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Veröffentlicht am 03.12.2025

Psychologische Spannung

Safe Space
5

„Safe Space“ von Sarah Bestgen
Verlag: Lübbe

Schon auf den ersten Seiten war ich völlig im Sog dieses Thrillers. Man wird direkt in Annas Welt geworfen, eine Frau, die mit einem schweren Geheimnis in ...

„Safe Space“ von Sarah Bestgen
Verlag: Lübbe

Schon auf den ersten Seiten war ich völlig im Sog dieses Thrillers. Man wird direkt in Annas Welt geworfen, eine Frau, die mit einem schweren Geheimnis in der JVA als forensische Psychologin beginnt.

Anfangs konnte ich noch nicht einmal erahnen, wie ihre Vergangenheit mit dem Geschehen im Jetzt zusammenhängt, aber genau dieses Rätseln und Zusammensetzen hat mich unglaublich gefesselt.
Besonders spannend fand ich die vielen Figuren, deren Rollen und Motive sich erst nach und nach offenbaren. Annas ermordete Schwester Sina steckte in einer toxischen Beziehung fest, Leon, ein Bekannter von Sina, wirkt wie jemand, der dringend selbst Hilfe bräuchte und sich trotzdem gezielt an sie heranpirscht. Will er sie retten? Oder verfolgt er ganz andere Ziele? Und dann ist da noch Sonny, charismatisch, gefährlich, allein sein Name scheint schon ein Rätsel zu sein. Die Beziehungen zwischen ihnen allen sind voller Andeutungen und Schatten und gerade das macht die Dynamik so packend.

Das viele Blut und die verschwundene Leiche ihrer Schwester lassen Anna nicht mehr schlafen. Lebt Sina noch? Braucht sie Hilfe? Wer hat ihr das angetan? Und warum kann niemand Sinas Freund Samu und dessen Kumpel Ronny finden?
Die Verbindung zwischen Anna und ihrer Schwester Sina, früher unzertrennlich, später zerbrochen, zieht sich emotional durch die Handlung und sorgt dafür, dass man ständig spürt, wie viel auf dem Spiel steht. Gleichzeitig wirft die Geschichte immer wieder neue Fragen auf: Wer kann sich in der JVA so frei bewegen, dass Briefe und Gegenstände plötzlich in Annas Büro oder sogar in ihrer Tasche auftauchen? Wer spielt mit ihr, und warum? Wer kann ihr helfen, mehr über ihre Schwester und deren Verschwinden oder Tod zu sagen?
Besonders gelungen empfand ich die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Tagebucheinträge und Rückblicke verweben sich so, dass man langsam, Stück für Stück, den Abgrund erkennt, der sich unter allen Figuren auftut. Oft war ich überzeugt, den Täter erkannt zu haben und wurde doch wieder in eine andere Richtung gelenkt.
Der Schreibstil packt einen von Beginn an. Ich habe ständig mitgerätselt, Hypothesen aufgestellt, wieder verworfen und weitergelesen, weil jede Antwort sofort neue Fragen aufgeworfen hat. Die Autorin versteht es wirklich, ein undurchschaubares Spiel aufzubauen, in dem man als Leser am Ende merkt, wie sehr man selbst auf falsche Fährten geraten ist.
Ein kleiner Wermutstropfen für mich war die letztendliche Erklärung der Täterpsychologie, die ein vertrautes Muster bedient. Hier hätte ich mir vielleicht etwas weniger Klischee und mehr Überraschung gewünscht. Trotzdem wurde ich insgesamt hervorragend unterhalten, intensiv, düster, raffiniert konstruiert und voller psychologischer Spannung.
Ein Thriller, den ich definitiv weiterempfehlen kann.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 20.11.2025

Stimmige Botschaften

Jetzt gerade ist alles gut
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„Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer. 
Das Hörbuch wird von Götz Otto gelesen.
Verlag: Hörbuch Hamburg Verlag
Ich habe die Geschichte sehr gerne gehört, vor allem, weil sie mich daran erinnert ...

„Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer. 
Das Hörbuch wird von Götz Otto gelesen.
Verlag: Hörbuch Hamburg Verlag
Ich habe die Geschichte sehr gerne gehört, vor allem, weil sie mich daran erinnert hat, wieder bewusster zu leben, das Leben als Geschenk zu sehen und die vielen kleinen Augenblicke mehr zu schätzen.
Der Erzähler, ein Familienvater, verletzt sich zu Beginn am Finger, etwas völlig Harmloses. Doch kurz vor dem geplanten Familienurlaub entwickelt sich genau daraus eine Sepsis. Dieses Erlebnis, das ihn fast das Leben gekostet hätte, verändert seinen Blick auf vieles, was vorher selbstverständlich schien; auf seine Familie, auf Freundschaften und auf die vielen kleinen Situationen, die den Alltag eigentlich ausmachen.
Im weiteren Verlauf erzählt der Ich-Erzähler von Momenten, die man gut wiedererkennt; ein Freund, der sich einfach nicht mehr meldet; ein Nachmittag nur mit der Schwiegermutter, der plötzlich erstaunlich nah und wertvoll wird; kleine Beobachtungen, bei denen man merkt, wie sehr man manchmal einfach durchrauscht und wie gut es tut, bewusster hinzuspüren.
Aus diesen Szenen entsteht ein ruhiger, nachdenklicher Blick auf das eigene Leben, achtsam, manchmal ein bisschen melancholisch, aber immer warm und ehrlich.
Die Botschaft kommt klar rüber, und auch wenn mir dieses Hörbuch gut gefallen hat, hat mich „25 letzte Sommer“ emotional etwas stärker erreicht. Trotzdem ist auch dieser Titel schön anzuhören und regt an, sich selbst und den Alltag wieder ein Stück bewusster wahrzunehmen.
Besonders hervorheben möchte ich den Sprecher Götz Otto, ein Schauspieler, der mit seiner einfühlsamen, angenehm ruhigen Stimme genau den richtigen Ton trifft. Er trägt die Stimmung der Geschichte wunderbar und macht viele Passagen noch berührender.
Ein schönes, leises Hörbuch mit einer stimmigen Botschaft.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Bewegende Erinnerungsliteratur

Treppe aus Papier
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„Treppe aus Papier“ von Henrik Szántó / Verlag: Blessing

„Versöhnung wirst du bei uns nicht finden, aber du hast unser Mitgefühl.“ (Seite 204)

Ich bin hin- und hergerissen. Teilweise hat mich die Geschichte ...

„Treppe aus Papier“ von Henrik Szántó / Verlag: Blessing

„Versöhnung wirst du bei uns nicht finden, aber du hast unser Mitgefühl.“ (Seite 204)

Ich bin hin- und hergerissen. Teilweise hat mich die Geschichte so gepackt, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Die Erzählung von Ruth, Irma und der jungen Nele verschmilzt zu einem dichten Netz aus Erinnerung, Schuld und dem Schweigen über eine nicht wahrhaben wollende Vergangenheit.

Das Haus selbst wird zum Erzähler; es zeigt seine Bewohner, ihre Schicksale und die Erinnerung an ein Jahrhundert wie eine Mahnung.

Das Unrecht, das in seinen Räumen geschah, und die Schuld, die ein kleines Mädchen unbeabsichtigt auf sich lud, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Vier Etagen mit wechselnden Mietern, verlorene und gefundene Gegenstände. Jedes Detail trägt Spuren der Vergangenheit.

Nele, eine Schülerin, kommt mit Irma, einer alten Bewohnerin des Hauses, ins Gespräch. Irma beginnt zu erzählen und Nele hört zu. Zunächst neugierig, dann zunehmend betroffen. Sie versteht mehr, als sie erwartet hatte, schreibt ihre Klausur in Geschichte und beginnt schließlich, Fragen an ihre Eltern zu stellen. Über die Vergangenheit, über Opa und den Krieg, doch ihre Eltern wollen oder können diese nicht beantworten.

War Opa ein Nazi? Hat er Menschen geholfen oder hat er sie verraten?

Irma trägt ein großes Geheimnis mit sich und wartet nur darauf, dass endlich jemand fragt. Vielleicht Nele?

Erzählt wird auch die Geschichte von Ruth, einem jüdischen Mädchen während des Krieges. Sie hilft der kleineren Irmgard, wann immer deren Mutter oder Großmutter wieder zuschlägt. Irmgards Vater ist der Einzige, der Verständnis für das Kind zeigt bis er stirbt, jedoch nicht heldenhaft im Krieg.

Ruth, ein Einzelkind, versucht sich 1941 vor der Gestapo zu verstecken, doch das gelingt ihr nicht wirklich. Das Haus hat versucht, sie zu beschützen.

„Den Preis dafür zahle ich bis ans Ende meiner Tage.“ (Seite 213)

Eine bewegende Geschichte über Schuld und das tiefe Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung in Zeiten des Krieges. Szántó zeigt eindringlich, wie Enteignung, Verrat und die Bereicherung auf Kosten anderer das Leben ganzer Generationen geprägt haben und wie Kinder in dieser Zeit ihre Unschuld verloren.

Die Vergangenheit des Hauses reicht bis in die Gegenwart, die Fragen, die Nele stellt, treffen auf Abwehr und Schweigen. Verleugnung, Unwissenheit und Beschönigungen zu damaligen Kriegsverbrechen werden weitergegeben, verschwiegen, vertuscht.

„Ruh dich aus. Du warst genug.“ (Seite 204)

Gewagt und ungewöhnlich ist die Erzählperspektive. Das Haus selbst berichtet, was es über Jahrzehnte gesehen, gehört und erlitten hat. Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen miteinander, die Wände, Ritzen und Dielen erzählen, was Menschen lieber vergessen würden.

Anfangs fand ich das Cover, den Titel und die Erzählweise etwas verwirrend, doch je tiefer man in das Haus eintaucht, desto klarer wird alles.

Eine sehr schöne, eindringliche Geschichte über unsere Vergangenheit, die bis in die Gegenwart nachhallt. Bewegend, schmerzhaft, wichtig.
Für LeserInnen der Nachkriegszeit- und Erinnerungsliteratur bestimmt auch sehr interessant.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Voller Genuss ohne Verzicht

Weihnachtlich vegan
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„Weihnachtlich vegan“ von Anja Sagon
Verlag: ZS / Edel Verlagsgruppe

Voller Genuss ohne Verzicht, das ist das Motto für das neue Koch- und Backbuchs von Anja Sagon.

Entspannt durch die Weihnachtszeit ...

„Weihnachtlich vegan“ von Anja Sagon
Verlag: ZS / Edel Verlagsgruppe

Voller Genuss ohne Verzicht, das ist das Motto für das neue Koch- und Backbuchs von Anja Sagon.

Entspannt durch die Weihnachtszeit - so stellt uns die Autorin 60 festliche, vegane Rezepte vor. Durch rechtzeitige Planung und praktische Tipps zeigt sie, wie man die Herausforderungen einer veganen Weihnacht mühelos meistert.

Besonders gut gefällt mir ihr Hinweis auf den Backformenumrechner, schließlich hat man nicht immer die im Rezept angegebenen Backformgrößen zu Hause!

Mein persönliches Highlight sind die Plätzchen und das Gebäck. Ich liebe Süßes und war begeistert, dass man aus einem Grundteig gleich vier verschiedene Plätzchensorten zubereiten kann.

