Profilbild von BeaSwissgirl

BeaSwissgirl

Lesejury Profi
offline

BeaSwissgirl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BeaSwissgirl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Eine aussergewöhnliche Hausgemeinschaft

Pina fällt aus
0

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Erst vor einem Monat habe ich den Debütroman " Ava liebt noch" gelesen und obwohl mich Umsetzung und Message nicht überzeugen konnten war ich doch sehr ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Erst vor einem Monat habe ich den Debütroman " Ava liebt noch" gelesen und obwohl mich Umsetzung und Message nicht überzeugen konnten war ich doch sehr angetan von der Schreibweise. Deshalb habe ich mich über diese Neuerscheinung hier dann doch sehr gefreut.

Ich mag den Schreibstil nämlich total gerne, denn dieser ist wortgewandt, prägnant, flüssig und lässt sich angenehm lesen. Auch hier habe ich mir wieder viele Sätze markiert, da sie einfach so wahr und klar formuliert sind. Die Geschichte wird übrigens nicht nur aus einer Sicht erzählt, sondern die Kapitel wechseln zwischen den verschiedenen Protagonisten.

Dadurch hatte ich zu Beginn etwas Mühe mich zu orientieren und ich benötigte eine gewisse Zeit bis ich die verschiedenen Personen zuordnen konnte. Wir haben Pina die alleinerziehende Mutter mit Leo ihrem zwanzigjährigen autistischen Sohn, Inge mit ihren 87 Jahren die Älteste im Bunde, die sechzehnjährige Zola und der einsiedlerische Wojtek. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, erhalten durch die personale Erzählweise genügend Raum so dass die Gedanken und Gefühlswelt transparent wird. ich mochte soweit eigentlich alle Protagonisten, besonders berührt haben mich jedoch die Einblicke in Inges Innenleben

Die Autorin ist übrigens selber eine pflegende Mutter und hat ihre eigenen Erfahrungen glaubhaft und authentisch in die fiktive Geschichte eingewebt. Ich habe diese ungewöhnliche, warmherzige Schicksalsgemeinschaft gerne begleitet, musste oft schmunzeln, aber auch leer schlucken und wurde immer wieder auch zum nachdenken angeregt. Der Roman verläuft ruhig, leise, kommt ohne Effekthascherei aus, ist jedoch nie langweilig oder ermüdend und wird mir sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

Ich vergebe sehr gute vier Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

Anstrengende Lektüre

Pi mal Daumen
0

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

In einer gemeinsamen privaten Leserunde haben wir uns für diese Lektüre entschieden, da wir Lust hatten auf eine leichte, humorvolle, warmherzige Geschichte ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

In einer gemeinsamen privaten Leserunde haben wir uns für diese Lektüre entschieden, da wir Lust hatten auf eine leichte, humorvolle, warmherzige Geschichte und diese auch so angepriesen wurde. Zusätzlich ist der Roman ausgezeichnet als Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2024...

Der Schreibstil an sich ist locker, leicht, unkompliziert... und jetzt kommt das grosse ABER...dennoch für mich wahnsinnig anstrengend zu lesen und dies liegt vor allem an der Wahl der Autorin aus der ICH- Perspektive von Oscar zu erzählen!

Unser " Hauptprotagonist" der sechzehnjährige Oscar hat nämlich, auch wenn es nie so erwähnt wurde sicher ein ASS. Wir befinden uns also während der ganzen Geschichte in seinem Kopf, was mich persönlich sehr herausgefordert hat. Moni die zweite wichtige Person ist solide gezeichnet, wirkt insgesamt jedoch, wie alle weiteren Charaktere doch recht skurril, stereotypisch und klischeehaft. Ehrlich gesagt hatte ich auch immer eine viel ältere Frau in meinem Kopf ;) Insgesamt konnte ich zu keinem einzigen Protagonisten eine Bindung aufbauen und erlebte sie einfach nur als Figuren.

Grundsätzlich mag ich die Idee und am Anfang gefiel mir die Handlung auch noch. Ebenfalls gab es auf alle Fälle die ein oder andere witzige Szene. Die ganze Mathematik- Thematik empfand ich allerdings als zu dominant und dann noch in Kombination mit Oscars sachlicher, komplexer, umständlichen Sichtweise. Das war mir einfach too much, immer wieder erwischte ich mich deshalb beim querlesen. Für mich war alles viel zu überzogen, trivial, oberflächlich, konstruiert dargestellt und fühlte sich an als würde ich ein Klamauk- Theaterstück lesen. Ich kann mich also leider der Meinung der unabhängigen Buchhandlungen nicht anschliessen....

