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Veröffentlicht am 25.02.2026

Absolute Empfehlung

Ungelöst – Die erste Zeugin
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„Ungelöst - Die erste Zeugin“ von Arno Strobel, gelesen von Dietmar Wunder
Verlag: Argon Hörbuch
Ein Hörbuch, das sofort fesselt. Spannung, Manipulation, Bedrohung, Strobel spart mit nichts.
Die Thriller-Serie ...

„Ungelöst - Die erste Zeugin“ von Arno Strobel, gelesen von Dietmar Wunder
Verlag: Argon Hörbuch
Ein Hörbuch, das sofort fesselt. Spannung, Manipulation, Bedrohung, Strobel spart mit nichts.
Die Thriller-Serie von Arno Strobel beginnt wirklich vielversprechend und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
Luisa Menkoff wurde als Kleinkind von Dr. Lichner entführt. Damals manipulierte er das Gedächtnis von Nicole Klement, einer jungen Frau, brachte sie unter seine Kontrolle und suggerierte ihr, was sie zu tun hat. Er lenkte, steuerte und instrumentalisiert sie. Doch sein perfides Experiment verlief nicht wie geplant. Luisas Vater hatte spürbar Einfluss und verhinderte eine vollständige Kontrolle.
Nach jahrelanger Haft durfte Dr. Lichner aufgrund guter Führung unter Auflagen das Gefängnis verlassen. Kurz darauf verschwindet er erneut und mit ihm Nicole Klement. Und kurz danach ein kleines Mädchen, das der fünfjährigen Luisa erschreckend ähnlich sieht.
Als Luisa, inzwischen Medizinstudentin, das Plakat mit der Vermisstenanzeige von Nicole entdeckt, zögert sie keine Sekunde. Sie setzt sich sofort mit der Münchner Polizei in Verbindung und erzählt von der gemeinsamen Vergangenheit. Ramin Brunner, dem der Fall zugewiesen wird, ist stark beeindruckt von Luisas eidetischem Gedächtnis und erhält die Erlaubnis, sie beratend hinzuziehen zu dürfen.
Luisa hilft gerne, doch sie hat ein mulmiges Gefühl bei der Sache. Sie fühlt sich beobachtet. Auch was Nicole betrifft, stößt die Polizei auf massive Ungereimtheiten. Hier stimmt etwas nicht. Wer ist Nicole wirklich? Und vor allem: Wo ist sie? Hat Dr. Lichner erneut zugeschlagen?
Die Zeit drängt. Eine große Katastrophe bricht über herein und der Fall bekommt höchste Priorität.
Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Und kann das vermisste Mädchen gerettet werden? Die Spuren verdichten sich, die Zeit läuft Ramin davon und ist das Offensichtliche auch wirklich Wahr oder eine Inszenierung?
Luisa versucht, durch Bilder und Texte aus der Vergangenheit ihre Erinnerungen zu aktivieren. Sie zwingt sich, alles noch einmal zu durchleben, bis sie plötzlich selbst in eine Falle gerät. Kann genau das ihr Verderben werden? Sie erinnert sich an die Worte ihres Vaters, für genau diesen Fall, sollte ihr noch einmal etwas geschehen und nutzt ihr Wissen.
Arno Strobel zeigt auch hier wieder, wie erschreckend konkret Manipulation sein kann. Seine Spur führt tief in die Strukturen des Gehirns und macht deutlich, was Mind Control auslösen kann. Gedanken werden beeinflusst, Handlungen gelenkt, ein Mensch wird zum Werkzeug gemacht. Genau darin liegt die eigentliche Gefahr.
Das – teilweise abgelegene – Setting mitten in München ist atmosphärisch. Die Protagonisten sind sehr authentisch. Man spürt ihre Emotionen, kann die Manipulation nachvollziehen und durch den Plot Twist bekommt die gesamte Story eine perfekte Spannungskurve. Dieses „Das kann doch nicht sein“-Gefühl packt einen von der ersten Minute an.
Erzählt wird das Hörbuch von Dietmar Wunder. Sprachlich unglaublich passend zur Story, sehr intensiv. Er verleiht der Bedrohung, den Zweifeln und der psychologischen Spannung Tiefe. Ein Hörbuch, von dem man sich kaum lösen kann.
„Ungelöst - Die erste Zeugin“ ist ein psychologisch vielschichtiger Thriller, der Action und psychologische Spannung in ein stimmiges Gleichgewicht bringt. Ein hervorragender Auftakt der Serie. Absolute Empfehlung für alle Thriller- und natürlich Strobel-Fans.
Ich bin gespannt, wie weit Strobel uns noch führen wird.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein Buch das fordert, das nachhallt

Was die Zeit nicht nimmt
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„Was die Zeit nicht nimmt“ von Marek Torčik / Verlag : Anthea
Ein Anruf in der Nacht. Und plötzlich steht sie wieder im Raum: die Vergangenheit.
„Wer bin ich aber für mich selbst, dass ich mich so oft ...

