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Veröffentlicht am 24.04.2018

Cyberterror

Darkworld
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Anton ist fünfzehn, ein Basketballass und lebt am Ar... der Welt. Wenn es nach ihm ginge, würde er am liebsten auf die Sportschule nach Berlin gehen, stattdessen muss er seine Helikoptermum ständig anbetteln, ...

Anton ist fünfzehn, ein Basketballass und lebt am Ar... der Welt. Wenn es nach ihm ginge, würde er am liebsten auf die Sportschule nach Berlin gehen, stattdessen muss er seine Helikoptermum ständig anbetteln, wenigstens sein intensives Trainingspensum durchziehen zu dürfen und das ganz normale Leben eines Jugendlichen führen zu können. Dass es einen Grund für die ewige Sorge seiner Mutter geben könnte, wird ihm eines Nachts auf äußerst brutale Art klargemacht: Als er heimlich auf dem Geburtstag seiner Freundin ist, jagt jemand sein Elternhaus in die Luft. Und plötzlich fühlt sich Anton, als würde von allen Seiten Jagd auf ihn gemacht, als wäre er der Schlüssel zu einem virtuellen Geheimnis. Doch wer steckt dahinter? Die dubiose Firma Dataland, bei der seine Mutter gearbeitet hat? Oder Blackbyte, ehemalige Cyberterroristen mit Wurzeln in der DDR? Eines ist sicher: Nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass da nichts ist, wovor man sich fürchten muss.

Eine absolut coole Geschichte. Zugegeben, mir liegt sowieso seit Dead Water die Aufmachung der Bücher des Autors, aber hier hat er noch einmal eine grandiose Weiterentwicklung seines eigenen Stils hingelegt, die sich sehen lassen kann. Der Aufbau mit den Vitalwerten und den dazugehörigen Computercodes, die so treffend immer das aussagen, was für das Kapitel relevant ist, gefällt mir echt super. Auch die vielen Wendungen, die alle paar Seiten lang die Handlung von einem neuen Fokus aus betrachten lassen, die virtuelle Gefahr, die ewige Frage "wem trauen?" und die actionreichen Szenen lassen auch für schnell gelangweilte Leser die Spannung nicht zu kurz kommen. Wieder gibt es am Seitenrand Blogbemerkungen und Eintragungen anderer, auch andere Infos in Bezug auf Daten oder Verbrechen werden eingestreut. Als kleines Gimmick gibt es ein kurzes Lebenszeichen der Deadwaterleute, sodass es also nur noch zu sagen gibt: Her mit einem Crossover!

Veröffentlicht am 22.04.2018

Deutsche Serienmörder

Totmacher 1
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Serienkiller gibt's nur in den USA, glaubt man. Oder? Tatsächlich ist auch die deutsche Kriminalgeschichte voll von ihnen, und dieses Buch beschäftigt sich mit einem Teil davon, wobei das Hauptaugenmerk ...

Serienkiller gibt's nur in den USA, glaubt man. Oder? Tatsächlich ist auch die deutsche Kriminalgeschichte voll von ihnen, und dieses Buch beschäftigt sich mit einem Teil davon, wobei das Hauptaugenmerk auf die Zeit knapp nach dem zweiten Weltkrieg liegt und bis in die siebziger Jahre reicht. Dabei werden nicht die bekannten Mörder zum hundertsten Male neu aufgewärmt, sondern tatsächlich die eher unbekannteren "Bestien" aufbereitet, ihre Taten gelistet und - sofern bekannt - ihre Herkunft und Entwicklung. Natürlich geht's dabei nicht sonderlich in die Tiefe, aber das soll es auch nicht, schließlich ist das kein Psychogramm der Mörder.

In diesem Buch geht's um:
- den Frauenmörder von Osnabrück
- den Totmacher vom Niemandsland
- den Killer vom Schwarzen Markt
- den Mörder vom Habichtswald
- die Hamburger Taximorde
- den Würger mit dem Fahrrad
- den Kindsmörder von Landshut
- den Teufel vom Perlacher Forst
- den nächtlichen Spaziergänger
- den Mittagsmörder
- den Vampir von Nürnberg
- den Würger von Braunschweig

Alles eher Boulevardschlagzeilen, doch dahinter stehen erschütternde Verbrechen und Opfer, die Grausames durchmachen mussten. Eine Lektüre, die echt zum Teil mitnimmt.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Fehden und Drachen

JACKABY - Die verschwundenen Knochen
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Etwas stimmt nicht mit dem Kätzchen der edlen Lady, die Jackaby und dessen Assistentin Abigail um Hilfe bittet: hat sich doch der Mäusefänger in einen Fisch verwandelt und die Katzenbabys haben Flossen. ...

Etwas stimmt nicht mit dem Kätzchen der edlen Lady, die Jackaby und dessen Assistentin Abigail um Hilfe bittet: hat sich doch der Mäusefänger in einen Fisch verwandelt und die Katzenbabys haben Flossen. Jackaby nimmt sich der Sache an, doch dann gerät das ein wenig in Vergessenheit. In Gad's Valley wird nicht nur ein fast vollständiges Saurierskelett ausgegraben, auch seltsame Todesfälle verlangen die Aufmerksamkeit der Detektive des Übernatürlichen. Abigail ist nicht traurig, New Fiddleham zu verlassen. Einesteils, weil sie die Tochter eines Archäologen ist, andererseits ist da noch ein gewisser Hundsgestaltwandler, der seit ihrem letzten Fall in dieser Gegend wohnt.

