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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2019

Geschichte lebendig erzählt

Der Attentäter
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Franz Ferdinand kommt nach Sarajevo und sein Aufenthalt ist aufwendig geplant. Das ganze Volk soll ihn sehen und bejubeln können. Doch nicht alle sind damit zufrieden, dass ein Österreicher über Serbien ...

Franz Ferdinand kommt nach Sarajevo und sein Aufenthalt ist aufwendig geplant. Das ganze Volk soll ihn sehen und bejubeln können. Doch nicht alle sind damit zufrieden, dass ein Österreicher über Serbien steht. Drei junge Männer haben deshalb mithilfe einer Geheimorganisation ein Attentat geplant, dass die Österreicher mit allen Mitteln verhindern wollen.

Wie man es von Ulf Schiewe kennt ist der Schreistil wunderbar flüssig und bildlich, sodass man der Handlung gut folgen kann und auch gut Emotionen übermittelt werden. Das Buch wird dadurch zu einer sehr lebendigen Erzählung einer historischen Begebenheit, aus der man viel lernen kann. Besonders hat es mir gefallen, dass selbst politische Dinge so einfach und interessant beschrieben wurden, dass ich immer wusste worum es geht. Auch wenn es mal komplizierter wird.

Die Personen sind dabei super beschrieben und wirken wie reale Menschen. Ihre Beweggründe und Emotione waren so greifbar, dass ich teilweise sogar mit den Attentätern mitfühlen konnte und Mitleid hatte, auch wenn ihre Handlungen falsch sind. Aber auch die Seite Franz Ferdinands und die eines österreichischen Geheimdienstlers werden beschrieben, sodass man die Situation aus verschiedenen Perspektiven kennenlernt.

Dabei steigt die Spannung immer weiter an und ohne übertriebene Action wird es dennoch sehr rasant und ich konnte gegen Ende garnicht mehr aufhören zu lesen. Dabei ist das Ende historisch bekannt und dennoch habe ich mitgefiebert.

Alles in allem konnte mich das Buch auf jeden Fall überzeugen. Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch sehr spannend und gibt einen tollen Einblick was die Beteiligten damals gedacht und gefühlt haben könnten. Sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 15.12.2019

Tiefgründig und stimmungsvoll

Der Tod in Venedig
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In dem Buch geht es um Gustav Aschenbach. Unzufrieden mit seinem Leben, beschließt er etwas Neues ausprobieren zu wollen und nach Venedig zu reisen. Dort trifft er auf einen Jungen, der ihm besonders erscheint. ...

In dem Buch geht es um Gustav Aschenbach. Unzufrieden mit seinem Leben, beschließt er etwas Neues ausprobieren zu wollen und nach Venedig zu reisen. Dort trifft er auf einen Jungen, der ihm besonders erscheint. Und so verliebt er sich in ihn, auch wenn diese Liebe keine Zukunft hat.

Der Anfang des Buches ist etwas langatmig, dafür lernt man den Protagonisten aber gut kennen. Allgemein schafft Thomas Mann das Innenleben und die Gedanken dieser Person sehr lebendig und bildlich zu beschreiben, sodass man sehr gut mitfühlen kann. Den Schreibstil fand ich jedoch etwas anspruchsvoll, auch wenn er sehr poetisch und eigentlich auch sehr schön ist. Dennoch brauchte ich etwas um das Buch zu lesen und die tiefgründigen Beschreibungen richtig verstehen zu können. Dazu kommt in diesem Buch auch eine gewisse düstere und leicht bedrückende Stimmung auf. Das macht es ebenfalls nicht ganz einfach das Buch zu lesen. Dennoch ist die Atmosphäre sehr gelungen und überbringt die Gefühle des Protagonisten wirklich gut.

Alles in allem ist das Buch nicht so einfach zu lesen wie "Die Buddenbrooks" und den Anfang fand ich auch nicht ganz so interessant. Doch die Spannung steigt im Laufe der Geschichte und man will einfach wissen wie es weitergeht. Wer literarische Bücher mag, dem würde ich es auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.12.2019

Wie das Leben spielt

Ein Tag im Dezember
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Als Laurie kurz vor Weihnachten mit dem Bus nach Hause fährt, sieht sie draußen einen Mann sitzten. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und auch sein Blick verspricht viel. Leider verliert sie ihn ...

Als Laurie kurz vor Weihnachten mit dem Bus nach Hause fährt, sieht sie draußen einen Mann sitzten. Sie fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und auch sein Blick verspricht viel. Leider verliert sie ihn aus den Augen. Ein Jahr später stellt ihre beste Freundin ihr ihren neuen Freund vor und plötzlich steht Laurie wieder vor dem Unbekannten, nur dass er so nah und doch so unerreichbar für sie ist.

Das Buch wird in kurzen Kapiteln aus der Sicht von Laurie und Jack erzählt. Dabei musste ich mich erst einmal an den Schreibstil gewöhnen, da es wie ein Tagebuch geschrieben ist. So erfährt man zwar über alle Gefühle und Gedanken der Personen, aber die eigentliche Handlung wirkt zwischendurch etwas distanziert. Außerdem passiert mir alles etwas zu schnell, da es viele Zeitsprünge gibt und man nur die wichtigen Momente über die Jahre mitbekommt.

Trotzdem konnte ich die Personen verstehen und mit ihnen mitfühlen. Sie wirken wie echte Menschen, mit ihren Problemen und Eigenarten. Dies lässt die Geschichte sehr real wirken. Romantik kommt dabei nicht zu kurz. Es gibt viele süße Szenen, in denen ich richtig gut mit allen Personen mitfiebern konnte. Dennoch wird es an einigen Stellen etwas sehr dramatisch, sodass die Liebesgeschichte manchmal eine andere Richtung einnimmt und nicht so weit im Vordergrund steht, wie ich es erwartet hätte. Außerdem verliert die Geschichte in der Mitte ein bisschen den roten Faden.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es konnte mich zwar nicht komplett vom Hocker hauen, aber ich wurde gut unterhalten und die Geschichte und die Idee ist wirklich interessant.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Das Finale der Lügen

Beautiful Liars, Band 3: Geliebte Feindin
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Nach den Ereignissen ist Zeit vergangen. Jedoch bestehen die Lügen weiterhin und belasten damit alle. Als dann plötzlich die Polizei beginnt nachzuforschen, werden alle in die Enge gedrängt.

Der dritte ...

Nach den Ereignissen ist Zeit vergangen. Jedoch bestehen die Lügen weiterhin und belasten damit alle. Als dann plötzlich die Polizei beginnt nachzuforschen, werden alle in die Enge gedrängt.

Der dritte und letzte Teil der Reihe findet überraschenderweise erst eine ganze Zeit später statt, während sich so einiges verändert hat. So lernt man jede Person noch mal von neuem kennen. Außerdem stehen hier nicht mehr die Intrigen im Vordergrund, sondern das Erwachsenwerden und die inneren Konflikte der Figuren. So wird die Geschichte viel tiefsinniger und man lernt jeden von einer ganz anderen Seite kennen und kann ihre Entwicklung mitverfolgen. Das ist zwar ganz anders als in den ersten zwei Teilen, aber dennoch fand ich es sehr ubterhaltsam und interessant. Die Personen wirken dadurch noch sympathischer und ich konnte sogar mit ihnen mitfühlen, auch wenn ich manche vorher nicht mochte. Ich konnte hier alle viel besser verstehen.
Nebenbei ist die Geschichte auch ein bisschen wie ein Krimi. Dieser Teil überweigt zwar nicht, macht die Geschichte noch etwas spannender.

Letztendlich hat mir auch der Abschluss der Trilogie gefallen, auch wenn er ganz anders als erwartet ist. Er ist tiefgründiger und hat den Schwerpunkt mehr auf die Dramen als auf die Intrigen gelegt. Dennoch eine sehr zu empfehlende Buchreihe.

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Veröffentlicht am 01.12.2019

Wo ist Thorn?

Das Gedächtnis von Babel
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Fast drei Jahre ist es her seit Ophelia Thorn gesehen hat. Als sie dann plötzlich einen Hinweis bekommt wo er sein könnte, macht sie sich sofort auf den Weg. Doch Babel ist groß und bei ihrer Suche stößt ...

Fast drei Jahre ist es her seit Ophelia Thorn gesehen hat. Als sie dann plötzlich einen Hinweis bekommt wo er sein könnte, macht sie sich sofort auf den Weg. Doch Babel ist groß und bei ihrer Suche stößt sie auf unglaubliche Geheimnisse.

Ich habe schon den ersten und zweiten Teil dieser Reihe geliebt, aber mit diesem Buch habe ich mich komplett in die Spiegelreisende verliebt.
Das Worldbuilding ist einfach unglaublich. Immer wenn ich denke die Autorin kann nicht noch mehr Details einbauen, werde ich wieder überrascht. Diese Welt ist einfach magisch, komplex und atemberaubend. Es wird nie langweilig sie weiter kennenzulernen und beim Lesen abzutauchen.

Genauso ist es mit den Charakteren. Mittlerweile weiß man immer mer von ihnen und lernt noch ganz andere Abgründe ihrer Persönlichkeit kennen, sodass es mir teilweise echt vorkommt als ob ich über echte Personen lese, anstatt über Buchcharaktere. Und dennoch haben sie auch alle etwas Besonderes an sich, dass sie so interessant und individuell macht.

Was die Handlung angeht so ist sie so interessant wie ein spannender Krimi mit magischen Elementen. Ich konnte die ganze Zeit mitfiebern und war fast schon süchtig danach weiterzulesen. Es passiert ständig etwas Unerwartetes, sodass es nie langweilig wird. Außerdem hat die Geschichte mittlerweile etwas episches bekommen, dass teilweise sogar etwas philosophisch wirkt.

Letztendlich ist dieser Teil fast sogar noch besser als der letzte Teil, falls das überhaupt möglich ist. Denn die Buchreihe ist einfach unglaublich und ich kann es kaum abwarten wie das Finale wird. Die Autorin hat hier wirklich etwas Großartiges geschaffen, das sich wirklich lohnt zu lesen.