der Krieg in den Alltagstrott der Bewohner und es ist die Rede von Essensmarken, Rationen und Sparvorgaben vom Staat.

Im ersten Band wird das beschauliche Leben der Familie erzählt, gefühlt mit Fakten und Informationen, wie das Leben um 1940 in Japan ablief. Es ist viel informativer, als ich zunächst gedacht habe, aber nicht anstregend zu lesen oder fixiert auf die historischen Elemente. Am Ende gibt es ein Glossar, dass vieles sehr gut erklärt und mir immer weiter geholfen hat. Die vielen neuen Begriffe haben mich auch nicht beim Lesen gestört, weil alles mit einem gemütlichen Tempo verläuft. Wobei Suzus Ehe doch sehr plötzlich kam und schnell ablief, aber zu der Zeit war es eben so.
Suzu ist die Hauptperson und wir folgen nur ihr im ersten Band, sehen die Dinge aus ihrer Sicht und ja, sie bringt einen auch zum Lachen. Der Humor ist sehr sympatisch, leicht und einfach, was einen sehr schönen Kontrast zum Krieg bringt, der eher im Hintergrund abläuft.

Was manche bemängeln könnten ist, dass es ruhig ist. Hier findet man keine Action oder ähnliches, aber ich denke, dass der Manga noch sehr dramatisch wird und mir emotional zusetzten wird. Schließlich geht es um das alltägliche Leben zu Kriegszeiten, die waren nirgends schön und im ersten Band sieht man bereits Entbehrungen und Veränderungen.
Außerdem sind die Zeichnungen von Kouno schön und simpel, die Gemütlichkeit ausstrahlen und sie verwendet verschiedene Materialien für ihre Zeichnungen, bei einem Kapitel ist es wohl Kohle oder dergleichen was sie verwendet hat.

Eine leichte und liebenswürdige Alltagserzählung zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. die einen guten Einblick in die damalige Geschehnisse liefert. Der erste Band ist harmonisch und schön, doch man spürt bereits das aufkommende Unheil und daher hab ich den starken Drang weiter zu lesen! Es ist auch ein Graphic Novel, der mit vielen einfachen Charakteren auftritt und ich bin gespannt, wie der Krieg sich auf die Szenerie und Menschen auswirken wird.

Veröffentlicht am 07.05.2018

Durchaus fesselnd!

The Shape of Water
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An diesem Buch saß ich sehr lange, weil ich einfach nicht rein gekommen bin in die Geschichte und so meine Schwierigkeiten mit der Sprache hatte. Die Sprache ist, meiner Meinung nach, sehr gewöhnungsbedürftig ...

An diesem Buch saß ich sehr lange, weil ich einfach nicht rein gekommen bin in die Geschichte und so meine Schwierigkeiten mit der Sprache hatte. Die Sprache ist, meiner Meinung nach, sehr gewöhnungsbedürftig und es gab Sätze über die ich gestolpert bin, weil sie sich mir nicht ganz erschlossen haben oder weil es so brachial/abgehackt klang. Daher habe ich es oft pausiert und zur Seite gelegt, aber nach einem guten Drittel überwog die Handlung über der Sprache und ich konnte es fast in einem Zug beenden.

Die Handlung, besonders die Charaktere, haben was an sich, dass man gleich mit ihnen mitfühlt und um sie bangt. Neben Elisa, der Protagonistin, gibt es noch ihren guten Freund, Mitarbeiter im Labor, den Aufseher im Labor und seine Familie, als noch Elisas einzige Freundin. Es ist ein sehr bunter Haufen an Personen, die überraschenderweise alle irgendwie miteinander verwoben sind und die Handlung wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt.
Im Grunde dreht es sich um Elisa und um die Kreatur, dem unbekannten Wasserwesen, dass erforscht werden soll. Doch es kommt alles anders, wie gedacht und die Situation um die beiden spitzt sich gefährlich zu – Geheimnisse, Intrigen und Gefahren lauern überall.
An der Stelle kann ich nicht viel dazu schreiben, weil ich sonst befürchte zu viel zu verraten, so viel ist gesagt: Der Autor hat es geschafft, eine sehr spannende, interessante, aber zum Schluss auch eine wunderliche Geschichte zu erzählen, die an jeder Ecke was zu bieten hat, sobald man sich mal reingelesen hat.
Wer hier eine schnulzige Liebesgeschichte erwartet, wie auf dem Cover abgebildet, den muss ich enttäuschen. Das Thema Liebe ist hier nur eine Randerscheinung, die angesetzt wird, aber so ein wirkliches Knistern etc. gibt es nicht. Das kann den Einen freuen, den anderen enttäuschen, aber ich habe die Liebesbeziehung hier nicht wirklich vermisst, weil es so genug Handlung gibt.

