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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2025

Die Esja-Frauen

Moosflüstern
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Das biedere Leben von Heinrich erfährt an seinem 40. Geburtstag eine entscheidende Wendung. Seine Tante eröffnet ihm, dass seine leibliche Mutter damals garnicht bei seiner Geburt verstorben ist. Stattdessen ...

Das biedere Leben von Heinrich erfährt an seinem 40. Geburtstag eine entscheidende Wendung. Seine Tante eröffnet ihm, dass seine leibliche Mutter damals garnicht bei seiner Geburt verstorben ist. Stattdessen habe sie ihn und seinen Vater verlassen und sei, wie einige andere Frauen im Nachkriegsdeutschland, nach Island ausgewandert, um dort auf einem der Bauernhöfe zu arbeiten.

Während Heinrich die Enthüllung zunächst mit beeindruckend nüchterner Abgeklärtheit aufzunehmen scheint, ist sie kurz darauf Vorwand genug für ihn, selbst auf eine Reise nach Island zu begeben, um Antworten zu finden.
Doch sucht er wirklich nur nach seinen Wurzeln und damit nach einem Stück seiner Identität? Oder nimmt er dies lediglich zum Anlass, seiner eingeschlafenen Ehe, den Verpflichtungen als Elternteil oder aber auch der beruflichen Verantwortung zu entfliehen.

Auf jeden Fall ist es eine Entdeckungsreise sowohl für Heinrich als auch die Lesenden, mehr über die historischen Hintergründe zu den sogenannten „Esja“-Frauen zu erfahren, als auch über die Beweggründe und das Schicksal seiner Mutter, Anna.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Heinrich und Anna erzählt. Mit dem Perspektivenwechsel hatte ich anfangs meine Probleme, konnte dann aber voll und ganz in die Geschichte eintauchen.
Obwohl sie beide über das gesamte Buch hinweg, eher distanziert bleiben, finde ich ihre Familiengeschichte dennoch sehr bewegend und traurig. Ich möchte in erster Linie unbedingt verstehen, was Anna damals dazu getrieben hat, ihr Kind zu verlassen. Meine anfängliche Vermutung stellt sich dabei im Laufe des Romans als falsch heraus.
Auch Heinrichs wahren Charakter lernt man erst wahrhaftig auf seiner Selbstfindungsreise durch Island kennen, wo er mir zunehmend unsympathischer wird.

Die Entwicklungen in der Geschichte spiegeln sich vor allem in der melancholischen Atmosphäre wieder, die sich durch das gesamte Buch zieht, dabei sehr an die raue, einsame Natur Islands erinnert und immer wieder nachdenklich stimmt.

Eine Erzählung die nachhallt!


Ich beneide daher Joachim B. Schmidt ein wenig, um die interessanten und sicherlich auch spannenden Gespräche, die er im Rahmen der Recherche für sein Buch mit den „Esja“-Frauen geführt hat.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Reisebuddies wider Willen

Acht (un)geplante Tage mit dir
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Weil ihrer Freundin ein wichtiges Jobangebot dazwischen kommt, tritt Hazel an ihrer Stelle, eine Reise nach New York an. Leider in Begleitung von Milenas Bruder Lukas, der überhaupt nicht Hazels Fall ist. ...

Weil ihrer Freundin ein wichtiges Jobangebot dazwischen kommt, tritt Hazel an ihrer Stelle, eine Reise nach New York an. Leider in Begleitung von Milenas Bruder Lukas, der überhaupt nicht Hazels Fall ist. Lukas fällt schon fast in Ohnmacht, als er feststellt, dass er sich mit ihr nicht nur ein Hotelzimmer, sondern auch ein gemeinsames Bett teilen muss. Zudem hat er einen perfekt durchgetakteten Urlaubsplan erstellt, den Hazel jedoch bereits nach dem ersten gemeinsamen Tag entnervt über den Haufen wirft. Sie möchte lieber in Ruhe die Atmosphäre dieser multikulturellen Weltmetropole in sich aufsaugen, statt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hasten. Nicht auf Anhieb die beste Konstellation, doch man ahnt schon nach den ersten Seiten, wohin das Ganze führt und bald ist es nicht allein nur die Stadt, die niemals schläft…
Sie vereinbaren schließlich einen Deal und lassen sich auf ein romantisches und gleichzeitig spannendes, achttägiges Abenteuer ein. Doch was kommt danach?

Lukas und Hazel entpuppen sich als super sympathische Reisebegleitung durch diesen großartigen Roman. Hazel punktet bei mir dabei auf ganzer Linie mit ihren herrlich pointierten, witzigen Sprüchen, für die meine innere Sarkasmus-Prinzessin immer wieder laut und begeistert applaudiert hat. Lukas, den ich mir eigentlich als eher grumpy vorgestellt habe, ist in Wirklichkeit ein richtig liebenswerter Kerl, der zudem nicht dem Klischee eines überzeichneten Romanhelden entspricht, sondern der Mann von Nebenan sein könnte. Ihre gemeinsamen Erlebnisse in New York sind so bildhaft beschrieben, dass man beinahe meint, in diesem Moment selbst durch die Straßen dieser Stadt zu schlendern. Fernab von Wolkenkratzern, Freiheitsstatue und vollgestopften Straßen gibt es hier nämlich noch so viel mehr zu entdecken. Bisher konnte ich mich für den Big Apple überhaupt nicht erwärmen, doch nach diesem Buch habe ich plötzlich richtig Lust auf einen Kurztrip nach New York.

Diese Story bringt alles mit, was man für einen wunderschönen Tagtraum braucht: Eine aufregende Städtereise mit ganz viel Flair, romantischen Momenten und reichlich Humor! Wer also sich also nach einer süßen Liebesgeschichte mit einer tollen Kulisse sehnt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Hochemotional

The Ruthless Fae King - Die Chroniken von Avalier 3
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Band 3 der Reihe handelt von Madelynn Windstrong, die als Prinzessin des Herbsthofes die Aufmerksamkeit des Winterkönigs auf sich zieht. Zu Madelynns Entsetzen,  hält er bei ihrem Vater um ihre Hand an.
Der ...

Band 3 der Reihe handelt von Madelynn Windstrong, die als Prinzessin des Herbsthofes die Aufmerksamkeit des Winterkönigs auf sich zieht. Zu Madelynns Entsetzen,  hält er bei ihrem Vater um ihre Hand an.
Der Herrscher über die Fae ist allseits bekannt für sein kaltherziges Wesen und die unerbittliche Härte, mit der er regiert. Obwohl ihm dieser Ruf voraus eilt, glänzt Lucien Thorne ihr gegenüber jedoch mit Charme und einem unwiderstehlichem Äußeren. Kaum bekommt sie einen Blick hinter die dunkle Fassade und beginnt ihre Meinung über ihn zu ändern, wird das Reich von Außen bedroht und Lucien ist gezwungen zu handeln. 
Währenddessen tragen politische Machtspiele und Intrigen ihre Blüten und Madelynns Vater besiegelt durch seine Feigheit schließlich ihr Schicksal.
❄️
Der 3. Teil dieser Fantasyreihe ist ähnlich stark wie Band 1, nur spitzen sich die politischen Entwicklungen hier auf dramatische Weise weiter zu. Die Zeichen stehen nun endgültig auf Krieg und so bleibt den Hauptprotas kaum Zeit, sich ihrer aufkeimenden Romanze zu widmen.
Über die ganze Story hinweg, sorgen schlagfertige, witzige Dialoge und hochemotionale, spannende Ereignisse für ein tolles und fesselndes Leseerlebnis! Wieder ein Buch, dass man am liebsten erst dann aus der Hand legen mag, wenn die letzte Seite gelesen ist. Leider kommt das Ende viel zu plötzlich und hält wie zu erwarten war, einen gewaltigen Cliffhänger bereit, der die Vorfreude auf den finalen vierten Teil nochmals immens steigert! 
❄️
Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte am besten mit Band Eins starten. Da die Hauptcharaktere aus den vorherigen Bänden hier wieder einen Nebenauftritt haben, empfehle ich die Bücher dem besseren Verständnis zuliebe, in der Reihenfolge zu lesen. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Bissig

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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Mackenzie ist Assistenzärztin in der Notaufnahme und noch dazu eine Gestaltwandlerin. Als ihre Oma wieder einmal im Begriff ist, ihr ein neues fürchterliches Date aufs Auge zu drücken, greift ...

