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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2021

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Das Kind von Gleis 1
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"Das Kind von Gleis 1" von Gill Thompson hat mich bereits vom Klappentext her sehr angesprochen, denn ich lese gerne solche Bücher, weil ich es wichtig finde, sich mit unserer Geschichte auseinander zu ...

"Das Kind von Gleis 1" von Gill Thompson hat mich bereits vom Klappentext her sehr angesprochen, denn ich lese gerne solche Bücher, weil ich es wichtig finde, sich mit unserer Geschichte auseinander zu setzen.
Ein Buch zum Thema der Kindertransporte habe ich allerdings noch nicht gelesen und so war ich sehr gespannt, mehr darüber zu erfahren.

Den Einblick in die Kindertransporte aus der damaligen Tschechosklowakei nach Großbritanien empfand ich als sehr gut dargestellt, aber leider handelt nur ein kleiner Teil des Buches davon. Ich hätte gerne noch mehr dazu erfahren, bin ich doch allein schon vom Titel her, davon ausgegangen, dass dies ein zentrales Thema ist.

Im Zusammenhang mit dem Transport ist besonders, Evas Zwiespalt, ihre kleine Tochter Miriam fortzuschicken, gelungen. Hier wurden die Emotionen sehr gut transportiert und man konnte ihre Verzweiflung direkt spüren. Ich hatte beim Lesen einen Kloß im Hals und mir wurde richtig schwer ums Herz. Man hofft einfach nur, dass am Ende doch noch alles gut wird.
Es war einer der wenigen Momente im Buch, die mich wirklich sehr berührt haben.
Ansonsten wird die Geschichte um Pamela und Eva doch sehr straff und emotionslos erzählt. Hier hätte ich definitiv mehr Gefühle erwartet, die ich an manchen Stellen vergeblich gesucht habe.

Die meisten Probleme haben mir aber die ständigen Perspektivwechsel zwischen Pamela und Eva bereitet. Im weiteren Verlauf des Buches kommen auch noch weitere Perspektiven von anderen Charakteren hinzu. Ich hatte manchmal sehr das Gefühl durch diese Wechsel immer wieder aus der Geschichte gerissen zu werden, da diese Sprünge einfach zu abrupt kamen. Hier fehlte mir ein harmonischer Übergang.

Auch empfand ich Pamelas Perspektive als langatmig und wesentlich uninteressanter als Evas. Für mich zogen sich diese Passagen immer in die Länge und enthielten wenig Emotionen.

Evas Perspektive fand ich immer sehr gelungen und interessant, gerne hätte ich hier viel mehr gelesen.
Auch sehr schade fand ich, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt nichts mehr von Eva hört. Gerade in Bezug auf den Ausgang der Handlung, hätte ich mir hier noch einen Einblick in Evas Gedanken gewünscht.

Leider konnte mich das Buch nicht ganz von sich überzeugen. Vom Klappentext her hatte ich einfach etwas anderes erwartet, was ich wirklich sehr schade fand.
Es gab besonders in Bezug auf Evas Perspektive sehr viele interessante und emotionale Momente, von denen ich mir für das gesamte Buch mehr gewünscht hätte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2021

Perfekter Abschluss

What if we Trust
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Auf den dritten Teil der University of British Columbia - Reihe von Sarah Sprinz habe ich mich wohl am meisten gefreut.
Als ich zum ersten Mal vom Inhalt dieses Buches gelesen habe, war mir sofort klar, ...

Auf den dritten Teil der University of British Columbia - Reihe von Sarah Sprinz habe ich mich wohl am meisten gefreut.
Als ich zum ersten Mal vom Inhalt dieses Buches gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Früher und auch heute noch lese ich selber sehr gerne Fanfictions und ich habe mich gefreut, dass dies auch mal Thema in einem Buch ist.

Der Anfang von "What if we trust" wird mit Szenen aus dem zweiten Teil, in dem es um Amber und Emmett geht, verbunden. Dies ist Sarah Sprinz so außerordentlich gut gelungen, dass ich einfach nur begeistert von diesem Anfang war. Man war sofort wieder in der Handlung drin und hatte auch ein kleines Wiedersehen mit den anderen Charakteren. Es fügte sich alles sehr perfekt ineinander. Es kam auch nicht zu unnötigen Wiederholungen, man hatte nicht das Gefühl, diese Szenen schon einmal gelesen zu haben.