Ein Roman mit vielen bunten Charakteren und einer interessanten Handlung, was dem Leser einen faszinierenden Mix bietet. Nicht nur SciFi Leser wird das Buch ansprechen, weil es oftmals um so viel mehr geht, als die Kreatur im Wasser und besonders zum Ende hin erwarten einen noch Überraschungen!

Veröffentlicht am 23.04.2018

Action und Krimi auf dem Mond!

Artemis
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Seit dem Kinoerfolg “Der Marsianer” hat sich der Autor Andy Weir bei uns mit seinem Roman, auf dem der Film basiert, einen Namen gemacht. An mir ist damals der Hype vorbeigegangen und somit ist “Artemis” ...

Seit dem Kinoerfolg “Der Marsianer” hat sich der Autor Andy Weir bei uns mit seinem Roman, auf dem der Film basiert, einen Namen gemacht. An mir ist damals der Hype vorbeigegangen und somit ist “Artemis” das erste Buch, dass ich von ihm gelesen habe.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Jazz erzählt, die ein recht kriminelles Leben führt in einer Stadt, wo jeder jeden über eine Ecke kennt. Nicht gerade sehr förderlich für ihre Geschäfte, aber Jazz ist nicht auf dem Kopf gefallen, ganz im Gegenteil, sie ist ziemlich intelligent und ist nur auf die falsche Bahn geraten. Tough und mit dreckigen Mundwerk bewaffnet schlägt sie sich eher schlecht, als recht durch, bis sie das Angebot schlechthin bekommt. Wie kann sie da nicht annehmen? Nur stellt sich heraus, dass noch viel mehr dahinter steckt, als zunächst erwartet.
An der Stelle ist es eine altbekannte Story mit neuem Setting, aber mit kleinen Abweichungen und Ideen, die die Geschichte nicht komplett vorhersehbar gestalten. Auch wenn wir uns auf einem Planeten befinden mit nur einer einzigen Stadt, ist es sehr abwechslungsreich auf Artemis und Andy Weir schildert sehr interessant das Leben in der Blase mit ihren Eigenheiten. Natürlich gibt es einen wissenschaftlichen und technischen Teil im Buch, der wird relativ verständlich dargestellt, aber alles durch und durch zu verstehen war für mich nicht machbar, liegt wahrscheinlich daran, dass es mir kein bisschen liegt.

Jazz als Protagonistin war am Anfang gewöhnungsbedürftig, weil sie sich oftmals sträubt und mich etwas an einen rebellischen Teenager erinnert hat, aber mit jedem Kapitel wurde sie mir sympatischer und später im Buch werden ihre Umstände genauer erklärt – also abwarten! Sonst gibt es eine handvoll abwechslungsreicher Charaktere, die eine wichtige Rolle in Bezug auf Jazz und die Handlung spielen und besonders gelungen empfand ich hier ihre Brieffreundschaft aus der Kindheit, die gleich zu Beginn auftaucht. Das gehört ebenfalls zu den Dingen, die erst spät aufgeklärt werden und so hat sich das Buch immer weiter gesteigert.

Der Schreibstil ist sehr locker, frech und auf seine Art war es sehr erfrischend zu lesen. Nach den ersten Kapiteln, wo alles erklärt wird und man so richtig Interesse bekommt an Artemis, wird es auf einmal sehr rasant und spannend, nur hat mich die Grundgeschichte selbst nicht umgehauen. Die Ideen, wie die Stadt funktioniert, wie sie aufgebaut ist, wie man dort lebt und wie die Charaktere miteinander verwoben wurden – ja, das hat mir alles richtig gut gefallen.

Mit dem Roman “Artemis” habe ich mein erstes Buch von Andy Weir gelesen und bin begeistert von seinen Idee rund um Artemis und Schreibstil, weil es durchgehend unterhaltsam und interessant ist. Nur war die Grundgeschichte selbst dazu im Vergleich viel zu blass und an manchen Punkten vorhersehbar.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Entspanntes Leseerlebnis, dass neugierig macht!

Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst
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Der Gourmet ist eine Person mit Liebe zu essen und voller Neugier. Zusammen mit ihm geht es in verschiedene Restaurants, wobei er seine Eindrücke festhält und in Erinnerungen schwelgt.

Nicht selten bekommt ...

Der Gourmet ist eine Person mit Liebe zu essen und voller Neugier. Zusammen mit ihm geht es in verschiedene Restaurants, wobei er seine Eindrücke festhält und in Erinnerungen schwelgt.

Nicht selten bekommt man nach einen Kapitel Lust zu kochen oder Essen zu gehen – es weckt einfach das Interesse und verleitet einen zum ausprobieren.
Es gibt in diesem Band 13 Kapitel. Jedes Kapitel ist mit einem Gericht und Ort betitelt, wobei jedes Restaurant, dass er besucht in Japan liegt, abgesehen von einem. Aber wir bleiben nicht immer in Japan bei seinen Erzählungen, er erinnert sich auch an Restaurants im Ausland zurück. Außerdem geht es hier nicht ausschließlich um die die japanische Küche, z.B. gibt es ein Kapitel, wo er die peruanische Küche ausprobiert.

