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Veröffentlicht am 24.04.2019

Berührende Geschichte um Familie, Trauer und Vergebung

Von A wie allein bis Z für zusammen
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In diesem Buch geht es um die bedingungslose Liebe einer Mutter über den Tod hinaus. Ihre beiden Töchter Rose und Poppy waren früher unzertrennlich. Doch seit etwa 17 Jahren haben die beiden kein Wort ...

In diesem Buch geht es um die bedingungslose Liebe einer Mutter über den Tod hinaus. Ihre beiden Töchter Rose und Poppy waren früher unzertrennlich. Doch seit etwa 17 Jahren haben die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Das hat ihrer Mutter Andrea das Herz gebrochen und als sie erfährt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, denkt sie sich etwas aus und setzt all ihre Hoffnungen in einen letzten Versuch ihre Töchter wieder zu vereinen.
Sie hinterlässt ihnen eine A-Z Liste mit verschiedenen Aufgaben, welche die beiden gemeinsam erledigen sollen. Mit viel Widerwillen widmet sich vor allem Rose dieser Liste, denn sie hat ihre Gründe, warum sie mit ihrer Schwester nichts mehr zu tun haben will. Am Anfang sind die beiden tatsächlich A wie alleine, aber werden sie am Ende auch Z wie zusammenfinden?

Das Buch beginnt mit dem Tod von Andrea, die ihren beiden Töchtern nicht erzählt hat, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Und so trifft die beiden der Tod der geliebten Mutter unvorbereitet, genauso wie die Liste, die diese mit letzter Kraft liebevoll für sie gestaltet hat.
Und während die beiden nach und nach die Punkte abarbeiten, erfährt man in Rückblicken einiges über die Kindheit von Rose und Poppy und von ihrer innigen Beziehung zueinander. Natürlich fragt man sich, was zu ihrem Zerwürfnis geführt hat. Doch als man es endlich erfährt, war ich nicht besonders überrascht.
Durch Roses Weigerung jemals wieder Kontakt mit Ihrer Schwester zu haben, fehlte beiden der Halt in ihrem Leben, den sie sich immer gegenseitig gaben und das macht sich in ihrer Entwicklung und Lebenseinstellung deutlich bemerkbar.
Es ist einfach schön die Geschichte der beiden zu lesen, egal ob es sich um die Vergangenheit, oder die Gegenwart handelt.

Obwohl ihre Mutter Andrea verstorben ist, spielt sie doch immer wieder eine Rolle. In der Vergangenheit war sie eine aufstrebende Schauspielerin, die zu Gunsten ihrer Kinder ihre Karriere nicht forciert hat. Für sie waren die beiden immer das Wichtigste in ihrem Leben. Sie war eine ungewöhnliche Mutter mit verrückten und liebevollen Ideen. Das zeigt sich auch deutlich an dem ein oder anderen Punkten der Liste, denn sie konnte nicht widerstehen und nutzt diese für ein paar letzte Gelegenheiten sich in Szene zu setzen.

Die Autorin versteht es ganz wunderbar die Gefühle der drei Frauen deutlich zu machen. Diese stehen auch eindeutig im Fokus, denn den männlichen Beteiligten wird nur der absolut notwendige Raum eingeräumt, was teilweise etwas schade ist.
Auch wenn jedem klar sein dürfte, wie sich die Geschichte entwickelt, gibt es doch so viele lustige, bewegende und traurige Szenen, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Und so hat mich dieses Buch, in dem es um Trauer, Familie, Liebe, Vergebung und vieles mehr geht, sehr gut unterhalten.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Eine besondere Geschichte um Familie, Freundschaft und fünf Todesfälle

Für eine kurze Zeit waren wir glücklich
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Die Geschichte atmet den Zeitgeist von 1961, einer Zeit in der fluchen gottlos war und Autos wie der Studebaker und der Pontiac Star Chief auf den Straßen des kleinen Ortes New Bremen in Minnesota fahren. ...

Die Geschichte atmet den Zeitgeist von 1961, einer Zeit in der fluchen gottlos war und Autos wie der Studebaker und der Pontiac Star Chief auf den Straßen des kleinen Ortes New Bremen in Minnesota fahren. Dort lebt der 13jährige Frank, der diese Geschichte vierzig Jahre später aus seiner Sicht erzählt.

Das Buch beginnt mit dem Tod des 13jährigen Bobby Cole, der auf den Bahnschienen von einem Zug erfasst wurde. Sein Tod läutet all die Schrecken jenes Sommers ein, denn der Tod sucht die kleine Gemeinde in den folgenden Wochen in vielen Gestalten heim – als Unfall, als natürliches Phänomen, als Selbstmord und als Mord.

Zu Franks Familie gehört sein Vater Nathan, ein methodistischer Pfarrer und Veteran des Zweiten Weltkriegs, der immer noch Geheimnisse und Schuldgefühle aus dem Krieg mit sich herumträgt. Franks Mutter Ruth hat eine künstlerische Ader und hat sich ein anderes Leben erträumt, als sie den vielversprechenden Jurastudenten Nathan geheiratet hat. Und dann sind da noch Franks ältere und sehr talentierte Schwester Ariel und sein jüngerer Bruder, Jake, der in Gegenwart anderer stottert.

