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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2017

Rosarote Liebeskomödie mit einem Schuss Drama

Wir sehen uns beim Happy End
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Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Unter diesem Pseudonym ist bereits der Titel „Dein perfektes Jahr“ erschienen.

Das Lebensmotto von Emilia „Ella“ Faust ist: "Am Ende wird alles gut. ...

Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Unter diesem Pseudonym ist bereits der Titel „Dein perfektes Jahr“ erschienen.

Das Lebensmotto von Emilia „Ella“ Faust ist: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." Und getreu diesem Motto betreibt sie einen Blog mit dem Namen „Better Endings“ in welchem sie Erzählungen, Büchern, Filmen oder Serien mit einem unglücklichen Ausgang ein eigenes Happy End verpasst. Von Anfang an fand ich diesen Blog und die Idee wunderbar. Die Namen der User und die Kommentare waren auf unterhaltsame Art realistisch. Ella lässt hier auch ihre User an der Planung ihrer bevorstehenden Hochzeit mit ihrem Freund Philip teilhaben.

Genau wie der Buchschnitt sind auch Ellas Träume von ihrer Hochzeit rosarot. Als sie jedoch so richtig klischeemäßig einen Zettel in Philips Mantel findet, drohen diese Träume zu platzen. aber Ella wäre nicht Ella, wenn sie nicht versuchen würde das Schicksal zu beeinflussen, indem sie ihm zum Ausgleich eine gute Tat anbietet. Wenn sie es schafft dem unglücklichen Oscar zu seinem Glück zu verhelfen, dann wird sich auch bei ihr alles zum Guten wenden. Doch lässt sich das Schicksal auf diesen Deal ein?

Ella ist hoffnungslos romantisch bis zur Selbstaufgabe. Sie klammert sich an ihr Happy End mit Philipp und ist bereits über vieles hinwegzusehen und die Augen vor der Realität zu verschließen. Nicht immer konnte ich das nachvollziehen und fand das stellenweise etwas nervig und überzogen. Am Ende wird allerdings klar, warum Ella sich so verhält und alles ergibt einen Sinn.

Oscar, den Ella unbedingt glücklich machen will, hat nach zwei unfreiwilligen Zusammenstößen mit Ella sein Gedächtnis verloren. Und so muss Ella zuerst das Geheimnis lüften, warum er so traurig ist, bevor sie ihm helfen kann. Immer wieder hat mich die Autorin hier auf eine falsche Fährte gelockt und mich mit unerwarteten Wendungen überrascht.

Mit viel Humor schreibt Charlotte Lucas von Ellas Erlebnissen und vor allem die Dialoge mit Oscar haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, sodass ich über die ein oder andere Länge hinweggetröstet wurde.
Es hat mir viel Spaß gemacht diesen unterhaltsamen Roman zu lesen und ich werde gerne wieder zu einem Buch dieser Schriftstellerin greifen.

Fazit: Eine humorvolle und unterhaltsame Romantikkomödie um eine junge Frau, die versucht ihre rosaroten Träume von einem Happy End in der Realität umzusetzen.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Heißer Bodyguard beschützt und begehrt ein schönes It-Girl

Mit allem, was ich habe
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Jake Sharp ist der beste Personenschützer den man für Geld bekommen kann. Doch in seiner Vergangenheit lauern dunkle Geheimnisse, die ihn verfolgen. Deshalb braucht der durchtrainierte Ex-Soldat seine ...

Jake Sharp ist der beste Personenschützer den man für Geld bekommen kann. Doch in seiner Vergangenheit lauern dunkle Geheimnisse, die ihn verfolgen. Deshalb braucht der durchtrainierte Ex-Soldat seine Arbeit, Sex und Alkohol um sich abzulenken und die Geister seiner Vergangenheit in Schach zu halten.
Alles ändert sich, als er seinen neuen Auftrag übernimmt. Ausgerechnet das Töchterchen eines reichen und mächtigen Tycoons soll er vor Erpressern beschützen. Eigentlich ist das nicht Jakes bevorzugtes Klientel, aber sobald er Camille begegnet, fühlt er sich stark zu ihr hingezogen. Sie scheint nicht das verwöhnte It-Girl zu sein, für das sie alle Welt hält und für Jake hat sie etwas ganz Besonderes an sich, was ihn nicht mehr loslässt.

