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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2023

Blaue Rosen

Selbst in dunkelster Nacht
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"Der Junge, dessen Aura dunkler als schwarz ist, und das Mädchen, dessen Seele heller als weiß leuchtet."

Der Roman Selbst in dunkelster Nacht von Ali Kassemyar kann zwar dem Genre YA zugeordnet werden, ...

"Der Junge, dessen Aura dunkler als schwarz ist, und das Mädchen, dessen Seele heller als weiß leuchtet."

Der Roman Selbst in dunkelster Nacht von Ali Kassemyar kann zwar dem Genre YA zugeordnet werden, ist aber viel mehr als das! Die Geschichte handelt von Liora und Kieran, die beide bereits in ihrem jungen Leben schwere Verluste erlitten haben und sich dadurch irgendwie verbunden fühlen. Aber Kieran hat extra seine ehemalige Heimatstadt verlassen, um alles hinter sich zu lassen und sein Ziel ist es, niemanden nahe an sich heran zu lassen. Kann Lora diese Schwelle überwinden, oder hält Kieran sie außerhalb seiner Mauern?

Die Kapitel sind abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptprotagonisten erzählt, wodurch man als Leser tiefe Einblicke in beide Gedanken- und Gefühlswelten erhält. Dennoch weiß man immer ein kleines bisschen mehr von der Vergangenheit des jeweiligen Erzählers als die andere Person - und dennoch nicht genug, um die gesamte Geschichte zu erkennen. Diese Gestaltung hat mir persönlich sehr gut gefallen, da man mitdenken kann, gleichzeitig aber auch noch genug im Ungewissen liegt, um später überrascht zu werden.

Diese Geschichte ist insgesamt so viel mehr als eine reine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen; viel mehr wird die Liebe zu sich selbst in den Vordergrund gerückt und gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst zu vergeben zu können, um wieder zu sich selbst zu finden und sich selbst zuzulassen. Diese tieferen Bedeutungen nahmen sehr viel Platz ein und haben mich als Leser auch außerhalb des Lesens nachdenklich werden lassen über mein eigenes Leben und meine Überzeugungen.

Ich kann diesen Roman nur jedem empfehlen, der Geschichten sucht, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern tiefer gehen und die man nicht direkt vergisst, wenn man das Buch zuschlägt!

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate:

"Ich sah alles, nichts und jede Nuance, dir dazwischenlag."
"Manchmal wünschte ich, Menschen könnten das in sich sehen, was andere in ihnen sahen."
"Und wenn sie dir hundertmal gesagt haben, du seist nicht wunderschön, dann sage ich dir tausendmal, dass du es bist."
"Ich war verliebt. Manchmal machte es mir Angst. Und den Rest der Zeit war es das Schönste, was mir je widerfahren war."

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Veröffentlicht am 11.09.2023

WIR

Runaway
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Der YA-Roman RunAway von Anabelle Stehl bildet den Abschluss der Trilogie rund um die Geschwister Noah, Kyra und Elias. In Band 3 stehen Elias und Kyras beste Freundin Miriam im Mittelpunkt, aus wessen ...

Der YA-Roman RunAway von Anabelle Stehl bildet den Abschluss der Trilogie rund um die Geschwister Noah, Kyra und Elias. In Band 3 stehen Elias und Kyras beste Freundin Miriam im Mittelpunkt, aus wessen Sichtweisen auch die einzelnen Kapitel verfasst sind. Auch wenn die drei Bände aneinander anknüpfen, kann man die Bücher ebenso unabhängig voneinander lesen.

Bei RunAway werden wieder einmal schwierige - und daher umso wichtigere - Themen angesprochen. Aus Band 2 zwei ist bereits bekannt, dass Miriam eine Abtreibung hinter sich hat, die hier unter anderem im Mittelpunkt steht. Dieses Spannungsfeld wurde gut beschrieben und auch wenn man selbst nicht so gehandelt hätte wie Miriam, kann man im Verlauf des Buches ihre persönliches Beweggründe besser nachvollziehen.

Doch nicht nur Miriam muss ihren eigenen Weg mit ihrer Vergangenheit finden, auch Elias muss für sein eigenes Glück einstehen und das erfordert manchmal mehr Mut, als andere glücklich zu machen und selbst dabei zurückzustehen, oder um es mit Anabelle Stehls Worten auszudrücken: "Wieso erforderte Nein zu sagen manchmal so viel mehr Mut, als Ja zu sagen - selbst wenn man dabei Ja zu etwas sagte, was man eigentlich nicht wollte?" Dieser Prozess ist wirklich sehr schön und einfühlsam beschrieben und hat mich als Leser komplett mitgenommen.

Insgesamt eine wirklich lesenswerte Geschichte, bei der man in manchen Fragen nicht der gleichen Meinung sein muss, um sie toll zu finden.

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate aus dem Roman:

"Du muss es ja auch nicht verstehen. Du musst es einfach nur akzeptieren."
"Manchmal braucht es keine großen Gesten, manchmal sind es die feinen Nuancen, die den Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe ausmachen."
"Das hier ging nicht, war nichts was Zukunft hatte - es hatte ja nicht einmal eine Gegenwart."
"Wenn du jemanden nicht aus deinen Gedanken vertreiben kannst, dann liegt das vielleicht daran, dass er dorthin gehört."

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Zu spät?!

All My Golden Memories
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Der YA-Roman All my golden memories von Mounia Jayawanth bildet den Auftakt einer Dilogie, dessen Bände nicht unabhängig voneinander gelesen werden können (ich warne euch hier schonmal vor einem echt fiesen ...

Der YA-Roman All my golden memories von Mounia Jayawanth bildet den Auftakt einer Dilogie, dessen Bände nicht unabhängig voneinander gelesen werden können (ich warne euch hier schonmal vor einem echt fiesen Cliffhänger ;) ). Im Mittelpunkt stehen Ellis und Ryan, die gemeinsam im Hotel von Ryans Familie aufgewachsen sind, sich aber nach einem Streit Jahre nicht mehr gesehen haben. Was wird also geschehen, wenn sie wieder aufeinander treffen und werden sie ihre damalige Fehde beilegen können?!

Das Buch enthält Kapitel aus der Gegenwart von Ellis und Ryans Geschichte, welche aus Ellis Sichtweise verfasst sind und Kapitel aus ihrer Vergangenheit, die aus Ryans Perspektive erzählt werden. Durch diesen Aufbau erhält man als Leser Einblicke in beide Sichtweisen und kann Vieles besser nachvollziehen. Gleichzeitig weiß man aber direkt, an welcher Stelle der Handlung man sich gerade befindet, bzw. aus wessen Sicht die aktuelle Passage beschreiben ist.

Der Roman vereint die klassischen Themen einer YA-Geschichte mit einem Hauch Mystery und Detektivgeschichten, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Reflektiertheit der beiden Hauptpersonen finde ich unglaublich schön beschrieben und dadurch die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit sehr gelungen und gleichzeitig amüsant geschrieben. Für meinen Geschmack kamen bei mir leider nicht so viele Gefühle an, wie ich mir das gewünscht hätte, weshalb ich letztendlich bei 4 Sternen bin. Die Geschichte ist aber in jedem Fall lesenswert!

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate:

"Wenn er mich so ansieht wie jetzt, vergesse ich alles um mich herum und plötzliche frage ich mich, welchen Zweck Stolz und Würde eigentlich haben. Wovor schützen sie einen, wenn man innerlich trotzdem zerbricht?"
"Meine Gedanken rasen, während ich die 61st Street runterlaufe und gar nicht weiß, wohin ich will. Einfach nur weg, weit weg, wo ich meine Gedanken wieder hören kann."
"Vielleicht träume ich das ja alles nur. Aber müsste mich der Schock dann nicht längst geweckt haben?"

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Das Gleichgewicht von New York City

Westwell - Hot & Cold
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Der Roman WestWell: Hot & cold von Lena Kiefer bildet den Abschluss der Reihe um Helena Weston und Jessiah Coldwell. Ich möchte hier nicht viel zum Inhalt schreiben, da ich sonst nur die beiden ersten ...

Der Roman WestWell: Hot & cold von Lena Kiefer bildet den Abschluss der Reihe um Helena Weston und Jessiah Coldwell. Ich möchte hier nicht viel zum Inhalt schreiben, da ich sonst nur die beiden ersten Bände spoilern würde, ihr müsst also selbst lesen, es lohnt sich aber definitiv! Ich kann euch wieder einmal sehr viele Intrigen, überraschende Wendungen und übersprudelnde Gefühle versprechen. Meiner Meinung nach ist der dritte Band in allen Belangen noch mal ein Stück mehr als Band 2 - und das will schon etwas heißen.

Die Kapitel sind wieder abwechselnd aus den Perspektiven den beiden Hauptcharaktere verfasst und auch wenn die beiden mittlerweile natürlich vieles gemeinsam erleben, erhält man als Leser dennoch nochmal tiefere Einblicke in beide Gedanken und vor allem Gefühlswelten, was den Lesen zu hundert Prozent in der Geschichte versinken lässt.

Da Zitate mehr sagen, als all meine Worte und sie die Geschichte so perfekt abbilden und für sich sprechen, hier meine Lieblingssammlung aus Band 3 (ich konnte mich einfach nicht entscheiden...):

"Wir befanden uns in diesem merkwürdigen Niemandsland zwischen Vergangenheit und Zukunft, wo keine Zeit existierte, und obwohl ich das eigentlich nicht mochte, versank ich zufrieden in dem Gefühl von vollkommener Gegenwart."
"Das hier hatte mich jedoch in einer Art und Weise erschüttert, dass ich keinerlei Sicherheit mehr empfand. Bis auf eine: die meiner Gefühle."
" "Ich weiß nicht, ob das gut für dich ist, wenn ich -" "Glaub mir, nichts ist besser für mich" "
"Es gibt Abende, da will ich nicht mit dir reden, sondern einfach nur bei dir sein."
"Ich wachte auf und war glücklich. Das war ein derartig ungewohntes Gefühl, dass ich einen Moment brauchte, um es überhaupt zu begreifen."
"Ich hatte nie im Leben Angst vor ihr gehabt. Und ich hatte auch jetzt keine - aber vor dem, was sie mit diesem Wissen tun würde."
"Ich nahm die Verzweiflung und die Sehnsucht genau wie meine Liebe zu Jess und packte sie in mein Herz, verschloss sie dort und kehrte in meinen Kopf zurück."

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Die Dunkelheit des Regenbogens

Forever Young
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Der Roman Forever Young: Die Zeit deines Lebens von Alexander C. Mersich ist etwas ganz Besonderes. Der Roman erzählt die Geschichte eines Jungen, der nach einem schweren Schicksalsschlag seine gewohnte ...

Der Roman Forever Young: Die Zeit deines Lebens von Alexander C. Mersich ist etwas ganz Besonderes. Der Roman erzählt die Geschichte eines Jungen, der nach einem schweren Schicksalsschlag seine gewohnte Umgebung verlässt und sich in einem Internat ganz neuen Herausforderungen stellen muss. Dabei lernt er ganz unterschiedliche Menschen kennen, die ihn alle auf ihre eigene Weise berühren. Doch wie soll er seine Gefühle einordnen und wird er sich selbst dabei selbst verlieren - oder sich selbst erst wieder finden?

Der Schreibstil war für mich persönlich zunächst etwas ungewohnt und ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um reinzukommen. Die Kapitel sind indirekt in einer Art Tagebuchform ausgehend von der Hauptperson Chris geschrieben, wodurch kein "normaler" Erzählfluss entsteht. Doch diese Art des Schreibens passt perfekt zur Handlung und auch zum Protagonisten.

Der Spannungsbogen ist konstant ziemlich hoch gehalten, da immer etwas passiert und die Erzähldynamik einfach sehr hoch ist. Außerdem gibt es gewisse Wendungen, die ich persönlich so nicht vorhergesehen habe, die aber absolut Sinn ergeben. Auch das Ende ist nicht 0/8/15, sondern lässt Spieltraum für eine geplante Fortsetzung und auch für eigene Gedanken, die man sic als Leser vermutlich unweigerlich macht.

Insgesamt viel mehr als ein YA-Roman, bei dem die unterschiedlichsten Charaktere aufeinandertreffen und dennoch gut harmonieren und sich gegenseitig so viel geben, auch wenn es schwierig ist. Ein bisschen wie John Green, aber nochmal ganz anders.

Hier zum Abschluss noch mein Lieblingszitat:

"Ich will nicht mehr zusehen müssen, wie andere ihr Leben leben, während ich Angst davor habe, den ersten Schritt zu wagen. Ich will Fehler machen. Ich will leben, ich will lieben und ich will lachen. Wenn mir dadurch die Zeit schneller entrinnt, will ich wenigstens nicht bereuen müssen, nichts getan zu haben."

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