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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Hybrid

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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Serena Paris ist erst fünfundzwanzig, hat aber schon jede Menge durchgemacht. Nicht nur, dass sie als kleines Kind ihre Eltern verloren hat und dann als Waisenkind aufwuchs, bis sie dann als Spielgefährtin ...

Serena Paris ist erst fünfundzwanzig, hat aber schon jede Menge durchgemacht. Nicht nur, dass sie als kleines Kind ihre Eltern verloren hat und dann als Waisenkind aufwuchs, bis sie dann als Spielgefährtin für Misery, die Vampirprinzessin, ausgewählt wurde. Es stellte sich auch heraus, dass sie ein Hybrid ist - halb Mensch, halb Werwolf. Und Überraschung: die Gefährtin von Alpha Koen ist sie auch noch. Dazu spielt ihr Körper verrückt, der die unterschiedlichen Gene scheinbar nicht vereinbaren kann und das bedeutet wohl, dass sie nicht mehr lange leben wird. Dass jetzt auch noch von allen Seiten Jagd auf sie gemacht wird, gerät dabei beinahe zur Nebensache. Und wie zum Teufel soll sie mit ihrem Gefährten umgehen, der als Alpha des Nordwestrudels dem Zölibat unterliegt?

Ich mochte Bride, den Vorgänger, schon sehr gern, deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Und wie üblich enttäuscht Ali Hazelwood auch nicht, was Schreibstil, Charakterisierung und Ideen angeht. Für Dialoge und Sarkasmus hat die Frau einfach ein absolutes Händchen. Wovon ich halt nicht so der Fan von übermäßig viel bin, ist Spice. Ich mag das so sehr wie andere Leute auch, aber ich brauche davon keine gefühlten hundert Seiten und wenn ich deshalb anfange, Seiten über Seiten zu überblättern, um mich nicht zu langweilen, ist das Buch kein absolutes Highlight mehr. Wen das nicht stört, bekommt ganz, ganz großes Kino. Wer wie ich überblättert, bekommt immerhin noch wirklich amüsante Unterhaltung.

Veröffentlicht am 02.04.2026

Hooters Girl

New York Alpha (Sammelband 1)
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Eine Frau findet sich plötzlich in der Gesellschaft von sechs ultraheißen Kerlen wieder, die behaupten, Werwölfe - sorry, Carnivoren? Cornichons? Carnicoren? whatever! - zu sein. Es handelt sich um Adrian ...

Eine Frau findet sich plötzlich in der Gesellschaft von sechs ultraheißen Kerlen wieder, die behaupten, Werwölfe - sorry, Carnivoren? Cornichons? Carnicoren? whatever! - zu sein. Es handelt sich um Adrian und seine Betas, einer schöner, muskulöser etc. als der andere. Niemand natürlich so wie Adrian, der Alpha. Helena, so der Name der Frau, ist eine Omega und sämtliche Alphas der Welt sind jetzt hinter ihr her, deshalb muss sie von Adrian und seinen männlichen Cornichons (or whatever!) beschützt werden. Das Beschützen äußert sich mehr oder weniger dadurch, dass sie in ein Luxusleben in einem Luxuspenthouse geführt und dort mehr oder weniger ständig verführt wird.

Was war ich lesend? Dabei habe ich es nicht mal geschafft, den Sammelband durchzulesen. Ich glaube, es war in Part 2 (also immerhin schon recht zum Ende des Sammelbands), dass der krasse, megatolle Alpha es für nötig hielt, einen seiner eigenen Männer gefühlt 1000 x zu grapen, um ihm zu zeigen, dass er der krasse, megatolle Alpha ist. Übelkeitserregend. Ekelhaft. Widerlich. Dazu ein plumper Schreibstil und die megakrassen Betas zeichneten sich beinahe durchweg durch das kindische Verhalten pubertierender 15jähriger aus. Handlung zwischen Sex und Grape, keine Tiefe oder Charakterisierung der einzelnen Personen. Und seit wann ist ein Rudel eine Gruppe von Typen mit einer Omega? Das System A, B, O (Alpha, Beta, Omega) klingt vielleicht nach Blutgruppen, aber nicht nach einem Rudel. Irgendwo habe ich gelesen, dass sich die Autorin mit dieser Reihe an ein neues Genre gewagt hat als Experiment. Ich würde sagen: Experiment gescheitert.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Little Women Crime

Beth is dead
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Seit der Vater der Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy ein Buch geschrieben hat, in dem er das Leben seiner Töchter beschreibt, ist deren Leben nicht mehr dasselbe. Die Menschen unterscheiden nicht zwischen ...

Seit der Vater der Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy ein Buch geschrieben hat, in dem er das Leben seiner Töchter beschreibt, ist deren Leben nicht mehr dasselbe. Die Menschen unterscheiden nicht zwischen literarischen Kunstfiguren und echten Menschen und so sehen sich die Schwestern gefangen zwischen Häme und Verehrung. Besonders Beth, die ihr Vater im Buch hat sterben lassen, leidet darunter. Und dann ... wird sie ermordet. War es eine von ihnen? Jo, die als Influencerin mehr Follower wünscht? Oder Amy, die Jüngste, die so gern auf die Kunstschule gehen will, die Beth finanziert wird? Da ihr Vater schon seit einem halben Jahr verschwunden ist, müssen die Schwestern mit ihrer Mutter allein klarkommen und herausfinden, was passiert ist.