Anja Sagon gibt bei jedem Rezept die Vorbereitungszeit, die Backzeit sowie die Anzahl der Portionen an. Die Zutatenlisten sind übersichtlich, und vieles davon hat man ohnehin schon als Basiszutaten im Haus. Oft findet man am Ende eines Rezepts hilfreiche Tipps, z. B. welche Alternativen man verwenden kann.

Auch für die Festtage bietet das Buch komplette Menüs; beginnend mit leckeren Suppen, über beliebte Beilagen bis hin zu Hauptspeisen und Desserts. Hier finden sich viele Ideen für ein veganes, festliches Weihnachtsmenü.
Klassische Weihnachtsgerichte werden modern und pflanzlich interpretiert, ohne komplizierte Zutaten, aber mit viel Liebe zum Detail.

Praktisch ist auch, dass einige Rezepte gut vorzubereiten sind oder sich für größere Runden eignen. Schön finde ich außerdem, dass die Autorin ihre polnischen Wurzeln einfließen lässt und uns mit einem passenden Menü daran teilhaben lässt.

Zu jedem Menü gibt es einen genauen Ablaufplan mit exakten Zeitangaben, eine große Hilfe in der oft hektischen Weihnachtszeit.

Das Register ist übersichtlich gestaltet, und am Ende erfährt man noch einige interessante Eckdaten über die Autorin und den Verlag.

Einziger Kritikpunkt: Ich vermisse Nährwert- und Kalorienangaben.

Dieses Buch verbindet die Magie der Weihnacht mit bewusster, pflanzlicher Küche. Die Rezepte erinnern an vertraute Düfte und Geschmäcker aus der Kindheit, nur eben modern, tierfreundlich und nachhaltig interpretiert.

So wird Weihnachten nicht nur genussvoll, sondern auch achtsam gefeiert.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Berührendes und wertvolles Kinderbuch

Aurora – Eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens
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„Aurora - eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens“ von Uwe Krauser
mit Illustrationen von Franziska Frey
Kinderbuchverlag: Farbfux

Das Cover ist mit seiner liebevoll gestalteten Eintagsfliege ...

„Aurora - eine Eintagsfliege und der schönste Tag ihres Lebens“ von Uwe Krauser
mit Illustrationen von Franziska Frey
Kinderbuchverlag: Farbfux

Das Cover ist mit seiner liebevoll gestalteten Eintagsfliege Aurora und der schimmernden Goldprägung ist ein wahrer Hingucker.

Uwe Krauser zeigt mit wunderschönen Worten, wie wichtig es ist im Augenblick zu leben.
Er schreibt kindgerechte Sätze und seine gefühlvolle Wortwahl berührt nicht nur die Kleinen.

Aurora erwacht und weiß, als Eintagsfliege hat sie nur einen Tag auf dieser Welt. Fröhlich und voller Tatendrang möchte die kleine Eintagsfliege ihren Tag zu etwas Besonderem machen.
Sie verweilt im Augenblick und genießt; nimmt das Leben, wie es kommt und zieht das Positive aus ihren Erfahrungen. Sie ist offen und dankbar, für jede neue Erfahrung.

Der Autor erklärt mit behutsamen, zarten Worten die Vergänglichkeit und zugleich lenkt er den Blick auf das Glück in alltäglichen Dingen. Aurora vermittelt Zuversicht und Lebensfreude.

Die Illustrationen sind perfekt ausgearbeitet, die Liebe steckt im Detail. Uwe Krauser und Franziska Frey harmonieren perfekt in Text und Illustration.

Ein unglaublich bezauberndes und pädagogisch wertvolles Buch über das Hier und Jetzt. Es sollte den Weg in jedes Bücherregal finden, um das Herz der Kleinen und Großen zu berühren, sowie das Augenmerk auf die Schönheit, unseres Lebens zu lenken.

Ideal als Geschenk für jeden Anlass - zum Vorlesen oder selber lesen.

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