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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2025

Spannender Krimi

Beutetanz
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An einem See in der Nähe von Kramfors werden an einem Augustmorgen zwei erstochene Teenager-Mädchen entdeckt. Ein drittes Mädchen liegt daneben, ist schwer verletzt und nicht ansprechbar. Die Polizei scheint ...

An einem See in der Nähe von Kramfors werden an einem Augustmorgen zwei erstochene Teenager-Mädchen entdeckt. Ein drittes Mädchen liegt daneben, ist schwer verletzt und nicht ansprechbar. Die Polizei scheint den Täter schnell gefunden zu haben. In einem nahegelegenen Erdkeller sind sie auf den 14-jährigen Eddie Bylund gestoßen. Er war in der gleichen Konfirmationsgruppe wie die Mädchen und wurde von ihnen immer gemobbt. Hat er sich jetzt gerächt? Annie Ljung wird als Vertreterin vom Jugendamt zu seiner Vernehmung hinzugezogen, da er in schwierigen Familienverhältnissen aufwächst und schon mehrere Anzeigen gegen ihn vorliegen. Annie glaubt an seine Unschuld und fängt an auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei entdeckt sie eine Gemeinsamkeit zwischen den drei Mädchen, die dem Fall eine ganz neue Wendung geben.

"Beutetanz" ist der zweite Band aus der Reihe mit Annie Ljung vom Jugendamt. Der Fall kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, es empfiehlt sich jedoch für Annies persönliche Geschichte den Vorgängerband zu kennen. Der Vorgänger war bei mir auch nicht mehr so ganz präsent im Kopf und mir fehlt teilweise auch sehr der Bezug, was im Vorgängerband vorgefallen war. Es gab zwar ab und an immer mal wieder kleine Einwürfe, aber die haben mir auch nicht so viel geholfen.

Die Handlung selbst wird aus verschiedenen Perspektiven im Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten erzählt. Es braucht erstmal etwas, bis überhaupt was passiert, aber es wurde eigentlich nie langweilig. Ohne Nervenkitzel war es trotzdem immer spannend und die unerwarteten Wendungen haben die Handlung immer wieder in eine andere Richtung gelenkt und die Spannung hochgehalten. Der flüssige und fesselnde Schreibstil hat zudem seinen Teil dazu beigetragen.

Die Charaktere wurden alle tiefgründig gezeichnet, allen voran die Hauptprotagonistin Annie Ljung. Sie ist sehr engagiert in ihrem Job, aber sie wirkt auch sehr verschlossen und hat innere Konflikte wenn es um das Liebesbeziehungsthema geht. Außerdem ist in ihrer Vergangenheit etwas vorgefallen, was den Lesern noch nicht dargestellt worden ist und man ist gespannt darauf was es möglicherweise gewesen sein könnte.

Mein Fazit:
Auch ohne viel Nervenkitzel ein super spannender und fesselnder Roman. Ich mag die Hauptprotagonistin. Es ist mal etwas anderes wenn eine Mitarbeiterin vom Jugendamt ohne polizeilichen Möglichkeiten ermittelt, als immer Ermittler von der Polizei. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir und ich bin gespannt darauf wie es mit Annie Ljung weitergeht.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Absolut brutal & blutig

The Twenty
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DCI Adam Bishop wird zu einem Tatort gerufen. Was er dort vorfindet, hat er noch nie gesehen: fünf ausgeblutete Leichen. Dann entdeckt er eingeritzte Nummern. Der Täter scheint seine Opfer durchzunummerieren. ...

DCI Adam Bishop wird zu einem Tatort gerufen. Was er dort vorfindet, hat er noch nie gesehen: fünf ausgeblutete Leichen. Dann entdeckt er eingeritzte Nummern. Der Täter scheint seine Opfer durchzunummerieren. Er sieht da Parallelen zu einem längst zurückliegenden Fall. Scheinbar zählt der Täter von Zwanzig herunter. Doch mit welchem Ziel? Als Dr. Romilly Cole an seine Tür klopft verdichten sich die Beweise auf die dreißig Jahre zurückliegende Mordserie. Das Ermittlerteam um Adam Bishop muss schnell handeln. Jeden Tag gibt es neue Opfer und man weiß nie wer der Nächste ist. Je näher der Countdown an die Null rückt, desto gefährlicher wird es auch für das Team.

Die Handlung ist wahrlich nichts für jemanden mit schwachen Nerven oder Zartbesaitete. Mit einem fesslenden und sehr detaillierten Schreibstil werden hier die Szenen um die Opfer brutal und sehr blutig beschrieben. Es ist einfach gnadenlos und die Brutalität lässt sich dadurch sehr gut spüren.

Erzählt wird die Handlungen aus verschiedenen Perspektiven der einzelnen Protagonisten. Es gibt dabei auch immer Rückblicke bzw. Einblicke in die Gedanken des Täters. So wird nach und nach aufgedeckt, was ihn dazu gebracht hat. Der Spannungsbogen baut sich langsam auf, es wird tempo- und wendungsreich und zum Ende hin ist man so gefesselt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Man fiebert die ganze Zeit mit, ob das Opfer noch rechtzeitig gefunden und gerettet wird. Selbst wenn man denkt, dass alles vorbei ist, wird nochmal eine Schippe oben draufgelegt und das Ende nahezu offen gelegt. Es wird auf jeden Fall noch einen Folgeband geben.

Die Protagonisten wurden gut ausgearbeitet und authentisch dargestellt. Manches wirkt vielleicht konstruiert, aber für einen Thriller mit so einer Brutalität darf es das auch ruhig.

Mein Fazit:
Ein Thriller genau nach meinem Geschmack. Gnadenlos brutal und blutig, dass es einem vor Ekel sogar ein bisschen das Gesicht verzieht. Ganz klare Leseempfehlung (aber nur wenn man der Brutalität gewachsen ist).

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Verkorkste Familienverhältnisse

Verlassen
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Inmitten der Lavafelder von Westisland trifft sich der reiche Snæberg-Clan in einem futuristischen Hotel zu einem Familientreffen anlässlich des Geburtstags vom Familienoberhaupt. Die Hotelangestellte ...

Inmitten der Lavafelder von Westisland trifft sich der reiche Snæberg-Clan in einem futuristischen Hotel zu einem Familientreffen anlässlich des Geburtstags vom Familienoberhaupt. Die Hotelangestellte Irma ist aufgeregt diese berühmte Familie im Hotel zu betreuen. Während des Wochenendes verschlechtert sich das Wetter immer mehr - ein Schneesturm zieht auf. Die Innenarchitektin Petra Snæberg macht sich Sorgen um ihre Tochter Lea, die wohl auf ihrem Social-Media Kanal die falschen Follower angesprochen hat. Die Familienfeier läuft nach und nach aus dem Ruder und plötzlich verschwindet einer der Hotelgäste. Die Anzeichen verdichten sich, dass sich möglicherweise jemand Unbekanntes auf dem Hotelgelände herumtreibt.

"Verlassen" ist der vierte Teil der Reihe "Mörderisches Island". Zeitlich gesehen spielt es aber noch vor dem ersten Teil "Verschwiegen" und kann dadurch auch ohne Vorkenntnisse von Neueinsteigern gelesen werden.

Eigentlich fand ich es eher weniger einen Krimi, denn hier war so gut wie gar keine Ermittlungsarbeit. Hier stand mehr das Familiendrama um die Snæbergs im Vordergrund. Jeder hatte seine eigenen dunklen Geheimnisse und das hat es trotzdem spannend und fesselnd gemacht. Bis zum Schluss war es offen, wer genau verschwunden ist und warum. Man hat also quasi die ganze Zeit mitgefiebert.

Die Handlung wurde im Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten erzählt. So hat man die einzelnen Familienmitglieder besser kennengelernt und was sie zudem auch noch für Geheimnisse haben. Ein wenig gestört hat mich der übermäßige Alkoholkonsum. Gefühlt auf jeder Seite ging es um Alkohol trinken oder bereits betrunken sein. Das fand ich ein wenig too much und hätte nicht sein müssen. Da hätte man sich noch etwas anderes ausdenken können.

Das Setting mit dem einsamen Hotel, dem Schneesturm und dass die Familie währenddessen dann dort eingeschlossen ist, war jetzt nicht unbedingt neu. Aber es hat trotzdem zu der düsteren Atmosphäre zum rauen Island beigetragen.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit sehr wenig Ermittlungsarbeit, den ich aber dennoch durch die vielen Geheimnisse der Familie untereinander, sehr spannend gefunden habe. Die düstere Atmosphäre, die allein durch das Setting geschaffen wurde, fand ich klasse. Man konnte sich regelrecht hineinversetzen. Eine Leseempfehlung auch für alle Neueinsteiger in diese Reihe.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Mörderische Yoga-Auszeit

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Kriminalinspektorin Maya Topelius nimmt sich eine Auszeit. Sie fährt auf eine abgelegene Schäreninsel, um dort am Yoga-Retreat ihrer Freundin Emely teilzunehmen. Schon am ersten Abend, dem Mittsommerfest, ...

Kriminalinspektorin Maya Topelius nimmt sich eine Auszeit. Sie fährt auf eine abgelegene Schäreninsel, um dort am Yoga-Retreat ihrer Freundin Emely teilzunehmen. Schon am ersten Abend, dem Mittsommerfest, kommt es zu einem Streit und am nächsten Morgen wird eine männliche Leiche mit einer Stichverletzung im Schilf gefunden. Die Polizei riegel die Insel ab und Maya beginnt verdeckt zu ermitteln. Niemand kommt mehr von der Insel runter, erst recht nicht mehr im aufziehenden Sturm. Die Gäste des Retreats sind bei den Bewohnern der Insel unbeliebt, erst recht nachdem auch ein zweiter Mord geschieht. Niemand fühlt sich mehr sicher, denn der Täter muss noch unter ihnen auf der Insel sein.

"Still ist die Nacht" ist der zweite Band aus der Reihe mit Kriminalinspektorin Maya Topelius. Es empfiehlt sich den Vorgänger bereits zu kennen, damit man Mayas Geschichte besser versteht.

Mit dem Setting der einsamen Schäreninsel und dem Yoga-Retreat wird eine schöne, idyllische Umgebung geschaffen. Erst recht atmosphärisch und düster wird es mit dem aufziehenden Strum. Allerdings ist dies nicht unbedingt "neu" mit der Abgeschiedenheit und dass man dort nicht weg kommt, aber der Täter noch unter einem sein soll.

Die Handlung ansich fand ich ohne Spannung. Es plätscherte mehr so vor sich hin, trotz des recht flüssigen und fast fesselnden Schreibstils. Die Nebensächlichkeiten standen hier zu sehr im Vordergrund und haben dadurch den Wind aus den Ermittlungen genommen. Eine richtig gute Ermittlungsarbeit konnte ich hier leider nicht wirklich wahrnehmen. Das Zwerwürfnis zwischen Maya und ihrer Freundin Emely hat mir ausßerdem auch zu viel Raum eingenommen, dabei war das Ganze sehr anstrengend zu verfolgen, weil es eigentlich nur Kinderkram war.

Mein Fazit:
Es ist ein ruhiger Krimi mit einem schönen Setting, aber ohne Spannung. Diesen Band fand ich deutlich schwächer als den Vorgänger. Hier konnte es mich kaum fesseln und ich bin mir aktuell nicht sicher, ob ich noch die Fortsetzung (Band 3) lesen werde.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Enttäuschend

Das zweite Kind
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Mitten in der Nacht wird in der toskanischen Provinz ein Junge aufgegriffen. Er ist nackt und unterkühlt. Später erzählt er, dass er bei einem Fremden gewesen ist, aber entkommen konnte. Nur kurze Zeit ...

Mitten in der Nacht wird in der toskanischen Provinz ein Junge aufgegriffen. Er ist nackt und unterkühlt. Später erzählt er, dass er bei einem Fremden gewesen ist, aber entkommen konnte. Nur kurze Zeit später wird, in Verbindung mit einem Mord, ein weiterer Junge entführt. Es gibt keine Verbindung zwischen den beiden, nur dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Soll es Zufall gewesen sein? Wahrscheinlich nicht, doch warum sollten identische Kinder entführt werden? Die junge zielstrebige Ermittlerin Valentina Medici aus der Spezialeinheit von Rom wird in Bologna hinzugezogen. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf mehrere Cold Cases.

Der Klappentext und das düstere Cover haben vielversprechend geklungen. Ich habe hier einen düsteren und atmosphärischen Thriller in der Toskana erwartet. Leider wurde ich sehr enttäuscht. Der Schreibstil war irgendwie langweilig und konnte mich absolut nicht fesseln. Daher fand ich es sehr schwierig einen Bezug zur Handlung zu finden, obwohl der Beginn auch noch recht vielversprechend war. Zwischenzeitlich gab es auch immer wieder Momente, wo ein Kick war und ich dachte jetzt kann es was werden, doch im nächsten Moment war es wieder vorbei und meine Gedanken schweiften wieder ab.

Die Charaktere waren für mich auch nicht greifbar. Es waren einfach nur Figuren, die in die Handlung gesetzt worden sind, aber ich konnte da kein Gesicht drin erkennen. Genauso wie bei den Handlungsorten, die recht farblos gewesen sind, sodass sich keine Atmosphäre aufbauen wollte.

Mein Fazit:
Das Ganze war also sehr zäh und farblos, sodass ich beschlossen habe das Buch abzubrechen. Mich hat es komplett enttäuscht, obwohl der Klappentext sehr vielversprechend geklungen hat. Ich weiß nicht ob ich es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal versuche zu lesen, aber aktuell kann ich keine Leseempfehlung geben.

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