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Veröffentlicht am 02.06.2026

Nervenaufreibend

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Videos kursieren im Netz in denen eine unge Frau behauptet, eine Affäre mit dem Bundeskanzler Hendrik Westphal zu haben. Hat er seine Machtposition ausgenutzt und sie zum Sex genötigt oder versteckt sich ...

Videos kursieren im Netz in denen eine unge Frau behauptet, eine Affäre mit dem Bundeskanzler Hendrik Westphal zu haben. Hat er seine Machtposition ausgenutzt und sie zum Sex genötigt oder versteckt sich hinter den Behauptungen der Unbekannten eine schmutzige Rufmord-Kampagne?!

Kurz darauf fehlt vom Bundeskanzler jede Spur.
Währenddessen werden die Überreste einer Frauenleiche in einem Berliner U-Bahn-Tunnel entdeckt. Ihr Unterarmtattoo erinnert an das der Unbekannten auf in den Videos.

Noch während Art Mayer auf Spurensuche ist, gerät er selbst ins Fadenkreuz der Ermittlungen.

Auch in Band 4 ebbt die Spannung nicht einen Moment ab. Und doch hat sich die Stimmung verändert. Neben den dramatischen Entwicklungen rund um die aktuellen Geschehnisse, scheinen sich vor allem die altbekannten Figuren, für die ich bisher noch Sympathien hegte, deutlich zu verändern.
Die Frage, wer tatsächlich Leos Vater ist, wird hier endlich aufgeklärt und überrascht ebenso sehr, wie die Richtung, die der Fall einschlägt. Nichts davon ist wirklich vorhersehbar und so ziemlich jede Kapitel endet mit einem fiesen Cliffhanger, der es unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen.
Dazu wird die Story über mehrere, parallel verlaufende Handlungsstränge erzählt, die jedoch erst am Ende so richtig zusammenführen. So bleibt es wirklich bis zum letzten Kapitel spannend.
Einziger Kritikpunkt meinerseits, sind die explizit beschriebene Sexszenen, die ich als unangenehm und unnötig empfinde.

Ansonsten hat auch dieser Band wieder absoluten Highlight-Charakter und ich hoffe sehr, dass mich mein Eindruck nicht täuscht und Marc Raabe sich noch ein kleines Hintertürchen für eine Fortsetzung offengelassen hat.


Die Reihenfolge der Bücher sollte man beim Lesen oder Hören des Hörbuches übrigens unbedingt einhalten, da die Geschehnisse aufeinander aufbauen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2026

Nervenaufreibend

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Videos kursieren im Netz in denen eine unge Frau behauptet, eine Affäre mit dem Bundeskanzler Hendrik Westphal zu haben. Hat er seine Machtposition ausgenutzt und sie zum Sex genötigt oder versteckt sich ...

Videos kursieren im Netz in denen eine unge Frau behauptet, eine Affäre mit dem Bundeskanzler Hendrik Westphal zu haben. Hat er seine Machtposition ausgenutzt und sie zum Sex genötigt oder versteckt sich hinter den Behauptungen der Unbekannten eine schmutzige Rufmord-Kampagne?!

Kurz darauf fehlt vom Bundeskanzler jede Spur.
Währenddessen werden die Überreste einer Frauenleiche in einem Berliner U-Bahn-Tunnel entdeckt. Ihr Unterarmtattoo erinnert an das der Unbekannten auf in den Videos.

Noch während Art Mayer auf Spurensuche ist, gerät er selbst ins Fadenkreuz der Ermittlungen.

Auch in Band 4 ebbt die Spannung nicht einen Moment ab. Und doch hat sich die Stimmung verändert. Neben den dramatischen Entwicklungen rund um die aktuellen Geschehnisse, scheinen sich vor allem die altbekannten Figuren, für die ich bisher noch Sympathien hegte, deutlich zu verändern.
Die Frage, wer tatsächlich Leos Vater ist, wird hier endlich aufgeklärt und überrascht ebenso sehr, wie die Richtung, die der Fall einschlägt. Nichts davon ist wirklich vorhersehbar und so ziemlich jede Kapitel endet mit einem fiesen Cliffhanger, der es unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen.
Dazu wird die Story über mehrere, parallel verlaufende Handlungsstränge erzählt, die jedoch erst am Ende so richtig zusammenführen. So bleibt es wirklich bis zum letzten Kapitel spannend.
Einziger Kritikpunkt meinerseits, sind die explizit beschriebene Sexszenen, die ich als unangenehm und unnötig empfinde.

Ansonsten hat auch dieser Band wieder absoluten Highlight-Charakter und ich hoffe sehr, dass mich mein Eindruck nicht täuscht und Marc Raabe sich noch ein kleines Hintertürchen für eine Fortsetzung offengelassen hat.


Die Reihenfolge der Bücher sollte man beim Lesen oder Hören des Hörbuches übrigens unbedingt einhalten, da die Geschehnisse aufeinander aufbauen!

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Eine Geschichte über häusliche Gewalt

Die Namen
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Wie sehr beeinflusst unser Name unsere Identität und unsere Persönlichkeit?


Dieser Roman beschäftigt sich genau mit dieser Frage.

England 1987: Cora muss ihren neugeborenen Sohn registrieren lassen. ...

Wie sehr beeinflusst unser Name unsere Identität und unsere Persönlichkeit?


Dieser Roman beschäftigt sich genau mit dieser Frage.

England 1987: Cora muss ihren neugeborenen Sohn registrieren lassen. Doch selbst auf dem Weg zum Amt kann sie sich nicht entscheiden, ob er nun die Familientradition fortführen und damit den selben Namen tragen soll, wie ihr Ehemann. Schließlich hängt an der Namensgebung so viel mehr und ihr persönlich wäre Julian viel lieber. Ginge es nach Tochter Maia, so würde der kleine Junge „Bear“ heißen.

Hinter diesen drei Namen verbergen sich vollkommen verschiedene Charaktere und Lebenswege.

Die Autorin spinnt die Geschichte jeweils weiter und kann man in Zeitsprüngen von jeweils sieben Jahren mitverfolgen, zu welchen Persönlichkeiten Gordon, Julian und Bear heranreifen und wie sich ihre und die Zukunft der anderen Figuren weiterentwickelt.

Was wäre, wenn Cora sich für den Willen ihres gewalttätigen Mannes entschieden hätte?
Denn was keiner ahnt: Der beliebte und angesehene Arzt hat seine Freundlichkeit ausschließlich für die Außenwelt reserviert und misshandelt und erniedrigt sie hinter verschlossener Tür.

Die Szenen häuslicher Gewalt sind zutiefst erschütternd und in jedem Erzählstrang gegenwärtig.
Gerade diese Szenen wirken so realistisch, dass man Gänsehaut bekommt und zugegebenermaßen, ist es teilweise kaum zum Aushalten, was insbesondere Cora hier durchlebt. Man bekommt eine Ahnung davon, wie schwer es für unmittelbar Betroffene ist, sich aus ihrer Zwangslage zu befreien und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen kann.

Besonders die parallel ablaufenden und gleichzeitig so unterschiedlichen Handlungsstränge finde ich besonders stark. Sie zeigen auf, wie schwer es wäre, hier selbst eine Entscheidung zu treffen.

Definitiv eine absolut fesselnde und gleichzeitig verstörend authentisch erzählte Geschichte, die so schnell niemanden mehr loslassen wird. Eine ganz klare Leseempfehlung für diejenigen, die sich dem Thema häusliche Gewalt und Femizid in seinen schrecklichen Facetten gewachsen fühlen.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ein Reisebericht aus dem Leben der fabelhaften Amélie Nothomb

Die unmögliche Rückkehr
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Amélie Nothomb ist die Tochter eines belgischen Diplomaten und verbrachte ihre Kindheit in verschiedenen Ländern, doch keins hat sie so sehr geprägt, wie Japan.
Als Kind lernt sie nicht nur dessen Landessprache, ...

Amélie Nothomb ist die Tochter eines belgischen Diplomaten und verbrachte ihre Kindheit in verschiedenen Ländern, doch keins hat sie so sehr geprägt, wie Japan.
Als Kind lernt sie nicht nur dessen Landessprache, sondern verspürt in Japan erstmals das Gefühl von Heimat. Nach vielen weiteren Stationen, entscheidet sie sich im frühen Erwachsenenalter bewusst für ein Leben in Tokio, das sie wenige Jahre später jedoch, tief enttäuscht wieder verlässt.
Bis auf eine Kurzreise im Rahmen einer Dokumentation, bleibt sie dem Land physisch fern und hat ihre emotionalen Verknüpfungen tief in sich vergraben.

Als die Fotografin Pep Beni elf Jahre später zwei Tickets für eine Fernreise gewinnt, sucht sie sich Japan als Reiseziel aus und erwartet von Amélie, sie als vermeintlich „Ortskundige“ durch das Land zu begleiten. Doch zwischen Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten und der Realität der Gegenwart liegt eine vollkommen neue Welt, in der sich auch Amélie ganz neu zurecht finden muss.
Sie möchte Pep nicht enttäuschen und verschweigt ihr deshalb, wie fremd ihr Japan inzwischen geworden ist.

In einer Art Reisebericht erzählt sie neben den vielen kulinarischen und kulturellen Eindrücken, von nostalgischen Gedanken, die aufkommen, aber auch einigen absurden Momenten.
Besonders amüsant wird es, wenn Pep mal wieder höfliche Zurückhaltung der japanischen Gastgeber bis an die Grenzen strapaziert und Amélie mit ihren eingerosteten Sprachkenntnissen diplomatische Kunststücke vollführen muss, um die Situation zu retten.

Wer Bücher der Autorin kennt, weiß, dass sie in ihren Texten oft sehr intime Einblicke aus ihrem Leben, in ihre Persönlichkeit oder aber ihren Alltag teilt und dabei viel selbstironische Beobachtungsgabe und Ehrlichkeit beweist.
Sie verbirgt sich auch hinter diesem Buch wieder einmal eine herrlich unterhaltsame und kurzweilige Geschichte aus dem Leben der fabelhaften Amélie Nothomb, die ich euch sehr gerne weiterempfehlen möchte!

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Sicherheit und Sehnsucht nach der Heimat

Zugwind
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Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. ...

Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. Dabei geht es kaum um normale körperliche Beschwerden, sondern vielmehr um die persönlichen Befindlichkeiten, die in erster Linie mit den Geschehnissen in der Ukraine in Verbindung stehen.
Die Sicherheit des deutschen Exils scheint kaum einer so recht genießen zu können. Auch Miras Gedanken schweifen immer häufiger in ihre Heimat und die zurückgeblieben Familienmitglieder ab.
Trotz der angespannten Lage reist sie mehrfach nach Odesa.

Der Roman spiegelt nicht nur einen brisanten Teil des - nach wie vor - aktuellen Zeitgeschehens wieder. Vielmehr gibt er einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt einer direkt betroffenen Person. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie sich die innere Zerrissenheit zwischen den zwei vollkommen unterschiedlichen Welten für Betroffene anfühlt.
Die Autorin beschreibt dies einerseits ausgesprochen klar und bildhaft, anderseits aber auch in sprunghaft und unstet wirkenden Gedankengängen. So wird man detailliert Zeuge von ihren Patiententerminen und deren Krankheitsgeschichten oder durchlebt unvorhergesehene Szenenwechsel zwischen Deutschland und dem ukrainischen Krisengebiet.
Obwohl diese Erzählweise sicherlich bewusst gewählt ist, hat mir persönlich ein dominierender, roter Faden in der Handlung gefehlt. Was ich hingegen mochte, waren die vielen kleinen besonderen Momente im Buch, die Erinnerungen wachgerufen haben und noch ein wenig nachwirken werden.

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