Mackenzie ist Assistenzärztin in der Notaufnahme und noch dazu eine Gestaltwandlerin. Als ihre Oma wieder einmal im Begriff ist, ihr ein neues fürchterliches Date aufs Auge zu drücken, greift sie zu einer Notlüge und nötigt ausgerechnet Kardiologe Noah, sich als ihren Freund auszugeben. Dabei ist er der gefürchtetste Typ im ganzen Krankenhaus. Da er jedoch selbst gerade mit seinem Status als ungebundener Alpha in seinem Job vor Problemen steht, soll sich Mackenzie im Gegenzug dazu, als seine Gefährtin ausgeben.
Eigentlich eine Win-Win-Situation für beide Seiten - wenn es da nicht noch einen großen Haken geben würde!

Wie zu erwarten ist, können sich die beiden Hauptprotagonisten im wahrsten Sinne des Wortes „sehr gut riechen“ und so verschwimmt die Grenze zwischen Fake-Dating und vollkommen entfesselter Leidenschaft zwischen Alpha und Omega recht bald. Spätestens als Mackenzie in Hitze gerät, fackeln die beiden ein spicy Feuerwerk nach dem nächsten ab!

Die Story erinnert zwar etwas an „Bride“ von Ali Hazelwood, dennoch hat die Geschichte und ihre Protagonisten einen ganz eigenen Charme und wirken nicht wie ein billiger, angestrengter Abklatsch. Die Autorin hat einen tollen Schreibstil und ihre Charaktere sind einfach super dargestellt!
Ich liebe ganz besonders Mackenzies witzige, schlagfertige Art, mit der sie den grummeligen Noah ständig aufzieht. Auch er ist ein ziemlich cooler Charakter mit dem gewissen Etwas! Der einzig kleine Kritikpunkt an der Geschichte: Das „Rumgereite“ auf seinem „Knoten“ ist auf Dauer ein wenig anstrengend.

Insgesamt ist es aber eine sehr unterhaltsame und absolut lesenswerte Werwolf-Romance!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Aus der Zeit gefallen

Courting – Be mine through all time
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Eine Jungfrau aus der Gegenwart mit Faible für die Regency-Epoche, landet durch eine unbeabsichtigte Zeitreise im Jahr 1816, wo sie plötzlich nicht nur eine Erbin aus reichem Hause ist, sondern noch dazu ...

Eine Jungfrau aus der Gegenwart mit Faible für die Regency-Epoche, landet durch eine unbeabsichtigte Zeitreise im Jahr 1816, wo sie plötzlich nicht nur eine Erbin aus reichem Hause ist, sondern noch dazu die beste Partie der Saison zu sein scheint.
Dies gerät jedoch zur Nebensache, da Rebecca mit Hilfe von Schützenjäger Reedlan Knox herauszufinden versucht, wer für das Verschwinden und die Ermordung ihrer Freundin Emily verantwortlich ist.

Leider haben sich meine Befürchtungen frühzeitig bewahrheitet, und das Time-Travel-Erlebnis entpuppte sich für mich als Alptraum, den ich am liebsten schon nach den ersten 50 Seiten beendet hätte. Abgesehen von einigen peinlichen Missverständnissen und Dialogen zum Fremdschämen, fand ich die Ermittlungen im Mordfall Emily zumindest so spannend, dass ich das Buch letztlich doch bis zum Ende gelesen habe. Auch wenn Rebecca und Rendell als Ermittler ziemlich lächerlich wirken.

Was soll’s.

Vor allem die Hauptprotagonistin raubt mir mit ihrer einfachen, unreflektierten und gleichzeitig vorwitzigen Art wirklich den letzten Nerv! Dass sie mit Chucks, Asthmaspray und Co. wie selbstverständlich in der Regency-Zeit herumstolziert, als befinde sie sich auf einem Cosplay-Event statt in einer historisch völlig anderen Epoche, ist schon beeindruckend.

Ihr Gegenstück aus der Regency-Zeit glänzt dafür mit anzüglichen Sprüchen, die man eher aus dem Mund eines pubertären Schuljungen erwarten würde. Aber keine Sorge, tief im Inneren ist er natürlich ein gebrochener Held mit einem Herz aus Gold.
Aber wer braucht schon differenzierte Charaktere, wenn man stattdessen eine vorhersehbare Enemies-to-Lovers-Dynamik nach Schema F runterrattern kann?

Wer keinen hohen Anspruch an historische Authentizität hat, wird mit der Geschichte vielleicht glücklich!
Für mich war es leider nichts!

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