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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2023

Anders als erwartet!

Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse
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Lehrerin Roisin trennt sich nach 10 Jahren von ihrem Mann Joe, der offensichtlich nichts besseres zutun hatte, als ihr intimstes Familiengeheimnis in das Drehbuch der Serie zu integrieren für die er als ...

Lehrerin Roisin trennt sich nach 10 Jahren von ihrem Mann Joe, der offensichtlich nichts besseres zutun hatte, als ihr intimstes Familiengeheimnis in das Drehbuch der Serie zu integrieren für die er als Autor arbeitet. Für Roisin ein unverzeihlicher Vertrauensbruch.
Als emotionale Unterstützung könnte nun ihren besten Freund Matt gebrauchen, der jedoch den Ruf eines üblen Womanizers genießt und sich gerade aus dem gemeinsamen Freundeskreis verabschiedet hat.

Auch der neue Roman von Mhairi McFarlane übt sofort wieder diese sogartige Wirkung aus. Es fällt schwer, zwischendurch zu unterbrechen, denn am liebsten möchte man das Buch an einem Stück lesen. Obwohl diese Geschichte etwas weniger Tiefgang hat, als ich es von der Autorin gewohnt bin, ist sie keinesfalls seicht und langweilig.
Mit Roisin und den anderen Charakteren hat Mhairi McFarlane auch wieder eine wunderbar liebenswerte und authentische Figuren geschaffen. In meinen Augen ist es ihre unangefochtene Paradedisziplin, die sie in Perfektion beherrscht.
Ihre Liebesgeschichten sind einfach eine Klasse für sich und weit von einem einfachen Wohlfühlroman entfernt, da sie keinem öden Schema F folgen, sondern immer einen höheren Anspruch haben.

Daher bekommt auch diese Geschichte von meiner Lieblingsautorin ganz klar eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.10.2023

Erwartungen deutlich übertroffen

Warum die Giraffe nicht in Ohnmacht fällt
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Diese und noch andere Phänomene klärt Autorin Katherine Rundell ihrem Buch, in dem sie 22 bedrohte Tierarten genauer vorstellt.
Es ist ein spannendes Sachbuch voller interessanter Kuriositäten und Wissenswertem ...

Diese und noch andere Phänomene klärt Autorin Katherine Rundell ihrem Buch, in dem sie 22 bedrohte Tierarten genauer vorstellt.
Es ist ein spannendes Sachbuch voller interessanter Kuriositäten und Wissenswertem aus dem Tierreich, mit der richtigen Prise Humor aber auch dem gewissen Ernst erzählt.
Gerade das letzte Kapitel hat mich dabei besonders überrascht. Die Autorin findet hier abschließende, ehrliche Worte, die sehr zum Nachdenken anregen!
Goethes Sprichwort “Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune” beschreibt den Inhalt dieses Buches perfekt. Ich bin mir sicher, dass jeder Lesende noch einiges neues, beeindruckendes und sogar schockierendes hieraus mitnehmen wird.

Wusstet ihr beispielsweise, dass es Großkonzerne gibt, die scheinbar absichtlich aktiv das Aussterben von Tierarten provozieren, um daraus Profit zu schlagen?!
Oder das es äußerst unklug ist, sich mit einer Krähe anzulegen, da die Nachwirkungen über Generationen hinweg anhalten würden?!
Die ein oder andere Spezies sehe ich nun ganz klar mit anderen, faszinierten Augen.

Neben den zahlreichen, wunderschönen Illustrationen, ist das Buch von der ersten bis zur letzten Seite hochinteressant und absolut lesenswert. Meine ohnehin hohen Erwartungen wurden jedenfalls nochmal deutlich übertroffen. Für mich hat es sich wahres Lesehighlight entpuppt und ist garantiert das ideale Geschenk für alle Sachbuch-Fans!

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Veröffentlicht am 02.10.2023

Gratwanderung zwischen Wahrheit und Fiktion

Die Formel der Hoffnung
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1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert ...

