Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
offline

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Magiephilie

Seamere College 1. Strange Familiars
0

Nach sieben Jahren Studium magischer Tiermedizin steht Gwen kurz vor dem Abschluss. Als chinesischstämmige Stipendiatin muss sie unbedingt Jahrgangsbeste werden, um den Job zu kriegen, bei dem sich am ...

Nach sieben Jahren Studium magischer Tiermedizin steht Gwen kurz vor dem Abschluss. Als chinesischstämmige Stipendiatin muss sie unbedingt Jahrgangsbeste werden, um den Job zu kriegen, bei dem sich am meisten verdienen lässt, sodass sie das Restaurant ihrer Eltern retten kann. Doch da gibt es noch Harrisford Briggs, Sohn eines reichen CEOs, der ebenfalls beste Chancen auf den Jahrgangsbesten hat. Als es zu unkontrollierten Ausbrüchen von Magie bei den magischen Seelentieren kommt, müssen sich Gwen und Harrisford zusammenschließen, um der Sache auf den Grund zu gehen und trotz ihrer Rivalität sind sie gezwungen, einander zu vertrauen.

Magische Akademie? Check! Magische Tiere/Magische Tiermedizin? Check! Rivals to Lovers? Check! Was also kann da noch schiefgehen? Vorneweg: ganz schön viel. Aber zuerst das Positive: Es gab einen diversen Cast und damit verbunden auch gut was zu lesen über Rassismus, Diskriminierung und Bevorzugung von weißen Leuten. Das fand ich echt gut und das ist auch der Grund, warum ich von 2.5 auf 3 Punkte aufgerundet habe. Der Rest ließ nämlich echt zu wünschen übrig. Die Familiars, also die sprechenden Seelentiere, waren genauso langweilig wie Hermine und Draco ... oh. Wait. Das wwar gar keine Fanfiktion? Hat sich aber genauso gelesen. Harrisford (was für ein selten bescheu... Name, ich wollte immer Harrison Ford lesen) war sogar vom Aussehen her Draco Malfoy auf Temu bestellt und Hermine bekam einen chinesischen Hintergrund. Sie streiten sich schon seit sieben (!) Jahren. Beide sind Mitte zwanzig und benehmen sich wie pubertierende Teens, sogar mit dem ständigen Wiederholens des "ER IST MEIN ERZFEIND!". Hermine ... ich meine Gwen wird ständig als die cleverste, klügste und intelligenteste Hexe bezeichnet, wobei sie dafür allerdings den Beweis schuldig blieb. Sie war kompetent und tierlieb, das stimmt immerhin.

Harrisford war äußerst unangenehm. Gwen wird von seinem Vater mit einer Waffe bedroht, er will sie töten, aber hey: Das können wir mal nicht der Polizei erzählen. Dafür erpresst er Gwen eiskalt, aber das ist schon okay, er sieht nämlich wahnsinnig gut aus. Außerdem ist er seit Jahren in Gwen verliebt, da macht man das eben so. Die Geschichte plätschert dann so vor sich hin, furchtbar langatmig und mit den immer selben Szenen. Gwen trifft auf Harrisford, sie streiten sich, der Typ wird mal kurz nett, sie schmilzt dahin, irgendwas passiert zwischen ihnen, dann macht er einen A-lochmove und sie ist eingeschnappt und beschließt, nie wieder mit ihm zu reden. Bis zur nächsten identischen Szene jedenfalls. Harrisford, der megareiche Junge aus gutem Haus, muss auch unbedingt Jahrgangsbester werden, weil sein Vater ihn erpresst. Entweder Jahrgangsbester oder er muss mit ihm arbeiten. Es gibt nämlich auf der GANZEN, WEITEN Welt keine Möglichkeit, zu arbeiten, ohne dass Daddy Superstar ihm eine reindrücken kann. Ja. Klar. Besonders bei magischen Tierarztpraxen. Harrisford ist zwar 25, hat aber nicht gelernt, dass Erwachsene auf eigenen Füßen stehen können.

Der Schluss war dann auch strange, aber eher nicht wegen der familiars. Immerhin kam jetzt mal etwas Bewegung in die Geschichte. Ach so, und Gwen hat einen Job gefunden, der fast genauso gut bezahlt wird wie der angestrebte. Warum jetzt also der ganze Terz von wegen Jahrgangsbeste? Alles in allem konnte mich die Geschichte nur wenig mitnehmen.

Veröffentlicht am 14.05.2026

Chaos und Ordnung

City of Mirth and Malice (Order and Chaos Band 2) – Packende Rivals to Lovers Romantasy
0

Achtung, mögliche Spoiler zu Band 1!

Einerseits könnte Nicolai Attano zufrieden sein. Das gewaltsame Aufeinandertreffen mit den Firenzes haben sie gewonnen, ihm gehört die Iron Railway und die Stellung ...

Achtung, mögliche Spoiler zu Band 1!

Einerseits könnte Nicolai Attano zufrieden sein. Das gewaltsame Aufeinandertreffen mit den Firenzes haben sie gewonnen, ihm gehört die Iron Railway und die Stellung und das Machtgefüge der Attanos ist gefestigt. Doch er hat Milla verloren, die verwöhnte, kleine Erbin, die er gezwungenermaßen geheiratet - und in die er sich verliebt hat. Doch dann erfährt er, dass sie nicht tot ist, sondern gefangen genommen wurde und so schmiedet er einen Plan, um in das bestgesichertste Gefängnis der Welt einzubrechen. Dafür muss er Geschäfte mit dubiosen Schattendealern eingehen und das ist erst der Anfang eines Kampfes, bei dem es nicht nur um ihn und Milla, seine Familie und die Relikter gehen wird ...

Was für ein Ritt! Die Autorin hat es wirklich drauf, ein so extrem hohes Tempo vorzulegen, dass die 600+ Seiten einfach nur so vorbeifliegen. Das gefällt mir sehr gut, außerdem mag ich es auch, wie hier die Liebe zwischen den beiden Hauptcharakteren gestaltet wird. Es kommt kaum Kitsch vor und beide begegnen sich stets mit Respekt und auf Augenhöhe und mit viel Leidenschaft. Auch cool ist, dass Nicolai zwar ein grey charakter, aber kein Aloch per se ist, wie es so oft und gern in New Adult beschrieben wird. Und dass beide so stark sind, dass sie durchaus fähig sind, sich selbst aus schlimmen Situationen zu retten, auch wenn es schön ist, dass der/die andere sofort los eilt, um zu helfen. Das Magiesystem ist sehr komplex und dieser Band ist ohne den Vorgänger nicht zu verstehen. Es gibt Politik, Intrigen, Kämpfe, Found Family und viel Action, was einfach nur Spaß macht. Ein paarmal war mir nicht klar, warum Nicolai nicht seine Kräfte eingesetzt hat, um etwas zu erreichen, und ein paar Sachen waren nicht ganz logisch, aber für Leute, die auf originelle Welten und coole ProtagonstInnen stehen, ist das die perfekte Dilogie. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Vergils Vermächtnis

Baskerville Hall – Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente. Teil 3: Das Tal der Lügen
0

Arthur hat kaum die Erlebnisse beim letzten Abenteuer verarbeitet, als ihn der Brief einer alten Feindin erreicht. Dinah Grey, jetzt dank ihrer genialen Maschine ein junges Mädchen, erpresst ihn, indem ...

Arthur hat kaum die Erlebnisse beim letzten Abenteuer verarbeitet, als ihn der Brief einer alten Feindin erreicht. Dinah Grey, jetzt dank ihrer genialen Maschine ein junges Mädchen, erpresst ihn, indem sie ihm droht, seiner Schwester etwas anzutun, wenn er nicht gehorcht. Bei der demnächst stattfinden Klassenfahrt in den Lake District soll sich Arthur Holmes bei seinen dortigen Ermittlungen anschließen und einen geheimnisvollen Messingkopf finden, dessen Ursprung Vergil zugeschrieben wird und der angeblich alle Fragen zur Zukunft und Vergangenheit beantworten kann. Um seine Schwester nicht zu gefährden, ist Arthur gezwungen, seine Freunde und seinen Mentor Holmes anzulügen. Doch schon bald stecken alle fünf wieder gemeinsam in einem Abenteuer, das sie alles kosten könnte - selbst ihre Freundschaft.

Auch hier gibt es wieder Spannung und den einen oder anderen Verweis auf die echten Geschichten von Conan Doyle, was ich sehr genossen habe. Und es könnte einem das Herz brechen, wenn man sieht, wie Arthur leidet, um ja nichts zu sagen, um die kleine Mary nicht zu gefährden. Gleichzeitig steuert natürlich auch alles auf eine gewisse Konfrontation hin, Stichwort Reichenbachfälle. Der Sprecher hat wie üblich einfach fantastische Arbeit geleistet und jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme gegeben. Apropos fantastisch: Ich finde immer noch, man sollte gerade in Jugendbüchern wenigstens im Nachwort darauf hinweisen, dass der Glaube des echten Conan Doyle in Bezug auf Geister und Übernatürliches eben nur genau das ist: ein Glaube. Alles in allem hatte ich wieder sehr viel Spaß und hoffe auf weitere Abenteuer.

Veröffentlicht am 11.05.2026

In der Schrundgule

Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen
0

Seit drei Monaten (oder 2 Monaten, 29 Tagen, 14 Stunden und 37 Minuten, aber wer zählt das schon so genau?) lebt das Klugscheißerchen jetzt bei Familie Theufel, in der vielleicht abgesehen von Hund Klaus-Kathrin ...

Seit drei Monaten (oder 2 Monaten, 29 Tagen, 14 Stunden und 37 Minuten, aber wer zählt das schon so genau?) lebt das Klugscheißerchen jetzt bei Familie Theufel, in der vielleicht abgesehen von Hund Klaus-Kathrin jede und jeder eine Klugscheißerin und Klugscheißer ist. Müsste ja eigentlich die Hölle sein, in einer Familie zu leben, in der man selten was zum Verbessern hat, aber das Klugscheißerchen fühlt sich ganz wohl. Zumindest, bis es selbst einmal geklugscheißert wird. Was für ein Versagen! Am besten, es geht mit Tina und Theo in die Schule, um zu lernen. Doch in der Schule lernt es gar nichts, es weiß schon alles! Wie langweilig! Doch dann klettert aus der Schublade der Lehrerin ein kleines, rotes Wesen, hüpft von Schulter zu Schulter und flüstert den SchülerInnen falsche Antworten ein - das Vehlerteufelchen ...

Wie üblich bei dem Autor zeichnet sich das Buch durch feinen Humor und originelle Ideen aus. Und die Zeichnungen der Illustratorin sind natürlich auch Zucker. Moment ... irgendwie juckt meine Schulter. Ohkey, weider. Nahtürlisch giebt es kar keyne Vehlerdeufel. Drodsdem is der Geschiechte schohn rächt nätt. Ser kuhrsweilich, ser kuhrtz und nätt. Es giept keyne besohnderen Höepungte oda so. Vohn dahär hette iech vieleicht ain bischen mähr erwahrtet. Drotzdem schöhn führ Ginder und Erwaxene.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Bayview Crew

ONE OF US IS BACK
0

Es sind Sommerferien und die gesamte Crew derjenigen, die in den ersten beiden Ereignissen in Bayview eine Rolle gespielt haben, sind wieder zu Hause. Es verspricht, eine schöne Zeit zu werden - bis sie ...

Es sind Sommerferien und die gesamte Crew derjenigen, die in den ersten beiden Ereignissen in Bayview eine Rolle gespielt haben, sind wieder zu Hause. Es verspricht, eine schöne Zeit zu werden - bis sie erfahren, dass durch einen Verfahrensfehler durch einen leichtsinnigen Geschworenen ausgerechnet Jake Riordan einen neuen Prozess bekommt. Bis dahin darf Jake - mit einer Fußfessel und Auflagen - ebenfalls heimkehren. Außerdem gibt er Interviews und hält Reden in Schulen. Es bleibt nicht aus, dass sie sich wieder über den Weg laufen. Zuerst bedroht er sie, verhöhnt sie, lauert ihnen auf. Zuerst verschwindet Phoebe, wird aber ohne Erinnerungen aufgefunden. Und dann gibt es einen Toten ...

Ehrlich gesagt, war mir der Einstieg in die Geschichte zu langatmig. Ich verstehe, dass McManus noch mal eine Art Zusammenfassung der Dynamik innerhalb der Gruppe geben wollte, aber diejenigen, die die Vorgänger gelesen haben, wissen es eh und die anderen, so denke ich, verstehen es ohnehin nicht wirklich. Trotzdem gehen dafür um die 100 Seiten drauf, die nicht wirklich spannend sind. Als es dann jedoch erst einmal wieder anfängt, weiß die Autorin wie üblich gekonnt zu fesseln. Und zumindest mich hat das Ende wirklich sehr befriedigt und ich wette, es war McManus ein Anliegen, allen A-löchern zu geben, was sie verdienen und der Crew ... nun, der ebenfalls. War jedenfalls ein hübscher, runder Abschluss der Reihe.