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Veröffentlicht am 06.10.2025

Coal und Hex

The Nightmare Before Kissmas
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Angenommen, die Feiertage wären Royals und sie stünden in einem extremen Konkurrenzkampf zueinander? Willkommen bei "The Nightmare before Kissmas". Nicholas, genannt Coal, ist der Prinz von Weihnachten. ...

Angenommen, die Feiertage wären Royals und sie stünden in einem extremen Konkurrenzkampf zueinander? Willkommen bei "The Nightmare before Kissmas". Nicholas, genannt Coal, ist der Prinz von Weihnachten. Sein Vater ist - man kann es nicht anders sagen - ein Tyrann. Nach außen hin der joviale, freundliche Santa, ist er hinter den Kulissen ein knallharter Geschäftsmann, der eben dieses Weihnachtsgeschäft mit eiserner Hand führt. Coal und sein wenig jüngerer Bruder Kristopher stehen unter seiner Fuchtel und müssen tun, was er verlangt. Jetzt eben verlangt Santa, dass Coal die Prinzessin Iris von Ostern heiratet, um ihre Imperien zu vereinen. Doch dann kommt der Prinz von Halloween als Konkurrent um Iris' Hand - und was passiert eigentlich, wenn sich die beiden Konkurrenten ineinander verlieben?

Ich mochte die Ausgangslage sehr. Und um ehrlich zu sein, waren mir die meisten Charaktere wirklich sympathisch, besonders Kristopher und Iris, Bruder und beste Freundin von Coal. Doch auch Hex war nicht uninteressant und ich mochte ihn. Mit Coal selbst bin ich nicht unbedingt warm geworden. Ich mochte, dass er eine Green Flag in einer Beziehung war, aber seine ständige Unentschlossenheit ging mir sauber auf den Keks. Dazu kommt, dass sich genau daraus endlose Gedankenkarussells entwickelt haben. Aber die spicy Szenen waren wirklich geschmack- und gefühlvoll beschrieben, auch wenn sie meinetwegen gern weniger Platz hätten einnehmen dürfen. So hätte ich insgesamt dem Buch vier Punkte verliehen, allerdings gab es einen riesigen Mangel, den ich hier ansprechen möchte, und der dafür sorgt, dass es am Ende doch nur 3 werden: Die ganze Zeit wurde für das A...lochverhalten des Vaters immer die Mutter der Jungs verantwortlich gemacht. Da gab es von Coals Seite aus keine Reflektion, keinerlei Erkenntnis, dass es die Entscheidung des Vaters war, sich wie ein Tyrann aufzuführen. Ja, die Frau hat Santa und die Jungs verlassen, aber es ist dann SEINE Entscheidung gewesen, sich wie ein Drecksack aufzuführen, nichts, was ihre Schuld wäre. Das geht schon so stark ins Misogyne, dass ich da nicht drüber hinwegsehen kann und will.

Veröffentlicht am 06.10.2025

KinTwin

Soulmates and Other Ways to Die
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Stell dir vor, seit einiger Zeit ist es klar, dass jeder Mensch einen Soulmate hat und eine App informiert dich auch darüber, solltet ihr euch in der Nähe befinden. Die Crux an der Sache: Wenn einer der ...

Stell dir vor, seit einiger Zeit ist es klar, dass jeder Mensch einen Soulmate hat und eine App informiert dich auch darüber, solltet ihr euch in der Nähe befinden. Die Crux an der Sache: Wenn einer der beiden Soulmates stirbt, stirbst auch du. Tja. Dumm gelaufen. Findet zumindest Zoey. Zoey ist auf alles vorbereitet, trägt immer einen Notfallbeutel bei sich und weiß sich auch bei Flugzeugabstürzen zu helfen. Als sich ausgerechnet Milo - der wilde, unberechenbare Milo - als ihr Seelenpartner entpuppt, ist sie entsetzt. Sie macht ihm den Vorschlag zu versuchen, ihr Seelenband irgendwie zu lösen. Milo ist einverstanden und die beiden machen sich auf eine rasante Irrfahrt, wobei sie nicht nur die Hintergründe der Seelenverwandtschaft aufdecken, sondern auch in Lebensgefahr geraten.

Oh, ich habe dieses Buch wirklich von Anfang an gefeiert. Es ist einfach so locker-flockig geschrieben, obwohl sofort klar ist, dass man sich in einer Art Dystopie befindet. Und es ist eine Dystopie, die wir eigentlich schon in Amerika und in Ansätzen selbst hier in Deutschland erleben. Ein Multimiliardär kontrolliert quasi den ganzen Staat (und man brauchte wirklich einen Zaunpfahl, um zu erkennen, auf wen damit angespielt wird) und er bzw diejenigen, die er kontrolliert, schrecken auch vor Gewalt und Mord nicht zurück. Die Charaktere sind wirklich liebenswert (zumindest, die, die es sein sollen) und natürlich gibt es ein paar übertriebene Actionszenen, aber mir hat's gefallen. Auf die Thematik "eine Wahl haben" wird starker Fokus gelegt, aber auch auf Freundschaft und Liebe und alles, was dazu gehört. Ich würde dieses Buch wirklich gern verfilmt sehen, empfehle es auch an alle, die einfach locker lassen und eine Dystopie genießen können. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Heißkalte Weihnachten

Under the Mistletoe – Die zwangsläufige Zeit der Liebe
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In diesem Buch versammeln sich fünf Weihnachtsgeschichten von Romanceautorinnen (nehme ich an), von denen ich allerdings nur Ali Hazelwood kannte und sie eigentlich der Grund war, warum ich es lesen wollte. ...

In diesem Buch versammeln sich fünf Weihnachtsgeschichten von Romanceautorinnen (nehme ich an), von denen ich allerdings nur Ali Hazelwood kannte und sie eigentlich der Grund war, warum ich es lesen wollte. Es sind Short Stories mit vier/fünf Kapiteln, man kann sie als quasi einfach so wegsnacken, wenn man mal Zeit hat.

Ali Hazelwood - Cruel Winter: Ja, das war eigentlich ganz süß. Jamie und ihr Kindergartenfreund/feind, die sich nie aus den Augen verloren haben und jetzt gemeinsam im Schneesturm festsitzen. Das hat ganz gut funktioniert und war wie üblich bei Ali mega geschrieben. 4/5

Tessa Bayley - Merry Ever After: Diese Geschichte hat mich so gar nicht abholen können. Der riesige Farmer Lukas, der wohl kernig wirken sollte, fühlte sich für mich irgendwie ungepflegt an und bei Daddy-Kinks bin ich gleich raus. Auch dieses "Ich Tarzan, du meine Frau"-Feeling kann ich nicht ab. 2/5

Olivia Dade - All by my Elf: Nett, aber ein bisschen langweilig, weil es auch so extrem vorhersehbar war. Immerhin gute Kritik, wie mit lehrenden Dozenten umgegangen wird. 3/5

Alexandria Bellefleur - Merriment and Mayhem: Das hätte eigentlich eine ausgewachsene Geschichte werden sollen, nicht nur so eine Short Story, dann wären die Entwicklungen glaubhafter gewesen. So war es halt etwas übertrieben, aber wenigstens ganz nett. 3.5/5

Alexis Daria - Only Santas in the Building: Wenn Gefühle nur auf absolute Horniness basieren, ist mir das zu viel, egal, ob das von der Seite des Mannes oder der Frau ausgehen. Auch dieses "Hach, immer wenn mein Schwarm auftaucht, bin ich ungepflegt" nervt. Immerhin war der Typ eine green flag und hat eine Katze, zähle ich als Pluspunkt. 3/5

Alles in allem hätte ich mir einfach ein bisschen mehr echte Gefühle und weniger "Der/die andere ist so scharf, auf den/die will ich drüber" gewünscht. Weniger ist einfach manchmal mehr.