2,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Ich bin zweigespalten

Die Dinner Party
2

Cover, Titel und Buchrückentext haben mich neugierig auf die Geschichte gemacht...

Der Schreibstil ist unauffällig, eher nüchtern, etwas distanziert, dennoch irgendwie fesselnd. Dies liegt wahrscheinlich ...

Cover, Titel und Buchrückentext haben mich neugierig auf die Geschichte gemacht...

Der Schreibstil ist unauffällig, eher nüchtern, etwas distanziert, dennoch irgendwie fesselnd. Dies liegt wahrscheinlich vor allem am speziellen Stilmittel. Erzählt wird nämlich innerhalb des Kapitels aus verschiedenen Ebenen, jedoch immer in der ICH- Form der Protagonistin.

Trotz dieser Perspektive bin ich mit Franca bis zum Schluss nicht warm geworden. Zwar lässt uns die Autorin durch die gewählte Erzählweise tief blicken, dennoch verspürte ich immer eine gewisse Distanz und ich konnte nicht so richtig mitfühlen. Auch die weiteren Charaktere wie Andrew ihr Verlobter, dessen Arbeitskollegen, Francas Freund Harry aus der Vergangenheit oder ihre Mutter waren mir insgesamt nicht unbedingt sympathisch und hinterliessen einen eher blassen Eindruck

Ich mochte diese beklemmende, zeitweise schon fast düstere, deprimierende Atmosphäre und die dauernde unterschwellige Spannung, denn natürlich wollte ich unbedingt wissen, was genau auf der Dinner Party denn nun tatsächlich passiert ist. Von daher hatte der Roman auf mich schon eine soghafte Wirkung, ja fast etwas Thriller ähnliches. Ebenfalls ist erkennbar, wie wichtig der Autorin die Thematik ist und dass sie nachvollziehbar darstellen wollte, wie es überhaupt zu dieser Eskalation an besagten Abend kommen konnte. Trotzdem bin ich nie ins Fühlen gekommen, sondern erlebte die Geschichte eher aus einer beobachtenden Perspektive.

Eine bestimmte Wendung und oder Aufdeckung hat mich zwar überrascht, wäre für mich jedoch nicht notwendig gewesen und ich habe auch die Intention nicht verstanden. Ebenfalls gab es immer wieder bestimmte Szenen mit einer Katze, deren Zweck ich erkenne, dennoch empfand ich sie als sehr befremdlich.
Am ödesten waren für mich jedoch diese langweiligen, seitenlangen " Arbeits- Gespräche" auf der Dinner- Party, die hätte man sich sparen können und es hätte einem nichts gefehlt!

Insgesamt hat der Roman bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen weshalb ich
3 Sterne vergebe.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 14.03.2026

Habe mehr erwartet

Ava liebt noch
0

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Schon etwas länger bin ich um diesen Roman herumgeschlichen, hatte jedoch etwas Bedenken bezüglich der " Liebesgeschichte", da Age Gape und Betrug eine ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Schon etwas länger bin ich um diesen Roman herumgeschlichen, hatte jedoch etwas Bedenken bezüglich der " Liebesgeschichte", da Age Gape und Betrug eine Rolle spielt....nicht gerade meine bevorzugten Thematiken.

Vom Schreibstil her würde ich wieder zu einem Buch von Vera Zischke greifen, denn dieser ist wortgewandt, flüssig und lässt sich angenehm lesen. Ich habe mir viele Sätze markiert, da sie einfach so wahr und klar formuliert sind. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, der von Ava in der ICH- Form und der von Kieran im personalen Stil, jedoch nicht abwechslungsweise und oft auch so abrupt, dass ich einen Moment benötigte um zu merken, wo ich mich jetzt gerade befinde. Ich persönlich fand das etwas unangenehm oder nicht so harmonisch.

Die Charakterausarbeitung ist solide, ich konnte auch einige Dinge in Bezug auf Ava nachvollziehen, schliesslich bin ich selber Frau, ehemalige Ehefrau, Mutter, Hausfrau, zusätzlich berufstätig, allerdings etwas älter als sie zu Beginn der Geschichte. Dennoch bin ich mit Ava irgendwie einfach nicht warm geworden, ja zeitweise, war sie mir sogar unsympathisch. Vielleicht liegt es daran, dass die Beziehungselemente zwischen den einzelnen Personen für mich zu oberflächlich dargestellt wurden, ich habe zum Beispiel das Familienleben überhaupt nicht wahrgenommen Auch Kieran liess mich kalt, seine Sichtweisen, haben mich teilweise sogar null interessiert. Ebenfalls habe ich diese Romanze zwischen den Beiden absolut nicht gefühlt, das war einfach, jedenfalls für mich nur Sex, was daran Seelenverwandtschaft sein soll, habe ich bis zum Schluss nicht verstanden!

