(S)Age Gap
All the Hidden Monsters 1: All The Hidden MonstersAls Sage ihre Freundin Lucy besuchen will, findet sie eine erschütternde Szenerie vor. Alles ist voller Blut, ihre Freundin wurde grausam abgeschlachtet. Noch an Ort und Stelle trifft sie auf den Hexenmeister ...
Als Sage ihre Freundin Lucy besuchen will, findet sie eine erschütternde Szenerie vor. Alles ist voller Blut, ihre Freundin wurde grausam abgeschlachtet. Noch an Ort und Stelle trifft sie auf den Hexenmeister Oren, der eine ganze Mordserie an Werwölfen aufklären will. Obwohl er strikt dagegen ist, schafft es Sage, in die Ermittlungen eingebunden zu werden und mit Oren zusammenzuarbeiten. Ihre Suche führt sie zu jemandem auf einem Rachefeldzug und dieser Jemand kommt ihnen bald gefährlich nahe. Zum Glück gibt es den Poltergeist P, die ihnen immer wieder aus der Klemme hilft.
Mord und Romantasy mit Werwölfen und Hexenmeistern und eine WG mit einem weiblichen, mega netten und meeeega hilfreichem Poltergeist. Was soll da schon schiefgehen? Das ist doch eine coole Kombination? Die Autorin: Hold my beer. Mal davon abgesehen, dass das Worldbuilding eher ... dezent gehalten ist, ist eines klar: Die Behörde, für die Oren arbeitet, ist eine reine Stasimaschinerie. Sie beobachten alles und jeden, die Leute müssen sich bei ihnen melden, wenn sie unter Menschen leben wollen und sie führen auch gleich die Polizeiarbeit aus, inklusive Folter. Oren ist ein staatlicher Schlächter. Wenn dieser Behörde was nicht passt, darf er ohne Lizenz auch mal ein halbes Wolfsrudel abschlachten. Gerichte? Prozesse? Anwälte? Verteidiger? Fehlanzeige. Dazu kommt, dass Oren so um die 150 Jahre alt ist, weil ... keine Ahnung. Hexenmeister eben alt werden. Isso. Und Werwölfe eben nicht. Unser Werwolfmädchen ist aber gerade 18, bzw wird justament während der Ereignisse 19. Und während der krass-coole Oren bei ihren gleichaltrigen Freunden ständig die Augen verdreht und Teeniedrama murmelt, ist es bei ihr natürlich total anders. Sie ist die Einzige, die ihn verstehen kann. Warum sie überhaupt mit dem Typen reden und ihn verstehen will, ist mir allerdings schleierhaft. Er ist einfach widerlich. Wie er sich ihr gegenüber die Hälfte des Buches verhält: red flag de luxe.
Aber er ist natürlich so unfassbar gut aussehend. Das macht alles wett. Dass er der Mörder unzähliger Wesen ist, dass er Sage wie Dreck behandelt, sich über ihr Umfeld lustig macht. Egal. Sage nimmt alles hin. Und ihre - eigentlich - coole Poltergeistfreundin ist auch gleich hin und weg von ihm. Apropos Geisterfreundin: Die kriegt nicht mal einen vollen Namen und wird nur mit P angeredet. Die Frau ist eine Heilige, außerdem löst sie als Einzige den Fall, während Sage und Oren damit beschäftigt sind zu Groomen und Gegroomtzuwerden. Wer auf so was steht: viel Spaß. Allen anderen rate ich von diesem Buch ab.