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Veröffentlicht am 01.03.2020

Zwischen Leben und Tod

Ferryman - Der Seelenfahrer (Bd. 1)
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Dylan ist ein normales Mädchen, das bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt. Mit den Jugendlichen in ihrer Schule und Kursstufe kann sie nichts anfangen, seit ihre beste Freundin weggezogen ist. Erst vor ...

Dylan ist ein normales Mädchen, das bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt. Mit den Jugendlichen in ihrer Schule und Kursstufe kann sie nichts anfangen, seit ihre beste Freundin weggezogen ist. Erst vor kurzem hat sie Kontakt mit ihrem Vater aufgenommen und möchte ein Wochenende mit ihm verbringen, um ihn kennenzulernen. Doch auf dem Weg zu ihm gibt es ein tragisches Zugunglück und plötzlich findet sich Dylan im Niemalsland zwischen Himmel und Hölle wieder. Der Einzige, der sie beschützen kann, ist Tristan, der Ferryman, der ihr zugeteilte Seelenfahrer, denn auf dem Weg in den Himmel versuchen Dämonen, sie in die Hölle zu reißen.

Eigentlich eine interessante Storyline. Ich mochte Dylan, die tatsächlich ein völlig normales Mädchen und keine Auserwählte ist und zum Glück auch keine 180-Grad-Wendung in eine dementsprechende Richtung unternimmt. Sie ist ein Teenager, der etwas Schlimmes passiert und dieses Schlimme annimmt - vielleicht ein bisschen zu abgeklärt, aber manche Leute sind ja so. Sie fand ich auf jeden Fall interessanter und besser gestaltet als Tristan, den Ferryman. Der war halt einfach da und weil er mal nach seiner Meinung gefragt wird, ist er plötzlich hin und weg, obwohl er sich anfangs wie ein echter Idiot benommen hat. Das Zueinander-Hingezogen-Fühlen auf beiden Seiten ging mir zu schnell und natürlich war es dann die absolute, alles überstrahlende Liebe, für die man sogar den endgültigen Tod auf sich nimmt. Das Konzept von Seele und wie man in den Himmel oder die Hölle kommt, hat mich völlig unbefriedigt zurückgelassen und ergibt in meinen Augen auch nicht viel Sinn. Alles in allem hat mich das Buch nicht abholen und mitreißen können und lässt mich mit viel zu vielen Fragezeichen zurück. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.02.2020

Massaker am Königshof

London Dark: Die ersten Fälle des Scotland Yard - Folge 04
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London 1829: Constable Cluskey ist für seine besonnende Art und Weise bekannt und geschätzt. Das kommt ihm auch zugute, als er plötzlich zum Buckingham Palace gerufen wird. Ausgerechnet beim Bankett von ...

London 1829: Constable Cluskey ist für seine besonnende Art und Weise bekannt und geschätzt. Das kommt ihm auch zugute, als er plötzlich zum Buckingham Palace gerufen wird. Ausgerechnet beim Bankett von King George kam es zu einem Massaker - ausgelöst vom König selbst. Was steckt dahinter? Wer könnte ein Interesse daran haben, zumal fast alle hohen Adligen anwesend waren? Um zu verhindern, dass die Armee das Kommando übernimmt, beschließt der Innenminister Sir Robert Peel die Gründung einer neuen, unabhängigen Polizeitruppe, des Scotland Yard, und Constable Cluskey soll deren Leitung übernehmen.

Dass mich das Hörbuch nicht so richtig mitreißen konnte, liegt möglicherweise mehr an meinen Erwartungen als an dem Werk selbst. Erst einmal kippte es teilweise in Mystery ab, was ich so nicht erwartet hatte. Dann gab es ein bisschen Name Dropping in Form eines deutschen Pianisten am englischen Hof. Der Sprecher selbst konnte mit seiner ruhigen, angenehmen Art punkten. Was mich jedoch am meisten frustrierte, war der Cliffhanger. Wenn ich eine Serie höre, die "Die ersten Fälle von irgendwas" heißt, erwarte ich, dass diese auch in sich abgeschlossen sind und nicht mittendrin aufhören, damit man gezwungen wird, den Nachfolger zu kaufen. Das ist auf gewisse Art Nepp am Kunden, denn man geht beim nächsten Hörbuch schließlich von dem nächsten Fall aus, nicht weiterhin vom allerersten. Von daher bin ich zumindest im Moment unschlüssig, ob ich diese Serie weiterverfolgen werde.

Veröffentlicht am 27.02.2020

Hades' Göttinnen

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss
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Erin ist Studentin am Ivy Hall College, doch sie ist auch noch etwas anderes: Seit zwei Jahren steht sie als Rachegöttin im Dienst von Hades, dem Gott der Unterwelt. Ein Kuss von ihr ist vielleicht nicht ...

Erin ist Studentin am Ivy Hall College, doch sie ist auch noch etwas anderes: Seit zwei Jahren steht sie als Rachegöttin im Dienst von Hades, dem Gott der Unterwelt. Ein Kuss von ihr ist vielleicht nicht tödlich, zerstört aber die Seele und Persönlichkeit eines Menschen. Jede Woche muss sie Hades eine neue Seele ausliefern, weil sonst ihrer Schwester was Schreckliches passiert. Sie hasst den Job und sucht sich deshalb nur Männer, die es auch wirklich verdient haben - Frauenmisshandler, Schläger, A-löcher im Allgemeinen. Niemals darf sich Erin verlieben, niemals darf sie jemanden anders küssen, um nicht jemanden zu zerstören, der es nicht verdient hat. Doch dann begegnet sie Arden und alles ändert sich.

Ich mag ja die griechische Mythologie und ich mag es auch, wenn sich Autoren Gedanken machen und Sachen aus der Mythologie in die Neuzeit versetzen. Was ich jedoch absolut nicht mag, sind Wiederholungen. Wenn ein und derselbe Sachverhalt so wieder und wieder vorgekaut wird, dass man damit ein frisch geschlüpftes Vogelbaby füttern könnte. Das passiert in diesem Buch endlos, es ist so furchtbar langatmig, dass ich zwischendurch sogar ein paar Tage aufgehört habe zu lesen. Als ich mich wieder ranwagte, wurde es nicht besser, sodass ich irgendwann anfing querzulesen. Man hätte das Buch locker um 200 Seiten kürzen können, ohne Informationsverlust befürchten zu müssen. Dafür hätte bei einer Straffung des Inhalts ein Spannungsbogen entwickelt werden können, der bei der Stange hält. Die Sache ist die: Eigentlich kann die Autorin schreiben und sie hat zwischendrin auch ganz nette Dialoge. Aber entweder darf sie nicht oder sie traut sich nicht, ihre Protagonisten dann auch weiterhin cool bleiben zu lassen. Stattdessen wird sich angeschmachtet, allerdings so nervig in dem ewigen "Hach, küss mich ja nicht, das ist voll verboten!". Mir war dann auch schon ziemlich zeitig klar, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickelt, sodass der Schluss keine überraschende Wende bereit hielt. Ich grüble auch die ganze Zeit, warum es Gods of Ivy Hall heißt. Der einzige Gott, der mal auftaucht, ist Hades, und gerade der treibt sich nicht am College herum. War Goddesses of ... zu viel Frauenpower? Ich glaube nicht, dass ich diese Reihe weiterverfolgen werde. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 23.02.2020

Wells & Wong für immer!

Feuerwerk mit Todesfolge
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Seit den Ereignissen im letzten Jahr hat sich auf der Deepdean einiges geändert: Es gibt nicht nur viele neue Lehrerinnen, sondern auch eine neue Direktorin. Diese hat den Fehler begangen, ein Mädchen ...

Seit den Ereignissen im letzten Jahr hat sich auf der Deepdean einiges geändert: Es gibt nicht nur viele neue Lehrerinnen, sondern auch eine neue Direktorin. Diese hat den Fehler begangen, ein Mädchen zur Schulsprecherin zu ernennen, die ihre Macht ausnutzt und mit Hilfe ihrer fünf Aufsichtsschülerinnen die Jüngeren terrorisiert. Doch dann passiert das Unfassbare: Nach dem Bonfire-Feuerwerk wird die Schulsprecherin tot aufgefunden. Ein Unfall, entscheiden die Lehrerinnen. Ganz klar ein Mord, erkennen Hazel und Daisy! Zusammen mit den Mädchen aus ihrem Schlafsaal setzen sie alles daran, diesen Mord aufzuklären und geraten selbst in Gefahr.

Mittlerweile merkt man, dass die beiden Detektivinnen älter werden. Sie sind jetzt vierzehn und damit in der Fulltime-Pubertät. Es gibt erste Interessen in Richtung Liebe und genauso der erste große Streit aus Angst, den jeweils anderen zu verlieren. Wenn man dieses Buch liest, fühlt man sich einerseits in eine cosy Stimmung versetzt, weil man die Internatsatmosphäre mit den regelmäßigen Süßigkeiten und den Mädchendingen aufnimmt. Andererseits gab es auch 1934 schon Mobbing unter Schülern und jede Menge Geheimnisse, das machte die Sache spannend. Auch dass Nazideutschland erwähnt wird, wirft einen Schatten auf die Zeit. Ich mag diese Reihe sehr. Sie wird mich nie vollkommen aus den Socken reißen, aber ich genieße sie dennoch und verfolge die Abenteuer der beiden Mädchen und ihrer Freundinnen jedes Mal aufs Neue mit viel Wohlwollen.

Veröffentlicht am 21.02.2020

Aus aller Welt

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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Mit diesem Buch liegt ein Sachbuch für Kinder vor, das in einfachen Worten, aber nicht von oben herab erklärt, wie das mit den Nachrichten funktioniert. Meistens wird sich dabei auf die Tagesschau bezogen, ...

Mit diesem Buch liegt ein Sachbuch für Kinder vor, das in einfachen Worten, aber nicht von oben herab erklärt, wie das mit den Nachrichten funktioniert. Meistens wird sich dabei auf die Tagesschau bezogen, weil die Autorin sehr lange dort gearbeitet hat, sie geht jedoch auch auf andere Sender und Medien ein.

Jetzt könnte man meinen, dass sich die meisten Menschen mittlerweile übers Internet kundig machen und die Nachrichtensender überflüssig werden. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Der Vorteil von Tagesschau und Co liegt eben darin, dass sie ihre Meldungen von Nachrichtenagenturen bekommen. Diese Nachrichtenagenturen haben überall auf der Welt ihre Reporter, die das, was sie an Neuem erfahren, überprüfen. Angeblich muss jede Nachricht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden bei den Sendern - wenn das stimmt, sind sie natürlich weitaus ernster zu nehmen als alles, was uns im Internet vorgesetzt wird bzw. werden kann.

Mir gefiel auch gut, wie Redaktionen erklärt wurden oder auch die Arbeit der Redakteure und Sprecher. Zwischendurch gab es interessante Interviews mit verschiedenen bekannten Nachrichtensprechern wie zum Beispiel Peter Kloeppel, der ja DER Anchorman bei 9/11 war.

Alles in allem ist das ein informatives Sachbuch, das seriös wirkt und nicht nur für Kinder interessant ist. Einen kleinen Abzug gibt es wegen des Bolognesevergleichs und den grellgrünen Kästen, die manchmal schwer zu lesen waren. 4,5/5 Punkten.