Für Frank und Jake ist es das Größte Flusskrebse zu fangen, eine Fuchsfamilie zu beobachten, oder mit anderen Kindern draußen bis in die Dämmerung zu spielen. Doch die Ereignisse jenes Sommers nehmen den Jungs die Leichtigkeit der Kindheit und erschüttern die Grundlage für alles, woran sie und ihre Familie glauben, einschließlich ihres Glaubens, ihrer Werte und ihrer Stärke als Familie.

Dies ist kein Kriminalroman im herkömmlichen Sinn, obwohl im Verlauf der Geschichte eine Reihe von Verbrechen begangen und untersucht werden. Es ist vielmehr ein wunderbar geschriebener Roman über die Bindungen zwischen Familienmitgliedern, Freunden und der Gemeinschaft einer Gemeinde.

Über lange Strecken erzählt der Autor gelassen und ruhig und beschreibt dabei gerne ausführlich alltägliche Dinge, deren Schilderung die trügerische Sicherheit deutlich macht, die durch unerwartete Ereignisse aus den Fugen gerät.

Krueger hat die Zeit und den Ort, an dem diese Geschichte spielt, lebendig geschildert - ein offensichtlich einfacheres und viel vertrauensvolleres Zeitalter, und er hat sie mit einer Reihe von gut gezeichneten Charakteren bevölkert.
Eine meiner Lieblingsfiguren neben Frank und Jake ist Gus. Er ist die Person, an die sich alle, besonders Frank und Jake, wenden können, um Unterstützung und Ratschläge zu erhalten.

Obwohl es ein eher ruhiges Buch ist, hat es mich regelrecht gefesselt. Krueger weiß, wie man schreibt und wie man Gefühle und Stimmungen spürbar macht. Er hat damit genau meinen Geschmack getroffen.

Fazit: Eine wunderbare Geschichte über Familie und Freundschaft und wie diese durch fünf Todesfälle erschüttert und verändert werden.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Unterhaltsame und schöne Liebesgeschichte

Weil es Liebe ist
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Hinter “Christina Lauren” verbirgt sich das Autorinnenduo Christina Hobbs und Lauren Billings, die schon einige New-York-Times Bestseller, im Bereich Young Adult, geschrieben haben.
Nach ihrem feministischen ...

Hinter “Christina Lauren” verbirgt sich das Autorinnenduo Christina Hobbs und Lauren Billings, die schon einige New-York-Times Bestseller, im Bereich Young Adult, geschrieben haben.
Nach ihrem feministischen Manifest „Dating you – Hating you“ kehren sie mit diesem Buch zu ihren romantischen Wurzeln zurück.

Und romantisch ist die Geschichte um Holland und Calvin auf jeden Fall. Schon seit Monaten schwärmt sie den Gitarrenspieler aus der Ferne an, wenn er in der U-Bahn spielt. Als sie eines Abends dort auf die Gleise gestoßen wird, kommt er ihr zu Hilfe, verschwindet aber sofort, als die Polizei und der Rettungsdienst auftauchen. Warum nur? Die Antwort auf diese Frage erhält Holland als Calvin durch sie seinen Traumjob angeboten bekommt. Und plötzlich teilt sie mit Calvin ihre Wohnung und ihr Leben, anfangs aus ganz unromantischen Gründen.

Es fällt leicht in die Geschichte einzutauchen. Auch wenn die Grundidee nicht neu ist, haben die beiden Autorinnen diese doch sehr unterhaltsam umgesetzt. Es macht einfach Spaß zu lesen, wie die beiden sich immer besser kennenlernen und sich näher kommen.

Besonders gut hat mir auch die Handlung rund um die beiden Onkel von Holland gefallen. Robert und Jeff sind verheiratet und Holland ist für sie wie eine eigene Tochter, um die sie sich liebevoll kümmern. Robert ist ein begabter Musiker, der ein eigenes Musical komponiert hat und so sind die Inszenierung und Aufführung des Stückes immer wieder Teil der Story.

Auch wenn der Roman nicht an die emotionale Tiefe von „Nichts als Liebe“ herankommt, hat er mich doch sehr gut unterhalten. Es ist eine erfrischend leichte Liebesgeschichte mit einem Hauch Erotik, die genau das hält, was man aufgrund der Kurzbeschreibung erwartet.

Fazit: Eine unterhaltsame Liebesgeschichte, die ich gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Familiengeheimnisse

Die Stunde der Inseltöchter
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Im Nachwort schreibt Sarah Morgan „Dieses Buch war ein Aufbruch für mich. Größer im Umfang, mit mehr Charakteren, mehr Breite und Tiefe.“ Genau so habe ich es auch empfunden. Das war mein fünftes Buch ...

Im Nachwort schreibt Sarah Morgan „Dieses Buch war ein Aufbruch für mich. Größer im Umfang, mit mehr Charakteren, mehr Breite und Tiefe.“ Genau so habe ich es auch empfunden. Das war mein fünftes Buch der Autorin und von diesen auf jeden Fall das Beste!