Wie zu Beginn schon angetönt, war ich mir bewusst, dass mich der Aspekt des Fremdgehens, triggern könnte und so war es schlussendlich auch, was allerdings vor allem an der Umsetzung und der Message liegt. Ava betrügt mehrmals ohne schlechtes Gewissen ihren Mann und ihre Familie und fühlt sich dadurch endlich wieder lebendig! Sie erfährt innere Heilung kann wieder, sie selbst sein, sich jung& begehrenswert, fühlen und empfindet erneut Lebensfreude. Sorry und DAS ALLES, weil sie mit einem Fünfundzwanzigjährigen hinter dem Rücken ihrer Familie schläft?!! Geht für mich gar nicht!

Kann ich ihren jahrelangen Frust nachempfinden? JA!! Aber dann hätte sie doch schon viel früher etwas unternehmen können, mit ihrem Mann reden, mit Freundinnen ( hat sie überhaupt welche? ) sich Hilfe/ Unterstützung holen, es gibt doch so viele Möglichkeiten! Und wenn du schon fremdgehen musst, dann trage auch die Konsequenzen! Mach eine Paartherapie, kämpf um deine Ehe und wenn das nicht möglich ist, dann trenn dich halt, mach Therapie und nimm dein Leben in die Hand. Aber versinke doch nicht innerlich über Jahre in Selbstmitleid und trauere deiner anscheinend so grossen Liebe hinterher!

Was mich auch noch gestört hat, wäre die Geschichte andersherum, also, Mann ist frustriert, hat eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Frau usw...ich höre schon den Aufschrei! Aber hier wird Avas Verhalten ja schon fast als Befreiungsakt dargestellt und gefeiert im Sinne von " Was ihr Männer könnt, können wir Frauen schon lange". Schade!



Ich vergebe knappe 3 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2026

Liest sich wie ein Film

Der Gott des Waldes
0

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Dieser Roman wurde mir schon von mehreren Personen empfohlen und nun endlich, durfte das Buch bei mir einziehen.

Da ich die Geschichte mehrheitlich auch ...

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Dieser Roman wurde mir schon von mehreren Personen empfohlen und nun endlich, durfte das Buch bei mir einziehen.

Da ich die Geschichte mehrheitlich auch in der Hörbuchversion genossen habe, werde ich zuerst darauf eingehen. Mittlerweile gehört die Sprecherin Luise Helm zu meinen Lieblingen. Ich mag einfach ihre ruhige, sanfte, tragende Stimme, bei der ich sofort alles um mich herum vergesse und in der Welt des Buches versinken kann. Es war auch hier wieder ein Genuss ihrer Sprachmelodie und den Interpretationen zu lauschen. Ehrlich gesagt hatte ich allerdings immer wieder auch Mühe die verschiedenen Personen und Zeitebenen im Überblick zu behalten, Einsteigern würde ich entsprechend die Hörbuchvariante nicht empfehlen, was aber nichts mit der Sprecherin zu tun hat! So nun aber zum Print;)

Der Schreibstil von Liz Moore hat mir sehr gut gefallen, er ist wortgewandt, klug, ruhig, dennoch fesselnd, atmosphärisch und bildhaft. Es fühlte sich für mich an, sicher auch durch die tolle Vertonung, als würde ich einen Film gucken. Erzählt wird aus x Perspektiven im personalen Stil, jeweils am Anfang des Kapitels mit dem Namen deklariert und zusätzlich gibt es noch verschiedene Zeitebenen. Weshalb ich doch Zeit brauchte die unterschiedlichen Personen zuordnen zu können und wie oben schon erwähnt den Überblick zu behalten. Diese Erzählweise hat mich so ein bisschen an die Bücher von Joel Dicker erinnert.

Es würde also den den Rahmen sprengen die einzelnen Protagonisten hier alle zu nennen. Ich kann nur sagen, dass ich die Charakterausarbeitung vielschichtig, lebendig und gelungen fand. Jede Figur hat ihre eigene kleine Geschichte und ist Teil des grossen Ganzen.

Das Buch ist als Roman betitelt und dennoch liest es sich eben auch wie ein Thriller, ohne jedoch auf Schockmomente oder blutige Szenarien zu setzten. Die Geschichte hat mich durch ihre dichte, bildhafte Atmosphäre, die geschickte, wenn auch herausfordernde Erzählweise, die dauernde unterschwellige Spannung und die gesellschaftskritischen Thematiken gepackt& fasziniert.

Ich vergebe gerne 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere