Profilbild von Blondschopf10000

Blondschopf10000

Lesejury Star
offline

Blondschopf10000 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Blondschopf10000 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2022

Wohlfühlemotionen

Das Goldblütenhaus - Im Licht der Hoffnung
1


Gabriela Gross entfühlt uns wieder in das Imperium der Glanz-Familie an den Tegernsee. Im Mittelpunkt steht diesmal Ella, erfolgreiche Geschäftsfrau, geliebte Tochter, Schwester und Enkelin, gesegnet ...


Gabriela Gross entfühlt uns wieder in das Imperium der Glanz-Familie an den Tegernsee. Im Mittelpunkt steht diesmal Ella, erfolgreiche Geschäftsfrau, geliebte Tochter, Schwester und Enkelin, gesegnet mit einem wunderbar fürsorglichen Lebensgefährten. Der allerdings wohnt und arbeitet in Kopenhagen, weshalb wir mit den beiden einige wunderschöne Urlaubstage in Dänemark verbingen und auch dessen Familie kennenlernen. Doch so harmonisch kann das Leben als Romanheldin natürlich nicht verbleiben. Gleich mehrere Herausforderungen warten auf Ella, die ihr Leben und ihre Zukunftsplanung enorm erschüttern. Aber mit der ihr eigenen Lebensenergie und dem Willen, weiterzumachen, besteht sie alle souverän.
Wir lernen eine starke Frau kennen, die Schwäche zeigen kann, die sich für ihre Lieben einsetzt und ihr Leben in die Hand nimmt. Es gelingt Gabriela Gross ganz wunderbar, Emotionen und Atmosphären zu vermitteln. Ja, es ist eine außergewöhnlich schöne Welt, in die sie uns entführt und ja, die Dramen sind in ihrem jeweiligen Erscheinen ziemlich mächtig. Aber so groß, wie sie am Anfang gezeichnet werden, so schnell lassen sie sich am Ende dann doch irgendwie recht problemlos in den Griff bekommen. Für mein Geschmack hätte es der Erzählung gut getan, sich auf 1-2 Dramen/Erzählstränge zu fokussieren und diese viel detailgenauer auszuführen. So bleibt es bei einem herrlichen Wohlfühlroman, der ziemlich schnell vorangaloppiert, dabei durchaus in einzelnen Aspekten wichtige Gesellschaftsthemen (Nachhaltigkeit, Rasissmus) anspricht, im Wesentlichen aber den Wert des Zusammenhalts in der Familie und unter Freunden vor Augen führt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 08.08.2022

Es fehlt an Athmosphäre

Wie ein Stern in dunkler Nacht
7

Es fehlt an Atmosphäre
Mit ihrem plötzlichen Aufbruch nach Schottland flieht Christina aus ihrem bisherigen Leben, das sie mit einer zweiten Fehlgeburt hart bestraft hat. Ihrem Partner gelingt es nicht ...

Es fehlt an Atmosphäre
Mit ihrem plötzlichen Aufbruch nach Schottland flieht Christina aus ihrem bisherigen Leben, das sie mit einer zweiten Fehlgeburt hart bestraft hat. Ihrem Partner gelingt es nicht mehr, zu ihr vorzudringen, ganz anders die Bewohner der Schottischen Insel, auf der sie für einige Monate eine Hausarztpraxis übernehmen kann. Dort trifft sie auf Aidan, der zunächst unnahbar wirkt und erst in einer großen Notsituation sein Herz für Christina öffnet. Über einen längeren Zeitraum nähern sich die beiden an und wir Leserinnen werden Zeuge davon, wie sie sich stück für Stück einander anvertrauen und durch diese Offenheit ganz langsam alte Wunden heilen können.
Leider gelingt es der Autorin nicht wirklich, uns Leserinnen mit ihre Erzählweise zu bezaubern. Die Charaktere sind zwar facettenreich angelegt und durchaus tiefgründig, mit Fehlern und Kanten behaftet, also sehr authentisch und gar nicht kitschig. Weder die Stimmung eines Lebens im Sommer, Herbst und Winter auf Schottland, noch das Dorfleben in seinen Eigenarten und auch nicht die Atmosphäre einer Hausarztpraxis kommen beim Lesen wirklich rüber. Auch die Emotionen zwischen Christina und Aidan, ihre entflammte Liebe zueinander, wird in den Zeilen (im Gegensatz zur Verletzung der Einzelpersonen) uns nicht wirklich nahe gebracht.
Das Ende kommt dann mit großer Wucht und wird ein bisschen wie ein großer Stein, der all die zarten Anfänge zertrümmert, so dass wir einigermaßen ratlos zurückbleiben. Schade. Anderen Autorinnen gelingt es in diesem Sujet durchaus besser, Atmosphären und Stimmungen rüberzubringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.07.2022

Es geht weiter

Himmel über dem Salzgarten
0

Tabea Bach gelingt es wieder ganz wunderbar uns auf die Insel La Palma in ein verwunschenes und eher unberührtes Fleckchen Erde zu versetzen. Nachdem Julia sich im 1. Band in ein verfallenes Restaurant ...

Tabea Bach gelingt es wieder ganz wunderbar uns auf die Insel La Palma in ein verwunschenes und eher unberührtes Fleckchen Erde zu versetzen. Nachdem Julia sich im 1. Band in ein verfallenes Restaurant verliebt hat und es unter abenteuerlichen Umständen kaufte und sich zeitgleich in den früheren Besitzer verliebte, haben sich die ersten Wogen nun geglättet: Julia und Alvaro haben sich im Salzgarten niedergelassen, das Restaurant ist auf Vordermann gebracht und kann mit viel Unterstützung von Julias Freunden und Einheimischen eröffnet werden.
Wie zu erwarten war, funkt ihr Bruder Jens an allen Ecken und Enden dazwischen. In mehrfacher Hinsicht macht er ihr das Leben und den Start des Restaurants schwer, um selbst daraus Profit zu schlagen. Schließlich stellt sich heraus, dass er am Ufer des Salzgartens Felsen sprengen lassen will, um dort eine Tauchschule einzurichten. In seiner widerlichen Art findet er dazu sogar schnell Verbündete, die damit zu Feinden Julias und Alvaros werden.
Nur mit viel Mühen und v.a. Zusammenhalt, der auch mal über alte Traditionen hinwegsieht, gelingt es Alvaro und Julia, diese hinterhältigen Pläne zu boykottieren.
Es ist eine Erzählung, die wiedermal durch ihre detailreichen Landschafts- und Essensbeschreibungen besticht. Ein lesbarer Urlaub, ohne verreisen zu müssen. Die Figuren sind durchaus facettenreich dargestellt und der Kreis der Personen wird um einige interessante Menschen erweitert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 14.06.2022

Panorama der Nachkriegszeit

Aufbruch voller Sehnsucht
0

Im zweiten Band der böhmischen Saga flieht Erika mit ihrer Tante und einer Freundin von den Tschechen aus ihrer Heimat und landet zunächst in Österreich bei Freunden/Verwandten. Es beginnt eine Zeit der ...

Im zweiten Band der böhmischen Saga flieht Erika mit ihrer Tante und einer Freundin von den Tschechen aus ihrer Heimat und landet zunächst in Österreich bei Freunden/Verwandten. Es beginnt eine Zeit der Neuorientierung und Suche, in der der Verlust verarbeitet werden muss und gleichzeitig das Leben wieder neu in Angriff genommen wird. Während die Tante sich in ihrem Griesgram verhängt, knüpft Erika schnell neue Kontakte, findet sich unter den neuen Gegebenheiten zurecht und kann durch ihren Überlebenswillen auch die anderen versorgen. Außerdem finden sich bald sehr viele ehemaligen Hohenfurther in ihrem Umkreis ein. Wir begleiten Erika dann die nächsten 10 Jahre, in denen sie von einer jungen lebenslustigen Frau zu einer pflichtbewussten Mutter wird, die sich nur noch „nebenher“ privates Vergnügen und private Kontakte erlaubt.
Der Ban ist ein Panorama des Lebens in der Nachkriegszeit. Alle im 1. Band angerissenen Biografien, seien sie noch so am Rand gelagert, werden fortgeführt, was ihm nicht nur einen großen Umfang, sondern auch eine Fülle an Einzelerzählungen beschert, was dem Lesevergnügen nicht unbedingt dient. Um den Erzählfortgang zu beschleunigen gibt es immer wieder größere Sprünge und vor allem müssen die Protagonistinnen viele Herausforderungen ziemlich schnell und ziemlich erfolgreich bewältigen, was dem Ganzen einen unglaubwürdigen Anstrich gibt. Wer große Literarische Kunst sucht ist hier eher nicht glücklich. Wer unterschiedliche Einblicke in das Leben der Nachkriegszeit erhalten und gut unterhalten sein will, dem sei das Buch empfohlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 10.05.2022

zu wild

Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?
2

Emma ist erfolgreiche Ärztin, Mutter von zwei süßen Mädchen und war bis vor kurzem Ehefrau eines notorisch Sexsüchtigen, der sie über Jahre hinweg mit nahezu jeder Frau betrog, die ihm über den Weg lief. ...

Emma ist erfolgreiche Ärztin, Mutter von zwei süßen Mädchen und war bis vor kurzem Ehefrau eines notorisch Sexsüchtigen, der sie über Jahre hinweg mit nahezu jeder Frau betrog, die ihm über den Weg lief. Mittels Unterstützung durch ihre Familie gelingt es Emma, sich tatsächlich von ihm zu trennen. Während er weiterhin mehrere Beziehungen gleichzeitig führt, aber möglichst gut für seine Kinder da sein möchte, versucht Emma, irgendwie wieder ihr Selbstbewusstsein zurückzuerobern. Sie selbst scheint auch nach über einem Jahr noch sehr von der Last des exzessiven Betrugs zu leiden. Ihre Selbstzweifel aber auch ihre Wut gegenüber ihrem Ex zeugen davon, wie abhängig sie von ihm weiterhin ist. Seit der Trennung lebt ihre jüngere Schwester bei ihr, die so das komplette Gegenteil zur rationalen und zurückgezogenen Emma ist: Ohne festen Job, jobbt sie als Animateurin, pflegt einen sehr vulgären Wortschatz und ist sich nicht zu schade, ihr ausschweifendes Liebesleben als Vorbild für Emma zu gestalten. Trotz oder wegen deren ständigen Drängens lernt Emma einen Kollegen kennen und verliebt sich langsam in ihn, jedoch nicht unberührt von zahlreichen kleinen und größeren Tragödien.
Irgendwie scheint alles an dieser Geschichte extrem gesteigert zu sein: Emmas Wut, Simons Sexsucht, seine zeitweiße Reue, das exzessive Leben und Sprechen ihrer Schwester, das Kennenlernen des neuen Mannes und die Aufarbeitung der Trennung. Ohne Drama geht nichts in diesem Buch. Mir ist das zu viel Extreme. Ein paar Grade weniger hätten es auch getan und viel zum Realismus der Geschichte beigetragen. Um das Extreme zu steigen und beibehalten zu können liegen zwischen den einzelnen Kapiteln immer mehrere Wochen, in denen sich zum Teil auch Entschiedenes tut (z.B. Entwicklung der neuen Beziehung), was aber nicht erzählt wird. Stattdessen findet man immer und immer wieder Rückblicke auf die unzähligen Betrugsaktionen des Ex. Erst im letzten Drittel finden sich ein paar wenige Kapitel, in denen es wirklich Menschlich zugeht, man in die Abgründe der Figuren schauen kann, sie versteht und wirklich gerne bei ihnen ist. In allen anderen Kapiteln traut man sich höchsten von der Ferne auf dieses extreme Schauspiel zu blicken. Mir ist das dann doch zu wild.
Und noch ein Manko: Der Klappentext führt ziemlich auf die Irre. Weder geht es im Wesentlichen um Simons Lügen über Emma, noch um Dating-Erfahrungen. Im Mittelpunkt steht eher eine zielich verunsicherte Frau, die tragisches erlebt hat und nun v.a. von ihren Schwestern bis ins Extreme der sexuellen Peinlichkeiten geführt wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Humor