Die 36jährige Lauren lebt mit ihrem Mann und ihrer 16jährigen Tochter Mack in London.
Sie ist strukturiert und organisiert und in den Augen ihrer chaotischen Schwester Jenna ist sie perfekt und führt das perfekte Leben. Doch am 40. Geburtstag ihres Mannes gerät Laurens Leben komplett aus den Fugen und sie kommt erst zur Ruhe, als sie sich auf ihre Wurzeln besinnt und auf die Insel Martha’s Vineyard zurückkehrt.

Dort leben auch ihre Schwester und ihre Mutter. Durch die plötzliche Nähe kommen Familiengeheimnisse ans Licht, die durch Lügen und Schweigen geheim gehalten wurden und dadurch die Menschen und ihr Leben beeinflusst und belastet haben. Vor allem die Beziehungen der Töchter zu ihren Müttern haben darunter gelitten. Mack hat das Vertrauen zu Lauren verloren und die Beziehung von Lauren und Jenna zu ihrer Mutter war schon immer distanziert.

Frauen aus drei Generationen sind sich nun ungewohnt nahe und diese Konstellation bietet der Autorin viel Raum für emotionale Verwicklungen voller Emotionen. Unterhaltsam und abwechslungsreich erzählt sie die Geschichte der vier Frauen, die jede für sich mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat, wie z.B. Mack die ihren Platz in ihrer neuen Schule und ihrem neuen Leben finden muss.

Und natürlich darf auch ein attraktiver Mann in dieser Geschichte nicht fehlen. Immer wenn Scott auftaucht hat mir die Geschichte besonders gut gefallen. Er ist ein Einzelgänger, der auch auf der Insel lebt und der sein Lächeln nur wenigen Menschen schenkt. Ihm wird eine ganz besondere Rolle zuteil, die ihm nicht ganz leichtfällt, die er aber mit seiner trockenen Art ganz wunderbar meistert.

Dieser unterhaltsame Roman ist ein echter Pageturner, den ich nur ungern zur Seite gelegt habe. Das war für mich die ideale Lektüre zum Abschalten und Entspannen und dadurch dass sich die Handlung auf die vier weiblichen Hauptpersonen verteilt, ist sie sehr kurzweilig.
Erfreulich ist auch, dass es sich hier um einen Einzelband handelt und nicht wie sonst von der Autorin gewohnt um einen Mehrteiler.

Fazit: Eine fesselnde Geschichte, abwechslungsreich und voller Gefühle, in welcher das Leben der Frauen der Familie Stewart ordentlich auf den Kopf gestellt wird.

Veröffentlicht am 19.03.2019

Eine dramatische Liebesgeschichte in einer Welt mit besonderen Büchern

Die verborgenen Stimmen der Bücher
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An dieses Buch darf man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. Es hat zwar ein fantastisches Element (das Binden der Bücher) ist aber in meinen Augen eher ein Liebesroman.

Die Geschichte spielt ...

An dieses Buch darf man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. Es hat zwar ein fantastisches Element (das Binden der Bücher) ist aber in meinen Augen eher ein Liebesroman.

Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es besondere Bücher gibt, die von vielen Menschen als böse betrachtet werden. Bücher, die echte Erinnerungen von Menschen beinhalten, wozu nur besondere Buchbinder die Fähigkeit haben. Emmett wächst zwar in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf, trägt aber diese Fähigkeit in sich und tritt eine Lehre bei der Buchbinderin Seredith an. Ihm ist nicht bewusst, was für ein besonderer Mensch sie ist, bis es zu spät ist und sein Leben erneut komplett auf den Kopf gestellt wird, indem er auf andere Buchbinder und deren Kunden trifft.

Schon nach ein paar Seiten war ich fasziniert von dieser Geschichte und wollte unbedingt mehr erfahren, über diese Welt, in der Bücher böse sein sollen und Buchbinder die Macht haben, Lehrlinge einzufordern.
Ich gehe bewusst nicht näher auf das Binden dieser besonderen Bücher ein, denn das macht einen Teil des Reizes der Geschichte aus, nach und nach zu entdecken, was das genau bedeutet und welche Auswirkungen und Auswüchse dies nach sich zieht.

Immer wenn ein neues ungeheuerliches Detail aufgedeckt wird, ist das Buch sehr spannend. Dann ist die Atmosphäre oft geheimnisvoll und manchmal richtig düster, dramatisch und bedrückend, vor allem wenn es darum geht wie verdorben und grausam ein skrupelloser Mensch sein kann. Hier hat mich die Autorin oft mit ihren tollen Ideen und unerwarteten Wendungen überrascht.

Daneben nimmt die Liebesgeschichte einen Großteil der Handlung ein. Die Autorin gibt ihr die Zeit, sich langsam zu entwickeln. Dadurch gibt es immer wieder sehr ruhige Abschnitte. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich ruhige und besondere Geschichten mag, wenn sie gut erzählt sind und es schaffen, mich in ihren Bann zu ziehen. Diesem Roman ist das voll und ganz gelungen.

Fazit: Eine dramatische Liebesgeschichte in einer Welt, in der Erinnerungen in Bücher gebannt werden können.