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Veröffentlicht am 27.10.2020

Die Prophezeiung

Tales of Beasts and Magic
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Unsere Welt nach Einzug der Magie: Jeden Tag erscheinen neue Bestien, die jeden Tag aufs Neue bekämpft werden müssen. Die Magie hat jedoch nicht nur Bestien erschaffen, sondern auch Menschen mit besonderen ...

Unsere Welt nach Einzug der Magie: Jeden Tag erscheinen neue Bestien, die jeden Tag aufs Neue bekämpft werden müssen. Die Magie hat jedoch nicht nur Bestien erschaffen, sondern auch Menschen mit besonderen Fähigkeiten: die Alchemisten, die Medien und die Krieger. Wenn diese Begabten in einen Rausch fallen, stellen sie Gifte/Gegengifte her, machen Prophezeiungen und bekämpfen die Bestien. Liana ist eine Alchemistin, die mit ihrer besten Freundin, einem Medium, zusammenlebt und sich regelmäßig über die Krieger aufregt. Doch dann macht ausgerechnet ihre Freundin eine Prophezeiung, die Liana zwingt, mit dem schlimmsten und arrogantesten Krieger zusammenzuarbeiten, um die schlimmsten Bestien aufhalten zu können.

Ich bin ein großer Fan von Magie, alternativen Welten und Bestien und ich mochte zum Beispiel die Bestien-Chroniken von Greg Walters sehr gern. Hier hatte ich etwas Ähnliches erwartet und vielleicht hat diese Erwartungshaltung zu Enttäuschung geführt. Das Problem ist, dass hier einfach viel zu wenig Zeit darauf verwendet wurde, den Weltenentwurf auszubauen. Stattdessen wurden endlose Seiten für den immer gleichen Ablauf verschwendet. Die Alchemistin und der Krieger treffen sich, zicken sich an, kämpfen, meditieren. Nicht zu vergessen die grundlos extrem eifersüchtige Möchtegernfreundin des Kriegers, die klischeemäßiger nicht hätte rüberkommen können. Ich fand auch die Sache mit der Magie nicht gut erklärt. Die ist halt jetzt einfach mal da. Und scheinbar gibt's auch keine wirklich modernen Waffen mehr, mit denen man die Bestien bekämpfen könnte, obwohl andererseits Hubschrauber existieren. Das ist schon sehr unglaubwürdig. Ich meine, Raketenangriffe bringen sogar gegen Godzilla was, aber hier gibt es zwar moderne Fortbewegungstechnik, aber keine zum Zerstören? Nein, unsere Krieger hier lernen lieber Stockkampf und sind sehr gut darin, mit ihrem Schwert zu fuchteln. (Nicht was ihr jetzt schon wieder denkt, ihr Ferkel!) Enttäuscht hat mich auch das Lektorat. Es gibt unzählige, zwar kleine, aber dafür immer wieder auftauchende Fehler und Wortwiederholungen, die ich auf Dauer anstrengend fand. Alles in allem hatte ich hier eher das Gefühl, einen Entwurf zu lesen, als dass hier ein fertiges Werk vorgelegt wurde. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.10.2020

Di-dö, di-dö

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Auf geht's zur zweiten Runde in der besten aller möglichen Welten, Qualityland! Peter Arbeitsloser hat ein Problem. Ach was, eines. Wenn es nur das wäre - und nein, mittlerweile ist es nicht nur der rosafarbene ...

Auf geht's zur zweiten Runde in der besten aller möglichen Welten, Qualityland! Peter Arbeitsloser hat ein Problem. Ach was, eines. Wenn es nur das wäre - und nein, mittlerweile ist es nicht nur der rosafarbene Delphindings ... ihr wisst schon. (Wenn ihr es nicht wisst, lest oder hört erst mal Qualityland, bevor ihr hier im Nachfolger rumschmut!) Jedenfalls, eines seiner Probleme ist, dass Hendrik Ingenieur beschlossen hat, in die Politik zu gehen und ihn als FreundSchrägstrichBerater auserkoren hat. Ob er will oder nicht. Dann ist da noch Kiki, die in ihrer eigenen Vergangenheit rumschnüffelt und einer erschreckenden Sache auf die Spur kommt. Erschreckend sind auch die Politiker, die alle ihre eigene Agenda verfolgen (Oh? Kommt das irgendwem bekannt vor?) und die absolut vernachlässigbare Kleinigkeit des 3. Weltkriegs, der gerade abseits aller Nachrichten ausgebrochen und innerhalb von 8 Stunden beendet wurde. Wie viele Millionen Todesopfer? Ach, bisschen Schwund ist ja immer, hört euch lieber den Podcast von Dan und Dan an ...

Oh, Mann! Dieser Marc-Uwe oder sein Känguru müssen doch eine Zeitmaschine haben. Mindestens! Was der Mann oder sein Känguru hier an dystopisch-erschreckenden, aber leider realsatirisch-authentischen Dingen auspackt, ist der Wahnsinn. Natürlich ist es lustig - ich meine, Weltkriege sind doch total lustig, oder? Nicht? So geht es bei genauerem Zuhören eigentlich mit allen Dingen, die hier passieren: Das Lachen bleibt im Halse stecken. Und warum? Weil - so überspitzt (ist es eigentlich gar nicht) hier so Sachen dargestellt worden sind, sie sind nicht nur absolut möglich, sondern existieren auf die eine oder andere Art eh schon. Schonungslos, gruselig und dabei hochwitzig steigt Marc-Uwe (oder sein Känguru) aus der Zeitmaschine, schüttelt sich den Smok der Zukunft aus den Händen und präsentiert uns eine schöne, neue Welt, auf die wir immer mehr zusteuern.

Veröffentlicht am 25.10.2020

Magische Wesen

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
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Adrian ist 13 und haut aus der Stadt, wo er Probleme mit dem Freund seiner Mutter hat, ab, um seine Großtante in dem langweiligsten Nest der Welt zu besuchen: Arken. In Arken ist die Zeit stehengeblieben ...

Adrian ist 13 und haut aus der Stadt, wo er Probleme mit dem Freund seiner Mutter hat, ab, um seine Großtante in dem langweiligsten Nest der Welt zu besuchen: Arken. In Arken ist die Zeit stehengeblieben und es leben merkwürdige Leute dort. Einige von denen trifft er gerade bei seiner Tante, zum Beispiel Jazz, die seltsame Tattoos trägt. Dann bekommt er einen Anfall - nur dass es kein Anfall ist: Wie es sich herausstellt, leben in Arken lauter magische Wesen und er gehört dazu. Doch damit nicht genug. Seine Tante wird entführt und Adrian sowie seine neuen Freunde - Jazz, die junge Hexe - und der Troll Juri - müssen nicht nur sie, sondern ganz Arken retten, bevor es verloren ist und mit Arken auch die Magie ...

Dieses Buch macht einfach Spaß. Nicht nur, weil der Autor eigentlich Illustrator ist und somit echt schöne Zeichnungen zu seiner Geschichte beisteuert, sondern weil es sich hier um ein mega Abenteuer handelt, in dem es rasant zur Sache geht. Hier wird sich nicht großartig mit Erklärungen aufgehalten, man ist gleich in der Handlung drin und folgt den drei Jugendlichen von einer gefährlichen Situation in die nächste. Logisch, dass dabei auch Freundschaft eine Rolle spielt, Vertrauen, das Annehmen fremder Lebensformen oder anderer Weltanschauungen. Die Antagonisten sind echt gruselig gestaltet, und was sie den magischen Wesen antun (wollen), ist schrecklich. Zum Glück sieht es so aus, als müsste man sich nicht allzu schnell von Arken und dessen Bewohnern trennen, denn der Schluss macht Hoffnung auf Nachfolger. Schönes Kinderabenteuer, 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 21.10.2020

Wortlos, aber eindringlich

Ausflug zum Mond
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Irgendwann in der Zukunft: Eine Schulklasse macht einen Feldtrip zum Mond mit einem fliegenden Schulbus. Sie marschieren im wahrsten Sinne des Wortes durch eine Mondlandschaft, voraus der Lehrer, der etwas ...

