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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2019

tiefgründige Figuren, wenig ERotik

The Difference Between Us
3

Rachel Higginson erzählt in ihrem 2. Band von der Grafikerin Molly und dem Restaurants-Besitzer Ezra, die auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Leben führen, aber durch gemeinsame Freunde sich kennen ...

Rachel Higginson erzählt in ihrem 2. Band von der Grafikerin Molly und dem Restaurants-Besitzer Ezra, die auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Leben führen, aber durch gemeinsame Freunde sich kennen lernen und voneinander fasziniert sind. Es spannt sich dann über viele leicht zu lesende Kapitel eine feine Annäherung, bei der die Charaktere der beiden in ihrem jeweiligen beruflichen und privaten Umfeld sehr tiefgründig gezeichnet werden. Bei dieser Arbeit hat sich die Autorin wirklich Mühe gegeben. Sie schreibt aus einer großen Menschenliebe heraus. Wunderschön. Wer allerdings eine große und emotionsgeladene LoveStory sucht, wird hier eher enttäuscht. Die Annäherung der beiden geschieht so langsam, dass am Schluss nur sehr wenige Szenen übrig bleiben, bei denen sie sich wirklich nahe sind.

  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Gefühl
  • Stimmung
Veröffentlicht am 18.03.2019

Enttäuschend

Bestimmt schön im Sommer
3

Marlene Fleißig erzählt in "Bestimmt schön im Sommer" in einigermaßen kryptischen Szenen von einer Familiengeschichte in Gallizien, die durch und durch geprägt von dem Tod der einen Tochter ist. Maria ...

Marlene Fleißig erzählt in "Bestimmt schön im Sommer" in einigermaßen kryptischen Szenen von einer Familiengeschichte in Gallizien, die durch und durch geprägt von dem Tod der einen Tochter ist. Maria - die Protagonistin der Erzählung kehrt nach einiger Zeit in Deutschland in ihre Heimat zurück und findet sich sofort verstrickt in den alten Lügen und Verirrungen wieder. Von einem leichtem Sommerroman, wie es Klappentext und Cover suggerieren hat dieses Werk überhaupt gar nichts. Beides führt absolut in die Irre. Die Erzählung hat letztlich keinerlei Ziel, kaum Handlung und lässt die Leserin mit Fragen über Fragen zurück. Einzelne Szenen stehen zusammenhanglos nebeneinander, werfen neue Themen auf, die dann ebenso wie alle bisherigen völlig offen bleiben. Außer der Erkenntnis, dass Lügen das Leben zerstören kann, hat dieses Buch keinerlei Aussage. Tut mir leid, aber ich kann dieses Buch nicht empfehlen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Thema
Veröffentlicht am 22.12.2020

Liebenswürdige Protagonistin

Auch die große Liebe fängt mal klein an
2

Liebenswürdige Protagonistin
Marie hat ihren Eltern auf dem Sterbebett versprochen, das Familienrestaurant in Köln erfolgreich am Laufen zu halten – und muss nun erleben, dass Brandschutz, schlechte Publicity ...

Liebenswürdige Protagonistin
Marie hat ihren Eltern auf dem Sterbebett versprochen, das Familienrestaurant in Köln erfolgreich am Laufen zu halten – und muss nun erleben, dass Brandschutz, schlechte Publicity und weitere Herausforderungen sie daran hindern, dieses Versprechen zu halten. Notgedrungen schließt sie ihren Laden und heuert in eine Brauhaus an, wo sie glatt ihrem Exfreund über den Weg läuft. Es beginnen spannungsreiche Wochen, in denen die beiden miteinander zanken und gleichzeitig wieder spüren, wie sehr sie einander schätzen. Durch manch andere glückliche Zufälle ist ihre Zeit gespickt mit vielen Aufregungen. Maries Leben wird dabei begleitet von ihrer Freundin/Mitbewohnerin und deren Tochter, ihrem pflegebedürftigem Großvater und einem guten Freund. So ist sie trotz aller Herausforderungen immer in ein wunderbares Freundschaftsnetz eingebunden, das sie auch durch die schweren Zeiten trägt.
Das Buch erzählt so letztlich mehr von Freundschaft, Durchhaltevermögen und gegenseitiger Unterstützung als von einer großen Liebe. Die Beziehung zwischen Anton und Marie wird nur sehr rudimentär dargestellt, dafür erhalten wir ein wunderbar facettenreiches Portrait einer liebenswerten jungen Frau, die sich in der Gastronomie Kölns etabliert.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 20.07.2020

Schwere Kost

Mehr als wir uns erträumten
1

Schwere Kost
Der mehrfach ausgezeichnete finnische Autor Juha Itkonen erzählt in seinem zweiten in Deutschland erschienenen Werk autobiografisch von 2 Schwangerschaften seiner Ehefrau. In regelrecht voyeuristischer ...

Schwere Kost
Der mehrfach ausgezeichnete finnische Autor Juha Itkonen erzählt in seinem zweiten in Deutschland erschienenen Werk autobiografisch von 2 Schwangerschaften seiner Ehefrau. In regelrecht voyeuristischer Art lässt er uns über knapp 2 Jahre hinweg an seinem Innenleben und den Auseinandersetzungen mit seiner Frau teilnehmen. Auf den letzten Seiten schreibt er explizit, warum er dies tat: Um die Emotionen und Sorgen der Väter, die beim Thema Fehlgeburt, Frühchen etc. nur wenig thematisiert werden, aus der Verschwiegenheit zu holen. Dieses Anliegen ist sicher gut zu heißen, ob es aber auf die hier präsentierte Art geschehen muss, ist für mich fraglich.
Wir werden in jeden Ehestreit, in jede Auseinandersetzung mit den schön größeren Kindern, in jedes Versagen und jeden Zweifel des werdenden Vaters mit hineingenommen. In brutal ehrlicher Weise erhalten wir Einblick in sein Inneres, bis hin zu Briefen, die er seiner Frau schreibt.
Da naturgemäß eine Schwangerschaft v.a. aus Warten und Ungewissheit besteht, besteht auch das Buch v.a. aus seitenlangen Beschreibungen des Wartens und der Sorge. Das mag begründet sein, ist aber wahrlich kein Lesevergnügen. Zumal man dem Schreibstil die finnische Urausgabe deutlich anmerkt. Die knappen Sätze und Wortfetzen, sind anstrengend zu lesen, dies bessert sich im zweiten Teil etwas, bleibt aber nach wie vor schwer zugänglich, da es sich hauptsächlich um Aufzeichnungen aus dem Innenleben handeln. Einen Lesefluss ermöglichen dies alles nicht. Es wimmelt außerdem nur von regionalen/Finnischen Fachbegriffen, die es deutschen Leserinnen schwer machen, in die Szenerie einzutauchen.
Beworben wird das Buch als Lektüre für Mütter und Väter, die ein Kind erwarten. Dem kann ich definitiv nicht zustimmen. Wer sich selbst innerlich auf ein Kind oder eine Schwangerschaft vorbereitet wird von diesem Werk gewiss in tiefe Unsicherheiten gestürzt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Thema
Veröffentlicht am 26.05.2020

„Endlich da sein, wo ich bin“ (S. Harfst)

Ein Sommer voller Schmetterlinge
1

„Endlich da sein, wo ich bin“ (S. Harfst)
Lohnt es sich, für Dinge, die man wirklich will, alles aufzugeben, Rückschläge einzustecken, verhöhnt und verletzt zu werden? Ja – zumindest wenn man Beti heißt, ...

„Endlich da sein, wo ich bin“ (S. Harfst)
Lohnt es sich, für Dinge, die man wirklich will, alles aufzugeben, Rückschläge einzustecken, verhöhnt und verletzt zu werden? Ja – zumindest wenn man Beti heißt, aus England kommt und den Traum hat, in Spanien eine Bar zu führen. Beti wagt den Schritt und muss einen extrem steinigen Weg gehen, der immer und immer wieder von Herausforderungen und Momenten des Scheiterns gespickt ist. Aber sie lernt auf diesem Weg nicht nur ihre Leidenschaft für´s Flamencotanzen, was wirklich zählt im Leben: 1. nicht die Likes in den Sozialen Medien, sondern die Herzensliebe von Menschen, die einen nie fallen lassen. 2. Nicht die Pläne, die man sich auf dem Papier ausgemalt hat, sondern die Momente des Glücks, in denen das Herz ja sagt. 3. Nicht starre Regeln, die zwischen Vergangenheit und Zukunft unterscheiden, sondern die Möglichkeit, sich dem Leben anzupassen und trotzdem seine Identität nicht zu verlieren.
Jo Thomas beschreibt eine wunderbare Szenerie zwischen einem spanischen Urlaubsort und einen traditionellen spanischen Dorf, mit Personen, die Ecken und Kanten haben und gerade darin authentisch sind. Wir Leserinnen leiden unendlich mit Beti und haben doch die Hoffnung, dass ihre Träume Wirklichkeit werden.
Das Buch strotzt nur so von spanischer Lebenskultur: herrliche Beschreibungen der Landschaft und Landwirtschaft, der Kultur, der Lebensart und des Essens. Man steht schmeckend, hörend und riechend mitten drin. Es verzichtet auf große erotische Liebesszenen und lässt doch gerade in den kleinen Momenten eine tiefe Gefühlswelt aufscheinen, die so viel mehr ist als S..: Es geht um Vertrauen und Zutrauen, um Verantwortung, auch um Schuld und Versagen – aber schließlich wählt das Gefühl den richtigen Weg.
Kleine Mankos des Buches: Der Titel hat keinen wirklichen Bezug zum Inhalt. Die Handlung ist nicht immer ganz logisch – aber bei der ganzen Romantik und der schönen Szenerie sehe ich gern darüber hinweg.

  • Cover
  • Geschichte
  • Gefühl
  • Erzählstil
  • Atmosphäre