1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert in den USA und dem Rest der Welt, schafft schweres Leiden und fordert viele Todesopfer.
Es ist Geschichte mit der Erinnerung an dunkle Zeiten, in der diese lebensbedrohliche Erkrankung weltweit epidemische Ausmaße angenommen hat und die Forschung hierzu jedoch noch in den Kinderschuhen steckte. Heutzutage gibt es dafür längst einen wirksamen Impfstoff. Doch wem haben wir diesen letztlich zu verdanken?! Unter anderem einer Wissenschaftlerin namens Dr. Dorothy Horstmann.
Lynn Cullen erzählt die Geschichte dieser bemerkenswerten Frau, die gegen vielerlei Widerstände erfolgreich angekämpft und einen wichtige Pionierarbeit in der Erforschung des Poliovirus geleistet hat.
An sich spannender Stoff für einen historischen Roman, der sich in der Umsetzung leider jedoch an einigen Stellen als etwas zäh und langatmig entpuppt, da statt der Hauptprotagonistin, vor allem ein Wettstreit unter Wissenschaftlern in den Vordergrund rückt und Dorothy Horstmann selbst trotz der beachtlichen Körpergröße beinahe eine unscheinbare Randfigur abgibt. Die erwähnten medizinischen und wissenschaftlichen Fakten finde ich äußerst interessant und gut in die Handlung integriert, davon hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Denn genauere Ausführungen zur der tatsächlichen Forschungsarbeit von ihr, sind etwas rar gesät und manchmal von der eingebundenen, fiktiven Liebesgeschichte überlagert gewesen, mit der ich mich eher weniger anfreunden konnte.
Welche Botschaft aus dem Buch einem jedoch wieder einmal schmerzlich bewusst wird, ist die Tatsache, dass es die Frauen zur damaligen Zeit kaum Respekt erfahren haben und es unfassbar schwer hatten, sich in der von Männern dominierten Welt Anerkennung zu verschaffen. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum bis heute vor allem Sabin und Salk mit der Erforschung von Polio in Verbindung gebracht werden, ihr Name hingegen oftmals gar nicht auftaucht.
Aus dieser Perspektive heraus, hat sich die Autorin wirklich sehr bemüht, ein würdiges Andenken für Dorothy Horstmann und ihre Forschungsarbeit zu schaffen, auch wenn sie mich nur bedingt damit erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Was sich neckt, das liebt sich!

Set on You
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Was sich neckt, das liebt sich! - Im Fall von Plus-Size-Fitness-Influencerin Crystal Chen und Feuerwehrmann Scott Ritchie trifft dies jedenfalls exakt so zu. Beide laufen sich im Gym erstmals über den ...

Was sich neckt, das liebt sich! - Im Fall von Plus-Size-Fitness-Influencerin Crystal Chen und Feuerwehrmann Scott Ritchie trifft dies jedenfalls exakt so zu. Beide laufen sich im Gym erstmals über den Weg, wo er absichtlich genau die Geräte blockiert, an denen sie eigentlich trainieren möchte. Einerseits treibt er sie mit seinem provokaten Verhalten zur Weissglut, andererseits muss sie sich auch eingestehen, dass Scott ein verdammt heißer Typ ist. Hinter dem arroganten, durchtrainierten Kerl scheint zudem deutlich mehr zu stecken, als Crystal zunächst annimmt. Das stellt sie spätestens bei der Hochzeit ihrer Großeltern fest, bei der er überraschenderweise ebenfalls eingeladen ist. Fortan stehen die beiden sich nämlich näher, als ihr zunächst lieb ist, dennoch kann sie sich nicht ewig seinem Charme entziehen. Wenn nun nicht ausgerechnet ihre Internetpräsenz zum Problem werden würde.

Endlich mal eine Protagonistin, die nicht 08/15 ist! So zumindest mein erster Gedanke, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Allerdings ist die etwas kräftigere Crystal mit ihrem Beruf als Fitness-Influencerin nun aber auch nicht das Mädchen von nebenan. Darüber lässt sich jedoch hinwegsehen, denn sie vermittelt unter anderem eine wichtige Botschaft an diejenigen, die sich heutzutage von den Social Media aufgezwungenen Schönheitsidealen unter Druck gesetzt fühlen. Natürlich macht es nebenbei auch reichlich Spaß, den verbalen Schlagabtausch zwischen ihr und Scott zu verfolgen.

