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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine süße kleine Geschichte über den ganz normalen Wirrwarr der Liebe und diese auch zu erkennen …

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Inhalt:

Scarlett Vandermeer, für die meisten einfach Vandy, ist Turmspringerin des Schwimmteams an der Universität Stanford in Kalifornien und steht nach einem schweren Unfall am Scheideweg ihrer Sportlerkarriere. ...

Inhalt:

Scarlett Vandermeer, für die meisten einfach Vandy, ist Turmspringerin des Schwimmteams an der Universität Stanford in Kalifornien und steht nach einem schweren Unfall am Scheideweg ihrer Sportlerkarriere. Entweder sie bekommt den verdammten Delphinsprung wieder gesprungen oder sie kann einpacken. Tschüss Weltmeisterschaft, Tschau Olympia … alles, für das sie so hart seit ihrer Jugend gearbeitet hat, wäre dahin. Dieser Sprung ist zu einer mentalen Blockade geworden. Der Druck von außen und auch ihr ganz persönlich auferlegter Perfektionismus machen es ihr verdammt schwer. Auch ihre Therapie scheint keine Fortschritte zu bringen.

Doch sie hat nicht mit Lukas Blomqvist gerechnet, den schwedischen Topathleten, der Schwimm-Gott schlechthin. Alles scheint ihm mühelos zu gelingen. Er ist der Meister der Selbstdisziplin und tritt so völlig unverblümt, im wahrsten Sinne des Wortes, in ihr Leben oder vielmehr wird er ihr von Teamkollegin und Freundin Penelope Ross quasi an die Brust geworfen.

Er und Scarlett teilen die gleichen sexuellen Vorlieben, die sie Pen im Vertrauen erzählt haben. Lukas ist Pens bester Freund und seit kurzem auch ihr Ex-Freund. Beide haben so einiges gemeinsam erlebt, sie sind quasi zusammen erwachsen geworden. Der eine mehr, der andere weniger. Und anfänglich denkt Pen, es wäre eine ganz wunderbare Idee die beiden einander näherzubringen, um selbst wieder frei für andere Optionen zu sein. Was Pen nicht dabei bedacht hat, ist, dass die zwei tatsächlich mehr verbinden könnte als ihre speziellen Vorlieben und sie somit nicht mehr der Mittelpunkt seines Lebens ist.

Scarlett weiß nicht wie sie mit den neuen Informationen und der extrem unangenehmen Situation umgehen soll, die Pen ihr eingebrockt hat. Als introvertierter Mensch fällt es ihr auch so schon ungemein schwer mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Sie ist eher der Beobachter von außen, selten war sie im inneren Kern zu finden. Doch nun steht sie im Zentrum eines ungemein selbstbewussten und dazu noch extrem unwiderstehlichen Schwimmers, der plötzlich zu viel über sie weiß und obendrauf wurde sie ihm als Ablenkung und Spielzeug angeboten.

Und wo sie vorher völlig versunken in ihrem ganz eigenen Dilemma war, ist Lukas ihr erschreckend allgegenwertig. Plötzlich ist er überall dort, wo auch sie ist. Oder ist es ihr bloß vorher nie aufgefallen. Sie versucht es mit der Strategie all das irgendwie zu ignorieren, aber da hat sie die Rechnung nicht mit Lukas gemacht. Er scheint keineswegs ein Problem damit zu haben, eher das Gegenteil.

Und so verbinden sich ihre Wege durch den Sport, aber auch durch ihr Studium und es kommt wie es kommen muss … sie kommen sich näher … aber Pen, der verdammte Delphinsprung, ihr klitzekleines Unvermögen richtig zuzuhören, aber auch der fehlende Mut zum Sprung ins Leben, machen es Scarlett schwer den richtigen Weg zu finden.

Einzig Lukas scheint den Weg zu kennen, in jedweder Richtung …


Meinung:

Die Autorin Ali Hazelwood entführt mich erstmals als Leserin ihrer Geschichten an die Universität von Stanford in Kalifornien. Hier bekomme ich einen kleinen, aber feinen Einblick in das Uni- bzw. Studentenleben, welches zusätzlich als College - Sportler sehr anspruchsvoll und zeiteinnehmend ist, wobei die Autorin nicht viel Augenmerk auf die Umgebung, sondern voll und ganz auf die Hauptpersonen und deren persönliche Entwicklung legt.

Ali Hazelwood hat in diesem Roman zwei reale Hauptcharaktere erschaffen, mit denen ich stets mitfühlen konnte, so unterschiedlich sie auch sind. Scarlett ist eine introvertierte Persönlichkeit, die durch allerlei Probleme, die in ihrer Kindheit begründet liegen, und ihrem daraus resultierenden Perfektionismus alles richtig machen zu wollen, sich in vielerlei Hinsicht im Wege steht. Wie es vielen von uns wahrscheinlich ähnlich geht und deshalb so nahbar wirkt.

Mit Lukas wiederum hat die Autorin einen echt tollen Charakter beschrieben, der vielleicht von außen unterkühlt erscheinen mag, zumindest wird er anfangs so beschrieben, kommt aber nicht eine Sekunde so rüber. Lukas ist für mich der klassische Fels in der Brandung. Er ist genau das was Scarlett braucht. Er hört zu, gibt ihr Sicherheit und Vertrauen, all das, was die einzigen männlichen Bezugspersonen in ihrem Leben bisher nie getan haben.

Endlich kein männlicher Stereotype, den man mittlerweile häufiger in Romanen findet, im Sinne von unnahbar, kühl, arrogant und übergriffig, sondern ein mitfühlendes Wesen mit dem Herzen am richtigen Fleck und dabei oder gerade deswegen unglaublich nahbar, unwiderstehlich und sexy. Er weiß genau was er will und legt eine Engelsgeduld an den Tag. Lukas ist ein Mann, der sich respektvoll dem anderen Geschlecht gegenüber verhält und die Menschen um sich herum genau lesen kann und ihnen somit ihren Freiraum wahrt. Ein Mann zum Verlieben und der vor dem großen Ganzen keine Angst hat.

Einziges Manko für mich waren die allenthalben beschriebenen Sexszenen, die ich laut Klappentext auch nicht unbedingt so erwartet hätte oder vielleicht anders. Sie wirkten für mich einerseits immer wie eingeschoben, gestelzt und hart heraufbeschworen und dann aber auch irgendwie an die Kette gelegt. Auf der einen Seite haben die beiden „besondere“ Vorlieben, die im Buch dann wiederum doch recht zart behandelt wurden, aber weil es wahrscheinlich mittlerweile zum guten Ton gehört, kreiert man sexuelle Inhalte. Um vermutlich die angestrebte jüngere Leserschaft nicht allzu sehr zu schocken, eben aber mit etwas angezogener Handbremse und mit immer den gleichen wiederkehrenden Begrifflichkeiten. Ich finde es hätte der Geschichte keinen Abbruch getan, wenn gar keine oder eben nur angedeutete Handlungen stattgefunden hätten. Für mich war es nicht stimmig. Wie sagt man so schön: Manchmal ist weniger mehr. Das gewisse Kribbeln und Knistern der Vorfreude wurde dadurch für mich immer wieder kaputt gemacht, da eigentlich sonst die Chemie zwischen den beiden gut funktionierte. Aber da die sexuellen Neigungen nun mal zur Kennenlerngeschichte gehören, ist es wohl eine verzwickte Situation, die die Autorin ja nicht totschweigen kann, die aber auch gut und gern anders gelöst hätte werden können.

Fazit:

Blendet man die gestelzten Sexszenen heraus, ist es aber dennoch eine recht kurzweilige und nahbare Geschichte, die ich flugs gelesen habe und ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Die Chemie zwischen den beiden wirklich tollen und sympathischen Charakteren war stimmig und funktionierte gut.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Märchen neu erzählt. Für Märchenliebhaber ein Muss.

Narbenkönig
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Eine nebelverhangene Burg, ein mysteriöser Todesfall und ein geheimnisvoll entstellter König trifft auf eine widerspenstige und hartnäckige Prinzessin...

Prinzessin Lilliana muss mit Entsetzen feststellen, ...

Eine nebelverhangene Burg, ein mysteriöser Todesfall und ein geheimnisvoll entstellter König trifft auf eine widerspenstige und hartnäckige Prinzessin...

Prinzessin Lilliana muss mit Entsetzen feststellen, dass ihr Vater König Jaromir von Aurenbrunn sie tatsächlich mit irgendeinem dahergelaufenen Kronprinzen oder, vielleicht schlimmer noch, einen tattergreisigen König vermählen will, sollte sie sich nicht fügen. Voller Wut über diese Anmaßung, schließlich will sie ja gar nicht heiraten, verprellt die Prinzessin ihre "Ehemänner in Spe".

Im darauffolgenden Streit mit ihrem Vater und in ihrer Not, eröffnet Lilliana ihm, lieber das narbengesichtige Ungetüm sowie Brudermörder, auch wenn es angeblich reine Notwehr war, König Amon von Grauemfall zu heiraten, als einen von diesen Gockeln, die nur hinter dem Ansehen und Geld ihres Vaters her sind. In der Hoffnung, dass ihr Vater sie niemals an dieses "Monster" verheiraten würde, wähnt sie sich in Sicherheit. Doch es kommt anders als Lilli erdacht und so wird sie von ihrem Vater, nachdem er scheinbar alles mit König Amon geklärt hat, zur Burg Grauemfall geschickt um ihren zukünftigen Ehemann kennenzulernen.

Der König ging davon aus, dass keine Prinzessin, die bei Verstand war, den entstellten König von Grauemfall heiraten würde und deshalb würde er wiederkommen und seine Tochter zurückholen.

Lilli ist fassungslos, aber ihr bleibt nichts anders übrig, als dem Befehl ihres Vaters Folge zu leisten. Insgeheim schmiedet sie aber Pläne, wie sie aus dieser misslichen Lage entkommen kann. Kaum auf der Burg des besagten Königs angekommen, scheint dieser aber keine Absicht zu haben Lilli in irgendeiner Weise zu begrüßen oder geschweige denn mit ihr sprechen zu wollen. Lilli ist erbost über diese Dreistigkeit lässt sich aber ob der Beleidigung und Zurückweisung nichts anmerken und verfolgt weiter ihren Plan so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen.

„Lilliana, ihr habt einen Streit mit Eurem Vater und es ist eindeutig, dass Ihr mit Eurem Auszug aus dem elterlichen Schloss eine Rebellion anzetteln wollt, wofür ihr mich benutzt.“

Doch umso länger sie auf dieser Burg bleibt, umso mysteriöser erscheinen die Geschehnisse. Immer mehr verliert ihr Plan zurück nach Hause zu kommen an Bedeutungslosigkeit, vielmehr will sie verstehen was hier vor sich geht.

Lilli kam einen Schritt näher. „Darf ich Euch etwas fragen?“
Amon senkte das Buch und sah auf. „Ihr gebt ja doch keine Ruhe. Dann fragt eben.“
„Schützt Ihr Euer Gesicht im Schlaf, weil Ihr Angst habt, Euer Bruder könnte zurückkommen?“

Warum erscheint ihr Amon nicht so grausam entstellt? Warum sieht sie ihn anders, als alle um ihn herum?

„Obwohl Amon sich nur gewehrt hatte, hat er es nie überwunden, seinen Bruder getötet zu haben … Man sagte Amon nach, mit bösen Geistern im Bunde zu sein, da er gegen jede Logik überlebt hatte. Manche sagten, dass er ein dunkles Herz hätte und das Schicksal ihn durch die Hand seines Bruders bestraft hätte … Aber ich, Prinzessin, ich sah etwas anderes. Ich sah einen jungen Mann, der unter der Maske eines Monsters verschwunden war.“

Aber was für Lilli immer mehr zu zentralen Bedeutung wird, kann Amon zulassen ihr Vertrauter und Freund zu werden, trotz all seiner Narben, die er mit sich herumträgt?
Letztendlich müssen beide auf grausame Weise erfahren wer Freund und wer Feind ist.

Eindrücke

Dieses durch Zufall entdeckte Buch gehört zu den „Neuen Märchen“, das heißt es ist keine wiederholte Ausgabe eines altbekannten Märchens, sondern ein eigenständiges neues Werk. Obwohl es an manchen Stellen natürlich gewisse Parallelen aufweist, die aber für mich auch einfach klassisch zu einem Märchen gehören. Und als Märchenliebhaber konnte ich selbstverständlich nicht daran vorbeigehen.

Ganz althergebracht werden hier alle charakteristischen Personen eingebaut die eine Märchenerzählung, meiner Meinung nach, haben muss. Die Autorin bedient sich an diesen klischeehaften Charakterzügen, gibt ihnen aber modernere Züge, oder entstaubt sie einfach und haucht ihnen Leben ein.

So ist die Prinzessin nicht zwangsläufig einfach nur verwöhnt, kratzbürstig und eigensinnig und schon gar nicht sieht sie ihr Heil in einer Hochzeit, sondern will einfach nur ihren eigenen Weg bestreiten und nicht als handelsübliche Ware an den meistbietenden Kunden verkauft werden. Das macht sie ja nicht weniger sympathisch, sondern eher nahbar und verständlich. Auch heute noch denken Menschen, dass eine Frau bzw. ein Mädchen anstrengend und furchtbar ist, wenn sie offen ihre Meinung kundtut.

Wir haben immer noch viel zu viele starre und engstirnige Ansichten, sicherlich eben auch bedingt durch Erzählungen und Geschichtensammlungen alter Zeiten in unseren Köpfen, die vielleicht auch mit diesen neuen Märchen etwas entstaubt werden.

Und letztendlich ist es ja überhaupt nicht schlimm, dass die stolze Prinzessin ihre Pläne umwirft und doch die Liebe findet und heiratet, wichtig ist doch, dass sie selbst entschieden hat welchen Weg und vor allem mit wem sie ihn geht. Im Laufe der Geschichte erkennt sie, auch mit Hilfe von getreuen Untergebenen, dass sie nicht immer mit dem Kopf durch die Wand muss um etwas zu erreichen. Sie entwächst nach und nach ihren „Kinderschuhen“, so, dass sie immer mehr über ihr Handeln nachdenkt, bevor sie zur Tat greift.

Aber auch der Prinz, in diesem Fall schon ein jung gekrönter König, wird von der Autorin wunderbar in seinem verletzlichen Wesen gezeichnet, er ist nicht mehr nur eine Randfigur, wie in so vielen Märchen, der die Prinzessin erretten muss. Er hat tatsächliche Gefühle und Leben in sich. Und zur Abwechslung ist es genau die liebenswert „nervige“ Art der Prinzessin die ihn aus seiner Lethargie reißt und er lernt das das Leben vielleicht doch lebenswert ist.

Beide lernen Vertrauen zu geben, aber auch anzunehmen. Aber bis es soweit ist müssen noch so einige Hindernisse und Geheimnisse gelüftet werden, die sicherlich in gewissen Maßen vorhersehbar waren, aber nichts desto trotz sehr gut und spannend verpackt waren.

Besonders gefallen haben mir, neben dem zarten Anbandeln der Protagonisten und den wunderschönen intimen und vor funkensprühenden Dialogen, die eingebauten geheimnisvollen und dadurch sehr schaurigen Momente, die dem Ganzen eine mystische Note gegeben haben.


Fazit

Kurzum wurde hier eine wunderschöne Geschichte mit zauberhaften und lebensnahen Charakteren erschaffen, welche ich mir auch gut verfilmt vorstellen kann. Einige Parallelen von “König Drosselbart“ wurden hier aufgegriffen und in neuem und frischem Gewand vereint, dazu mit einigen schaurigen Momenten verwoben, wodurch es zu einem reinen Lesevergnügen wurde.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Die mittlere Tochter der Bennets tritt aus den Schatten ihrer Schwestern ...

Miss Bennet
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Miss Bennet ist ein außergewöhnlich feinfühliger Roman über die mittlere Tochter Mary Bennet, der wohl berühmtesten fiktiven Familie Englands, frei nach Jane Austen.

Mary steht seit sie denken kann ...

Miss Bennet ist ein außergewöhnlich feinfühliger Roman über die mittlere Tochter Mary Bennet, der wohl berühmtesten fiktiven Familie Englands, frei nach Jane Austen.

Mary steht seit sie denken kann im Schatten ihrer Schwestern, sein es die beiden ältesten Jane und Elisabeth, die vor Schönheit und Sanftmut sowie Klugheit und Charme nur so strotzen oder ihren beiden jüngsten Schwestern Kitty und Lydia, die nur nach roten Mantelaufschlägen Ausschau halten und für vernünftige Konversationen nicht viel übrig haben. Mary ist hin und her gerissen zwischen den Einflüssen ihrer nervenschwachen und tumben Mutter, die nur auf Äußerlichkeiten und den Reichtum der zu heiratenden Männern achtet und ihrem Vater, der zwar belesen und einiges an Bildung inne hat, aber dennoch überhaupt keine Beziehungen zu seinen Töchtern pflegt, außer zu Lizzy, seiner zweitgeborenen.

Mary versucht sich einen Platz in dieser lauten Familie zu etablieren und merkt schnell, dass ihr dieses unmöglich ist, schon weil ihre Mutter in ihr von Anfang an einen hoffnungslosen Fall sieht, bedauernswert und hässlich. Mary beschließt nach einem Missgeschick auf dem öffentlichen Ball in Hertfordshire, nur noch ihrem Verstand zu folgen und auf jegliche Gefühlsäußerungen zu verzichten, da sie unwissentlich und naiv wie sie war, einen guten Menschen, der ihr Respekt und Aufmerksamkeit entgegengebracht hat, vor den Kopf gestoßen hat. Fortan sieht Mary ihr Heil nur noch in ihrer geistigen Bildung.

Als sich später die Möglichkeit bietet, vielleicht Mr. Collins, dem Erbe des Familiensitzes, zu ehelichen, um wie sie findet auch ihre töchterlichen Pflichten nach zu kommen und vor allem ihrem Schicksal einer alten Jungfer zu entkommen, muss sie entsetzt feststellen, dass ihr Lizzies Freundin Charlotte zuvorgekommen ist. Nun scheint das Schicksal Marys besiegelt. Ohne Hoffnung auf einen Ehemann, wird sie wohl das trostlose Dasein als alte Jungfer fristen müssen.

Nachdem ihre beiden ältesten Schwestern ihr Glück gefunden und sich sehr wohlhabend verheiratet haben, und auch die beiden jüngeren Schwestern mehr oder weniger gut situiert verheiratet wurden sind, ist Mary nun allein mit ihrer immer zeternden Mutter und ihrem stets unterkühlten Vater auf dem Familiensitz Longbourn und ihr Leben scheint als Gesellschafterin ihrer Mutter vorherbestimmt.

Doch der plötzliche Tod ihres Vaters nimmt ihr nun auch diese Sicherheit. Mary und ihre Mutter müssen ihr geliebtes Longbourn verlassen und ziehen zu ihrer Schwester Jane und ihrem Mann Mr. Bingley. Hier fühlt sich Mary nicht angenommen und leidet schrecklich unter Mr. Bingleys Schwester. Sie sieht keinen anderen Ausweg, als zu ihrer Schwester Lizzie nach Pemberley weiterzuziehen. Aber auch hier bemerkt Mary schnell, dass sie nie mehr als nur eine Zuschauerin im Leben der glücklichen Familie sein wird.

Auch ihr Aufenthalt in Longbourn, den sie für einen für sie hoffnungsvollen Zwischenstopp gewählt hat und Charlotte und Mr. Collins besucht, endet nicht glücklich für sie. Also nimmt sie ihren ganzen Mut zusammen und schreibt ihrer Tante nach London, dort wo auch einst ihre Schwestern Zuflucht gesucht und gefunden haben und bekommt alsbald eine schnelle und positive Antwort von ihrer Tante Gardener.

Mary ist überwältigt von der Stadt London, aber vor allem taut sie bei der herzlichen Familie des Bruders ihrer Mutter nach und nach auf. Dort entdeckt Mary Seiten an sich, die sie nie für möglich gehalten hätte. So entwickelt sie wieder Spaß an Abendeinladungen und hat das Gefühl, dass ihr hier endlich Gehör geschenkt wird, aber auch banale Dinge, wie sich für diese Abendgesellschaften schick zu machen, stößt sie nicht mehr ab. Dies scheint ganz allein dem jungen Anwalt Tom Hayward zu verdanken zu sein, der sich fest vorgenommen hat, Mary aus ihrem Scheckenhäuschen herauszuholen und dies tut er, indem er ihr die Schönheit der Poesie näher zu bringen versucht.

Als dann auch noch der junge Adlige Will Ryder ihr den Hof macht, ist Mary schneller als ihr lieb ist gefangen zwischen Vernunft und Gefühl.

Persönliche Eindrücke:

Dieser Roman ist in vier Abschnitte unterteilt. Der erste Teil ist frei nach Jane Austens Roman Stolz und Vorurteil aus der Sicht von Mary Bennet, der mittleren der 5 Töchter, erzählt. Die Autorin entsinnt im ersten Teil gekonnt zu den bekannten Situationen die Sichtweise von Mary und beleuchtet ihr Seelenleben für mich auf sehr eindrückliche Weise und gibt so einen möglichen Einblick, den vielleicht auch Jane Austen im Sinn hatte, wieso Mary so ist, wie sie ist.

Zur rechten Zeit wechselt die Autorin dann in den zweiten Teil, da ich als Leserin ungeduldig werde und natürlich Marys Weg weiterverfolgen will. Hier nimmt das Buch für mich dann an Fahrt auf und entwickelt sich zu einen gelungenen Porträt einer heranwachsenden sympathischen Frau, die lange im Schatten ihrer übergroßen Familie stand. Sie entfaltet sich und macht Fehler, ist hin und her gerissen zwischen Gedanken und Gefühlen, aber ganz im Sinne Jane Austens findet auch Mary ihren Weg und vor allem ihre Stimme als selbstbewusste Frau.

Fazit:

Mich hat das Buch spätestens ab Teil zwei richtig abgeholt und äußerst gut unterhalten. Ich bin gern der Geschichte von Mary gefolgt und habe ihr beim Wachsen zugesehen. Gleichzeitig ist sie ein würdiger Abschluss, der unbedingt noch gefehlt hat. Dieser Roman kann sich absolut nahtlos zu den anderen Romanen von Jane Austen einreihen. Eine klare Leseempfehlungen für alle die gerne in romantische und fesselnde Verwirrungen zur Zeit Jane Austens abtauchen.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Die Pignatelli Reihe geht in die zweite Runde …

Scheunenfund
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Elena kann es nicht glauben, nachdem sie den Vorschlaghammer beiseitegelegt hat und in die Öffnung der Scheune, die sie unter anderem von Ihrer Großmutter Maria zusammen mit dem alten Landhaus „Villa Pineta“ ...

Elena kann es nicht glauben, nachdem sie den Vorschlaghammer beiseitegelegt hat und in die Öffnung der Scheune, die sie unter anderem von Ihrer Großmutter Maria zusammen mit dem alten Landhaus „Villa Pineta“ geerbt hat, geklettert ist, sieht sie vor sich allerlei Gerümpel, aber es zeichnen sich auch schemenhaft die Konturen mehrerer Autos ab. Kann es sein, ist es wirklich möglich, dass der Mythos um die geheimnisvolle Automobilsammlung ihres Urgroßvaters Gabriele und Großvaters Guiseppe wahr ist. Die Hinweise im Tagebuch ihres Urgroßvaters scheinen es zu beweisen und gleichzeitig offenbaren sie Unglaubliches. Die Aufzeichnungen reichen bis zu den Anfängen des 20.zigsten Jahrhunderts zurück. Elena muss unbedingt mit ihrer Großmutter Maria sprechen, sie scheint mehr zu wissen, als sie zugeben möchte.

Marco packt seine letzten Sachen, schließt seine Wohnung ab und lässt die Schweiz endgültig hinter sich. Sein Ziel klar vor Augen. Gemeinsam mit Elena will er ein Agriturismo auf dem geerbten Land in Apulien aufbauen. Schreiben kann er von überall, aber an der Seite Elenas gelingt ihm das noch viel besser. Im Gepäck befinden sich auch seine Züricher Verlegerin Kathrin sowie die Reporterin Selina, die über weitere abenteuerliche Reisen der beiden schreiben möchte, in der leisen Hoffnung auf einen noch viel größeren Coup zu stoßen.

Umbigwe, ehemals Koch auf der Fähre „Barbarossa“, hat es nach Sizilien verschlagen, genauer nach Castellammare, seinen Traum eines eigenen Agriturismo scheint aber in weite Ferne zu rücken. Das gekaufte Haus ist eine Bruchbude und die Touristen bleiben aus. Da trifft es sich gut, dass Elena und Marco seine Hilfe benötigen und er erstmal seinen Sorgen entwischen kann. Gesagt getan. Umbigwe steigt ins Auto und fährt einem weiteren Abenteuer entgegen.

Aus den einstigen Weg- bzw. Leidensgefährten sind mittlerweile gute Freunde geworden. So setzen sie gemeinsam alles daran um den Geheimnissen Marias langsam aber sicher auf die Spur zu kommen. Und dabei wühlen sie so einiges auf, was wiederum die italienische Steuerfahndung, alte Bekannte und korrupte Sammler, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, auf den Plan ruft.

Die furchtbaren Schatten drücken schwer auf die sonst so resolute Grande Dame der Mafia. Maria muss sich entscheiden. Wird sie ihr Schweigen brechen und ihrer Enkelin Elena die nötige Unterstützung geben? Denn eins ist gewiss, Elena wird nicht aufgeben und weiter nach den verschwundenen Autos suchen.

Meine Eindrücke :

Dem Schweizer Autor Bruno Heter ist es mit diesem zweiten Teil wieder einmal gelungen, mir eine unglaublich aufregende und unterhaltsame Reise zu bieten, die mich erneut bis in den tiefsten Süden Italiens geführt hat. Unter schattigen Olivenbäumen, bei einem guten Glas Wein und herrlich köstlichen Essen hat er mich meine Umgebung vergessen lassen. Bis zum spannenden Ende habe ich mitgefiebert und war dabei als sich alles bis ins kleinste Detail klar durchdacht auflöste.

Selbst eine E-Mail Adresse für das Agriturismo wurde seitens des Autors eingerichtet. Man darf also gespannt sein, was sich daraus entwickelt. (anticapuglia.it)

Für mich war der zweite Band nochmal einen Ticken besser als der erste. Als geradezu fesselnd empfand ich die Rückblicke in Zeiten Elenas Urgroßvaters und Großvaters, als die verschollenen Oldtimer, halt noch keine verstaubten „alte Kisten“, sondern zum Teil außerordentlich schnittige Autos waren und der Autor unter anderem so bedeutende Rennfahrer mit in seine Geschichte eingebaut hat, die sich auch einen Namen im Kampf gegen die Nationalsozialisten gemacht haben. Diese dann in Nacht- und Nebelaktionen quer durch Europa fahren zu lassen um die wertvollen Autos eben vor jenen Schreckensgestalten zu verstecken, hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht zu lesen. Genau das macht ein gutes Buch für mich aus. Es hat mich gepackt und ich war mittendrin statt nur dabei.

Aber auch die gut zusammen harmonisierenden Charaktere tragen diese Geschichte bis zum Ende. Hier setzt der Autor immer wieder auch auf starke weibliche Rollen, die selbstbewusst ihren Weg gehen. Sei es Maria, die den schweren Schicksalsschlägen trotzte, in einer Zeit, wo den Frauen wenig Gehör geschenkt wurde. Aber auch Elena, ihre Enkelin, die sich ihren Weg erst noch suchen musste oder eben in Form der Züricher Verlegerin Kathrin, die ihrerseits feststellt, dass Karriere vielleicht doch nicht alles ist. Dennoch bin ich froh, dass Bruno Heter nicht allzu sehr in die Lobhuldigungen des weiblichen Geschlechts abrutscht und auch den männlichen Charakteren auf Augenhöhe ein Mitspracherecht gibt und ihnen ihre Daseinsberechtigung einräumt. So sind diese unterschiedlichen Lebensgeschichten wunderbar harmonisch abgerundet und werden durch den Autor humorvoll oder gefühlvoll, aber immer emphatisch erzählt.

Es ist sehr erholsam, dass in diesem Thriller nicht an jeder Ecke geschossen, geballert und gemordet wird und das Blut nicht literweise von den Wänden tropft. Natürlich gibt es diese Szenen, sie halten sich aber in einem "gesunden Rahmen". Hier liegt das Augenmerk zur Abwechslung auf die Entwicklung der Geschichte. Und diese wird von Bruno Heter an jeder Stelle seines Buches gekonnt vorangetrieben.

Fazit:

Durch die gelungenen und sehr interessanten Rückblicke in die Vergangenheit, wird die Suche in der Gegenwart wirklich spannend. Es ist ein gut aufgebauter Thriller, der aber auch immer wieder zwischenmenschliche Beziehungen zulässt, und dieses Buch für mich insgesamt zu einem Wohlfühlbuch macht. Hier findet man zwischen alten Freundschaften, junger Liebe und anbahnenden Liebschaften eine packende Geschichte der Automobilindustrie, die top recherchiert Fiktion und Realität verbindet und Lust auf Teil drei der Pignatelli- Reihe macht.


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Veröffentlicht am 09.04.2024

Ein amüsanter, wilder und unterhaltsamer Roadtrip ...

Die Reise
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Inhalt:

Der Schweizer Schriftsteller Marco Stalder braucht dringend Urlaub. Urlaub von seinem Leben, welches desolat vor ihm liegt, seit seine langjährige Beziehung zerbrochen ist, und vor allem aber ...

Inhalt:

Der Schweizer Schriftsteller Marco Stalder braucht dringend Urlaub. Urlaub von seinem Leben, welches desolat vor ihm liegt, seit seine langjährige Beziehung zerbrochen ist, und vor allem aber auch Abstand von seiner Verlegerin Kathrin Zürcher, die ihm unablässig in den Ohren liegt endlich sein Buch zu beenden. Dumm nur, dass ihm gerade aus eben jenen Gründen eine Schreibblockade hindert irgendetwas zu Ende zu bringen und somit auch kaum Besserung in Sicht ist.

Also überredet er kurzerhand seine Verlegerin ihm die wichtige Auszeit in Italien zu gönnen, um danach tatkräftig wieder ans Werk gehen zu können. Soweit, so gut. Sein schicker VW Camper steht bereit. Der Laptop sowie das Notizbuch sind gut verstaut und Marco steigt voller Vorfreude auf Bella Italia in sein Auto. Doch diese Reise steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach etlichen Planänderungen seiner bevorzugten Route, aufgrund von kilometerlangen Staus, Unfällen und Schneefalls bleibt ihm nur noch eine Variante zu fahren. Anscheinend hat sich alles gegen ihn verschworen. Aber es kommt für Marco noch viel schlimmer, denn nach einer kurzen Kaffee- und Pinkelpause, muss er entsetzt feststellen, dass ihm sein Camper gestohlen wurde.

Nachdem ihm die italienische Polizei nicht wirklich helfen kann oder will, beginnt er auf eigene Faust nach seinem Camper zu suchen. Seine Ermittlungen führen ihn schnell in die Hafenstadt Livorno. Dort strandet Marco als blinder Passagier auf der Fähre „Barbarossa“, die scheinbar nicht nur Autos legal überführt, sondern auf der auch vermutlich ein Menschenhändlerring am Werk ist. Hier trifft er auf die italienische Sängerin Elena Pignatelli, die nicht das zu sein scheint, was sie vorgibt und auf den aus dem Kongo stammenden Koch Umbigwe. Zusammen versucht dieses vermeintlich ungleiche Trio sieben entführte Frauen zu befreien und geraten dadurch ziemlich schnell zwischen die Fronten unterschiedlichster Mafiaorganisationen.

Und somit wird Marcos Reise quer durch Italien zu einer unglaublichen Irrfahrt, die ihn bis ins weit entfernte Tunis führt. Aber sie wird ihn auch öfters an seine moralischen und seelischen Grenzen bringen und Marco muss entscheiden was richtig und vor allem wichtig für ihn ist.


Eindrücke am Buch:

Dem Schweizer Autor Bruno Heter merke ich sofort seine Vorliebe für jegliche fahrbare Untersätze an. Er schildert immer wieder liebevoll bis ins kleinste Detail die Vorzüge der jeweiligen Fahrzeuge, die einem im Buch begegnen, ohne dabei aber zu langweiligen. Eher im Gegenteil sind es doch sehr interessante Fakten, die er aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz hier teilt.

Auch wohl kommt seine Zuneigung zum Land Italien in diesem Buch deutlich zum Vorschein, welches er oft malerisch verzaubert und kulinarisch auf Höchstniveau, oder eben auch aufrichtig und kritisch darstellt und dadurch klar wird, dass er diese Orte wohl schon alle besucht und erkundet haben muss.

Bruno Heter hat einen sehr eigenen und angenehmen Schreibstil. Er ist klar, leicht verständlich und dennoch bildhaft. Immer wieder kommen sein gelungener Wortwitz, sein Einfühlungsvermögen und seine Beobachtungsgabe für die Menschen und deren Umgebung deutlich zum Vorschein.

Da dieses Buch vordergründig Marco gewidmet ist, steht in erster Linie auch seine Gefühls- bzw. Gedankenwelt im Mittelpunkt. Also begleitet dieses Buch Marco durch seine abenteuerliche und zum Teil doch recht aberwitzige Irrfahrt, die mit dem Diebstahl seines Autos beginnt und ihn schlussendlich mit Menschen zusammenbringt, die für sein weiteres Leben von großer Bedeutung werden.

Anfänglich hatte ich mein Tun, alle neueingeführten Charaktere einzuordnen und vor allem mir zu merken. Dies verläuft sich aber im Laufe der Geschichte, da alle sehr gut zusammengeführt werden. Der Autor stellt all seine Figuren mit ihren unterschiedlichsten Charakterzügen sehr authentisch, unverfälscht und lebensnah dar. Seine drei Hauptdarsteller Marco, Elena und Umbigwe sind Menschen mit dem Herzen am richtigen Fleck. Sie sind sympathisch, empathisch und humorvoll. Jeder von den Dreien hat seine Ecken und Kanten sowie Geheimnisse oder eben auch Träume und sie sind dadurch unwahrscheinlich gut greifbar. Diese drei Charaktere haben so wunderbar miteinander harmonisiert, dass es richtig Spaß gemacht hat, ihnen durch dieses Abenteuer zu begleiten. Aber auch die Nebenfiguren haben sich sehr gut in die Handlung eingefügt, so dass alles zu einem wunderbaren Gesamtbild zusammengewachsen ist.

Bruno Heter beschreibt wortgewandt einen sehr dichten und gut recherchierten Thriller, der ohne blutrünstigen Morde und aufwendige Wendungen auskommt, aber dennoch mit so einigen actionreichen Szenen gespickt ist und eher den Blick auf reale Probleme im Weltgeschehen lenkt. In dieser Geschichte passiert eigentlich immer etwas, sie wird stetig vorangetrieben, hat keine gefühlten Längen, und kommt ganz ohne überspitzte Handlungsdarstellungen aus. So hält der Autor gekonnt über das gesamte Buch die Spannung aufrecht und gewährt mir am Ende diese Buches schon einen Blick in den zweiten Teil dieser fünfteiligen Romanreihe.

Fazit:

Bruno Heters Geschichten sind immer wieder witzige, wilde und sehr unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Roadtrips, bei denen die Gefühle nie zu kurz kommen.

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