Veröffentlicht am 02.10.2025

Beastly

A Ruin of Roses: Die Schöne und das Biest spicy Romantasy Märchen
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In einer Welt, die mal irgendwann modern war, aber jetzt von Dämonen und einem Fluch befallen ist, lebt Finley. Durch besondere Pflanzen schafft sie es, den Fluch der Seuche, die die Menschen quält, ein ...

In einer Welt, die mal irgendwann modern war, aber jetzt von Dämonen und einem Fluch befallen ist, lebt Finley. Durch besondere Pflanzen schafft sie es, den Fluch der Seuche, die die Menschen quält, ein wenig einzudämmen, doch diese Pflanzen gibt es nur im verbotenen Wald. Als sie wieder einmal dort heimlich die Pflanzen erntet, wird sie von dem grausamen, bestialischen Nyfain gefangen genommen. Er ist der letzte überlebende Prinz und der Einzige, der die Dämonen noch in Schach halten kann und nur Finley kann ihm helfen. Doch ist sie bereit dazu im Angesicht der Gefahren, die von den Dämonen drohen?

Ich bin kein Fan von Dark Romantasy (und ehrlich gesagt gibt's hier auch nicht viel davon), aber ich mochte die Shadowspell-Reihe der Autorin und ich stehe auf Märchenadaptionen. Allerdings ist das hier ordentlich schief gegangen. Obwohl Finley recht badass ist, habe ich die meisten ihrer Gedanken und Handlungen nicht verstanden. Das mag aber auch daran liegen, dass das gesamte Worldbuilding eher konfus ist und der ständige Wechsel zwischen modernem Denken und mittelalterlichem Märchensetting machte es nicht einfacher. Es gab ein paar eher unangenehme Szenen und was Finley und Nyfain verbunden hat, ist mir bis zum Schluss nicht klargeworden. Anziehung sieht für mich anders aus. Aber okay, kann man ja alles mit Daaaaaaark erklären. Wer's mag. Ich nicht.

Veröffentlicht am 01.10.2025

Füchschen

Wo die Nacht verweilt
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In ihrem Dorf ist Liska verpönt, weil sie Magie beherrscht. Um dazuzugehören, schleicht sie sich eines Nachts in den Driadawald, denn angeblich gibt es dort einen Zauberfarn. Dabei trifft sie einen Walddämon ...

In ihrem Dorf ist Liska verpönt, weil sie Magie beherrscht. Um dazuzugehören, schleicht sie sich eines Nachts in den Driadawald, denn angeblich gibt es dort einen Zauberfarn. Dabei trifft sie einen Walddämon und schließt einen Pakt mit ihm: Ein Jahr lang wird sie ihm dienen, dafür wird er ihr ihre Magie nehmen und sie kann endlich ein normales Leben führen. Doch je länger Liska und der Leczy, der Walddämon, Zeit miteinander verbringen, desto klarer wird ihr, dass nicht alle Dämonen und Monster böse sind und sich manche hinter harmlosen Fassaden verstecken. Und sie hinterfragt nach und nach alles, was sie zu glauben wusste.

Hier passt einfach alles. Das wunderschöne Äußere in Form des Covers spiegelt sich auch im Inneren wider. Der Schreibstil ist angenehm, fast poetisch, wie es sich für eine Märchenadaption gehört. Liska ist so eine sympathische Person, dass es nicht verwundert, wie sie nach und nach alle um ihren kleinen Finger wickelt und aus dem düsteren Haus im Wald mit seinen skurrilen Bewohnern eine found family bildet. Und wie es sich für slawische Folklore gehört, ist die Geschichte bittersüß. Eine perfekte Lektüre für die dunklen Herbsttage, die vor uns liegen!