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Veröffentlicht am 03.03.2026

Die Kraft des Vergessens – Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht

Ein weites Leben
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Schon das Cover von "Ein weites Leben" wirkt ruhig und zugleich von leiser Melancholie durchzogen. Die weite Landschaft, die zurückhaltenden Farben, das Spiel von Licht und Horizont vermitteln Einsamkeit ...

Schon das Cover von "Ein weites Leben" wirkt ruhig und zugleich von leiser Melancholie durchzogen. Die weite Landschaft, die zurückhaltenden Farben, das Spiel von Licht und Horizont vermitteln Einsamkeit und zugleich Freiheit. Diese visuelle Zurückhaltung passt bemerkenswert gut zum Titel und zum Kern dieser großartigen, tiefgründigen Familiengeschichte im australischen Outback mit seinen eindrucksvollen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen.

Der Roman begleitet die Familie MacBride über ein halbes Jahrhundert hinweg. In kurzen, prägnanten Kapiteln entfaltet sich nicht nur das Leben einer Familie, sondern zugleich ein Panorama wirtschaftlicher Veränderungen, die subtil, aber spürbar in die Handlung hineinwirken. Diese historische Einbettung verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Der Schreibstil von M. L. Stedman ist ruhig, bildhaft und von großer Einfühlsamkeit geprägt. Ihre Figurenzeichnungen sind so detailliert und authentisch, dass man sich mühelos in die Situationen hineinversetzen kann. Die emotionale, bildstarke Sprache transportiert intensive Gefühle und lässt den Leser leiden, hoffen und Entscheidungen verstehen, selbst wenn sie schmerzhaft sind. Dabei bleiben die Charaktere stets glaubwürdige und sympathische Menschen mit Hoffnungen, Fehlern und inneren Kämpfen.

Zentral ist das Motiv einer „Vergesserung“. Eine Vergesserung ist das Gegenteil einer Erinnerung. "Es gab einige Erinnerungen, die nie mehr zurückkommen würden. Und andere, bei denen man das auch gar nicht wollte." Stedman zeigt eindrucksvoll die Kraft des Vergessens und welche zerstörerische, wie auch befreiende Macht darin liegen kann.

Trotz seines ruhigen Tons ist das Buch packend wie ein Thriller. Die Spannung entsteht nicht durch spektakuläre Wendungen, sondern durch psychologische Feinzeichnung und durch das stetige Voranschreiten der Zeit. Man liest weiter, weil man wissen möchte, wie sich Entscheidungen auswirken und wie lange vergangene Ereignisse nachhallen.

Zum Teil ist es eine tragische Geschichte, doch statt auf sentimentale Effekte setzt der Roman auf Wahrhaftigkeit. Man begleitet glaubhaften Figuren durch Höhen und Tiefen, erlebt Verlust und Hoffnung, Scheitern und Neuanfang. Gerade diese Zurückhaltung macht die Geschichte so berührend.

Fazit: fünf von fünf Sternen für "Ein weites Leben." Eine Familiensaga, bei der es um Identität und die Frage, wie Erinnerungen einen Menschen begleiten und verändern können, geht. Ein Buch, das lange nachwirkt, wie ein weiter Horizont, der sich erst nach und nach erschließt und einem im Herzen bleibt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Gefährliche Spurensuren – die brisante Welt der Pharmaindustrie

Das falsche Versprechen
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Das Cover wirkt auf den ersten Blick hell und beinahe klinisch sauber gestaltet. Medikamentenkapseln sind als Motiv angeordnet, die passend zum Buch an Forschung und Pharmaindustrie denken lassen. Die ...

Das Cover wirkt auf den ersten Blick hell und beinahe klinisch sauber gestaltet. Medikamentenkapseln sind als Motiv angeordnet, die passend zum Buch an Forschung und Pharmaindustrie denken lassen. Die scheinbar harmlose, sterile Optik erzeugt einen spannenden Kontrast zum brisanten Inhalt. Manipulation, Macht und moralische Abgründe tun sich auf.

