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Veröffentlicht am 19.08.2020

Hier ist detektivischer Spürsinn gefragt – Schnapp dir das Buch!

Schnapp den Dieb! Spannende Rätselkrimis zum Mitraten
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Mit seinem Buch „Schnapp den Dieb! Spannende Rätselkrimis zum Mitraten“ ist Steffen Gumpert wirklich etwas richtig Tolles gelungen. Bei uns (Mama und Sohn) ist neben der ganzen Knobelei nämlich auch die ...

Mit seinem Buch „Schnapp den Dieb! Spannende Rätselkrimis zum Mitraten“ ist Steffen Gumpert wirklich etwas richtig Tolles gelungen. Bei uns (Mama und Sohn) ist neben der ganzen Knobelei nämlich auch die Lesemotivation stark gestiegen. Ja, man muss eben einfach die richtigen Bücher lesen . Das Buch ist übrigens im Ravensburger Verlag im Mai 2020 erschienen und umfasst 128 Seiten.
Das Buch von Steffen Gumpert bietet so vieles:
Es ist in kindgerechter Sprache verfasst und flüssig zu lesen und spricht Kinder total an. Ich habe ja eben schon geschrieben: die Kurve der Lesemotivation ging steil nach oben.
Die einzelnen Krimis sind durchgängig spannend und behandeln ganz unterschiedliche Themen. So kommt beispielsweise eine gruselige Villa vor, aber auch ein Abenteuer mit einem Zauberer, eine Verbrecherjagd usw. Und auch die Protagonisten in Form des „Knobelclubs Kieselstein“ sind allesamt sehr sympathisch und richtig pfiffig. Gurke, der Gecko, ist auch mit von der Partie und versteckt sich selbst immer gerne am Ende eines jeden Krimis.
Auf jede gelesene Seite folgt eine Rätselseite und hier sind die Knobeleien sehr vielfältig gestaltet: Labyrinthe, Geheimcodes, Fehlersuchbilder etc. Es gibt Rätsel, bei denen man auch einmal ein paar Seiten zurückblättern muss und manche sind etwas leichter, aber bei anderen muss man wirklich seinen detektivischen Spürsinn an den Tag legen.
Die Rätselseiten hat Steffen Gumpert alle selbst gezeichnet und sie sind unglaublich toll gestaltet. Sie gehen richtig ins Detail, sprechen Kinder an, weil sie auch leicht, lustig und comicartig gezeichnet sind. Steffen Gumpert hat da auch wirklich immer so lustige Kleinigkeiten eingezeichnet, die uns beim Betrachten ganz oft schmunzeln ließen.
Man merkt diesem Buch an, dass es rundherum mit ganz viel Herzblut und viel Leidenschaft geschrieben und gestaltet wurde.

Wir sind von „Schnapp den Dieb!“ von Steffen Gumpert wirklich total begeistert und wollen noch ganz oft auf diese Art als Detektive unterwegs sein.
Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung für angehende Detektive ab 8 Jahren aus.

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Veröffentlicht am 13.08.2020

Ein berührender, wunderschön geschriebener und feinfühliger Familienroman

Ein Sonntag mit Elena
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„Ein Sonntag mit Elena“ von Fabio Geda ist 2020 im Verlag hanser blau erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.

Eigentlich hat der ältere Mann, deren Frau erst vor einigen Monaten ...

„Ein Sonntag mit Elena“ von Fabio Geda ist 2020 im Verlag hanser blau erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.

Eigentlich hat der ältere Mann, deren Frau erst vor einigen Monaten verstorben war, zum ersten Mal für seine älteste Tochter und deren Familie das Mittagessen vorbereitet, doch er wird versetzt. Kurzerhand entschließt er sich zu einem Spaziergang und macht dann die zufällige Begegnung mit Elena und ihrem Sohn. Diese Begegnung rettet seinen Sonntag und auch das Mittagessen. Und verändert so manches.

Fabio Geda gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen feinfühligen, melancholischen und eindrücklichen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite mit und konnte mich völlig in die einzelnen Personen hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen.
Fabio Gedas Sätze sind für mich Schönheit pur, Literatur, die der Seele gut tut. Er erzählt mitten aus dem Leben einer Familie, berichtet von Höhen und Tiefen, schildert Alltägliches auf eine ganz besonders schöne Art und Weise und lässt so diese Alltäglichkeit in einem ganz besonders hellen Licht erscheinen. Er berichtet vom Miteinander innerhalb einer Familie, vom Älterwerden, von der Einsamkeit, von der Wichtigkeit der Erinnerungen, von gegenseitiger Wertschätzung, der Liebe, von Hoffnungen und Ängsten, Zurückweisung – von all den Dingen und Gefühlen, die eine Familie erlebt.

Fazit: Ein feinfühliger und sehr lesenswerter Roman. Er hat mich sehr berührt und bereichert und klingt stark in mir nach. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Eine sehr emotionale Geschichte über die Traurigkeit im Leben mit einem guten Ausgang

Der blaue Vogel
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„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup ist 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten.

Das Buch erzählt die Geschichte vom traurigen und einsamen blauen Vogel, der tief im Wald in der ...

„Der blaue Vogel“ von Britta Teckentrup ist 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten.

Das Buch erzählt die Geschichte vom traurigen und einsamen blauen Vogel, der tief im Wald in der Dunkelheit auf einem Baum sitzt und nicht weiß, wie er es schaffen soll, wieder den warmen Sonnenschein auf seinen Federn zu spüren. Er hat das Fliegen verlernt und auch die anderen Vögel haben ihn schon abgeschrieben, bis eines Tages ein gelber Vogel auftaucht, sich annähert, ihm nach einiger Zeit eine Melodie ins Ohr zwitschert und dann nach vielen Wochen gemeinsam mit ihm in den Himmel aufsteigt.

Britta Teckentrup gelingt es, mit ihrer Geschichte und ihren so passend gestalteten Bildern schon kleinen Kindern ab vier Jahren die Themen Traurigkeit, Einsamkeit, Depression und dann Gemeinschaft, Hoffnung, Lebensfreude nahezubringen. Ihr Text ist einfühlsam und vorsichtig geschrieben und die Bilder unterstützen das Gelesene ganz wunderbar. Anfangs sind die Bilder dunkel und die Einsamkeit und Traurigkeit des Vogels kommt direkt zum Tragen und mit der Ankunft des gelben Vogels wird der Wald immer heller und bunter und drückt so die Hoffnung und Freude des blauen Vogels aus.

Fazit: Britta Teckentrup schafft es mit ihrem Buch „Der blaue Vogel“ das schwierige Thema Traurigkeit, Depression, Hoffnungslosigkeit kindgerecht anzugehen und den Funken der Hoffnung am Ende sichtbar werden zu lassen.
Ich empfehle es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Eine bedrückende Stimmung, verlassene Kinder – ein Leseerlebnis der besonderen Art!

Wir verlassenen Kinder
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Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann ...

Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann die Kinder zu sich holen wollen. Die Kinder verrohen, rotten sich zusammen, stellen eigene Regeln und Gesetze auf, es herrscht Unordnung und Gewalt, oft geschieht vieles ohne Verstand, ohne an die Folgen zu denken. Aber es gibt auch Außenseiter wie Mila, die nicht mitläuft.
Davon handelt der Debütroman „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost, der 2020 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 190 Seiten umfasst.
Der Roman ist in einem faszinierenden Schreibstil verfasst, denn Lucia Leidenfrost schafft es, in einer nüchternen, scheinbar einfachen Art so viel Atmosphäre zu schaffen, die mich gepackt hat, die mich bedrückt hat, die mich mitgenommen hat zu diesen verlassenen Kindern. Blitzlichtartig werden Situationen geschaffen, die die Verrohung der Kinder aufzeigen: ältere Kinder quälen und drangsalieren kleinere und teilweise auch die Großeltern, Langeweile und Frustration führen zu Gewalttätigkeit und Zerstörung, auf die Gelächter folgt… Ausweglosigkeit.
Als Leserin fragte ich mich oft, ist dies tatsächlich möglich? Ist dies denkbar? Lassen Eltern ihre Kinder zurück, um sich ein neues aufzubauen und holen die Kinder dann nicht nach – vergessen sie?
Der Roman bieten sehr viele Interpretationsmöglichkeiten und lässt den Leser am Schluss zurück - irgendwie verloren und geplättet, aber irgendwie auch sehr fasziniert.

Lest einfach selbst – das empfehle ich auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Ein unglaublich berührender Roman vor der Kulisse der Nordsee

Das Meer in meinem Zimmer
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„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur ...

„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitraum.
In Rückblenden und aus der Ich-Perspektive berichtet Jolanda von ihrem schwierigen Vater, der psychisch erkrankt ist, Leukämie hatte und letztendlich daran verstorben ist. Zudem neigte er zur Gewalttätigkeit und war besessen von der Suche nach einem untergegangenen Schiff. Mit der schwierigen Lebenssituation ihres Mannes und letztendlich auch seinem Tod kommt Constanze, die Mutter von Jolanda, nicht klar. Sie steht hilflos und teilweise auch kopflos daneben, obwohl sie selbst Psychologin ist. Jolanda muss immer wieder Aufgaben übernehmen, die ihr sehr viel abverlangen, die ihr als Mädchen/junge Frau nicht gerecht werden und sie heillos überfordern.
Letztendlich muss sich die Familie in der neuen Konstellation zurechtfinden und es gibt Hoffnung.

Jana Scheerer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und fesselnden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Jolanda anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Jolanda ist eine starke Protagonistin, die den Leser all ihre Gefühlsebenen durchlaufen lässt. Oft handelt es sich hier um die Hoffnungslosigkeit, aber auch um das Gefühl der Trauer, der Schwere der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit, mit der Jolanda vielen Geschehnissen angeht. Beim Lesen ist diese Schwere oft direkt spürbar und man meint fast, davon erdrückt zu werden. Aber dies macht in meinen Augen auch den Reiz des Romans aus. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre.
Besonders gefallen hat mir auch das Setting des Meeres, das immer wieder auftaucht und oft als Vergleich im Leben der Familie Jellerich herangezogen wird.

Fazit: Ein eindrücklicher Roman mit einer starken und modernen Protagonistin, die vom Verlust des Vaters innerhalb ihrer Familie erzählt und der Neuorientierung dieser.
Es war für mich ein berührendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Jolanda einzutauchen.

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