Außerdem ist der Protagonist, den wir auf seinen kulinarischen Reisen begleiten, unheimlich sympatisch. Durch seine Arbeit ist er oft unterwegs und oftmals ist er trotz ungehaltener Neugier, schüchtern oder zögerlich. Er ist sehr authentisch in seiner Art und das ist, was mir mitunter am meisten gefallen hat.

Die Speisen sind der wahre Kern um den es sich dreht. Sie vermitteln einem nicht nur die Vielfalt von Gerichten, sondern zeigen auch, wie vielfältig Japan in seiner Kultur ist und wie anderen Kulturen eingebunden wurden, z.B. wie wird Pizza in Japan gegessen? Dazu kommt noch, dass die Zeichnungen sehr schön anzusehen sind. Sie sind sehr detailliert und die Speisen wurden zutreffend gezeichnet, als auch die Hintergründe.
Mir gefällt auch die ruhige Atmosphäre, die beim Lesen aufkommt und ich hab oftmals gerne nur ein Kapitel zum Entspannen und Genießen gelesen.

Positiv aufgefallen ist mir noch das Glossar am Ende des Graphic Novels mit den Namen und Erklärungen von Gerichten, als auch Getränken, die vorkommen. In den Kapiteln selbst gibt es nicht zu allen Speisen eine Erklärung, daher ersparte das Glossar mir viel Zeit, weil ich sie nicht recherchieren musste.

Ein wunderbarer Graphic Novel, der das Alltagsleben der Japaner durch Restaurants wiedergibt und dem Leser ein entspanntes, beruhigtes Zuschauen ermöglicht! Ohne zu merken, wird der Horizont erweitert und füllt einen mit Neugier!

Veröffentlicht am 10.04.2018

Chaotisches Abenteuer!

Call of Crows - Enthüllt
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Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Band der “Call of Crows” Reihe von G. A. Aiken und seit dem ersten Buch bin ich ein Fan der kämpferischen Crow Schwestern.

Die Rettung der Welt hängt von ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Band der “Call of Crows” Reihe von G. A. Aiken und seit dem ersten Buch bin ich ein Fan der kämpferischen Crow Schwestern.

Die Rettung der Welt hängt von der verrücktesten und nervigsten Crow aller Zeiten ab: Erin Amsel.
Sie ist nicht nur ziemlich unerschrocken, sondern auch wirklich eine richtige Nervensäge. Selbst dem Leser gegenüber kommt sie mehr als nur verrückt vor, aber sie ist auch ziemlich energisch, mit schrägen Humor und immer gut für eine Überraschung. Im Gegensatz zu den anderen Protagonistinnen aus Band 1 und 2 fand ich sie jedoch im Charakter schwach. Klar, es macht unheimlich viel Spaß über sie zu lesen, aber da waren andere Personen besser und tiefer ausgearbeitet gewesen. Ihre Liebesbeziehung zu Stieg war da genauso gewesen, wobei das weniger gestört hat. Denn in diesem Band steht der alles entscheidende Kampf und die Rettung der Welt stark im Mittelpunkt.

Wie auch in den anderen Bändern der Reihe, ist der Schreibstil flüssig und es gibt viele Wortgefechte und gut beschriebene kämpferische Szenen. Besonders die Wortgefechte sind oftmals dynamisch und lustig, wobei es viele Szenen und Gedankengänge gibt, die zum Lachen einladen. Wir treffen alle altbekannten Charaktere wieder, als auch Neue und die ganzen Geschehnisse aus den letzten Teilen spitzen sich hier zu.

"Natürlich würde Erin niemals behaupten, dass Stieg der Schlimmste der Wikinger-Männer war, die sie kannte. Wie zum Beispiel der Riesentöter, den man in einen anderen Staat verfrachtet hatte, weil Erin ihm das Fleisch vom Arm gebrannt hatte, nachdem er ihr bei einer Party in betrunkenen Zustand die Titten begrapscht hatte. "

Das Buch basiert auf Mythen der nordischen Mythologie und in jedem Band tauchen wir tiefer in die Sagen ein. Die Autorin versteht es gut, diese alten Mythen mit ihrer Welt zu verbinden und was vollkommen verrücktes, unterhaltsames und aufregendes zu schaffen!
Die Handlung ist unheimlich spannend, es passiert sehr viel in diesem Teil der Reihe, doch an dieser Stelle habe ich einen weiteren Kritikpunkt. Oftmals gingen mir die Sprünge von einer Person/Situation zu nächsten einfach zu schnell und es war viel zu häufig. Da fand ich die anderen Bände viel flüssiger.

Allem in einem war der dritte Teil der Call of Crows Reihe “Enthüllt” richtig unterhaltsam und die Handlung war voll mit Action, coolen Charakteren und Romance. Der Stil der Autorin und ihre Crows haben mich mal wieder so richtig zum lachen gebracht!