Obwohl ich in dem Genre eigentlich nicht Zuhause bin, haben mich der Klappentext und die Thematik „body positivity“ direkt angesprochen und ein wenig aus meiner Komfortzone gelockt.
Zur Belohnung gab es eine herrlich witzige, und gleichzeitig schöne Story mit coolen Protas. Mein Highlight war jedoch nicht die Story an sich, sondern der Umstand, dass es der Autorin gelungen ist, Spicy Szenen so zu schreiben, dass sie mich ausnahmsweise mal nicht zum Fremdschämen gezwungen haben!


Dank dieser unerwartet positiven Überraschung war ich mir nahezu sicher, dass meine Begeisterung für die Story bis zum Ende anhalten würde. Leider hat Amy Lea zu meinem großen Unverständnis ausgerechnet zum Abschluss statt einer Prise Romantik dann doch gleich ein ganzes Fass ausgeschüttet. Für mich war das Ende jedenfalls etwas zu viel des Guten, allerdings glaube ich, dass vor allem Romance-Fans hier ganz auf ihre Kosten kommen werden!

Denn letztlich ist es eine wirklich unterhaltsame, süße und gefühlvolle Rom-Com zum Mitfiebern, wenn auch mit kleinem Schönheitsfehler…aber damit auch wieder passend zum Thema!

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Veröffentlicht am 22.09.2023

Eiskaltes Mutterherz

Verlogen
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Das Auftauchen einer Frauenleiche in den Lavafeldern Westislands gibt Kommissarin Elma und ihrem Team Rätsel auf. Bei der Toten handelt es sich um die seit Monaten spurlos verschwundene Marianna. Sie galt ...

Das Auftauchen einer Frauenleiche in den Lavafeldern Westislands gibt Kommissarin Elma und ihrem Team Rätsel auf. Bei der Toten handelt es sich um die seit Monaten spurlos verschwundene Marianna. Sie galt als psychisch labil, weshalb zunächst von einem Selbstmord der jungen Mutter ausgegangen wurde. Ihr 15-jährige Tochter scheint sie ebenfalls nicht vermisst zu haben, da sie ohnehin zuletzt wieder bei ihren Pflegeeltern lebte.

Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter war bereits von Beginn an schwer gestört. Denn sowohl vor der Geburt als auch danach trat Marianna ihrer Tochter Hekla vor allem mit Ablehnung entgegen, teilweise sogar mit Hass, in jedem Fall außer Stande, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. Die schrecklichen Ausmaße davon, werden den Lesenden dabei häppchenweise in Rückblenden erzählt.
Aus der Ich-Perspektive heraus beschreibt Marianna die ersten Momente mit ihrer Tochter, teilt ihre Gedanken, fehlenden Empathie gegenüber ihr, ab dem Moment ihrer Geburt. Sie erzählt aus ihrer subjektiven Wahrnehmung heraus von dem eigenartigen und vermeintlich bedrohlich wirkendem Verhalten Heklas, welches auch auf mich ein wenig unheimlich wirkt. Wobei jedoch am ehesten Mariannes Abneigung gegen ihr eigenes Kind gruselig ist und man ständig das Schlimmste erwartet.
So bin ich ständig hin und hergerissen, uneins darüber, von wem die tatsächliche Bedrohung wohl ausgehen mag, die unterschwellig durchweg mitschwingt. Die gesamte Atmosphäre ist gespannt, alles wirkt kalt, düster und verursacht reichlich Gänsehaut.

Wie auch schon im ersten Teil, springt die Handlung immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Dabei erstrecken sich die Rückblenden chronologisch von der Geburt Heklas´, über ihr Aufwachsen bei ihrer Mutter und den Pflegeeltern. Diese kurzen Sequenzen und das was darin schrittweise an schaurigen Einzelheiten zutage gefördert wird, ist so spannend, dass man sie einfach nur verschlingt und nicht aufhören kann, weiterzulesen.

Bis zum Schluss stellst sich die Frage, ob und welche Rolle Mariannas Tochter Hekla wohl bei dem Verschwinden ihrer Mutter spielt.
Denn die Autorin stellt auch in diesem Teil ganz klar ihre Stärken unter Beweis. Wie schon im ersten Teil „Verschwiegen“, werden hier zahlreiche falsche Fährten und Stolpersteine gelegt und die Wahrheit bis zum Schluss absolut geschickt verschleiert, dass die Überraschung am Ende wieder groß ist.

Eine absolut gelungene Fortsetzung!

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