Vergangenheit, Schuld und neue Wege
VerschworenNach der Geburt ihrer Tochter Adda wird Elma nach längerer Zeit wieder aktiv in die Ermittlungsarbeit eingebunden. Ein alter Fall aus der Vergangenheit wirft neue Fragen auf, als dunkle Geheimnisse ans ...
Nach der Geburt ihrer Tochter Adda wird Elma nach längerer Zeit wieder aktiv in die Ermittlungsarbeit eingebunden. Ein alter Fall aus der Vergangenheit wirft neue Fragen auf, als dunkle Geheimnisse ans Licht kommen, die bis in die Gegenwart reichen.
"Verschworen" von Eva Björg Ægisdóttir ist bereits der fünfte Teil aus der Reihe Mörderisches Island rund um Polizistin Elma, ihren Partner und Kollegen Sævar und ihrem Vorgesetzten Hörður.
Mit "Verschworen" war es für mich ein richtig schönes Wiederlesen mit Elma, ihrem Partner und Lebensgefährten Sævar, ihrem Vorgesetzten Hörður sowie den bekannten Kollegen, Familienmitgliedern und Freunden. Die Figuren sind mir über die Reihe hinweg sehr ans Herz gewachsen, und genau dieses Vertraute hat mir beim Lesen viel Freude bereitet. Dieser Band konnte mich deutlich mehr überzeugen als die letzten drei Teile der Reihe. Vor allem hat es mich sehr gefreut, Elma wieder aktiv im Dienst zu erleben. Sie ermittelt wieder, stellt Fragen, bleibt hartnäckig. Genau so, wie ich sie so schätze, denn dadurch fühlte sich die Geschichte wieder näher an den Anfängen der Serie an.
Der Fall selbst ist spannend und gut konstruiert. Wie schon in den vorherigen Büchern wechselt die Handlung zwischen verschiedenen Zeitebenen, damals und heute, was nach und nach ein düsteres Gesamtbild entstehen lässt. Auch die wechselnden Erzählperspektiven tragen dazu bei, dass man sich Stück für Stück an die Wahrheit herantastet. Ich mochte dieses langsame, atmosphärische Aufdecken sehr, auch wenn es eher leise als temporeich erzählt ist.
Besonders positiv überrascht hat mich, dass Sævar dieses Mal stärker in den Fokus rückt. Man erfährt mehr über ihn, seine Gedanken und seine Vergangenheit, was ihn für mich greifbarer und vielschichtiger macht. Das hat der Geschichte emotional sehr gutgetan und mir persönlich sehr gefallen. Auch Hörðurs Entwicklung hat mich berührt. Er macht kleine, vorsichtige Schritte nach vorn, wagt Neues und scheint langsam wieder Vertrauen ins Leben zu fassen. Diese ruhige, glaubwürdige Entwicklung fand ich sehr schön und ich habe sie ihm von Herzen gegönnt.
Fazit: Insgesamt ist "Verschworen" ein atmosphärischer Island-Krimi mit starken Figuren, einer melancholischen Grundstimmung und einer spannenden, nach und nach entfalteten Geschichte. Für mich einer der stärkeren Teile der Reihe.