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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2025

Romantasy mit Tiefgang

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra, eine junge Schmiedin und Hebamme, verfügt über eine mächtige und gleichzeitig verbotene Feuermagie. Seit Tir Teine fest in männerdominierter Hand ist, wird alles Magische verfolgt und Frauen systematisch ...

Aemyra, eine junge Schmiedin und Hebamme, verfügt über eine mächtige und gleichzeitig verbotene Feuermagie. Seit Tir Teine fest in männerdominierter Hand ist, wird alles Magische verfolgt und Frauen systematisch unterdrückt. Mit dem Tod des Königs hat Aemyra jedoch wieder eine Chance, ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Thron einzufordern. Dafür muss sie sich jedoch an seinen furchteinflößenden, eigenwilligen Drachen binden - ein unmögliches Unterfangen. Ihre machtbesessenen Gegenspieler schmieden währenddessen im Hintergrund einen blutigen Komplott und so misslingt der Plan, das Reich von der Tyrannei zu befreien. Ihr bleibt nur ein Ausweg und das ist ausgerechnet eine Bündnisehe mit dem verhassten mit Thronanwärter, Prinz Fiorean. Dieser entpuppt sich von Anfang an als unberechenbare Charakter-Wundertüte. Ebenso seine Mutter, die das Patriarchat freiwillig unterstützt, oder etwa doch nicht?!
Am besten gefällt mir auf jeden Fall Aemyra. Sie ist zäh, mutig und steht für ihre Überzeugungen ein. Mit ihrer queeren Einstellung macht sie keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Ein Schachzug, den ich von der Autorin wirklich großartig finde!
Generell hat mir die Story ziemlich gut gefallen, obwohl ich ohne meine Notizen zu den zahlreichen Protas vermutlich verloren gewesen wäre. Der Schreibstil ist dafür flüssig und das Wordbuilding passt ebenfalls. Und wenn man nicht gerade Fan der Serie „House of Dragons“ ist kann man sogar vollkommen unvoreingenommen und spoilerfrei in die Story abtauchen.
Für mich war es deshalb ein aufregender neuer Ausflug in die magische Drachenwelt, mit spannenden politischen Machtkämpfen, einem romantischen Slow-Burn und richtig fiesen Plottwists!
Ob ich jetzt der Fortsetzung entgegenfiebere - Ja, definitiv!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Zum in die Luft gehen

Atmosphere
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Taylor Jenkins Reid schickt uns LeserInnen wieder in ein neues Universum - Nein, diesmal tatsächlich in DAS Universum! 🚀
🏳️‍🌈
Anfang der 1980er Jahre sind Frauen bei der NASA noch regelrechte Exotinnen ...

Taylor Jenkins Reid schickt uns LeserInnen wieder in ein neues Universum - Nein, diesmal tatsächlich in DAS Universum! 🚀
🏳️‍🌈
Anfang der 1980er Jahre sind Frauen bei der NASA noch regelrechte Exotinnen und trotzdem hat es Joan Goodwin zusammen mit zwei anderen Frauen geschafft und darf in naher Zukunft als Astronautin das Weltall erobern. Sie begegnet ihrer großen Liebe, von der jedoch keiner erfahren darf. Während die Vorbereitungen auf ihre erste Mission laufen, sorgt ihre Schwester Barbara für jede Menge Aufregung, da sie ihre mütterlichen Pflichten für Tochter Frances allzu gerne und spontan auf Joan abwälzt.
🏳️‍🌈
Die Autorin bewegt sich diesmal in dem weiten Kosmos der NASA, über Astronauten, Raumfahrt und geht dabei so tief in die Materie, als wäre sie selbst jahrelang eins der Crew-Mitglieder gewesen. Jedoch war es mir persönlich ein wenig zu viel, deshalb bin ich zeitweise aus Mangel an technischem Verständnis ausgestiegen. Bei der Liebesgeschichte wollte der richtige Funke leider nicht so wirklich überspringen, vor allem das Ende hatte eindeutig an Bodenhaftung verloren - Rosarote Wolken inklusive.
Trotzdem bin ich von emotionalen Ausbrüchen nicht verschont geblieben. Denn Joan kämpft verzweifelt für ihre Nichte Frances, die unter dem Egoismus ihrer eigenen Mutter zu leiden hat und die Frau schafft es wirklich, dass man eine Buchfigur abgrundtief zu hassen beginnt. Für mich der stärkste Part der Geschichte, die mich übrigens sehr an die Biografie der berühmten US-Astronautin Sally Ride erinnert hat.
🏳️‍🌈
Auch wenn mich Taylor Jenkins Reid dieses Mal keine Begeisterungsstürme bei mir auslösen konnte, feiere ich sie dennoch dafür, dass sie sich wieder einmal bewusst für eine queere Hauptprotagonistin entschieden hat!
Von mir gibt es deshalb auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Sommermärchen

Das Leben fing im Sommer an
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Der 15-jährige Chris erlebt 2006 sein ganz persönliches Sommermärchen. Vielleicht nicht in sportlicher Hinsicht, denn er ist gerade erst aus dem Nachwuchskader eines Bundesligavereins geflogen - sondern ...

Der 15-jährige Chris erlebt 2006 sein ganz persönliches Sommermärchen. Vielleicht nicht in sportlicher Hinsicht, denn er ist gerade erst aus dem Nachwuchskader eines Bundesligavereins geflogen - sondern das schönste Mädel der Schule, Debbie, scheint sich plötzlich für in zu interessieren. Was folgt, ist eine Gefühlsachterbahn und ein bisschen waghalsiges Abenteuer.