Ich bin ehrlich, ohne den Bezug zu dem Klassiker von Louisa May Alcott hätte mich das Buch rein vom Klappentext her nicht interessiert, von daher war es ein gelungener Kniff, sich dieser Vorlage zu bedienen. Die Mädels sind dann auch gut in die Gegenwart übertragen worden. Und egal, was Meg am Ende sagt, es WAR übergriffig von ihrem Vater, ihre Leben zu beschreiben. Er hätte ja zumindest die Namen ändern können, sodass den Lesenden klar gewesen wäre, dass es sich um eine reine Geschichte handelt. Dafür gibt es keine Entschuldigung, das braucht man dann zum Schluss nicht abschwächen. Was mich gestört hat, waren die Rückblicke aus Beths Sicht. Da man weiß, dass das Mädchen ermordet wird, finde ich es eher unangenehm und gerade zum Schluss absichtlich tränenrührig, es so zu schreiben, wie es getan wird. Auch finde ich die verschiedenen falschen Fährten gut gemacht, allerdings gibt es einen ziemlichen Logikfehler. Es lag Schnee, was bedeutet, man hätte an dem schneebedeckten Hang, an dem Beth gefunden wurde, Dutzende und Aberdutzende Spuren finden müssen, die nicht von den Schwestern zertrampelt worden waren, denn nichts in der Geschichte deutet darauf hin, dass die Täterperson sie verwischt oder gar entfernt hat. Und selbst wenn - schon mal das Wort Kontaktspuren gehört, Frau Autorin? Was soll's. Als Jugendthriller funktioniert es ganz gut, obwohl es für mich auch ein bisschen straffer hätte sein können. Es zog sich in der Mitte schon ordentlich, zumal noch die Sache mit dem pädophilen Künstler ins Spiel gebracht wurde. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.03.2026

Kompost

Richtig kompostieren für Einsteiger
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Wer anfängt, sich etwas intensiver mit seinem Garten zu beschäftigen, kommt früher oder später um einen vernünftigen Komposthaufen nicht drumherum - und warum sollte man den nicht gleich richtig anlegen, ...

Wer anfängt, sich etwas intensiver mit seinem Garten zu beschäftigen, kommt früher oder später um einen vernünftigen Komposthaufen nicht drumherum - und warum sollte man den nicht gleich richtig anlegen, um Garten- und Küchen/Bioabfälle gleich perfekt wieder nutzen zu können? Zumindest war das meine Motivation, zu dem Buch zu greifen. Bisher hat unser Komposthaufen immer in einer Ecke rumgelegen, dank des Buches habe ich ihn jetzt - so hoffe ich - effektiver angelegt.

Der Autor sagt zwar, richtiges Kompostieren sei alles andere als Hexenwerk, aber man kann trotzdem eine Menge falsch machen und damit im besten Fall jahrelang keinen eigenen Kompost herstellen oder im schlimmsten Fall auch noch Schädlinge in den Garten holen. Beides nicht optimal. Das Buch erklärt mehr oder weniger Schritt für Schritt, wie man es richtig macht. Cool finde ich dabei gewisse Hacks oder auch, dass andere Gartenexperten zu Wort kommen. Die beste Motivation ist am Ende doch auch immer, wenn was funktioniert. Ich habe jetzt erst angefangen, den alten Kompost quasi neu aufzubauen und weiß also nicht, ob es sich in der Praxis bewährt, aber ich habe das Gefühl, viele wichtigen Infos und auch Inspiration bekommen zu haben.

Veröffentlicht am 27.03.2026

Hofjungfer

Lady Grace Mysteries
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England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus ...

England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus drei Verehrern ihren zukünftigen Gatten aussuchen. Grace fühlt sich noch gar nicht bereit dafür, aber ein Befehl der Königin ist ein Befehl der Königin. Da wird der unangenehmste ihrer Verehrer mitten auf dem Ball umgebracht und derjenige, mit dem sie noch am liebsten zusammen wäre, des Mordes bezichtigt. Lady Grace glaubt nicht an den offensichtlichen Tathergang und sie macht sich auf, den wahren Mörder zu finden. Zum Glück hat sie mit dem Dienstmädchen Ellie und dem Hofakrobaten Masou zwei tapfere Freunde an ihrer Seite.

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Geschichte ist nicht, dass ein paar Jugendliche einen Mord und eventuell die ein oder andere Intrige aufklären, sondern wo genau das geschieht: am Hofe der Königin Elisabeth. Dabei vermittelt die Autorin schon ordentliches Wissen über diese Zeit und es macht auch Spaß, das Buch zu lesen. Auch die Jugendlichen selbst sind größtenteils sympathisch, wobei die beiden Nichtadligen nur oberflächig charakterisiert werden. Was mich jedoch mehr gestört hat, war, dass diese Geschichte einfach nur geradeaus ging. Es gab keine falschen Fährten, der zeitige Verdacht, den die geneigten LeserInnen fassen, bestätigt sich und das einzig wirklich Wichtige, was man sich am Schluss in Bezug auf Graces Mutter gefragt hat, wird nicht geklärt. Das ist ein bisschen unbefriedigend und es ist noch viel Luft nach oben für die nächsten Bände übrig.