Alexander Hartung schreibt flüssig, gut verständlich und zügig. Die Kapitel lassen sich schnell lesen und halten die Spannung immer hoch. Inhaltlich überzeugt der Roman vor allem durch seine brisante Thematik. Im Zentrum steht die Welt der Pharmaindustrie, ein wahnsinniges Geflecht aus wirtschaftlichen Interessen, Forschung, Verantwortung und Profitgier. Der Autor schildert glaubhaft, wie wirtschaftlicher Druck ethische Grenzen verschieben kann und wie schwer es ist, zwischen Loyalität, Karriere und Verantwortung die richtige Entscheidung zu treffen

Die Charaktere wirken glaubwürdig und sehr sympathisch. Im Mittelpunkt steht Nik Pohl, ein ehemaliger Kriminalbeamter, der nun privat mit dem IT-Spezialisten Jon und seinem Mitbewohner Balthasar ermittelt. Man braucht keine Vorkenntnisse der Reihe, was den Einstieg erleichtert. Zwar bleibt offen, warum Nik nicht mehr bei der Kripo ist, doch seine Handlungen zeigen deutlich, dass er sich nicht an Regeln und Gesetze hält.

Er verlässt legale Wege und begibt sich in Unterweltenkreise, die sein Leben kosten können. Seine Freunde und er geraten an skrupellose Gegner, die ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheinen und jegliche Spuren verwischen. Die Frage, wem man wirklich trauen kann und welches „Versprechen“ tatsächlich falsch war, treibt die Handlung konsequent voran.


Fazit: vier von fünf Sternen für Das falsche Versprechen , ein spannender, gesellschaftskritischer Thriller mit aktuellem Bezug zur Pharmaindustrie. Auch wenn der Spannungsbogen nicht durchgehend auf höchstem Niveau bleibt, überzeugt das Buch durch seine Thematik, seine moralischen Fragestellungen und die leicht zugängliche Lektüre. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch allen empfehlen, die Thriller mit realitätsnaher Brisanz ohne blutrünstige Details mögen. Ich werde sicher noch weitere Teile der Reihe lesen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Wenn dein Traum zur Obsession wird

Tödliches Angebot
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Das Cover blinkt wie ein Leuchtfeuer in Rot und Pink, als würde es den Leser heranwinken und gleichzeitig warnen. Ein gelungener Eyecatcher schlechthin.

Die Protagonistin ist Margo, eine Frau, die längst ...

Das Cover blinkt wie ein Leuchtfeuer in Rot und Pink, als würde es den Leser heranwinken und gleichzeitig warnen. Ein gelungener Eyecatcher schlechthin.

Die Protagonistin ist Margo, eine Frau, die längst nicht mehr sucht sondern jagt.
Sie ist besessen von einem Haus in einem ruhigen Vorort von Washington D.C., das sie sich wie ein Tresorschlüssel zum Glück ausmalt. Denn ohne ein eigenes Haus, kein Baby, diese Reihenfolge ist fest in ihren Kopf eingebrannt.
Jede Auktion endet im Fiasko, sie und ihr Mann Ian scheiterten schon 11x im harten Bieterkampf um eine Immobilie, da sie entweder überboten wurden oder das Gebot nicht in cash aufbringen konnten. Mit jedem verlorenen Gebot wächst bei ihr der Druck. Man fragt sich als Leser nicht mehr, ob Margo Grenzen überschreiten wird, sondern wann sie es tun wird und wie. Wird sie tatsächlich für ihren Traum morden?

Margo setzt alles aufs Spiel, ihren Job, ihre Ehe und letztlich auch ihre moralischen Grenzen. Getrieben von einem obsessiven Traum schreckt sie selbst vor kriminellen Mitteln nicht zurück. Sympathisch? Ganz und gar nicht. Ihre Besessenheit wirkt auf mich verstörend und total krankhaft. Sie lebt für ein materielles Statussymbol und verliert dabei vollkommen aus den Augen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Der Einstieg in das Buch entwickelt sich zunächst ruhig, beinahe trügerisch gelassen. Doch genau diese Ruhe macht das letzte Drittel umso wirkungsvoller. Plötzlich zieht der psychologische Thriller gnadenlos an, die Spannung steigt mit jeder Seite. Der Plot gewinnt enorm an Tiefe und Intensität, und nichts ist mehr so vorhersehbar, wie es zunächst scheint. Das Ende? Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Marisa Kashino hat mich hier eiskalt überrascht.

Fazit:⭐️⭐️⭐️⭐️ für ein „Tödliches Angebot“, ein packender Psychothriller, der fast ohne explizite Gewalt und Blut auskommt und dennoch konstant unter die Haut geht. Eine düstere, fesselnde Geschichte vor der Kulisse eines gnadenlos, umkämpften Immobilienmarktes. Spannend, clever und absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Die Vergangenheit holt ihre Opfer zurück - versteck Dich, wenn du kannst

Blutwild
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Das Cover wirkt auf den ersten Blick dezent in mintgrün, bis auf das riesige, dreidimensionale Fleischermesser, welches einem förmlich ins Auge springt. Es spaltet die gelben Titelbuchstaben scharf und ...

Das Cover wirkt auf den ersten Blick dezent in mintgrün, bis auf das riesige, dreidimensionale Fleischermesser, welches einem förmlich ins Auge springt. Es spaltet die gelben Titelbuchstaben scharf und kraftvoll und gibt damit die Tonspur des Buchs vor: brutal, direkt, ohne Umwege.

Saskia te Marveld schreibt flüssig und angenehm, mit kurzen Kapiteln, die man zügig weg liest. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit trägt zunächst zur Spannung bei, wirkt aber stellenweise unkoordiniert. Einige Details der Vergangenheit hätten früher erklärt werden müssen, so verliert der Plot an Klarheit und lässt Leser zwischenzeitlich ratlos zurück. Der finale Knoten platzt erst sehr spät, wodurch der Spannungsbogen nicht ganz die erhoffte Höhe erreicht.

Trotzdem überzeugt „Blutwild“ mit seiner Atmosphäre und einer starken Protagonistin. Anka, einst Kommissarin, heute Resilienztrainerin, wirkt sympathisch, hilfsbereit, schleppt allerdings das Trauma einer grausamen Geiselnahme mit sich herum. Sie verlor dabei ihren linken Unterschenkel an eine Wildererfalle. Ihr Entführer sitzt längst im Gefängnis. Als plötzlich Leichenteile auftauchen, die denselben perfiden Schnittmustern folgen, kehrt der Albtraum unwiderruflich zu ihr zurück. Doch wie kann das sein, wer steckt dahinter?

Fazit: ⭐️⭐️⭐ für "Blutwild". Ein düsterer, beklemmender aber auch unterhaltsamer Thriller. Nicht jeder Twist sitzt perfekt, und manche Antworten kommen spät, aber am Ende fügt sich alles zusammen. Ein Debüt, was neugierig auf die nächsten Bücher der Autorin macht. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Im düsteren Fichtenwald der Toten

Knochenkälte
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Das Schwarz-Weiß-Cover von "Knochenkälte" ist einfach gehalten mit dem markanten Kreuz. Es passt perfekt zum Titel und zur Reihe, wirkt still aber auch unheilvoll.

Das Buch liest sich flüssig, ist spannend, ...

Das Schwarz-Weiß-Cover von "Knochenkälte" ist einfach gehalten mit dem markanten Kreuz. Es passt perfekt zum Titel und zur Reihe, wirkt still aber auch unheilvoll.

Das Buch liest sich flüssig, ist spannend, und die Story ist rund. Im siebten Fall von David Hunter wird es düster, atmosphärisch und beklemmend. Auch ohne Vorkenntnisse der Reihe ist der Band abgeschlossen und ein eigenständiges Leseerlebnis.

Simon Beckett versteht es, seine Leser in eine Welt zu ziehen, in der das Grauen unter der Oberfläche lauert. Ein dichter Fichtenwald wird zur bedrohlichen Falle, das Wintersetting lässt einen beim Lesen buchstäblich frösteln. Die Szenerie ist von ihm so lebendig beschrieben, dass man jeden Schritt Hunters nachvollziehen kann. Selbst dann, wenn er sich minuten- oder sogar seitenlang in der Wildnis verliert und man als Leser einfach nur denkt, jetzt finde doch mal endlich das Skelett. Daher sind wissenschaftliche und forensische Details dieses Mal eher dezent eingestreut und Liebhaber der Hunter-Reihe kommen nicht auf ihre Kosten. Die Charaktere sind kantig und unsympathisch außer David, er selbst bleibt der ruhende Pol, immer analytisch, kontrolliert, fast zu beherrscht, selbst wenn der Tod ihm ins Gesicht blickt.

Fazit: ⭐️⭐️⭐⭐️️ für „Knochenkälte“. Ein unterhaltsamer und sehr atmosphärischer Thriller, bei dem man bis zum letzten Drittel Miträtseln kann. Dem Leser bleiben am Ende keine Fragen offen, alles ist logisch zusammengesetzt, auch wenn Beckett reichlich viel Zusammenhänge erst am Ende präsentiert. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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