Auch Camille kann sich Jakes Anziehungskraft nicht entziehen. Sie hat zwar überhaupt keine Lust sich auf Schritt und Tritt von einem Bodyguard begleiten zu lassen, doch bei Jakes Anblick findet sie diese Vorstellung gar nicht mehr so schlimm. Es ist nicht nur sein heißer Körper, der ihr unheimlich gut gefällt, nein, bei ihm fühlt sie sich sicher. Doch sie spürt, dass er etwas vor ihr verbirgt – etwas das ihn belastet.
Was ist in Jakes Vergangenheit passiert?

Das hört sich doch nach einer spannenden und heißen Geschichte an, oder? Und das hätte sie auch sicher sein können, doch leider hat es die Autorin nicht geschafft, dass mich die Handlung in ihren Bann zieht.

Es wird gerne und oft beschrieben, was für tolle Körper Camille und Jake haben und wie sehr sie sich begehren und den gemeinsamen Sex genießen. Doch wenn der Prota dabei denkt „Ich erlebe einen Moment, der seinesgleichen suchen wird“, dann muss ich grinsen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass einem Mann solche Gedanken durch den Kopf gehen, wenn er gerade heißen Sex hat.
Überhaupt mutiert Jake, der zu Beginn als harter und männlicher Kerl geschildert wird, im Verlauf der Geschichte zum romantischen Weichei, zumindest wenn es um Camille geht. Beispiele werde ich hier keine anführen, aber ihr werdet sicher an mich denken, wenn ihr das Buch lest und an die entsprechenden Stellen kommt.

Durch die immer wieder eingehenden Drohungen und das unerwartete Auftauchen von Camilles Ex-Freund kommt etwas Spannung in die Geschichte und auch sonst gibt es unterhaltsame Handlungsstränge und Szenen in denen es z.B. um ihre Familie oder auch ihre beste Freundin geht, mit welcher sie eine gemeinsame berufliche Zukunft plant.

Es gibt bestimmt viele Leserinnen, die mit einem verträumten Seufzen die Geschichte von Jake und Camille lesen werden. Für mich hat es leider zu lange gedauert, bis wirklich etwas passiert und die Geschichte in Fahrt kommt. Jedoch wird es zum Ende hin richtig spannend und emotional und die Seiten sind nur so dahingeflogen.

Fazit: Ein heißer Bodyguard beschützt und begehrt ein schönes It-Girl – eine Geschichte, die mich leider erst zum Ende hin in ihren Bann gezogen hat.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Dramatische Familiengeschichte auf einer windumtosten Insel

Das Licht der Insel
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Das Buch ist papego-fähig, was ich rege genutzt habe.

Die jugendliche Vollwaise Morgan muss wegen Sachbeschädigung in einem Altersheim arbeiten und lernt dort Elizabeth kennen, eine blinde Bewohnerin. ...

Das Buch ist papego-fähig, was ich rege genutzt habe.

Die jugendliche Vollwaise Morgan muss wegen Sachbeschädigung in einem Altersheim arbeiten und lernt dort Elizabeth kennen, eine blinde Bewohnerin. Die beiden treffen ein Arrangement und Morgan beginnt Elizabeth aus Tagebüchern vorzulesen, die gerade jetzt aufgetaucht sind und die Geschichte von Elizabeths Familie und deren Leben als Leuchtturmwärter auf der Insel Porphyry Island im Lake Superior erzählen.
Elizabeth hofft darin die Antworten auf einige unbeantwortete Fragen zu finden.

Und so taucht die Handlung immer wieder in die Vergangenheit ab und der Leser erfährt ausführlich, wie Elizabeth aufgewachsen ist und wie das Leben eines Leuchtturmwärters um 1920 ausgesehen hat. Geprägt ist ihr Leben von der harten Arbeit, der Begeisterung für die ursprüngliche Natur der Insel und der besonderen Liebe zu ihrer stummen Zwillingsschwester Emily, was die Autorin sehr detailliert und fast schon poetisch beschreibt. Diese Ausführlichkeit hat, trotz all ihrer schönen Worte, meinen Lesefluss ausgebremst.

Doch die Idylle trügt und es gibt unerwartete Ereignisse und Wendungen, die mich bei der Stange gehalten haben. Zum Ende hin kommen immer mehr tragische Geheimnisse ans Licht, sodass der Spannungsbogen, der viele Seiten kaum vorhanden war, zum Ende hin wie ein Geysir in die Höhe schießt.

Die Abschnitte in der Gegenwart haben mir sofort gut gefallen. Es ist schön zu lesen, wie sich die rebellische Morgan und die scharfsinnige Elizabeth langsam immer näherkommen und gemeinsam die Geheimnisse in Elizabeths Vergangenheit aufdecken.

Diese tragische Familiengeschichte hat mir insgesamt doch gut gefallen und Leserinnen, die gerne in ausführliche und atmosphärische Beschreibungen abtauchen, werden sicher begeistert sein.

Veröffentlicht am 12.11.2017

Interessante Geschichte mit einer etwas spröden Heldin

Das Schiff der Träume
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Die 22jährige May reist mit ihrer Cousine Comfort durch Amerika im Jahr 1838.
Comfort ist Schauspielerin und reist von Engagement zu Engagement und May begleitet sie als
Ihre Schneiderin in Mädchen für ...

Die 22jährige May reist mit ihrer Cousine Comfort durch Amerika im Jahr 1838.
Comfort ist Schauspielerin und reist von Engagement zu Engagement und May begleitet sie als
Ihre Schneiderin in Mädchen für alles. Nachdem die beiden bei einem Schiffsunglück voneinander
getrennt werden, steht May zum ersten Mal in ihrem Leben ganz alleine da und sie kann sich nicht weiter
im Schatten ihrer Cousine verstecken.
Zum Glück bekommt sie eine Stelle auf einem Theaterschiff, das auf dem Ohio Richtung Süden fährt und auf dem es unterwegs immer wieder Vorstellungen gibt. Für May beginnt ein ganz neues Leben...

Der Ohio River bildet eine natürliche Grenze zwischen Nord- und Südstaaten und so wird May im Verlauf der Geschichte immer wieder mit Sklaverei konfrontiert und der Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden ist bereits deutlich spürbar.

Doch den Hauptteil der Handlung macht Mays Leben auf dem Theaterschiff aus. Die Crew besteht aus Schauspielern, einem Smutje, einem Hund und dem Kapitän Hugo, der natürlich ein ganz besonderer Mann ist, eine starke Persönlichkeit mit viel Herz und Menschenkenntnis. Leider widmet sich die Autorin der Ausarbeitung der Charaktere nicht so ausführlich, wie ich mir das wünschen würde. Dadurch bleiben die Figuren etwas blass und eindimensional.
Dafür beschreibt sie eingehend einzelne Städte und Gegebenheiten, wodurch der Zeitgeist lebendig wird.

May ist ein etwas spröder Charakter. Sie lügt nur ungern und hat das starke Bedürfnis, Tatsachen penibel widerzugeben, was bei Gesprächen für die ein oder andere lustige oder auch peinliche Situation sorgt. Sie hat wenig Gespür für Menschen und sagt einfach ungefiltert wie sie die Dinge sieht. Sie tut das nicht mit böser Absicht, sondern weil sie Menschen und Gefühle nur schwer einordnen kann. Es wirkt fast so, als ob bei ihr eine leichte Form von Emotionsstörung vorliegt. Trotz allem hat sie das Herz am richtigen Fleck.
Es war jedoch für mich schwierig mit einem solchen Charakter mitzufiebern.

Die Beschreibung des Lebens auf dem Theaterschiff und die Begeisterung Hugos für sein Schiff und die Aufführungen der Stücke haben mir gut gefallen. Auch die explosive Stimmung zwischen Nord- und Südstaaten war deutlich zu spüren und haben Dramatik in die Geschichte gebracht.

Insgesamt habe ich diesen Schmöker doch gerne gelesen und dadurch die mir bisher fremde Welt der Theaterschiffe kennengelernt.

Veröffentlicht am 29.10.2017

Ein Plädoyer für den respektvollen Umgang miteinander und den Mut anders zu sein

Was uns ganz macht
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Inhalt
Seit ihrer Geburt hat die 17jährige Morgan ein Loch in ihrem Bauch, durch das man durchsehen kann. Obwohl es sie überhaupt nicht beeinträchtigt, fühlt sie sich kaputt, so als wäre sie nicht ganz, ...

Inhalt
Seit ihrer Geburt hat die 17jährige Morgan ein Loch in ihrem Bauch, durch das man durchsehen kann. Obwohl es sie überhaupt nicht beeinträchtigt, fühlt sie sich kaputt, so als wäre sie nicht ganz, weil ein Stück von ihr fehlt.
Um sie vor den Reaktionen der Menschen zu schützen hat ihre Mutter mit Worten wie „erzähle es keinem“ und „du bist nicht wie die anderen“ dafür gesorgt, dass sich Morgan hinter einer Mauer aus Zurückhaltung versteckt und von ihren Mitschülern absondert. Nur ihre beste Freundin Carolin weiß von dem Geheimnis und die wunderbare Freundschaft der beiden ist das Licht in Morgans Alltag.

Doch tief in Morgan ist ganz versteckt und klein die Hoffnung, dass sie doch so akzeptiert wird wie sie ist und dass es irgendwo jemanden gibt der mit ihr zusammen sein will, der sie so nimmt, wie sie ist und der sie „ganz“ macht.

Eines Tages fordert sie ihr Schicksal heraus und zeigt sich beim Tanzen. Zuerst sind kaum Reaktionen spürbar und sie fühlt sich frei bis sie merkt, dass ihr Loch im Internet und bei der Presse für Aufruhr sorgt und die unterschiedlichsten Reaktionen hervorruft. Es ist traurig und leider realistisch zu sehen, dass oft vergessen wird, dass hinter der Sensation ein Mensch steht, der Gefühle hat. Für viele ist sie nicht Morgan, sondern nur das „Lochmädchen“.

Zitat S. 65:
„Mein Geheimnis ist raus.
Und jetzt meint die ganze hässliche, beängstigende Welt, sie hätte das Recht, reinzukommen.“

Und dann taucht jemand auf der ihr perfektes Gegenstück zu sein scheint, der auch anders ist und genau versteht wie es in ihr aussieht. Ist er das Puzzleteil in ihrem Leben, das sie ganz machen wird?

Meine Eindrücke
Die Autorin macht deutlich, was in Morgan vorgeht, wie sie sich fühlt und wie sie immer wieder verletzt wird und sei es nur durch Gedankenlosigkeit. Doch kann nur ein Mensch, der auf die gleiche Art nicht perfekt ist, dein Glück sein und dich verstehen? Das halte ich für eine fragwürdige Botschaft.

In der Geschichte geht es um so viel mehr, als der Klappentext erahnen lässt und ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn nicht jede Botschaft nach meinem Geschmack war und Morgan manchmal ein sperriger Charakter ist.

Das Buch ist ein Plädoyer für das Anderssein und für Mitgefühl. Es wird deutlich, dass man auf ganz unterschiedliche Art und Weise nicht ganz sein kann, sei es körperlich oder seelisch und dass es keine Lösung ist sich zu verstecken. Jeder Mensch hat Respekt verdient und die Möglichkeit sein Leben zu leben, ohne sich zu verstecken. Dieses Statement wird immer wieder deutlich gemacht und gerade in der heutigen Zeit, wo durch die sozialen Medien die Leute ihre Meinung in die Welt hinausschreien, egal wie fundiert oder unsachlich sie ist, kann man gar nicht oft genug darauf hinweisen.

Fazit: Ein Plädoyer für den respektvollen Umgang miteinander und den Mut anders zu sein.