Profilbild von Biene101

Biene101

Lesejury Star
online

Biene101 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Biene101 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2022

Schwere Zeiten - authentisch erzählt

Die Töchter des Geistbeckbauern
0

Antonia Brauer nimmt uns in dem ersten Band der Saga um die Töchter des Geistbeckbauern mit in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, auf einen Hof in der Hallertau.

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Dezente ...

Antonia Brauer nimmt uns in dem ersten Band der Saga um die Töchter des Geistbeckbauern mit in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, auf einen Hof in der Hallertau.

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Dezente Farben, der Hopfen als Mittelpunkt der örtlichen Landwirtschaft. Dazu die Zeichnung des Hofs und ein altes Foto, die die Gestaltung abrunden.

1911 wird Wally, die jüngste Tochter, geboren. Der Fokus der Geschichte liegt auf ihrem Schicksal. Wir erleben mit, wie sie, trotz des schweren Hoflebens, behütet und geborgen aufwächst. Der Erste Weltkrieg und seine Folgen zwingen die Familie zu folgenschweren Entscheidungen. Wally, die jüngste und gescheiteste Tochter, muss den Hof verlassen und sich in München eine Stelle als Dienstmagd suchen. Damit verbunden ist auch, dass sie auf ihre große Liebe Ludwig verzichten muss.

Antonia Brauer hat, basierend auf den Erinnerungen ihrer Oma, einen tollen Roman geschrieben. Der Leser wird in den Sog dieser Geschichte gezogen. Man leidet und freut sich mit den Protagonisten, die allesamt sehr authentisch gezeichnet sind. Die Beschreibungen der damaligen Zeit führen einem vor Augen, dass nicht nur das Hofleben hart war, sondern auch die geltenden Regeln des sozialen und wirtschaftlichen Lebens.

Hier ist wirklich ein wunderbarer historischer Roman gelungen, der ein eindringliches Portrait der damaligen Zeit wiedergibt. Im Kopf entstehen die Bilder zu dem Erzählten und am Ende möchte man nur eins, unbedingt weiterlesen.

Von mir eine klare Leseempfehlung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2022

Tolles Kopfkino

Schmerzwinter
8

Aaron Sander hat hier einen außergewöhnlichen Thriller abgeliefert, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend war.

In Hamburg ist ein Serientäter der besonderen Art unterwegs. Jemand, der aus ...

Aaron Sander hat hier einen außergewöhnlichen Thriller abgeliefert, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend war.

In Hamburg ist ein Serientäter der besonderen Art unterwegs. Jemand, der aus weiblichen Opfern auf perfide Art Marionetten kreiert und tief in die Abgründe menschlichen Denkens und Handeln blicken lässt.

Ein Fall, der Jan und seiner Partnerin Anna das Äußerste, sowohl ermittlungstaktisch als auch menschlich, abverlangen wird. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen.

Der Ermittler Jan, ein Typ mit Ecken und Kanten und einer traumatisierten Vergangenheit. Er hat sich und seine Aggressivität nicht im Griff und droht dabei immer sich, das Team und die Ermittlungen zu gefährden.

Anna, eigentlich Polizeipsychologin, wird ihm bei diesem Fall als Partnerin zur Seite gestellt, als Aufpasserin und Ermittlerin.

Aaron Sander hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der automatisch ein Kopfkino entstehen lässt. Man fiebert und leidet mit und kann die, teilweise unerträgliche, Spannung förmlich spüren. Er beschreibt einen Täter, der mit einer unglaublichen brutalen und unvorstellbaren Präzision vorgeht.

Durch die wechselnden Erzählperspektiven, erhalten wir Einblicke in die Gedanken der Ermittler, der Opfer und des Täters. Die Gedanken und Gefühle der Opfer bringen den Leser auch an eine Grenze.

Die Handlung bleibt wendungsreich und eine endgültige Lösung bekommt man wirklich erst auf den letzten Seiten. Der Spannungsbogen ist über das ganze Buch hinweg hoch, mal direkt zu spüren, mal als subtiler Hintergrund.

Der Schluss hatte für mich ein paar kleine Schwachstellen. Mir persönlich waren einige Szenen nicht so ganz schlüssig und die Handlung am Ende erschien mir teilweise etwas überhastet.

Aber insgesamt gibt es 4,5 Sterne für einen großartigen Thriller, der von der Grundidee her nicht neu war, aber fantastisch umgesetzt. Es würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.10.2022

Exzellente Fortsetzung

Wenn das Böse nach Brandenburg kommt
0

Nach einem hervorragenden Band 1 liegt jetzt der 2. Teil um Carla und ihr Team vor.

Das Cover und der Titel lassen einen düsteren Unterton in der Story erahnen.

Worum geht es? Ein Psychopath macht Jagd ...

Nach einem hervorragenden Band 1 liegt jetzt der 2. Teil um Carla und ihr Team vor.

Das Cover und der Titel lassen einen düsteren Unterton in der Story erahnen.

Worum geht es? Ein Psychopath macht Jagd auf junge Männer, die er auf eine perfide Art und Weise tötet. Für Carla und ihr Team beginnt eine Jagd ohne wirkliche Anhaltspunkte, Täter oder Motiv betreffend.

Parallel taucht ein Skelett auf, das zu einem ungeklärten Fall aus der DDR Vergangenheit führt.

Aus unterschiedlichen Perspektiven nähert man sich als Leser der Story.

Sehr gut gelungen ist wieder die Ausarbeitung der Figuren, sowohl der Ermittler, als auch der möglichen Täter.

Carla, eine gute Ermittlerin, eigensinnig, aber auch empathisch. Die Ereignisse lassen ihre eigene Vergangenheit schmerzhaft aufleben.

Julia, die jüngere Ermittlerin, die sich gegen ihren pubertierenden Sohn nicht durchsetzen kann, aber eine hervorragende Ermittlerin ist.

Maik, der eine aufwühlende Zeit mit seinem kranken Vater und dessen Stasi Vergangenheit erlebt.

Auch die Seite des Täters wird aus psychologischer Sicht gut beleuchtet, es wirkt alles sehr glaubwürdig.

Der private Anteil der Ermittler hat die richtige Dosierung, wichtig für das Verständnis, aber nicht die Handlung überlagernd.

Die Einblicke in Ereignisse aus der DDR Vergangenheit und ihre Auswirkungen bis heute stimmen nachdenklich.

Weitere Themen in der Story sind die zur Zeit allgegenwärtigen Themen der "Political Correctness". Obwohl in aller Munde, sind sie hier nur eine selbstverständliche Randerscheinung. Keine Belehrungen oder moralischen Zeigefinger.

Von Anfang bis Ende wird der Spannungsbogen hoch gehalten und man hat als Leser alle Möglichkeiten, bis zum Schluss mitzurätseln.

Richard Brandes hat wieder einen spannenden Krimi mit Tiefgang vorgelegt.

Ich freue mich auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.10.2022

Mordermittlung mal ganz anders

Es gibt ein Sterben nach dem Tod
0

Für mich war es die erste Krimikomödie von Tatjana Kruse. Ich bin ohne größere Erwartungen an das Buch heran gegangen. Was habe ich gefunden ? Ein außergewöhnliches Ermittlerteam, bestehend aus einer Putzfrau ...

Für mich war es die erste Krimikomödie von Tatjana Kruse. Ich bin ohne größere Erwartungen an das Buch heran gegangen. Was habe ich gefunden ? Ein außergewöhnliches Ermittlerteam, bestehend aus einer Putzfrau mit Voodoo Vergangenheit, einem verkappten Wahrsager mit paranormalen Erbgut und Börnie, die stinkstiefelige Verstorbene, die als Geist so ihre Probleme mit Tod und Sterben hat. Noch Fragen? Mit viel Wortwitz hat Tatjana Kruse eine aberwitzige und unterhaltsame Story um dieses Dreamteam gestrickt. Die Ermittlungen im " Todesfall" waren schon fast nur am Rande wichtig.

Ein unterhaltsames Buch für zwischendurch, dass sich gut lesen ließ.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2022

Fesselnder Serieneinstieg

Im Feuer
0

Das Cover versetzt uns direkt nach Schweden. Der Titel und das Thema wird durch die mit Feuer unterlegten Buchstaben nochmals unterstrichen.
Pernilla Ericson greift hier ein hochaktuelles Thema auf. Heiße ...

Das Cover versetzt uns direkt nach Schweden. Der Titel und das Thema wird durch die mit Feuer unterlegten Buchstaben nochmals unterstrichen.
Pernilla Ericson greift hier ein hochaktuelles Thema auf. Heiße Sommer, kein Regen, erhöhte Brandgefahr, Brandstiftung.
In dieses Szenario lässt sich Lilly Hed von Stockholm nach Nynäshamn versetzen. Im Verlaufe des Buches erfahren wir mehr zu den Gründen, die die erfolgreiche Ermittlerin zu dem Neuanfang veranlasst haben.
Bei den Bränden kommt es zu Todesfällen, bei den Lilly nicht von einem Unfall ausgeht. Unterstützung bekommt sie vom Feuerwehrchef Jesper. Auch ihr Chef und die neue Kollegin unterstützen ihre Ermittlungen, die logisch und gut aufgebaut sind. Auch die aufgeladene Atmosphäre in der Bevölkerung und die Erschöpfung aller Einsatzkräfte lassen Bilder im Kopf entstehen und den Leser mitfiebern.
Die Autorin lässt noch eine weitere Perspektive einer unbekannten Person einfließen, die in der Vergangenheit von Kindern/Jugendlichen gemobbt wird. Der Spannungsbogen ist bis zum Schluss erstklassig. Man versucht Zusammenhänge zu finden und ist doch von der unerwartetenden Wendung am Ende überrascht.
Die sich anbahnende private Verbindung zwischen Jesper und Lilly und die damit verbundene Aufarbeitung der Vergangenheit hat genau den richtigen Anteil an der Story. Genug um die Charaktere besser zu verstehen, ohne die Krimihandlung zu überlagern.
Pernilla Ericson hat mit der Figur der Lilly Hed und einem überzeugenden Schreibstil einen tollen Serienstart vorgelegt. Ich bin gespannt, wie es im Juli 23 mit Lilly Hed weiter geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere