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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

Düsterer, langsamer Psychothriller

Home Before Dark
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Mich hat die Gestaltung an sich und der Buchrückentext neugierig gemacht, umso mehr freute ich mich über den Gewinn bei Vorablesen, was meine Meinung ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Mich hat die Gestaltung an sich und der Buchrückentext neugierig gemacht, umso mehr freute ich mich über den Gewinn bei Vorablesen, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst hat.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, recht atmosphärisch und bildhaft. Erzählt wird aus zwei Perspektiven in der ICH- Form, der von Marsibil in der Gegenwart und von Stina in der Vergangenheit. Am Anfang des Kapitels ist der jeweilige Name und die Jahreszahl notiert, so dass es eigentlich zu keinem Durcheinander kommt.

Durch diese Sichtweise erhalten wir einen intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt der beiden Protagonistinnen, diese Ausarbeitung ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen. Trotzdem bin ich persönlich nie so richtig ins Fühlen gekommen und verspürte eine gewisse Distanz zu den Schwestern. Auch die vielen weiteren Charaktere, die eine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf spielen liessen mich eher kalt, was für mich aber absolut kein Problem war.

Gerade zu Beginn hatte ich übrigens etwas Mühe in die Geschichte reinzukommen, vielleicht lag es an den isländischen Namen der Menschen oder Ortschaften...mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und konnte mir einen Überblick verschaffen. Grundsätzlich ist die Story gut aufgebaut, der Fokus liegt jedoch über eine sehr lange Zeitspanne eher auf der düsteren, unheimlichen, zeitweise grusligen Atmosphäre und dem Innenleben und Alltag der Schwestern. Dadurch dümpelte die Geschichte für mich doch etwas vor sich hin, auch hatte ich mir anhand des Klappentextes irgendwie einen anderen Verlauf vorgestellt. Die Spannung baut sich entsprechend eher langsam und unterschwellig auf um dann auf den letzten ca. hundert Seiten plötzlich zu explodieren. Hier eine Wendung da eine Auflösung, keine Frage, diese waren jedenfalls für mich total überraschend, jedoch hätte ich mir etwas mehr Balance und weniger Konstruktion gewünscht.

Aus all diesen Gründen vergebe ich knappe vier Sterne

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Ein eher durchschnittlicher Krimi

Coram House
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Ich bin eher zufällig über diesen Thriller gestolpert, der Titel und der Buchrückentext haben mich aber sofort angesprochen.

Grösstenteils habe ich zur ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Ich bin eher zufällig über diesen Thriller gestolpert, der Titel und der Buchrückentext haben mich aber sofort angesprochen.

Grösstenteils habe ich zur Hörbuchversion gegriffen, weshalb ich zuerst kurz darauf eingehe. Heidi Jürgens macht einen soliden Job, tendenziell hat sie eine eher tiefere Stimme, was ich bei Frauen sowieso lieber mag, dennoch überzeugte mich ihre Umsetzung nicht vollends, heisst ich hing nicht gebannt an ihren Lippen. Wolfang Berger der männliche Part, kam zum Glück viel weniger zum Zug, denn mit seiner Klangfarbe wurde ich leider überhaupt nicht warm.

Nun aber wieder zur Printausgabe. Der Schreibstil ist unauffällig, durchaus atmosphärisch und von der Erzählweise eher langsam. Wir erleben die Geschichte zum grössten Teil aus der ICH- Perspektive unserer Protagonistin Alex, dazwischen gibt es immer wider protokollierte Befragungen aus der Vergangenheit in einer anderen Schriftart.

Entsprechend lernen wir natürlich Alex am meisten kennen, da wir uns sozusagen in ihrem Kopf befinden. Ihre Gedanken und Vermutungen sind ausführlich dargestellt, manchmal ein bisschen zu wiederholend, was bei mir zu einer gewissen Ungeduld führte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich sie nicht gerade in mein Herz geschlossen habe. Auch die weiteren Charaktere, die für den weiteren Verlauf eine Rolle spielen sind solide ausgearbeitet hinterlassen jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck.

Die Struktur der Geschichte mit dem Einstieg aus der Vergangenheit, den Protokollen dazwischen, machen neugierig und sorgen für Spannung. Ebenfalls mochte ich das Setting, die Atmosphäre und die grundsätzliche Idee mit dem Waisenhaus. Auch die Wahl der Protagonistin als True- Crime Autorin hatte für mich das gewisse Etwas. Insgesamt wurde die Story für meinen Geschmack allerdings zu träge erzählt und versprühte mehr Krimi Feeling, denn Thriller Vibes. Auch war der Fokus zu stark auf Alex ihren Gedanken und Gefühlen, da wäre weniger definitiv mehr gewesen.

Ich vergebe knappe 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Grundsätzlich nicht schlecht....aber

Hope's End
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

In der Community wird das Buch recht gehypt, weshalb ich als Thriller- Leserin letztendlich auch nicht widerstehen konnte ;)

Zu Beginn habe ich zur Hörbuchversion ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

In der Community wird das Buch recht gehypt, weshalb ich als Thriller- Leserin letztendlich auch nicht widerstehen konnte ;)

Zu Beginn habe ich zur Hörbuchversion gegriffen, da ich dieses Genre gerne auch höre. Bei dieser Vertonung kann ich jedoch keine Empfehlung aussprechen. Da wäre zuerst Lisa Rauen ( Kit) selten habe ich eine so langweilige, monotone, farblose, langsame Stimme gehört. Da musste sogar ich die Geschwindigkeit erhöhen... Aber auch Astrid Schulz konnte mich mit ihrer Klangfarbe nicht überzeugen, die Vertonung wirkte äusserst künstlich, erzwungen, einfach unnatürlich. Beide Sprecherinnen schafften es nicht der Geschichte Leben oder Atmosphäre einzuhauchen, weshalb ich nach kurzer Zeit auf das Print umgestiegen bin.

Der Schreibstil ist unauffällig, unkompliziert, schnörkellos, flüssig und nichts Besonderes. Erzählt wird aus zwei Perspektiven in der ICH- Form, der von Kit und der von Leonora. Jedoch gut unterscheidbar, da die Sichtweise von Leonora in Blockschrift dargestellt wird. Diese Erzählweise fand ich geschickt gewählt und durchaus spannend.

Durch diese Ausdrucksform lernen wir die beiden Hauptcharaktere soweit gut kennen, so richtig nah fühlte ich mich Ihnen aber trotzdem nicht. Für mich jedoch kein Problem, da es mir bei einem Thriller mehr um die Spannung und die Atmosphäre geht. Es tummeln sich noch viele weitere Personen in dieser Geschichte, wodurch ich zeitweise, vor allem gegen Ende des Buches manchmal doch etwas überfordert war.

Die Idee, das Setting, der ganze Aufbau und dieses nie genau wissen, was denn nun tatsächlich passiert ist haben mir sehr gut gefallen. Da verspürte ich schon dieses gewisse Pageturner- Feeling. Dieses wurde jedoch immer wieder auch ausgebremst durch eher langatmigere ausschweifendere, langsamen Passagen, wo hingegen sich im letzte Drittel die Ereignisse nur so überschlagen. Eine Enthüllung oder Plot Twist jagt den nächsten, wodurch alles ein bisschen zu überladen, unglaubwürdig und teilweise konstruiert wirkt. Auch hätte ich mir mehr Atmosphäre gewünscht, vielleicht liegt es am Schreibstil, oder an den unpassenden Sprecherinnen, die immer noch in meinem Kopf waren... ;) jedenfalls ich fühlte den angepriesenen düsteren, stimmungsvollen und beklemmenden Vibe nicht. Insgesamt hätte der Story mehr Balance gut getan!

Ich vergebe 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Spannend, überzeugt mich jedoch nicht vollends

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Der Klappentext klingt vielversprechend und erinnert mich ein bisschen an den Stil von Joel Dicker, weshalb das Buch bei mir einziehen durfte. Mysteriös ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)



Der Klappentext klingt vielversprechend und erinnert mich ein bisschen an den Stil von Joel Dicker, weshalb das Buch bei mir einziehen durfte. Mysteriös auch, dass der im Titel vorkommende Namen gleichzeitig der Autor ist.....



Der Schreibstil an sich lässt sich grundsätzlich flüssig lesen. Jedoch störte ich mich immer wieder an den vielen lyrisch, metaphorischen angehauchten Sätzen. Sie wirkten auf mich zu gewollt, ja irgendwie fast schon albern, vor allem für das Genre Spannungsroman. Erzählt wird übrigens grösstenteils aus der Sicht von Sarah in der ICH- Form oder ihrer Freundin Karen, aber weniger häufig. Dazwischen gibt es noch Ausschnitte aus dem Manuskript von Marceau in kursiver Schrift. Klingt kompliziert? Ist es allerdings nicht, da alles immer ganz klar am Anfang des Kapitels deklariert wird.



Wir lesen also immer in der ICH- Perspektive, trotzdem konnte ich keine Bindung zu den Protagonisten aufbauen. Ja ich muss sogar gestehen, dass mir eigentlich keine einzige Person sympathisch war. Vor allem Sarah die Ehefrau von Marceau Miller aus deren Blickwinkel wir als Leser das Meiste erleben, verhielt sich meiner Meinung nach in einigen Situationen völlig unglaubwürdig. Oft hatte ich das Gefühl ich habe hier eine wildrauflos stürmende, aggressive Action- Agentin vor mir. Natürlich hat sie x Fragen, fühlt sich sicher machtlos, trotzdem ist sie doch nicht "nur" trauernde Ehefrau sondern auch noch Mutter von zwei minderjährigen Kindern und sollte entsprechend etwas häufiger ihr Gehirn einschalten. Ich wurde also leider überhaupt nicht warm mit ihr, auch Alexis und Rollin ihre Freunde aus Jugendtagen waren mir gleichgültig, ebenso Karen. Alle wirkten auf mich insgesamt in der Darstellung blass und künstlich. Am nettesten fand ich noch Yves Reynaud ein langjähriger, loyaler Freund der Familie und pensionierter Gendarm.

Meistens kann ich eigentlich über die Charakter- Ausarbeitung in diesem Genre hinwegsehen, wenn der Plot und die Spannung stimmt. Hier hat es mich jedoch schon oft genervt.



Kommen wir also unter anderem zur Idee, die fand ich prinzipiell echt gut. Der ganze Aufbau der Geschichte ist toll, gerade der Einstieg mit dem Prolog und die Ausschnitte des Manuskripts, in dem wir auch in die Vergangenheit abtauchen, sehr geschickt gemacht. Durch diese Erzählstruktur bin ich wirklich durch die Seiten gerast und verspürte definitiv dieses Pageturner Feeling. Der Autor spannt uns mit der endgültigen Auslösung auch bis zum bitteren Ende auf die Folter. Dazwischen gibt es allerdings die ein oder andere Erklärung und oder Wendung, die für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu überkonstruiert und dramatisch war.



Insgesamt ein unterhaltsamer, kurzweiliger, spannender " Thriller" ( wird als Roman betitelt) für Zwischendurch, der mir allerdings nicht lange in Erinnerung bleiben wird.



3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Wenn Träume zerplatzen

Das leise Platzen unserer Träume
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Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Dies ist mein zweites Buch der Autorin und wird sicher nicht das Letzte bleiben...

Ich mag den präzisen, direkten, schnörkellosen, dennoch eloquenten ...

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Dies ist mein zweites Buch der Autorin und wird sicher nicht das Letzte bleiben...

Ich mag den präzisen, direkten, schnörkellosen, dennoch eloquenten Schreibstil von Eva Lohmann unglaublich gerne. Ich habe mir x Stellen markiert, da sie mit nur wenigen Worten einfach so viel Wahrheit ausspricht. Erzählt wird abwechslungsweise aus zwei Perspektiven, nämlich in der ICH- Form von Hellen, welche Jule direkt anspricht und in der dritten Person von Jule wobei diese mehr Raum einnimmt.

Wir haben da Jule und Hellen und beide werden durch die gewählte Sichtweise gut dargestellt, heisst , die Gedanken- und Gefühlswelt war transparent. Jule mochte ich lieber als Hellen, trotzdem könnte ich jedoch nicht sagen, dass ich sie total in mein Herz geschlossen habe. Ich konnte einfach sehr viele Dinge gut nachvollziehen und fühlen. Aber auch Hellen, als die "Affären- Frau" löste zeitweise etwas bei mir aus, was man durchaus als Sympathie bezeichnen könnte...Dennoch bleibt für mich durch die eher rationale Schreibweise immer eine gewisse Rest- Distanz. David der Ehemann wirkt zwischen diesen beiden Frauen schon fast ein bisschen blass und man erhält doch weniger Einsicht in sein Inneres.

Durch meine eigene Biographie geprägt, vermeide ich grundsätzlich die Thematik Betrug/ Affäre/ Fremdgehen, hier hat mich allerdings das Stilmittel neugierig gemacht und ich finde die Umsetzung wirklich gelungen. Mit feiner Beobachtungsgabe unaufgeregt, klar, jedoch nie langweilig wird der Unterschied zwischen Affäre &Betrogener und das Alltagsleben auf dem Land oder in der Stadt gezeichnet. Zusätzlich wird noch der Aspekt der ungewollten Kinderlosigkeit miteingeflochten, so dass wir als Leser insgesamt mit wirklich herausfordernden Elementen konfrontiert werden. Allerdings nimmt in der Geschichte Niemand so richtig Schaden und manche Punkte werden vielleicht ein bisschen zu beschönigt geschildert, weshalb das Buch auch nie schwermütig wirkt. Ich habe beim lesen immer wieder zustimmend genickt, fühlte mich verstanden, wurde teilweise melancholisch, zum nachdenken angeregt und habe wie oben schon erwähnt mehrere ausdrucksstarke, treffende Sätze mit Post-it beschriftet ;)

Ich vergebe gerne 4,5 Sterne



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