Die Vergangenheit holt ihre Opfer zurück - versteck Dich, wenn du kannst
BlutwildDas Cover wirkt auf den ersten Blick dezent in mintgrün, bis auf das riesige, dreidimensionale Fleischermesser, welches einem förmlich ins Auge springt. Es spaltet die gelben Titelbuchstaben scharf und ...
Das Cover wirkt auf den ersten Blick dezent in mintgrün, bis auf das riesige, dreidimensionale Fleischermesser, welches einem förmlich ins Auge springt. Es spaltet die gelben Titelbuchstaben scharf und kraftvoll und gibt damit die Tonspur des Buchs vor: brutal, direkt, ohne Umwege.
Saskia te Marveld schreibt flüssig und angenehm, mit kurzen Kapiteln, die man zügig weg liest. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit trägt zunächst zur Spannung bei, wirkt aber stellenweise unkoordiniert. Einige Details der Vergangenheit hätten früher erklärt werden müssen, so verliert der Plot an Klarheit und lässt Leser zwischenzeitlich ratlos zurück. Der finale Knoten platzt erst sehr spät, wodurch der Spannungsbogen nicht ganz die erhoffte Höhe erreicht.
Trotzdem überzeugt „Blutwild“ mit seiner Atmosphäre und einer starken Protagonistin. Anka, einst Kommissarin, heute Resilienztrainerin, wirkt sympathisch, hilfsbereit, schleppt allerdings das Trauma einer grausamen Geiselnahme mit sich herum. Sie verlor dabei ihren linken Unterschenkel an eine Wildererfalle. Ihr Entführer sitzt längst im Gefängnis. Als plötzlich Leichenteile auftauchen, die denselben perfiden Schnittmustern folgen, kehrt der Albtraum unwiderruflich zu ihr zurück. Doch wie kann das sein, wer steckt dahinter?
Fazit: ⭐️⭐️⭐ für "Blutwild". Ein düsterer, beklemmender aber auch unterhaltsamer Thriller. Nicht jeder Twist sitzt perfekt, und manche Antworten kommen spät, aber am Ende fügt sich alles zusammen. Ein Debüt, was neugierig auf die nächsten Bücher der Autorin macht. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.