Klingt wild, ist es auch - zumindest ein bisschen. Es ist ein Coming-of-Age-Roman der sich wie eine Reise in die Vergangenheit anfühlt. Dabei wirkt nichts davon aufgesetzt oder konstruiert, sondern so, als hätte Christoph Kramer seine Erinnerungen an diese Zeit einfach eingefroren und nun wieder aufgetaut. Vieles davon liest man mit einem wissenden, mitfühlenden Lächeln und darf noch mal an seine eigene Teeniezeit zurückdenken.

Es ist ein großartiges Buch voller Flair, echten Gefühlen und jeder Menge nostalgischer Momente!

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Realität trifft auf Klischee

Hier draußen
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Lara und Ingo sind mitsamt den Kindern dem Großstadttrubel entflohen und aufs schleswig-holsteinische Land gezogen, genauer gesagt, nach Fehrdorf - ein Ort, der nicht einmal auf Wegweisern erwähnt wird. ...

Lara und Ingo sind mitsamt den Kindern dem Großstadttrubel entflohen und aufs schleswig-holsteinische Land gezogen, genauer gesagt, nach Fehrdorf - ein Ort, der nicht einmal auf Wegweisern erwähnt wird.
Als Ingo eines Abends auf dem Heimweg eine weisse Hirschkuh anfährt, geht ein leiser Aufschrei durchs Dorf. Denn alle Bewohner wissen um die Legende, wonach derjenige, der ein solches Tier tötet, selbst innerhalb eines Jahres verstirbt. Ein ganz schlechtes Ohmen also - und ab diesem Zeitpunkt liegt plötzlich eine nicht greifbare Spannung in der Luft. Mit der Ruhe ist es fortan vorbei und die perfekten Fassaden der Dorfgemeinschaft beginnen zu bröckeln. Was verbirgt der zurückgezogene Schweinebauer und Freizeitjäger Uwe? Ist die Ehe von Vorzeige-Landfrau Tove und ihrem Mann Enno tatsächlich so perfekt, wenn es nicht mal einen Blumenstrauß zum Geburtstag gibt? Und wer hängt am Ende bewusstlos über der Güllegrube?

Von wegen ödes Landleben! - Hinter diesem unscheinbaren Cover und skurril anmutendem Aufhänger verbirgt sich eine unerwartet packende Romanerzählung!
Die Autorin beleuchtet das “idyllische” Landleben in Norddeutschland direkt aus sämtlichen Perspektiven und spielt bewusst mit Klischees, aber nur, um kurz darauf mit ihnen aufzuräumen. Mich hat die Geschichte und ihre interessanten Entwicklungen von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen!
Auch das Hörbuch hat mich voll überzeugt! Die Sprecherin Julia Nachtmann hat nicht nur den Ton dieser Geschichte perfekt getroffen, sondern auch die Atmosphäre, den plattdeutschen Schnack und die leisen Zwischentöne eindrucksvoll zur Geltung gebracht!

Ein tolle Geschichte für Menschen, die vom idyllischen Landleben träumen, für diejenigen, die schon längst in der Realität angekommen sind oder einfach mal hinter ein fremde Hecke schauen wollen.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Ruhig, aber dennoch nicht langweilig

Flusslinien
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Die 102-ejährige Margrit lebt in einer Seniorenresidenz in Hamburg. Von dort aus, lässt sie sich von Fahrer Arthur jeden Tag in den Römischen Garten am Elbufer bringen. Mit diesem Ort verbindet sie ein ...

Die 102-ejährige Margrit lebt in einer Seniorenresidenz in Hamburg. Von dort aus, lässt sie sich von Fahrer Arthur jeden Tag in den Römischen Garten am Elbufer bringen. Mit diesem Ort verbindet sie ein Stück Kindheit, doch vor allem für ihre Mutter Johanne hat er einst eine besondere Bedeutung gehabt. Während Margrit dabei auf Episoden aus ihrem Leben zurückblickt, welches sich unweigerlich dem Ende neigt, ist ihre Enkelin Luzie gerade dabei, langsam wieder zu sich selbst zurückzufinden. Nach einem einschneidenden Erlebnis im Internat, hat sie kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen, sich in einem Strandhäuschen des DLRG einquartiert und probiert sich nun als Tätowiererin aus. Dabei stellt sich ausgerechnet ihr Oma als Modell zur Verfügung.

Ein berührender Roman über drei Generationen, der dazu einlädt innezuhalten, durchzuatmen, in eine vielschichtige Erzählung einzutauchen und diese auf sich wirken zu lassen. Vom Aufbau her fühlt man sich entfernt an „Der Geschmack von Apfelkernen“ erinnert und dennoch ist es eine vollkommen neue Erzählung, nur eben mit gewohnt fesselnder Sogwirkung. Kein spannungsgeladener Pageturner im klassischen Sinne, aber die kurzgehaltenen Kapitel, sich abwechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen zwischendurch für eine willkommene Auflockerung dieser ansonsten eher ruhigen Geschichte. Die Atmosphäre wirkt durch nahbare Charaktere, greifbare Natur und originale Schauplätze regelrecht lebendig. Beim Lesen kann man sich gemächlich durch die Geschichte treiben lassen und nebenbei immer wieder Neues und Unerwartetes über die Protagonisten erfahren. Das Ende ist dafür weniger überraschend, wirkt jedoch wie ein kraftvoller und stimmiger Abschluss.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diejenigen, die bereits Romane der Autorin kennen und ansonsten auch für alle anderen, die ruhige und dennoch stimmungsvolle Literatur mit Tiefe schätzen.

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