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Veröffentlicht am 04.08.2020

Eine sehr emotionale Geschichte über die Traurigkeit im Leben mit einem guten Ausgang

Der blaue Vogel
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„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup ist 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten.

Das Buch erzählt die Geschichte vom traurigen und einsamen blauen Vogel, der tief im Wald in der ...

„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup ist 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten.

Das Buch erzählt die Geschichte vom traurigen und einsamen blauen Vogel, der tief im Wald in der Dunkelheit auf einem Baum sitzt und nicht weiß, wie er es schaffen soll, wieder den warmen Sonnenschein auf seinen Federn zu spüren. Er hat das Fliegen verlernt und auch die anderen Vögel haben ihn schon abgeschrieben, bis eines Tages ein gelber Vogel auftaucht, sich annähert, ihm nach einiger Zeit eine Melodie ins Ohr zwitschert und dann nach vielen Wochen gemeinsam mit ihm in den Himmel aufsteigt.

Britta Teckentrup gelingt es, mit ihrer Geschichte und ihren so passend gestalteten Bildern schon kleinen Kindern ab vier Jahren die Themen Traurigkeit, Einsamkeit, Depression und dann Gemeinschaft, Hoffnung, Lebensfreude nahezubringen. Ihr Text ist einfühlsam und vorsichtig geschrieben und die Bilder unterstützen das Gelesene ganz wunderbar. Anfangs sind die Bilder dunkel und die Einsamkeit und Traurigkeit des Vogels kommt direkt zum Tragen und mit der Ankunft des gelben Vogels wird der Wald immer heller und bunter und drückt so die Hoffnung und Freude des blauen Vogels aus.

Fazit: Britta Teckentrup schafft es mit ihrem Buch „Der blaue Vogel“ das schwierige Thema Traurigkeit, Depression, Hoffnungslosigkeit kindgerecht anzugehen und den Funken der Hoffnung am Ende sichtbar werden zu lassen.
Ich empfehle es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Eine bedrückende Stimmung, verlassene Kinder – ein Leseerlebnis der besonderen Art!

Wir verlassenen Kinder
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Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann ...

Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann die Kinder zu sich holen wollen. Die Kinder verrohen, rotten sich zusammen, stellen eigene Regeln und Gesetze auf, es herrscht Unordnung und Gewalt, oft geschieht vieles ohne Verstand, ohne an die Folgen zu denken. Aber es gibt auch Außenseiter wie Mila, die nicht mitläuft.
Davon handelt der Debütroman „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost, der 2020 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 190 Seiten umfasst.
Der Roman ist in einem faszinierenden Schreibstil verfasst, denn Lucia Leidenfrost schafft es, in einer nüchternen, scheinbar einfachen Art so viel Atmosphäre zu schaffen, die mich gepackt hat, die mich bedrückt hat, die mich mitgenommen hat zu diesen verlassenen Kindern. Blitzlichtartig werden Situationen geschaffen, die die Verrohung der Kinder aufzeigen: ältere Kinder quälen und drangsalieren kleinere und teilweise auch die Großeltern, Langeweile und Frustration führen zu Gewalttätigkeit und Zerstörung, auf die Gelächter folgt… Ausweglosigkeit.
Als Leserin fragte ich mich oft, ist dies tatsächlich möglich? Ist dies denkbar? Lassen Eltern ihre Kinder zurück, um sich ein neues aufzubauen und holen die Kinder dann nicht nach – vergessen sie?
Der Roman bieten sehr viele Interpretationsmöglichkeiten und lässt den Leser am Schluss zurück - irgendwie verloren und geplättet, aber irgendwie auch sehr fasziniert.

Lest einfach selbst – das empfehle ich auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Ein unglaublich berührender Roman vor der Kulisse der Nordsee

Das Meer in meinem Zimmer
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„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur ...

„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitraum.
In Rückblenden und aus der Ich-Perspektive berichtet Jolanda von ihrem schwierigen Vater, der psychisch erkrankt ist, Leukämie hatte und letztendlich daran verstorben ist. Zudem neigte er zur Gewalttätigkeit und war besessen von der Suche nach einem untergegangenen Schiff. Mit der schwierigen Lebenssituation ihres Mannes und letztendlich auch seinem Tod kommt Constanze, die Mutter von Jolanda, nicht klar. Sie steht hilflos und teilweise auch kopflos daneben, obwohl sie selbst Psychologin ist. Jolanda muss immer wieder Aufgaben übernehmen, die ihr sehr viel abverlangen, die ihr als Mädchen/junge Frau nicht gerecht werden und sie heillos überfordern.
Letztendlich muss sich die Familie in der neuen Konstellation zurechtfinden und es gibt Hoffnung.

Jana Scheerer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und fesselnden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Jolanda anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Jolanda ist eine starke Protagonistin, die den Leser all ihre Gefühlsebenen durchlaufen lässt. Oft handelt es sich hier um die Hoffnungslosigkeit, aber auch um das Gefühl der Trauer, der Schwere der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit, mit der Jolanda vielen Geschehnissen angeht. Beim Lesen ist diese Schwere oft direkt spürbar und man meint fast, davon erdrückt zu werden. Aber dies macht in meinen Augen auch den Reiz des Romans aus. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre.
Besonders gefallen hat mir auch das Setting des Meeres, das immer wieder auftaucht und oft als Vergleich im Leben der Familie Jellerich herangezogen wird.

Fazit: Ein eindrücklicher Roman mit einer starken und modernen Protagonistin, die vom Verlust des Vaters innerhalb ihrer Familie erzählt und der Neuorientierung dieser.
Es war für mich ein berührendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Jolanda einzutauchen.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Ein tolles Buch: informativ, strukturiert und dazu noch ein Genuss für die Augen

Plant Love
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„Plant Love. Die perfekte Zimmerpflanze für jede Ecke“ von Alys Fowler ist 2020 im Ulmer Verlag erschienen und umfasst 176 Seiten.

Dieses Buch hält in meinen Augen genau das, was es verspricht: es informiert ...

„Plant Love. Die perfekte Zimmerpflanze für jede Ecke“ von Alys Fowler ist 2020 im Ulmer Verlag erschienen und umfasst 176 Seiten.

Dieses Buch hält in meinen Augen genau das, was es verspricht: es informiert über Zimmerpflanzen und deren perfekten Standort, es drückt in allem die Liebe zu Pflanzen aus, es beinhaltet wunderschöne Fotos und gibt viele zusätzliche Tipps und Tricks. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen und werde es sicherlich noch oft zur Hand nehmen.

Das Buch ist aufgeteilt in vier Kapitel und vorangestellt ist ein Doppelseitiger Pflanzenfinder, der.
Der Pflanzenfinder zeigt auf einer Doppelseite auf, welche Pflanzen in dem Buch näher beschrieben werden und ordnet diese in einer Art Tabelle den Sandorten Sonne, Halbschatten und Schatten zu.
Hierauf folgt das Kapitel „Zimmerpflanzen ein Zuhause geben“, in dem Informationen zu Schädlingen, zur Vermehrung von Pflanzen, zum Düngen, Umtopfen und vielem mehr gegeben werden.
Auf einer weiteren Doppelseite ist im Kurzkapitel „Die richtigen Pflanzen für jede Ecke“ eine schnelle Übersicht zu finden. Diese Übersicht finde ich persönlich sehr gelungen, da hier kurz und knapp Fragen beantwortet werden wie, welche Pflanze passt zu einem feuchten Standort, welche zu einer Wärmequelle, welche Zimmerpflanze benötigt kalte Räume mit hellem direktem Licht oder im Tiefschatten etc.
Auch das Kapitel „Pflanzennachwuchs aus der Küche“ ist kurz gehalten und dennoch so informativ. Es gibt Ideen, wie man aus übrigen Samen aus Obst und Gemüse in der Küche Pflanzen ziehen kann. Als wenige Beispiele sind hier Avocado. Limette und Thai-Basilikum genannt.
Den größten Teil des Buches umfasst dann der Bereich „Zimmerpflanzen im Portrait“. Hier kann man zu den aufgeführten Pflanzen im Pflanzenfinder viele Informationen finden.

Zudem werden alle Seiten von wirklich wunderschönen Fotos der Fotografin Simon Wheeler begleitet. Es ist ein wahrer Genuss, sich diese anzusehen.
Der Schreibstil von Alys Fowler ist flüssig zu lesen uns sehr gut zu verstehen und so findet sicherlich jeder Leser zahlreiche Informationen zu Pflanzen und deren richtigen Standort.
Besonders hervorzuheben ist in meinen Augen auch das gesamte Layout. Alles ist so gut strukturiert und viele Informationen kann man so ohne Mühe aufnehmen.
Genaueres kann man gezielt nachlesen. Das Buch wirkt sehr hochwertig und man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden.

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Ein so unglaublich wichtiges Buch im Hinblick auf den Holocausts und gegen das Vergessen!

Bald sind wir wieder zu Hause
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Bei dem Buch „Bald sind wir wieder zu Hause“ handelt es sich um eine Graphic Novel von Jessica Bab Bonde verfasst und Peter Bergting illustriert. Es ist im Juni 2020 im Cross Cult Verlag erschienen und ...

Bei dem Buch „Bald sind wir wieder zu Hause“ handelt es sich um eine Graphic Novel von Jessica Bab Bonde verfasst und Peter Bergting illustriert. Es ist im Juni 2020 im Cross Cult Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 108 Seiten.

Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Lektüre, aber umso wichtiger.
Es soll wachrütteln und gegen das Vergessen des Holocausts angehen.
Es soll deutlich machen, wie wertvoll unsere derzeit gelebte Freiheit ist und dass wir dafür einstehen müssen, dass wir dafür verantwortlich sind und wie zerbrechlich sie ist.
Es soll uns bewusst machen, wie gefährlich Regime sind, die kein freies Denken zulassen.
Es soll gegen jedwede Form von Rechtsextremismus und Antisemitismus angehen.

In dem Buch schildern sechs Überlebende des Naziterrors ihre Erlebnisse.
Ihnen wurde ihre Würde genommen, erlebten unvorstellbare Gräueltaten, litten Hunger, Not, wurden in Konzentrationslagern gesperrt, erlebten die Massenmorde in den Vernichtungslagern…

Jessica Bab Bonde hat diese Geschichten in eine sehr klare, verständliche und eindringliche Sprache gefasst. Die Geschichten machen betroffen und dringen ein.
Peter Bergting hat sie illustriert und dadurch sehr anschaulich gemacht. Die Illustrationen sind meist in dunklen Tönen gehalten und verdeutlichen die düstere und drückende Stimmung, die Verzweiflung und Ausweglosigkeit, die große Not, den Verlust, die Grausamkeit.

Die Karte im Buch zeigt Europa während des Zweiten Weltkrieges auf und die Grenzen von 1939. Auch sind darauf die Konzentrationslager eingezeichnet. Mithilfe der Karte und einer Zeittafel am Ende des Buches kann der Leser und Betrachter die Geschehnisse räumlich und zeitlich einordnen und ein Glossar am Ende des Buches erklärt zudem noch wichtige Begriffe.

Besonders hervorheben möchte ich auch das Vorwort von Jessica Bab Bonde, das mir persönlich sehr aus dem Herzen spricht. Ja, es ist so wichtig, dass wir gemeinsam die Verantwortung für unsere Welt und deren Gestaltung teilen.

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