Irgendwann in der Zukunft: Eine Schulklasse macht einen Feldtrip zum Mond mit einem fliegenden Schulbus. Sie marschieren im wahrsten Sinne des Wortes durch eine Mondlandschaft, voraus der Lehrer, der etwas erklärt, hinten dran die Schüler. Nur einer von ihnen bleibt zurück, damit beschäftigt, sich umzusehen und dann an - an eine Düne gelehnt - die wunderschöne blau-grüne Erdkugel zu malen. Irgendwann schläft er ein und als er aufwacht, bemerkt er erschrocken, dass all seine Klassenkameraden und der Lehrer fort sind. Gerade noch erkennt er, dass der Schulbus abgehoben ist und davonfliegt. Verzweifelt er? Weint er? Nein. Der kleine Junge setzt sich hin und malt wieder und plötzlich ... ist er nicht mehr allein.

Ich habe ja schon einige süße Kinderbücher gesehen, aber das hier darf sich in die Top-5 einreihen, denn es ist auch noch außergewöhnlich. Die ganze Geschichte wird ohne Worte, nur anhand der Zeichnungen, erzählt. Dabei fängt die Handlung sogar schon auf dem Cover an, beim Einsteigen in den Shuttle-Bus zum Mond. Es enthält Messages, ohne dass ein Zeigefinger erhoben wird und das Ganze wird so kindgerecht rübergebracht, dass es zum Niederknien ist. Dieses Buch ist nicht nur ein Bilderbuch, sondern wahrhaftig auch ein Lehrbuch in Sachen Träumen, Fremdheit, Freundschaft, Akzeptanz. Ganz großes Kino auch für die ganz Kleinen.

Veröffentlicht am 21.10.2020

Außen hui, innen na ja

Flo, der Flummi und das Schnack
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Flo, der Flummi und das Schnack ist ein Vorlesebuch und als solches auch echt schön gestaltet. Gegen das Cover und die Zeichnungen im Inneren gibt es absolut keine Einwände oder Beschwerden. Gut gedacht ...

Flo, der Flummi und das Schnack ist ein Vorlesebuch und als solches auch echt schön gestaltet. Gegen das Cover und die Zeichnungen im Inneren gibt es absolut keine Einwände oder Beschwerden. Gut gedacht finde ich auch, dass zu jeder Geschichte das Alter steht, ab welchem man vorlesen und die Kinder wahrscheinlich verstehen könnten, sowie die voraussichtliche Lesezeit. Die meisten Geschichten waren zwischen fünf und zehn Minuten angesetzt, also perfekt, um auch einfach mal zwischendurch nach dem Buch zu greifen.

Das waren die positiven Dinge, die mir zu dem Buch aufgefallen sind. Was mir weniger gefallen haben, waren die meisten Geschichten selbst. Die waren zum Großteils wirklich entweder extrem banal (selbst für ganz kleine Kinder) oder seltsam im Sinne von HÄ, was wollte uns der Dichter damit sagen?. Nun könnte man argumentieren, dass ich das nicht beurteilen könne, weil ich ja erwachsen bin. Allerdings hat meine Fachfrau - das Vorlesekind im Alter von sechs - genau dasselbe gesagt. Und wenn es für ein Kind schon, ich zitiere "wie doof!" ist, welchen Sinn hat das Buch dann?

Es gab auch ein paar Geschichten, die uns beiden gefallen haben. Das von der kleinen Spinne war nett, die längere Geschichte unter dem Meer oder auch die von den Staubmäusen.

Aber im Großen und Ganzen war das Buch ein ziemlicher Reinfall und auch ein paar Dinge, wo ich mich fragte, ob der Lektor da gepennt hat, kamen vor. Die Behauptung, dass Tiger aus Afrika kämen zum Beispiel. Oder dass eine Elster "ab da immer gemobbt wurde" einfach mal beiläufig eingeschoben, als ob das okay wäre. (Kleiner Spoiler: IST ES NICHT!)

In der Beschreibung des Buches steht was von "Das perfekte Buch für Eltern mit Musik- und Literaturgeschmack!". Und damit wird den Eltern schon im Sinne von Des Kaisers neue Kleider suggeriert, dass, wenn sie das Buch nicht toll finden, sie wohl nicht zur intellektuellen Elite gehören. Und welche Eltern wollen das schon? Bestimmt nicht diejenigen, die die Zeitschrift Nido lesen. Küchenpsychologie, die funktioniert, wenn man die begeisterten Rezensionen anderer liest. Von mir Proleten und meinem Vorlesekind gibt's 2,5/5 Punkten.