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Veröffentlicht am 19.03.2019

Eine dramatische Liebesgeschichte in einer Welt mit besonderen Büchern

Die verborgenen Stimmen der Bücher
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An dieses Buch darf man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. Es hat zwar ein fantastisches Element (das Binden der Bücher) ist aber in meinen Augen eher ein Liebesroman.

Die Geschichte spielt ...

An dieses Buch darf man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. Es hat zwar ein fantastisches Element (das Binden der Bücher) ist aber in meinen Augen eher ein Liebesroman.

Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es besondere Bücher gibt, die von vielen Menschen als böse betrachtet werden. Bücher, die echte Erinnerungen von Menschen beinhalten, wozu nur besondere Buchbinder die Fähigkeit haben. Emmett wächst zwar in einfachen Verhältnissen auf dem Land auf, trägt aber diese Fähigkeit in sich und tritt eine Lehre bei der Buchbinderin Seredith an. Ihm ist nicht bewusst, was für ein besonderer Mensch sie ist, bis es zu spät ist und sein Leben erneut komplett auf den Kopf gestellt wird, indem er auf andere Buchbinder und deren Kunden trifft.

Schon nach ein paar Seiten war ich fasziniert von dieser Geschichte und wollte unbedingt mehr erfahren, über diese Welt, in der Bücher böse sein sollen und Buchbinder die Macht haben, Lehrlinge einzufordern.
Ich gehe bewusst nicht näher auf das Binden dieser besonderen Bücher ein, denn das macht einen Teil des Reizes der Geschichte aus, nach und nach zu entdecken, was das genau bedeutet und welche Auswirkungen und Auswüchse dies nach sich zieht.

Immer wenn ein neues ungeheuerliches Detail aufgedeckt wird, ist das Buch sehr spannend. Dann ist die Atmosphäre oft geheimnisvoll und manchmal richtig düster, dramatisch und bedrückend, vor allem wenn es darum geht wie verdorben und grausam ein skrupelloser Mensch sein kann. Hier hat mich die Autorin oft mit ihren tollen Ideen und unerwarteten Wendungen überrascht.

Daneben nimmt die Liebesgeschichte einen Großteil der Handlung ein. Die Autorin gibt ihr die Zeit, sich langsam zu entwickeln. Dadurch gibt es immer wieder sehr ruhige Abschnitte. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich ruhige und besondere Geschichten mag, wenn sie gut erzählt sind und es schaffen, mich in ihren Bann zu ziehen. Diesem Roman ist das voll und ganz gelungen.

Fazit: Eine dramatische Liebesgeschichte in einer Welt, in der Erinnerungen in Bücher gebannt werden können.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Anders als erwartet, aber trotzdem gut

Das namenlose Mädchen
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Aufgrund der Kurzbeschreibung bin ich von einem rasanten Thriller ausgegangen, in welchem die fünfjährige Haley und die Suche nach ihrer Mutter im Vordergrund stehen. Das ist zwar ein Teil der Handlung, ...

Aufgrund der Kurzbeschreibung bin ich von einem rasanten Thriller ausgegangen, in welchem die fünfjährige Haley und die Suche nach ihrer Mutter im Vordergrund stehen. Das ist zwar ein Teil der Handlung, doch die Hauptperson ist eindeutig die Sozialarbeiterin Delia, die Pflegestellen für Kinder vermittelt und für Haley zuständig ist.

Delias Leben ist im Umbruch. Sie wird ihren Job aufgeben und gemeinsam mit ihrer Schwester Juniper ein Café eröffnen. Ausgerechnet jetzt läuft ihr nach 10 Jahren ihre Jugendliebe Tyler über den Weg, was ihre Gedanken ordentlich durcheinanderwirbelt.
Doch da ist ihr letzter Fall, die kleine Haley, die blutverschmiert und alleine am Straßenrand gefunden wurde. Was ist passiert und wo sind ihre Eltern? Haley ist traumatisiert und will nicht darüber reden. Dieser Fall geht Delia unter die Haut und sie will dem Mädchen unbedingt helfen.

Es hat mich etwas überrascht, als ich merkte, dass es in dem Buch viel um Delias traurige Vergangenheit geht, doch diese Überraschung war durchaus angenehm, denn die Geschichte hat mich trotz des ruhigen Erzählstils regelrecht gefesselt. Delias Vater war schizophren und so war es schon früh ihre Aufgabe auf ihre kleine Schwester Juniper aufzupassen und das Schlimmste von ihr fernzuhalten, wodurch die beiden ein sehr enges Verhältnis zueinander entwickelten, dass sie auch als Erwachsene noch verbindet. Deshalb sehen sie ihrer künftigen gemeinsamen Arbeit in ihrem eigenen Café voller Vorfreude entgegen.

Als ihr Jugendfreund Tyler auftaucht, wird damit die Vergangenheit wieder lebendig, denn er hat Haley verlassen, kurz nachdem sie ihre Eltern verloren hat. Er hat sich nie wieder bei ihr gemeldet und sie weiß nicht, was sie davon halten soll, dass er nun den Kontakt zu ihr sucht. Aber er ist nicht der einzige Mann, der unerwartete Gefühle in Delia weckt.
Doch eigentlich hat sie den Kopf gar nicht frei für romantische Gefühle, denn der Fall rund um Haley spitzt sich ungeahnt zu.

Ich gehe bewusst nicht detaillierter auf die Handlung ein, denn sonst gibt es ja für euch beim Lesen nichts mehr zu entdecken. Und es gibt einiges was man nach und nach erfährt. Egal ob es um Delias Arbeit geht, ihre Vergangenheit, oder ihr Leben in der Gegenwart, habe ich die Handlung gerne gelesen und fand vieles interessant und spannend. Die Autorin schafft es, dass man die handelnden Personen versteht und auch subtile Stimmungen spürt. Vor allem, wenn Delia die kleine Haley bei ihrer Pflegefamilie besucht, wird dies deutlich.

Am Ende wird es richtig spannend und es geht Schlag auf Schlag und an allen Ecken und Enden wird es dramatisch. Das war mir stellenweise etwas zu viel, auch wenn es für einen rasanten Leseendspurt gesorgt hat.

Die Thrillerelemente gibt es hauptsächlich am Anfang und am Ende des Buches, aber es war der etwas ruhigere Mittelteil, der mir besonders gut gefallen und mich überzeugt hat.

Fazit: Ein Thriller, der anders als erwartet ist, der mir aber trotzdem sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Packende und berührende Geschichte

Sadie
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Die packende Geschichte und der ungewöhnliche Erzählstil haben mich in ihren Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Es beginnt mit dem Podcast, der nach und nach schildert, wie der Reporter ...

Die packende Geschichte und der ungewöhnliche Erzählstil haben mich in ihren Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Es beginnt mit dem Podcast, der nach und nach schildert, wie der Reporter West McCray von Sadies Geschichte und ihrem spurlosen Verschwinden erfährt. Er folgt Sadies Spuren und trifft unterwegs Menschen, die ihr begegnet sind. Diese Gespräche werden im Interview-Stil geschildert, so wie sie später als Podcast gesendet werden.

Parallel dazu springt die Handlung immer wieder direkt zu Sadie und man erfährt aus ihrer Sicht, wie sie sich auf die Suche nach Keith, dem Mörder ihrer 13jährigen Schwester Mattie macht. Mattie war Sadies Lebensinhalt und sie lässt keine Zweifel offen, dass sie Keith töten wird, wenn sie ihn gefunden hat.

Und so steuern die beiden Handlungsebenen im zeitlichen Abstand von fünf Monaten auf das gleiche Ziel zu – jemanden zu finden, der spurlos verschwunden ist.

Die Geschichte, die sich nach und nach vor dem Leser ausbreitet, erzählt u.a. von Sadies schwieriger Kindheit. Sadie wirkt auf den ersten Blick recht rau und ruppig, doch die Liebe zu ihrer Schwester und ihr Stottern lassen sie weicher wirken, als sie selbst zugeben würde.

Immer wieder gibt es Andeutungen, die auf bedrückende und schlimme Geschehen in der Vergangenheit und der Gegenwart hinweisen und die Autorin schafft es spielend, dass diese Andeutungen reichen um in mir die gleiche Wut zu schüren, die auch in Sadie schwelt.

Obwohl mich das Ende überrascht hat und ich zuerst nicht wusste, wie ich damit umgehen soll, finde ich es sehr passend, denn es gibt einfach Themen, zu denen ein weichgespültes Ende nicht passt.

Diese spannende und mitreißende Geschichte hat mich berührt und gefesselt und ich werde sie so schnell nicht vergessen.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Schöne Geschichte, die alles abrundet

All in - Zwei Versprechen
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Band zwei der All-in-Duett Reihe

Wer Band 1 gelesen hat, der weiß eigentlich genau, um was es in diesem Buch hauptsächlich geht, nämlich um Kacey und Theo.
Doch bevor die beiden ein Paar werden können, ...

Band zwei der All-in-Duett Reihe

Wer Band 1 gelesen hat, der weiß eigentlich genau, um was es in diesem Buch hauptsächlich geht, nämlich um Kacey und Theo.
Doch bevor die beiden ein Paar werden können, müssen sie ihre Trauer und die Widerstände ihres Umfeldes überwinden.

Kacey kommt mit Jonas Tod nicht klar. Sie erträgt es nicht mehr in Las Vegas, wo sie alles an ihn erinnert und zieht nach New Orleans. Doch auch der Umzug hilft ihr nicht mit ihrer Trauer und Einsamkeit klarzukommen und sie betäubt den Schmerz mit Alkohol, bis sie ohne ihn ihre Tage nicht mehr übersteht.
Als Theo davon Wind bekommt lässt er alles stehen und liegen, um ihr beizustehen, so wie er es Jonah versprochen hat. Für Theo ist das alles andere als leicht, denn er liebt Kacey und weiß nicht, wie er das mit seinem Gewissen in Einklang bringen soll. Trotzdem ist er für sie da, genauso wie für seine Eltern.
Immer wieder stellt er sein eigenes Leben und seine Wünsche hinten an und unterdrückt seine Trauer und seine Gefühle. Wie lange kann das gutgehen?

Die Handlung verläuft in etwa so, wie ich es erwartet habe. Trotzdem wollte ich das Buch unbedingt lesen. Zum einen weil die Autorin einen angenehmen Schreibstil hat und zum anderen, weil ich unbeendete Geschichten nicht mag.
Sie erzählt von Trauer, Familie, Freundschaft und Liebe und im Fokus stehen immer Kacey und Theo, die ihre Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen.

Ich hatte große und berührende Emotionen erwartet, doch der Funke ist nicht auf mich übergesprungen. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte hat viele schöne und auch traurige Momente, doch mich hat es nicht richtig gepackt und mitgerissen.
Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, weil es für mich die Geschichte abrundet und weil es schön war den Figuren aus Band 1 wieder zu begegnen.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Besondere Menschen in einer besonderen Geschichte

Das Mädchen, das den Blumen zuhörte
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Das ist die Art von besonderer Geschichte, wie ich sie mag. Sie hat eine ganz eigene Stimmung - leicht surreal - mit Menschen, die besonders sind, so besonders, dass sie für andere nicht normal sind. ...

Das ist die Art von besonderer Geschichte, wie ich sie mag. Sie hat eine ganz eigene Stimmung - leicht surreal - mit Menschen, die besonders sind, so besonders, dass sie für andere nicht normal sind. Sie haben ihre eigene Welt, in der sie versinken. Für Lily sind es Zahlen und für Antoinette ist es die Natur, die für sie wie Musik klingt. Wenn sie Misstöne hört, gleicht sie diese aus, was für Mensch und Pflanze Heilung bedeutet, Antoinette aber viel Kraft kostet. Deshalb will sich ihre todkranke Mutter auch nicht von ihr helfen lassen, sondern bittet ihre Schwester Lily auf die heimische Blumenfarm zurückzukehren. Doch Lily hat selbst eine bipolare Störung und weiß nicht, ob sie der Herausforderung gewachsen ist und dabei ist dies nicht das einzige Problem, dem sie sich bei ihrer Rückkehr stellen müsste.

Die Handlung wird aus der Sicht von Antoinette, ihrer Mutter Rose und deren Schwester Lily erzählt. Dadurch entsteht ein mehrdimensionales Bild des Geschehens und ich konnte die Personen und ihre Beziehungen zueinander besser verstehen und nachvollziehen.

Grace, die Tochter der Autorin, war das Vorbild für Antoinette. Man merkt, dass es Stephanie Knipper wichtig ist, die Geschichte auch aus Antoinettes Sicht zu schildern, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sie sich fühlt, was in ihr vorgeht und dass sie genauso vielschichtig und intelligent ist, wie jeder andere Mensch. Es geht hier weniger um medizinisch genaue Details, sondern mehr um das Leben mit einem Kind mit besonderen Bedürfnissen.

Durch Antoinettes besondere Gabe bekommt das Buch einen märchenhaften Charakter und dürfte in die Kategorie magischer Realismus fallen. Doch es geht nicht nur um Antoinette, sondern auch Lily hat mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen, wodurch die Handlung etwas mehr in der Realität verankert wird.

Dies ist Stephanie Knippers erstes Buch und ihre Art Geschichten zu erzählen und ihr Schreibstil haben mir sehr gut gefallen.