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Veröffentlicht am 05.11.2025

Voller Genuss ohne Verzicht

Weihnachtlich vegan
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„Weihnachtlich vegan“ von Anja Sagon
Verlag: ZS / Edel Verlagsgruppe

Voller Genuss ohne Verzicht, das ist das Motto für das neue Koch- und Backbuchs von Anja Sagon.

Entspannt durch die Weihnachtszeit ...

„Weihnachtlich vegan“ von Anja Sagon
Verlag: ZS / Edel Verlagsgruppe

Voller Genuss ohne Verzicht, das ist das Motto für das neue Koch- und Backbuchs von Anja Sagon.

Entspannt durch die Weihnachtszeit - so stellt uns die Autorin 60 festliche, vegane Rezepte vor. Durch rechtzeitige Planung und praktische Tipps zeigt sie, wie man die Herausforderungen einer veganen Weihnacht mühelos meistert.

Besonders gut gefällt mir ihr Hinweis auf den Backformenumrechner, schließlich hat man nicht immer die im Rezept angegebenen Backformgrößen zu Hause!

Mein persönliches Highlight sind die Plätzchen und das Gebäck. Ich liebe Süßes und war begeistert, dass man aus einem Grundteig gleich vier verschiedene Plätzchensorten zubereiten kann.

Anja Sagon gibt bei jedem Rezept die Vorbereitungszeit, die Backzeit sowie die Anzahl der Portionen an. Die Zutatenlisten sind übersichtlich, und vieles davon hat man ohnehin schon als Basiszutaten im Haus. Oft findet man am Ende eines Rezepts hilfreiche Tipps, z. B. welche Alternativen man verwenden kann.

Auch für die Festtage bietet das Buch komplette Menüs; beginnend mit leckeren Suppen, über beliebte Beilagen bis hin zu Hauptspeisen und Desserts. Hier finden sich viele Ideen für ein veganes, festliches Weihnachtsmenü.
Klassische Weihnachtsgerichte werden modern und pflanzlich interpretiert, ohne komplizierte Zutaten, aber mit viel Liebe zum Detail.

Praktisch ist auch, dass einige Rezepte gut vorzubereiten sind oder sich für größere Runden eignen. Schön finde ich außerdem, dass die Autorin ihre polnischen Wurzeln einfließen lässt und uns mit einem passenden Menü daran teilhaben lässt.

Zu jedem Menü gibt es einen genauen Ablaufplan mit exakten Zeitangaben, eine große Hilfe in der oft hektischen Weihnachtszeit.

Das Register ist übersichtlich gestaltet, und am Ende erfährt man noch einige interessante Eckdaten über die Autorin und den Verlag.

Einziger Kritikpunkt: Ich vermisse Nährwert- und Kalorienangaben.

Dieses Buch verbindet die Magie der Weihnacht mit bewusster, pflanzlicher Küche. Die Rezepte erinnern an vertraute Düfte und Geschmäcker aus der Kindheit, nur eben modern, tierfreundlich und nachhaltig interpretiert.

So wird Weihnachten nicht nur genussvoll, sondern auch achtsam gefeiert.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Berührendes und wertvolles Kinderbuch

Aurora – Eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens
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„Aurora - eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens“ von Uwe Krauser
mit Illustrationen von Franziska Frey
Kinderbuchverlag: Farbfux

Das Cover ist mit seiner liebevoll gestalteten Eintagsfliege ...

„Aurora - eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens“ von Uwe Krauser
mit Illustrationen von Franziska Frey
Kinderbuchverlag: Farbfux

Das Cover ist mit seiner liebevoll gestalteten Eintagsfliege Aurora und der schimmernden Goldprägung ist ein wahrer Hingucker.

Uwe Krauser zeigt mit wunderschönen Worten, wie wichtig es ist im Augenblick zu leben.
Er schreibt kindgerechte Sätze und seine gefühlvolle Wortwahl berührt nicht nur die Kleinen.

Aurora erwacht und weiß, als Eintagsfliege hat sie nur einen Tag auf dieser Welt. Fröhlich und voller Tatendrang möchte die kleine Eintagsfliege ihren Tag zu etwas Besonderem machen.
Sie verweilt im Augenblick und genießt; nimmt das Leben, wie es kommt und zieht das Positive aus ihren Erfahrungen. Sie ist offen und dankbar, für jede neue Erfahrung.

Der Autor erklärt mit behutsamen, zarten Worten die Vergänglichkeit und zugleich lenkt er den Blick auf das Glück in alltäglichen Dingen. Aurora vermittelt Zuversicht und Lebensfreude.

Die Illustrationen sind perfekt ausgearbeitet, die Liebe steckt im Detail. Uwe Krauser und Franziska Frey harmonieren perfekt in Text und Illustration.

Ein unglaublich bezauberndes und pädagogisch wertvolles Buch über das Hier und Jetzt. Es sollte den Weg in jedes Bücherregal finden, um das Herz der Kleinen und Großen zu berühren, sowie das Augenmerk auf die Schönheit, unseres Lebens zu lenken.

Ideal als Geschenk für jeden Anlass - zum Vorlesen oder selber lesen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

Kraftvolles Werk

Durst ist schlimmer als Heimweh
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„Durst ist schlimmer als Heimweh“ von Lucy Fricke 

Verlag: Ullstein

Triggerwarnung: Gewalt, Missbrauch, Schmerz

„Warum vergießen Wolken so viele Tränen und werden dabei immer froher?“ 
(Position 721) ...

„Durst ist schlimmer als Heimweh“ von Lucy Fricke 

Verlag: Ullstein

Triggerwarnung: Gewalt, Missbrauch, Schmerz

„Warum vergießen Wolken so viele Tränen und werden dabei immer froher?“ 
(Position 721)

Lucy Fricke beschönigt nichts. Mit schonungslosem Blick, brutal ehrlich und zugleich mitreißend schreibt sie uns in das Leben der sechzehnjährigen Judith. Ein Leben, das von Missbrauch gezeichnet ist. Bereits seit ihrer Kindheit missbraucht; die Mutter, selbst verprügelt durch Judiths Peiniger, mehr Opfer als beschützende, liebevolle Mutter.

Hamburg in den 90er Jahren: Judith landet in einer Wohngruppe für Jugendliche. Ihre Eltern haben ihr Zimmer untervermietet, als sie einige Zeit abgehauen war. Obwohl sie alles hasst, was mit dem Wort Gruppe zu tun hat, lebt sie nun dort. Sie versucht sich in Aushilfsjobs, bricht Therapien ab und versucht starke Drogen zu meiden.

In ihrem Elternhaus fand Judith nur Schmerz und Gewalt, und obwohl dieser Missbrauch nun vorbei ist, spürt sie ein unerträgliches Heimweh. Ihre Haut ist übersät mit Linien, in denen der Schmerz ihr für kurze Augenblicke Ruhe schenkte. Ihre Freundin Ella spricht aus, was Judith nicht vermag: Es muss raus, die schlechten Erinnerungen müssen verbrannt und ins Meer geworfen werden.

Als Judith Tommy begegnet, verliebt sie sich zum ersten Mal. Aber auch er trägt eine desaströse Vergangenheit mit sich. Und kann diese nicht abwerfen, nicht loslassen, nicht ins Meer werfen.

An ihrem siebzehnten Geburtstag empfindet die Protagonistin eine einzige große Freude: das Wissen, dass diese Jahre nie zurückkehren werden. Allein diese Gewissheit ist Grund genug zum Feiern.

Fricke gelingt es meisterhaft, durch Auslassungen, Andeutungen und eine karge, eindringliche Sprache das Leiden der Protagonistin sichtbar zu machen. Das Buch verzichtet auf jede Beschönigung und zwingt uns, hinzusehen, wo wir lieber wegsehen würden.

Literarisch ist dieses Werk von besonderer Kraft: Es dringt tief in uns ein, beschäftigt uns weit über die Lektüre hinaus und hallt nach. Denn Judith steht nicht allein. Es gibt unzählige Jugendliche wie sie, junge Menschen, die leiser und leiser werden, bis sie kaum noch gehört werden. Kaum Beachtung finden und das offene Ende macht es noch eindringlicher!

Ich hoffe, das Buch findet in seiner Neuauflage viele Leserinnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 28.10.2025

Geheimnisvolles Haus

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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„HEN NA IE – Das seltsame Haus“ von Uketsu
Verlag: Lübbe

Ein Haus voller Geheimnisse, ein Architekt mit rätselhaften Ideen und ein Journalist, der nicht loslassen kann „HEN NA IE - Das seltsame Haus‘ ...

„HEN NA IE – Das seltsame Haus“ von Uketsu
Verlag: Lübbe

Ein Haus voller Geheimnisse, ein Architekt mit rätselhaften Ideen und ein Journalist, der nicht loslassen kann „HEN NA IE - Das seltsame Haus‘ lässt einen Seite für Seite rätseln.

Ich bin richtig gut in dieses Buch gestartet, von Anfang an war ich gefesselt. Es besteht fast ausschließlich aus Dialogen, und vielleicht ist es genau das, was es so spannend macht. Das Setting ist ungewöhnlich, die Gedankengänge des Architekten Kurihara und des Ich-Erzählers, eines Journalisten mit Schwerpunkt auf okkulte Phänomene, sind gleichermaßen faszinierend wie beunruhigend.

Uketsu nimmt uns in diesem Buch mit in ein Haus mit seltsamen Grundriss. Man rätselt mit den beiden Protagonisten, analysiert die Grundrisse und wenn die beiden Herren über Falltüren, geheime Räume und sogar ein mordendes Kind sprechen, kreist unser Verstand um die Grundrisse und die Dialoge. Wir versuchen zu verstehen, werden jedoch immer tiefer in die undurchsichtigen Gedanken hineingezogen.

Auf die Erklärung der beiden Herren wäre ich selbst nie gekommen. Zwei Häuser, fast identisch aufgebaut, Zimmer ohne Fenster, ein Raum im Inneren des Hauses, das alles wirkt seltsam beklemmend. Und dann die Frage nach dem „Warum“: Geht es um Geld, um Auftragsmorde? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Ich konnte mich dieser Unruhe, die sich beim Lesen aufbaut, kaum entziehen. Seite um Seite fesselt uns Uketsu an die Geschichte, an die Familie, an das unglaubliche.

Es wird immer abstruser, aber auch spannender. Ich habe mitgerätselt, konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Die wiederkehrenden Skizzen der Grundrisse, die Theorien der beiden Männer, das geheimnisvolle Ritual und die verworrene Familiengeschichte: all das wirkte hoch spekulativ, aber gerade deshalb so faszinierend.

Warum die beiden Männer nur an einer bestimmten Annahme festhalten, blieb mir ein Rätsel und trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wohin das führt.

Der Schreibstil bleibt stets flüssig, die Dialoge sind angenehm zu lesen, und trotz aller Rätselhaftigkeit ist die Geschichte unglaublich unterhaltsam.

Dann kam das Nachwort und plötzlich wurde alles auf den Kopf gestellt.
Ich musste zurückblättern, nachlesen, alles noch einmal überdenken und war völlig überrascht.

Ich möchte keinesfalls etwas verraten, ihr werdet unglaublich überrascht sein und ich muss gestehen, dieses Buch hat mich gefordert, verunsichert, fasziniert und genau das liebe ich an so einer Geschichte.

Absolute Empfehlung für dieses besondere rätselhafte Buch!

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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.10.2025

Leseempfehlung!

Akikos lange Reise
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„Akikos lange Reise“ von Jan-Philipp Sendker
Verlag : Blessing

„Es war still. Mehr als das. Stiller. Am stillsten. Was für ein Unsinn. 
Es gab keine Steigerung von still, und doch fühlte es sich in diesem ...

„Akikos lange Reise“ von Jan-Philipp Sendker
Verlag : Blessing

„Es war still. Mehr als das. Stiller. Am stillsten. Was für ein Unsinn. 
Es gab keine Steigerung von still, und doch fühlte es sich in diesem Wald so an.“

In dieser Stille beginnt Akikos Weg. Ein Weg, der sie fortführt von allem, was sicher schien, hinein in das Ungewisse und zu sich selbst.
Nach dem Tod ihrer Mutter steht Akiko an einem Punkt, an dem vieles zu Ende geht und zugleich alles neu beginnen kann. Sie übergibt die Asche der Mutter dem Meer, begleitet von Kento, einem Hikikomori, der nach Jahren der Einsamkeit zum ersten Mal wieder hinaus in die Welt tritt. Zwei Menschen, die beide suchen, nach Nähe, nach Mut, nach Liebe und nach einem Platz im Leben.

Akiko kündigt ihren Job, um frei zu sein. Sie will schreiben, reisen, verstehen. Und sie wagt das, wovor sie sich am meisten gefürchtet hat, die Suche nach ihrem Vater, der sie als Baby verließ. Doch statt Antworten findet sie Schweigen, Enttäuschung, Schmerz. Nur ihr Großvater reicht ihr die Hand, still, warm, mit einem Verständnis, das heilt.

Mit jedem Gespräch, jedem Ort, den sie betritt, begreift Akiko ein Stück mehr von der Geschichte ihrer Familie. Von einer Liebe, die groß war und doch nicht stark genug, um zwei Menschen glücklich zu machen. Und sie begreift, dass Verstehen und Vergeben oft der erste Schritt nach Hause sind.

Jan-Philipp Sendker schreibt mit jener Sanftheit, die das Herz berührt. Seine Worte fließen wie ein stiller Bach, klar, poetisch, tief. Er zeigt, wie Einsamkeit, Liebe und Vergebung ineinander greifen und wie Heilung leise geschieht.

Ein stilles, tröstendes Buch über das Ankommen in der Welt, in der Familie und im eigenen Herzen.

Ein Buch, das nachklingt, sanft, weise und voller Herz.

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