Auch die weitere Handlung war gut aufgebaucht, es gab keine unnötigen Längen und auch das Ende war wieder sehr gut konstruiert. Ich bin ein sehr großer Fan von den Enden, die Sarah Sprinz schafft.
Über das Ende selbst war ich sogar etwas überrascht, mit so viel Spannung und Dramatik hätte ich gar nicht mehr gerechnet. Es war wieder alles sehr stimmig und passend zum ganzen Buch.
Vielleicht war das Ende ein klein wenig zu perfekt, aber in Hinsicht darauf, dass dies der letzte Teil der Reihe ist, kann man da schon mal drüber hinweg sehen.

Auch gut gefallen hat mir, dass Hopes Fanfiction "Pretending" mit eingebaut wurde und die ausgewählten Szenen sich perfekt in die Rahmenhandlung eingefügt haben.

Es ist wirklich sehr schade, dass diese Reihe jetzt zu Ende ist und ich nichts mehr von den mir lieb gewonnenen Charakteren lesen werde.

Alle drei Teile sind etwas Besonderes und ich kann im Nachhinein gar nicht sagen, welcher von den dreien mir nun am besten gefallen hat.
Sie haben alle etwas Packendes und Gefühlvolles. Jeder Teil hat mich auf seine Weise angesprochen und berührt.
Eine sehr gelungene Reihe, die ich noch öfter lesen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2021

New Adult Roman mit Tiefgang

Be my Nerd - Herzenspakt
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"Be my Nerd" hat mich schon nach kurzer Lesedauer sehr überrascht. Vom Titel und vom Klappentext her, habe ich irgendwie eine sehr humorvolle und eher leichte New Adult Geschichte erwartet.
Doch dieses ...

"Be my Nerd" hat mich schon nach kurzer Lesedauer sehr überrascht. Vom Titel und vom Klappentext her, habe ich irgendwie eine sehr humorvolle und eher leichte New Adult Geschichte erwartet.
Doch dieses Buch hat mich mit seinem Tiefgang positiv überrascht, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich bin sehr schnell in der Geschichte drin gewesen und die Seiten flogen nur so an mir vorbei.
Auch der Perspektivwechsel zwischen Jacky und Martin hat mir sehr gefallen und ich empfand ihn auch als sehr gelungen.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und realistisch dargestellt.
Beide Protagonisten waren mir gleich sehr sympathisch und zwischen ihnen stimmte die Chemie.

Die Handlung selbst hat mir auch sehr gut gefallen, es gab keine unnötigen Längen, es war sehr spannend und mitreißend. Auch emotional konnte mich dieses Buch sehr berühren.

Die Vielfalt an Themen wie zum Beispiel Armut, Suchterkrankungen, Leben im sozialen Brennpunkt wurden sehr gut in die Handlung eingearbeitet und sind sehr realistisch und authentisch dargestellt. Es fügt sich alles sehr gut zusammen und wirkt nicht überfüllt.

"Be my Nerd" war mein kleines Sommerhighlight, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und positiv überrascht hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2021

Typischer New Adult- Roman mit zu perfektem Ende

Be My Tomorrow
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"Be my tomorrow" hat mich vom Klappentext her sehr angesprochen, da ich selber gerne Comics und Graphic Novels lese und so wollte ich unbedingt die Geschichte von Zelda und Beckett lesen.

Der Anfang des ...

"Be my tomorrow" hat mich vom Klappentext her sehr angesprochen, da ich selber gerne Comics und Graphic Novels lese und so wollte ich unbedingt die Geschichte von Zelda und Beckett lesen.

Der Anfang des Buches hat mir auch noch sehr gut gefallen, ich kam sehr gut in das Buch hinein, was vor allem an dem angenehmen Schreibstil der Autorin lag.

Wie Beckett und Zelda aufeinandertreffen und sich später zu ihrer Zweckgemeinschaft zusammen schließen, hat mir gut gefallen und ich mochte auch die Harmonie zwischen den beiden Charakteren.

Auch die eingefügten Seiten von Zeldas Graphic Novel fand ich sehr gut und passend.

Beide Charaktere wirkten sehr authentisch und realistisch gezeichnet, ich mochte, dass sie nicht perfekt waren und auch ihre Ecken und Kanten hatten.