Ich kann mich dem allgemeinen Tenor, dass dieses Buch schlechter ist als das erste, nicht anschließen. Sowohl den Fall als auch das Drumherum mit den Ausgrabungen und die Fehde der beiden Archäologen fand ich interessant, und gelangweilt habe ich mich auch nicht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich fast zwei Drittel des Buches brauchte, bevor ich dahinterkam, worum es geht, dabei hätte es von Anfang an klar sein können, aber das lag an meiner Unaufmerksamkeit, nicht an der Lektüre. Jedenfalls hat mich auch der zweite Band der Reihe gut unterhalten können und ich bin gespannt, ob der Fall, der hier angeschnitten wurde, dort gelöst wird.

Veröffentlicht am 17.04.2018

Geisterhaft

Im Kraftstrom des Satan-Seth
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Victor Berlington ist ein junger, reicher, adliger Erbe, den im Moment jedoch ein paar Probleme plagen. Seine vor kurzem gestorbenen Eltern suchen sein Herrenhaus auf und können ihn nicht in Ruhe lassen. ...

Victor Berlington ist ein junger, reicher, adliger Erbe, den im Moment jedoch ein paar Probleme plagen. Seine vor kurzem gestorbenen Eltern suchen sein Herrenhaus auf und können ihn nicht in Ruhe lassen. Aus diesem Grund wendet er sich an zwei Damen einer Geistergesellschaft, Giselle und Fiona. Fiona stammt aus der Linie weißer Hexen ab, während Giselle immerhin den Geist ihres verstorbenen Mannes sehen kann, der ihr gelegentlich zur Seite steht. Zur selben Zeit verschwinden zwei junge Männer aus Victors Bekanntenkreis und der ehemalige amerikanische Polizist Elliot Breeches, jetzt als Privatdetektiv in London unterwegs, sucht nach ihnen. Auch die beiden Künstler Veronica und Alec stoßen auf die Truppe um Berlington und gemeinsam kommen sie einer gefährlichen, dämonischen Macht auf die Spur.

Es ist zum Großteil eine spannende Lektüre, die tief in das Ende des 19. Jahrhunderts eintauchen lässt. Die Athmosphäre wurde gut getroffen, zumindest auf dieser Seite der Realität. Sobald es hinübergeht in die Anderwelt, wird es ein bisschen fad, da Fiona wirklich erstaunliche Kräfte besitzt, welche die schlimmsten Sachen fast immer relativieren. Gegen queere Paare habe ich nichts, wer sich daran jedoch stört, sollte die Finger von dem Buch lassen. Es gibt sowohl zwei Männer, die sich lieben, als auch zwei Frauen. Was mir allerdings gefehlt hat, war der Steampunk, der doch vorkommen sollte, da gab es nichts. Trotzdem unterhaltsam und durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Mords-AG

Der Jahrbuchcode
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Die Jahrbuch-AG ist für all diejenigen, die es versäumt haben, sich rechtzeitig in den coolen AGs anzumelden. So finden sich Niklas, Lilly, Philipp und Eltis in ebenjener wieder und stellen sich auf eine ...

Die Jahrbuch-AG ist für all diejenigen, die es versäumt haben, sich rechtzeitig in den coolen AGs anzumelden. So finden sich Niklas, Lilly, Philipp und Eltis in ebenjener wieder und stellen sich auf eine langweilige nebenschulische Beschäftigung ein. Doch schon bald kommen sie einer seltsamen Sache auf die Spur: In sämtlichen Jahrgangsbüchern, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden, taucht in der Klasse 10c immer derselbe Junge auf, der scheinbar nie altert. Ist das Photoshop? Ein Trick, macht sich jemand lustig? Bei ihren Recherchen dazu kommen sie schnell zu dem Schluss, dass es auf jeden Fall etwas ist, das nichts mit Spaß zu tun hat. Jemand hat ein Geheimnis, und dieses will er um jeden Preis wahren - selbst um den Preis, zum Mörder zu werden.

Erst einmal: Es ist wirklich eine kurzweilige und vor allem auch spannende Lektüre, und ich mochte eigentlich auch die Protagonisten. Allerdings fehlte mir zu oft die Logik, und damit meine ich nicht mal das übernatürliche Element, das wirklich dezent im Hintergrund lauert. Aber es gab so viele Dinge, die nicht zusammenpassten. Warum sollte jemand dafür sorgen, dass die restlichen Jahrgangsbücher nicht zu finden sind, wenn man doch eh schon über 20 Jahre besitzt? Wer sorgte für die Ratte im Spind und vor allem warum? Angst einjagen? Da gab es durchaus beängstigerende Situationen. Wer sollte von den Recherchen des Journalisten wissen und diesen vor allem ständig im Auge behalten? Warum einen "fiesen" Mitschüler einführen und dann kaum noch erwähnen? Das ständige Hin und Her der Perspektiven, teilweise mitten im Satz wirkte manchmal wirklich störend. Trotzdem wiederhole ich, dass das Lesen Spaß gemacht hat und mit einem vernünftigen Lektor hätte aus dem Buch ein großer Wurf im Jugendkrimibereich werden können.