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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2022

kurzweilige Romantasy

Mondprinzessin
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Die "Mondprinzessin" von Ava Reed hat mich im ersten Moment an Sailor Moon denken lassen. Dieses Buch hat aber nichts mit dem Manga/ Anime zu tun und ist auch nicht mit diesem vergleichbar.

Ava Reed hat ...

Die "Mondprinzessin" von Ava Reed hat mich im ersten Moment an Sailor Moon denken lassen. Dieses Buch hat aber nichts mit dem Manga/ Anime zu tun und ist auch nicht mit diesem vergleichbar.

Ava Reed hat ihre ganze eigene kleine Welt erschaffen, die mir doch sehr gefallen hat. Die beiden Charaktere Lynn und Juri sind mir in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen. Ich empfand beide als sehr sympathisch und authentisch. Die Chemie hat zwischen den beiden sofort gestimmt und ich mochte die Interaktionen der beiden miteinander sehr.

Die Handlung empfand ich als sehr mitreißend und spannend. Mich hat sie gleich zu Beginn sehr in ihren Bann gezogen.

Und obwohl mir die Geschichte gut gefallen hat und ich der Geschichte gut folgen konnte, so hatte ich das Gefühl, dass sich zum Ende hin die Ereignisse förmlich überschlagen haben.
Manches wurde hier sehr kurz und knapp abgehandelt. So hätte ich mir zum Beispiel mehr Interaktionen von Lynn und ihren Eltern gewünscht. Oder auch ein paar mehr Szenen mit Juri und Lynn. Denn obwohl man ihre Verbindung schon vom ersten Augenblick spüren kann, ging mir die Entwicklung ihrer Liebe zum Ende hin doch etwas schnell. Mir fehlte hier einfach ein bisschen der emotionale Tiefgang.

Das Ende des Buches kam für mich auch etwas zu schnell und hat mich doch sehr überrascht. Für eine Romantasy muss ich sagen ist dies ein sehr mutiges Ende, welches mich aber doch sehr überzeugt hat.

Mit der "Mondprinzessin" ist Ava Reed eine schöne kurzweilige Romantasy gelungen, die ruhig noch ein bisschen länger hätte sein können.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Eine beeindruckene Geschichte

Malas Katze
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"Malas Katze" von Mala Kacenberg ist keine fiktive Geschichte, sondern die Erinnerungen der Autorin über ihr Überleben als junge Jüdin im von den Nazis besetzten Polen.

Die Autorin erinnert sich gleich ...

"Malas Katze" von Mala Kacenberg ist keine fiktive Geschichte, sondern die Erinnerungen der Autorin über ihr Überleben als junge Jüdin im von den Nazis besetzten Polen.

Die Autorin erinnert sich gleich am Anfang ihres Buches an ihre ermordete Familie und diese Widmung allein hat mich sehr berührt. Ich war den Tränen nahe und musste mehrmals schlucken.

Malas Geschichte ist unglaublich und beeindruckend zugleich. Als junges jüdisches Mädchen versteckt sie sich ganz allein vor den Nazis im Wald. Immer wieder muss sie sich aus brenzligen Situationen retten.
Dabei beweist sie einen unglaublichen Überlebenswillen, unfassbaren Mut und Stärke.
Sie ließ sich nie unterkriegen und hat immer einen Ausweg gefunden. Auch ihr unerschütterlicher Glaube zu Gott ist dabei auch sehr beeindruckend.
Mala musste so grausame und traurige Erfahrungen machen, die für uns unvorstellbar sind und hat dennoch die Hoffnung auf ein freies Leben nie aufgegeben.

"Malas Katze" ist ein beeindruckendes und berührendes Buch über das außerordentliche Überleben von Mala Kacenberg und eine definitive Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Die drei Unbesiegbaren

Morgen werden wir glücklich sein
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"Morgen werden wir glücklich sein " von Lea Korte ist ein Roman, der in Frankreich zu der Zeit des Zweiten Weltkrieges während der deutschen Besatzung spielt und sich um das Leben der drei Freundinnen ...

"Morgen werden wir glücklich sein " von Lea Korte ist ein Roman, der in Frankreich zu der Zeit des Zweiten Weltkrieges während der deutschen Besatzung spielt und sich um das Leben der drei Freundinnen Marie, Amiel und Geneviève dreht. Alle drei Frauen gehen mit der Besatzung anders um und ihre unterschiedlichen Leben werden dabei beleuchtet.

Marie schließt sich dem Widerstand an und kümmert sich so zum Beispiel um die Rettung von jüdischen Kindern.
Amiel ist eine jüdische Ärztin und weigert sich bis zum Schluss Frankreich zu verlassen.
Geneviève hingegen ist eine Pianistin, die alles dafür gibt um weiter auftreten zu können und sich dabei sogar mit den Deutschen einlässt.
Durch diese unterschiedlichen Leben kommt es zwischen den Freundinnen oftmals zu Konflikten und Streit.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es hat einen flüssigen und angenehmen Schreibstil, durch den man gut durch das Buch kommt.
Die Handlung war auch sehr spannend gestaltet und an manchen Stellen hab ich sehr mit den Figuren mitgefiebert.

Was ich etwas schade fand war, dass Amiel im Gegensatz zu den anderen beiden Protagonisten etwas wengier präsent war und für mich eher den Stand einer Nebenfigur hatte. Ich hätte mir hier einen größeren Einblick in ihr Leben und ihre Situation gewünscht.

Den Titel des Buches finde ich nach dem Lesen schon irgendwie unpassend und spiegelt die Handlung des Buches in keinster weise wider.

"Morgen werden wir glücklich sein" ist eine fiktive Geschichte, die sich zu Lesen lohnt.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

düsterer Jugendroman

Ancora
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"Ancora" von Colin Hadler ist ein spannender und fesselnder Jugendroman, der sich durch einen flüssigen und angenehmen Schreibstil auszeichnet.
Der Prolog des Buches hat es geschafft, mich gleich zu Beginn ...

"Ancora" von Colin Hadler ist ein spannender und fesselnder Jugendroman, der sich durch einen flüssigen und angenehmen Schreibstil auszeichnet.
Der Prolog des Buches hat es geschafft, mich gleich zu Beginn in seinen Bann zu ziehen.
Der Autor schafft eine mystische, düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, die einen dazu verleitet immer weiter lesen zu wollen.
Und obwohl die Handlung sehr spannend konstruiert war und viele Ereignisse sich augenscheinlich nicht erklären ließen, zog sie sich für mich doch auch etwas in die Länge. Bei der Auflösung hätte ich hier auch mit mehr übernatürlichem oder mystischen gerechnet, und war somit schon etwas enttäuscht über den Ausgang des Buches. Mich ließ es etwas verwirrt und unzufrieden zurück.

Die Charaktere, allen voran Romy waren mir zu distanziert, ich konnte keine direkte Verbindung zu ihnen aufbauen. Auch die Nebencharaktere wie Jannis, Aurel und auch Kira blieben ziemlich blass zurück.

Für mich ist Ancora ein Jugendroman, der auf den ersten Blick sehr düster und mysteriös daherkommt, aber leider sein Potenzial nicht ganz ausschöpft.

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Veröffentlicht am 03.05.2022

Nicht empfehlenswert

Der Junge im gestreiften Pyjama
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Dieses Buch stand lange Zeit ungelesen in meinem Bücherregal und da ich gerade ein Buch mit der gleichen Thematik beendet hatte, habe ich mich an dieses gewagt.

Ich hatte schon vorher viel über dieses ...

Dieses Buch stand lange Zeit ungelesen in meinem Bücherregal und da ich gerade ein Buch mit der gleichen Thematik beendet hatte, habe ich mich an dieses gewagt.

Ich hatte schon vorher viel über dieses Buch gehört, vor allem Positives und dass es einen zu Tränen rührt. Mit diesen Erwartungen bin ich nun an das Buch heran gegangen. Doch ich muss leider sagen, dass ich mich den ganzen positiven Meinungen über "Der Junge im gestreiften Pyjama" nicht anschließen kann. Ich habe auch lange überlegt, ob ich zu diesem Buch eine Rezension schreiben sollte, doch ich finde es auch irgendwie wichtig, dieses Buch aus einem anderen Sichtwinkel zu betrachten.

Zu allererst möchte ich sagen, dass ich das Buch nicht komplett schlecht finde. Der Schreibstil des Autors war wirklich sehr gut zu lesen. Ich kam sehr zügig beim Lesen voran.

Auch sehr gelungen und berührend empfand ich die Schilderungen von Schmuel. Wie er von seinem früheren Leben berichtet, sein Umzug in ein Ghetto und die Zustände dort und schließlich der Transport nach Auschwitz.
Doch leider wurden diese schmerzhaften Bilder von Bruno im nächsten Moment schon wieder zerstört und für mich auch verharmlost, indem Bruno sich mit Schmuel und seiner Situation vergleicht. Auch hatte ich das Gefühl, dass er den Schilderungen von Schmuel nur wenig Glauben schenkt. So zum Beispiel betont er mehrmals, dass die Waggons doch Türen zum Aussteigen hätten, obwohl Schmuel ihm beteuert, dass bei ihm im Waggon keine gewesen wären.
Viele diese Szenen waren für mich unerträglich und fast schon grotesk.

Wobei ich bei meinem größten Kritikpunkt wäre und das wäre Bruno. Dieser ist ein neunjähriger Junge und auch aus seiner Sicht wird die Geschichte dieses Buches erzählt. Dabei setzt der Autor vor allem auf die Naivität des Jungen. Aber für mich war dies viel zu unrealistisch und unglaubwürdig. Besonders mit Brunos familiären Hintergrund.
Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein neunjähriger Junge, dessen Vater der Lagerkommandant von Auschwitz ist, noch niemals von Juden gehört hat. Ganz zu schweigen davon, dass Bruno die Worte Auschwitz und Führer nicht richtig aussprechen kann.
Außerdem scheint Bruno nicht zu erkennen, dass es Schmuel schlecht geht und er Hunger leidet. Einem Kind in diesem Alter traue ich doch schon mehr zu.
Bruno hätte schon in der Schule mit der Propaganda der Nazis in Kontakt kommen müssen und dementsprechend schon gewusst haben, was Juden sind. Und wenn nicht dort, dann doch wohl höchstwahrscheinlich Zuhause, denn sein Vater ist ein hohes Tier bei den Nazis. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass dieser Vater seinem Sohn nicht auch diese grässliche Rassenlehre beigebracht hat. Für mich alles sehr unbegreiflich und mit der Naivität eines Kindes auch nicht mehr zu rechtfertigen.

Dieses Buch war für mich schwer zu ertragen und dies lag nicht an den grausamen Schilderungen über Auschwitz. Sondern eher daran, dass ich das Gefühl bekam, dass hier ein sehr ernstes Thema einfach verharmlost wird.
Neunjährige Jungen im KZ Auschwitz? Und davon Hunderte? In Auschwitz wurden Kinder fast immer sofort selektiert und vergast.
Ein unbewachter Zaun in Auschwitz, an dem sich zwei Kinder treffen, sich stundenlang unterhalten können und unter dem man sogar durch kriechen kann, ohne dass es jemand bemerkt? In Auschwitz undenkbar.
Wurde hier schlecht recherchiert? Anders kann ich mir diese Unstimmigkeiten eigentlich nicht erklären. So wirkt es als wäre es ja alles nicht so schlimm gewesen. Was ich wiederum sehr fatal finde.

Der Junge im gestreiften Pyjama wird auch für den Schulunterricht empfohlen, doch meines Erachtens ist es dafür nicht geeignet und wenn dann nur mit einer sehr kritischen Herangehensweise und dem Vermerk, dass hier vieles beschönigt und verharmlost wird.

Ich kann mich den vielen positiven Stimmen zu diesem Buch leider nicht anschließen und kann es überhaupt nicht empfehlen.

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