Sowohl Zelda als auch Beckett haben in ihrer Vergangenheit etwas Schlimmes erlebt und beide leiden noch sehr an ihren Schuldgefühlen.
Überraschend und erfrischend fand ich, dass einem als Leser ihre Vergangenheit gleich zu Beginn schon verraten wurde und dies nicht erst im Laufe des Buches aufgedeckt wurde.

Das Augenmerk des Buches lag für mich aber eher in der Entwicklung der Charaktere und vor allem ihr Umgang mit ihrer Schuld und ihrem Verlust.
Leider blieben Beckett und Zelda dadurch etwas blass und oberflächlich zurück. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden nur auf ihre Vergangenheit reduziert wurden und könnte jetzt nicht sagen, was die beiden sonst noch so ausmacht.
Ab einem gewissen Zeitpunkt hatte ich außerdem das Gefühl, dass es bei ihnen nur noch um den Austausch von Intimitäten ging und mir fehlten hier irgendwie die großen Gefühle und der Tiefgang. Mich konnte die Beziehung der beiden nicht richtig überzeugen, die Emotionen kamen bei mir leider nicht an.

Nach dem gelungenen Anfang schleppt sich die Handlung leider schon ziemlich voran. Es passiert nicht sonderlich viel und die Handlung ist auch oftmals vorhersehbar.

Zum Ende des Buches beginnen sich plötzlich die Ereignisse zu überschlagen. Es wurde versucht, sehr viele interessante Themen unterzubringen, die hier aber nur sehr kurz angeschnitten wurden, keinen richtigen Platz zum Entfalten bekommen haben und nach einer kurzen Abhandlung beiseitegelegt wurden.

Was mich am Ende aber überhaupt nicht überzeugen konnte, war, dass sich alles viel zu perfekt entwickelte. Es war mir zu glatt und kitschig und wirkte sehr überzogen.

"Be my tomorrow" sticht leider nicht sehr aus der Masse der New Adult-Romanen heraus. Es ist in seiner Handlung sehr vorhersehbar und wird zum Ende hin äußerst kitschig. Für zwischendurch ist es ganz gut geeignet. Wer aber große Emotionen sucht, wird hier meiner Meinung nach nicht unbedingt fündig werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2021

Unnötige Fortsetzung

Ein neuer Horizont
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Nach dem ich "Ein neuer Himmel" von Margit Steinborn gelesen habe, hätte ich eigentlich nicht mit einer Fortsetzung gerechnet. Für mich war der erste Teil sehr rund und abgeschlossen.

Beim Einstieg ins ...

Nach dem ich "Ein neuer Himmel" von Margit Steinborn gelesen habe, hätte ich eigentlich nicht mit einer Fortsetzung gerechnet. Für mich war der erste Teil sehr rund und abgeschlossen.

Beim Einstieg ins Buch wird versucht an die Geschehnisse aus dem ersten Teil anzuknüpfen und so einen harmonischen Übergang zu schaffen.
Es empfiehlt sich sehr, den ersten Teil gelesen zu haben, um die erwähnten Figuren und die Handlung zu verstehen.

Leider konnte dieser zweite Teil meiner Meinung nach nicht mit dem Ersten mithalten.
Mir hat der Erste wirklich sehr gut gefallen und er konnte mich komplett überzeugen und auch berühren.

Die Fortsetzung ist leider nicht so geglückt.
Die Figuren waren alle perfekt und ohne Ecken und Kanten, es gab kaum Konflikte zwischen ihnen. Es herrschte gefühlt eine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung. Manche Szenen waren einfach nur unangenehm kitschig.
Alles läuft glatt, es gibt kaum spannende oder überraschende Momente.
Auch emotional konnte mich das Buch weder berühren, noch kamen die Gefühle im Buch an mich heran.

Was mich auch sehr gestört hat, waren die vielen unnötigen Wiederholungen. Erfolgte ein Ereignis wurde dieses in einem Gespräch gefühlt eins zu eins wieder gegeben und dies zog sich durch das ganze Buch.
Mich störte es sehr in meinem Lesefluss und ließ mich auch einige Stellen nur quer lesen, weil ich ja schon wusste was kommt.

Für mich hätte es diese Fortsetzung nicht gebraucht und wirklich gefallen hat sie mir auch nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere