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Veröffentlicht am 15.12.2025

Vergangenheit, Schuld und neue Wege

Verschworen
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Nach der Geburt ihrer Tochter Adda wird Elma nach längerer Zeit wieder aktiv in die Ermittlungsarbeit eingebunden. Ein alter Fall aus der Vergangenheit wirft neue Fragen auf, als dunkle Geheimnisse ans ...

Nach der Geburt ihrer Tochter Adda wird Elma nach längerer Zeit wieder aktiv in die Ermittlungsarbeit eingebunden. Ein alter Fall aus der Vergangenheit wirft neue Fragen auf, als dunkle Geheimnisse ans Licht kommen, die bis in die Gegenwart reichen.

"Verschworen" von Eva Björg Ægisdóttir ist bereits der fünfte Teil aus der Reihe Mörderisches Island rund um Polizistin Elma, ihren Partner und Kollegen Sævar und ihrem Vorgesetzten Hörður.

Mit "Verschworen" war es für mich ein richtig schönes Wiederlesen mit Elma, ihrem Partner und Lebensgefährten Sævar, ihrem Vorgesetzten Hörður sowie den bekannten Kollegen, Familienmitgliedern und Freunden. Die Figuren sind mir über die Reihe hinweg sehr ans Herz gewachsen, und genau dieses Vertraute hat mir beim Lesen viel Freude bereitet. Dieser Band konnte mich deutlich mehr überzeugen als die letzten drei Teile der Reihe. Vor allem hat es mich sehr gefreut, Elma wieder aktiv im Dienst zu erleben. Sie ermittelt wieder, stellt Fragen, bleibt hartnäckig. Genau so, wie ich sie so schätze, denn dadurch fühlte sich die Geschichte wieder näher an den Anfängen der Serie an.

Der Fall selbst ist spannend und gut konstruiert. Wie schon in den vorherigen Büchern wechselt die Handlung zwischen verschiedenen Zeitebenen, damals und heute, was nach und nach ein düsteres Gesamtbild entstehen lässt. Auch die wechselnden Erzählperspektiven tragen dazu bei, dass man sich Stück für Stück an die Wahrheit herantastet. Ich mochte dieses langsame, atmosphärische Aufdecken sehr, auch wenn es eher leise als temporeich erzählt ist.

Besonders positiv überrascht hat mich, dass Sævar dieses Mal stärker in den Fokus rückt. Man erfährt mehr über ihn, seine Gedanken und seine Vergangenheit, was ihn für mich greifbarer und vielschichtiger macht. Das hat der Geschichte emotional sehr gutgetan und mir persönlich sehr gefallen. Auch Hörðurs Entwicklung hat mich berührt. Er macht kleine, vorsichtige Schritte nach vorn, wagt Neues und scheint langsam wieder Vertrauen ins Leben zu fassen. Diese ruhige, glaubwürdige Entwicklung fand ich sehr schön und ich habe sie ihm von Herzen gegönnt.

Fazit: Insgesamt ist "Verschworen" ein atmosphärischer Island-Krimi mit starken Figuren, einer melancholischen Grundstimmung und einer spannenden, nach und nach entfalteten Geschichte. Für mich einer der stärkeren Teile der Reihe.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Ein Krimi für Geduldige

Tod zur Teestunde
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In "Tod zur Teestunde" liest die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript eines Kriminalromans, in dem es um den Tod einer Frau während einer Teestunde geht. Während sie die Geschichte verfolgt, stößt sie ...

In "Tod zur Teestunde" liest die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript eines Kriminalromans, in dem es um den Tod einer Frau während einer Teestunde geht. Während sie die Geschichte verfolgt, stößt sie auf Ungereimtheiten. Bald wird Susan selbst in einen realen Mordfall verwickelt und beginnt zu ermitteln.

Dies ist bereits der dritte Fall für die Lektorin Susan Ryeland.

Mit "Tod zur Teestunde" kehrt Anthony Horowitz erneut zu seiner bekannten Hauptfigur Susan Ryeland zurück. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht der Roman aus zwei miteinander verknüpften Geschichten, einem klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie und der Rahmenhandlung rund um Susan selbst. Diese Idee finde ich grundsätzlich spannend, allerdings hat sie mich dieses Mal eher verwirrt als begeistert. Der ständige Wechsel zwischen den Ebenen macht es schwer, wirklich in die Handlung einzutauchen.

Persönlich empfand ich das Buch als recht anstrengend zu lesen. Man muss sehr aufmerksam bleiben und Geduld mitbringen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Leider kam dabei für mich kaum Spannung auf. Viele Passagen ziehen sich, und statt Nervenkitzel dominieren lange Erklärungen und Details. Ich hatte öfter das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt.

Susan Ryeland selbst ist zwar weiterhin eine interessante Figur, doch auch ihre Ermittlungen konnten mich dieses Mal nicht vollständig fesseln. Im Vergleich zu den vorherigen Fällen wirkte dieser dritte Band auf mich schwächer und weniger mitreißend.

Fazit: Insgesamt ist "Tod zur Teestunde" kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. Wer das Konzept der Reihe liebt und komplex aufgebaute Kriminalromane mag, könnte trotzdem auf seine Kosten kommen. Für mich blieb der Krimi jedoch eher durchschnittlich.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Familiendrama statt Nervenkitzel

Wem du traust
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Eva lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn ein vermeintlich perfektes Leben. Regelmäßig hilft die 15-jährige Sofia als Babysitterin aus. Doch eines Nachts bringt Daniel Sofia nach Hause und am nächsten ...

Eva lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn ein vermeintlich perfektes Leben. Regelmäßig hilft die 15-jährige Sofia als Babysitterin aus. Doch eines Nachts bringt Daniel Sofia nach Hause und am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden.

"Wem du traust" ist ein Roman, der sich stark um familiäre Verstrickungen, lange zurückliegende Geheimnisse und die Frage dreht, wie gut man die Menschen wirklich kennt, die einem nahestehen, ob innerhalb der Familie oder im Freundeskreis. Petra Johann versteht es dabei sehr gut, Charaktere mit Tiefe und glaubhaften Konflikten auszustatten. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und schafft es, die Emotionen der Figuren gut zu transportieren. Gerade in den Dialogen und in der Darstellung des familiären Miteinanders zeigt Johann viel Feingefühl.

Allerdings wirkt die Handlung zeitweise etwas langatmig. Einige Passagen ziehen sich, ohne dass wirklich Spannung aufgebaut wird. Der versprochene Thrill blitzt zwar immer wieder auf, bleibt jedoch oft hinter den Erwartungen zurück. Die Geschichte lebt stärker vom Familiendrama als vom Nervenkitzel, wodurch das Tempo stellenweise nachlässt. Wer jedoch gern tief in familiäre Konflikte eintaucht und Wert auf psychologisch geprägte Figuren legt, wird hier gut unterhalten. Für LeserInnen, die sich mehr Spannung und Wendungen wünschen, könnte das Buch jedoch etwas zu ruhig sein.

Fazit: Insgesamt ein solides Buch, das mehr im emotionalen Bereich punktet als im Thrill.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Stimmungsvoll gestaltet mit wenigen Highlights

Die Küche von Andalusien
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"Die Küche von Andalusien" besticht sofort durch seine wunderschöne Gestaltung. Farben, Layout und die Auswahl der Fotografien schaffen eine warme, authentische Atmosphäre und geben einem das Gefühl, direkt ...

"Die Küche von Andalusien" besticht sofort durch seine wunderschöne Gestaltung. Farben, Layout und die Auswahl der Fotografien schaffen eine warme, authentische Atmosphäre und geben einem das Gefühl, direkt in die andalusische Esskultur einzutauchen. Diese visuelle Umsetzung fängt Spanien und seine kulinarische Seele ausgesprochen stimmungsvoll ein.

Inhaltlich bietet das Buch eine Mischung aus Klassikern und weniger bekannten Gerichten, eingebettet in kleine kulturelle Hintergründe und regionale Kontextinformationen. Viele der Rezepte sind traditionell gehalten, und wer sich für die ursprüngliche Küche der Region interessiert, wird hier einiges entdecken können. Beim Durchsehen sind mir zwar nur wenige Rezepte aufgefallen, die ich unmittelbar nachkochen möchte, aber gerade diese wirken solide, authentisch und gut umsetzbar.

Die Beschreibung der Zutaten und Zubereitungsschritte ist klar und nachvollziehbar, sodass auch weniger geübte Köchinnen und Köche gut zurechtkommen. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin spürbar Wissen und Verbundenheit mit der Region vermittelt.

Fazit: Ein herrlich gestaltetes Kochbuch, das die Esskultur Andalusiens mit viel Liebe zum Detail präsentiert.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Herzhaft, bodenständig, vegetarisch

Deftig vegetarisch – Heimatküche
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Ich war anfangs skeptisch, ob klassische Hausmannskost wirklich ohne Fleisch funktionieren kann. Gerade bei traditionellen Gerichten ist man es gewohnt, dass Speck, Braten oder Wurst dazugehören. Doch ...

Ich war anfangs skeptisch, ob klassische Hausmannskost wirklich ohne Fleisch funktionieren kann. Gerade bei traditionellen Gerichten ist man es gewohnt, dass Speck, Braten oder Wurst dazugehören. Doch schon nach den ersten Rezepten hat mich dieses Kochbuch vollständig überzeugt.

Anne-Katrin Weber schafft es, vertraute Gerichte neu zu denken, herzhaft, sättigend und voller Geschmack. Viele Rezepte sind überraschend einfach umzusetzen, ohne komplizierte Zutaten oder aufwendige Vorbereitung. Besonders gelungen finde ich, wie regionale Klassiker vegetarisch interpretiert werden, ohne dass etwas fehlt. Man merkt, dass hier Wert auf Qualität, Geschmack und Tradition gelegt wurde. Die Beschreibungen sind übersichtlich, die Bilder sehr ansprechend und das Ergebnis auf dem Teller überzeugt. Dieses Buch zeigt, wie vielseitig und bodenständig vegetarische Küche sein kann.

Fazit: Ein wunderbares Kochbuch für alle, die Heimatküche lieben nur eben vegetarisch. Die Skepsis war schnell verflogen, die Begeisterung blieb.

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