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Veröffentlicht am 07.02.2025

Leckere Klassiker

Lieblingssüßigkeiten vegan
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Ich sag's, wie es ist: Ich bin ein Süßmaul. Allerdings darf es dann auch wiederum nicht zu süß sein, deshalb gehen mir viele gekaufte Süßigkeiten echt auf die Nerven, weil einfach immer so viel Zucker ...

Ich sag's, wie es ist: Ich bin ein Süßmaul. Allerdings darf es dann auch wiederum nicht zu süß sein, deshalb gehen mir viele gekaufte Süßigkeiten echt auf die Nerven, weil einfach immer so viel Zucker dran ist. Dazu kommt, dass ich auch mehr für die Umwelt tun möchte und da ist das Umstellen auf vegan einfach mal der nächste, logische Schritt.

So weit, so gut. Das war mein Vorwort zu der Motivation, es mit diesem Buch zu probieren. Es gibt auch eine Erklärung der Autorin zu ihrer Motivation, und dann geht es schon los. Sie unterteilt die leckeren Klassiker in Cremes, Kekse, Gebackenes, Snacks und Aufstriche und erklärt ausführlich die Herstellung der Süßigkeiten. Für mich war es halt wichtig, dass nicht für jedes Rezept mega viele fancy Zutaten gebraucht werden und das hat sie wirklich gut hingekriegt. Abgesehen von wenigen Leckereien braucht man nichts, was es nicht in jedem gut sortierten Supermarkt gibt. Die Anweisungen sind klar und die Sachen, die ich ausprobiert habe, haben funktioniert und vor allem: geschmeckt.

Ja, gut. Sie sahen vielleicht nicht so perfekt aus wie auf den Bildern (da läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen), aber trotzdem schmeckt das, was herauskommt. Für mich ist das das Wichtigste, zumal im Prinzip wirklich alle bekannten Marken oder Lieblingssüßigkeiten nachgebaut werden, ohne dass Tiere drunter leiden müssen. Win/win, würde ich sagen - wobei wir das, was die Waage sagt, vielleicht ignorieren sollten.

Veröffentlicht am 03.02.2025

Die Mitternachtshändlerin

Der Sternenstaubdieb
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Vor Jahren wurde der Stamm von Layla von Dschinn-Jägern ausgelöscht und sie überlebte nur, weil der Dschinn Quadir ihr das Leben rettete. Jetzt nennt sie sich Loulie al-Nazari und ist als Mitternachtsjägerin ...

Vor Jahren wurde der Stamm von Layla von Dschinn-Jägern ausgelöscht und sie überlebte nur, weil der Dschinn Quadir ihr das Leben rettete. Jetzt nennt sie sich Loulie al-Nazari und ist als Mitternachtsjägerin bekannt, die verbotene Artefakte verkauft. Dann lässt sie der Sultan verhaften und er lässt ihr nur die Wahl, für ihn ein verschollenes Artefakt zu finden oder zu sterben. Zusammen mit Quadir, von dem außer ihr niemand weiß, dass er ein Dschinn ist, der Dschinn-Jägerin Aisha und dem unerfahrenen Prinz Mazen macht sie sich auf eine gefährliche Reise, bei der jeder seine verborgene Agenda hat.

Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Geschichte aus 1001 Nacht, und es kommen auch bekannte Elemente vor wie der Sultan, der seine Ehefrauen hinrichten lässt, bis die eine erscheint, die ihn durch ihre Geschichten fasziniert, den vierzig Räubern und magischen Lampen. Auch die Dschinns und Ghule, die regelmäßig auftauchen, sowie das Setting führen tief in eine abenteuerliche Märchenwelt. Dabei ist das Mindset der Charaktere durchaus modern und ich sollte die Ewiggestrigen warnen: Hier wird gegendert, das wird euer eigenes kleingeistiges Mindset wohl nicht verkraften. Dass es nicht die vollen fünf Punkte wurden, lag zum Teil an Loulie selbst, die mir manchmal zu zickig wurde und der Tatsache, dass durch die Dschinn-Magie doch sehr viel geregelt wurde und mir das manchmal etwas zu viel wurde. Alles in allem haben wir hier bis auf ein paar gemächliche Passagen eine abenteuerliche Geschichte vorliegen, die orientalische Märchenvibes versprühte und zum Glück mit kitschiger Liebesgeschichte nichts am Hut hatte.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Schmetterlingstattoo

Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings
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Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, ...

Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, finden sie dort nicht nur nicht das, was sie stehlen sollen - nämlich einen Koffer - sondern dafür eine Leiche. Und schon ist ihnen der megascharfe Detective David Bell auf den Fersen. Remi und Mako werden wegen Mordverdacht festgenommen, während Skadi von ihrem "Meister" geschützt wird: dem teuflischen Iskaris, der ihr durch eine Art dämonischen Pakt das Leben gerettet hat und dem sie jetzt verpflichtet ist. Doch Skadi möchte frei sein und dafür geht sie sogar einen Deal mit Bell ein, der ihr nicht glaubt und der nicht nur ihrem Herzen gefährlich werden kann.

Ich mag die Bücher der Autorin, so eigentlich. Hier bin ich nicht sicher. Für meine Begriffe wurde mir einiges hier viel zu schnell abgehandelt. Die Welt der Red Umbrella Society konnte ich nicht greifen, ich fühlte mich meistens, als hätte ich hier einen zweiten Band einer Reihe vorliegen, bei dem die Erklärungen im ersten abgehandelt wurden. Die Dialoge waren wie üblich spritzig und es lässt sich auch gut lesen, aber so richtig überzeugt bin ich vom Ganzen noch nicht. Außerdem konnte ich Bell von Anfang an nicht ausstehen und obwohl sich Skadi die Mühe gemacht hat, mir zu erklären, was sie an ihm anziehend findet - und das nicht nur einmal - so war es für mich trotzdem nicht nachvollziehbar, zumal sich die spicy Szenen wie hinterher eingeschoben anfühlten. (Stelle mir das Gespräch zwischen Autorin und Verlag vor: Hey, Caro, du weißt doch, dass jetzt in jedem Buch random mindestens zwei, drei Spice-Szenen vorkommen müssen, also hopp, füg die mal noch schnell ein!) So ist der Plot zwar originell, aber schwer greifbar und alles geschah ein wenig hektisch. Vielleicht bringt der zweite Teil eine etwas rundere Geschichte, aber von dieser Autorin erwarte ich einfach mehr. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.01.2025

Ödlandweh

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Die einzige Chance, das Ödland lebend zu durchqueren, ist der gepanzerte, riesige Zug der Company. Das Ödland ist Sibirien, ist ein paar Tagesreisen hinter Moskau alles bis China. Seltsame Pflanzen und ...

Die einzige Chance, das Ödland lebend zu durchqueren, ist der gepanzerte, riesige Zug der Company. Das Ödland ist Sibirien, ist ein paar Tagesreisen hinter Moskau alles bis China. Seltsame Pflanzen und Tiere existieren dort, es gibt verstörende Farben und Formen und wer zu lange aus dem Fenster sieht, erlebt von Halluzinationen bis Ödlandweh alles. Nach einem Vorfall ist der Zug ein halbes Jahr ausgefallen, doch jetzt setzt er sich wieder in Bewegung und alle sind in ihm für fast drei Wochen gefangen: Das Mädchen, das im Zug geboren wurde. Das Mädchen, das unter einem falschen Namen reist. Das Mädchen, das keines ist. Der Naturforscher, die Angestellten, die Passagiere, die zwei Companyvertreter, genannt "die Krähen". Sie alle haben ihre eigene Agenda, Wünsche, Träume - doch am Ende der Reise wird nichts mehr sein wie zuvor.

Gleich vorneweg: Es handelt sich hier um eine Mischung aus Ökofantasy, Dystopie und Reisebericht im Stil des 19. Jahrhunderts, inklusive Metaebene der Ausbeutung der Natur und der schlussendlichen Erkenntnis, die wir auch schon aus Jurassic Park kennen: Das Leben findet immer einen Weg. Ich fand den Einstieg (ins Buch, nicht in den Zug) etwas langatmig, aber als sich dann sowohl Zug als auch Handlung in Bewegung setzten, konnte mich die Geschichte gut mitnehmen. Schlussendlich handelt es sich hier um eine Art Märchen, vielleicht sogar ein typisch russisches Märchen, etwas schwermütig, etwas öldandwehmütig, aber doch auch mit einer Art Happy End. Mal etwas anderes.

Veröffentlicht am 24.01.2025

Am Hofe des Elfenkönigs

The Courting of Bristol Keats
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Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, ...

Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, erfährt Bristol Unglaubliches: Nicht nur, dass es Elfen und Feenwesen gibt, sondern dass ihr Vater im Reich der Elfen gelebt hat. Die Elfen brauchen ihre Hilfe: Sie suchen nach Menschen, die die Fähigkeit haben, Portale zu öffnen und zu schließen. Um ihren Schwestern ein gutes Leben zu ermöglichen, geht Bristol mit ihnen. Doch im Elfenreich droht ein Krieg, die magische Ausbildung ist hart, das Leben hier seltsam - und dann ist da auch noch der junge Elfenkönig Tyghan, der nicht so ein Hohlkopf ist, wie es am Anfang schien.

Gleich vorneweg: Wer keine Geduld hat, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Zwar ist der Schreibstil sehr locker, wunderschön und besser als 90 Prozent aller anderen Fantasybücher, aber die Autorin nimmt sich Zeit. Zeit, ihre wichtigsten Charaktere einzuführen, aber auch für ihr Worldbuilding. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft. Es gibt so viele originelle Details zu erkunden, die zu dieser Welt gehören, genauso wie verschiedene Wesen, die hier existieren. Mir gefällt auch die Annäherung zwischen Bristol und Tyghan, zumal Tyghan ihr zwar aus taktischen Gründen wichtige Dinge verschweigt, aber als Mann ist er eine absolute green flag. Vermutlich werden viele schon deshalb das Buch runterstufen - ich meine, wo gibt''s denn so was, ein Loveinterest, das die Frau nicht wie den letzten Dreck behandelt? Nein, nein. So was wollen wir doch nicht, oder? Nun, ich will das und mir gefällt es.

Was mir an diesem Buch auch gefällt, ist, dass es wirklich schwer ist, hier zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Tyghan hat einen Erzfeind, der einst sein bester Freund war, aber ihn verraten hat. Wenn man allerdings erfährt, warum dieser Erzfeind tat, was er tat - dann sieht das Ganze vielleicht schon wieder anders aus. Genauso mit der großen Bedrohung, die der Schurkenelfenkönig gegen die anderen Reiche einsetzt. Wenn man erfährt, was es mit dieser "Bestie" auf sich hat, ist man hin und hergerissen. Ich habe keine Ahnung, wie das im nächsten Teil weitergeht oder allgemein aufgelöst wird, aber mich hat dieses Buch absolut gecatcht und ich habe gleich zu Beginn des Jahres ein Highlight gefunden.