„Was die Zeit nicht nimmt“ von Marek Torčik / Verlag : Anthea
Ein Anruf in der Nacht. Und plötzlich steht sie wieder im Raum: die Vergangenheit.
„Wer bin ich aber für mich selbst, dass ich mich so oft daran erinnern und dorthin zurückkehren muss?“ (Seite 15)
Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt. Und genau das ist es, was dieses Buch tut: Es brennt. Leise. Nachhaltig.
Leider konnte ich nicht gänzlich in dem Buch aufgehen. Und doch hat es mich nicht losgelassen. Unlogisch? Aber wahr!
Inhaltlich ist es große Klasse. Der poetische Schreibstil des Autors lässt einen stellenweise tief eintauchen, fast schwerelos durch Erinnerungen treiben. Dann wiederum zieht es sich, wird zäh, fast erschöpfend in seinen Längen. Vielleicht muss es das. Vielleicht braucht Schmerz Raum.
Eine konservative Industriestadt im Jahr 1989; ein Land im Umbruch. Politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Und mittendrin Marek. Ein homosexueller Junge. Ein Vater im Ausland. Ein alkoholsüchtiger, gewalttätiger Opa. Eine Mutter am Existenzminimum. Und eine Oma, die versucht zu verstehen und doch in ihren Mustern gefangen ist.
„Was seid ihr bloß für ne Familie, meine Güte? …..So viel Scheiße auf einem Haufen?“ (Seite 221)
Härter kann man es kaum sagen. Und doch trifft es die Wucht dieser Geschichte.
Melancholisch, voll von Mobbing, Gewalt und Hoffnungslosigkeit wird in diesem kleinen Ort Andersartigkeit bestraft. Mit dem Kopf in der Toilette, zwischen Urin und Kacke, blauen Flecken und Angst lebt aber auch etwas anderes: Hoffnung. Ganz tief im Stillen verborgen.
Marek oder Marenda, wie ihn seine Mutter nennt, kann sich nirgends wiederfinden. Nicht in der Familie. Nicht im Ort. Nicht in der Schule und nicht in sich selbst. Selbst seine Mutter spricht von Personen wie ihm und meint queere Menschen. Worte, die Distanz schaffen, wo eigentlich Schutz sein sollte.
„…das kommt einfach, weil der Junge keinen Kerl als Vorbild hat. Dem fehlt ne feste Hand.“ (Seite 226)
Solche Sätze sitzen. Sie graben sich ein. Und sie bleiben.
Marek lernt durch den ebenso andersartigen Mitschüler Marián nicht nur seinen Körper kennen. Sondern auch sich selbst. Und langsam lernt er den Mut, zu sich zu stehen. Doch das Umfeld ist gnadenlos. Nicht nur queere Menschen werden ausgegrenzt. Auch Roma, im Buch als „Zigeuner“ betitelt, werden als dreckig, stinkend und ekelhaft beschrieben. Marián ist doppelt ausgegrenzt, als Rom und homosexueller Junge.
Der Autor zeigt ungeschönt, wie tief Vorurteile, Gewalt und Verachtung in einer Gemeinschaft verankert sein können.
Was mich besonders bewegt hat: die Scham. Sie reicht bis ins Erwachsenenleben. Das Ungesagte in einer langjährigen Beziehung. Der Schmerz, der nie wirklich ausgesprochen wurde. Marek lernt zu verdrängen. Aber vergessen? Niemals.
Der Autor nimmt uns mit in eine Zeit des Umbruchs und zeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht automatisch innere Wunden heilen.
Und so holt die Erinnerung, die Vergangenheit, Marek ein, als er sich zurück in den Ort, zurück zur Mutter in die Heimat befindet.
Trotz meiner Kritik an einigen Längen bleibt für mich: Dieses Buch ist wichtig. Sehr wichtig.
Poetischer Schreibstil. Sehr gut ausgearbeitete Protagonisten. Emotionen, die nicht übertrieben wirken, sondern roh und echt.
„Was die Zeit nicht nimmt“ ist kein leichtes Buch. Es ist eines, das fordert, das wehtut, das nachhallt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Albtraum Traumhaus

Tödliches Angebot
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„Tödliches Angebot“ von Marisa Kashino gelesen von Rebecca Veil
Verlag: Hörbuch Hamburg
Dauer: 9 Stunden 23 Minuten

Wie weit würdest du gehen für dein Traumhaus? Für deinen perfekten Lebensplan?
Genau ...

„Tödliches Angebot“ von Marisa Kashino gelesen von Rebecca Veil
Verlag: Hörbuch Hamburg
Dauer: 9 Stunden 23 Minuten

Wie weit würdest du gehen für dein Traumhaus? Für deinen perfekten Lebensplan?
Genau diese Frage stellt dieser Psychothriller und beantwortet sie auf eine Weise, die unter die Haut geht.
Margo, die Protagonistin, hat ein klares Bild vor Augen: Ehe, Kind, Hund und natürlich das perfekte Haus in einer ruhigen, begehrten Vorortlage. Doch immer wieder werden ihr die schönsten Immobilien vor der Nase weggeschnappt. Ihr Angebot reicht nie. Ihr Traum scheint unerreichbar.
Bis sie von diesem Haus erfährt. Ein Haus, das noch gar nicht offiziell zum Verkauf steht. In ihrer absoluten Traumgegend. Und Margo beschließt, dieses Mal wird sie gewinnen.
Was zunächst wie Ehrgeiz wirkt, kippt schnell in Besessenheit. Margo manipuliert, täuscht und überschreitet Grenzen, die weit jenseits moralischer Vorstellungen liegen. Sie redet sich ihr Handeln schön, empfindet es als notwendig, als gerecht. In ihrer Welt ist sie im Recht. Ihr innerer Druck wächst, sie schreit fast vor Verzweiflung und setzt doch nach außen ein perfektes Lächeln auf.
Gerade diese Zerrissenheit macht sie so faszinierend wie verstörend. Man schwankt zwischen Fassungslosigkeit und einem beinahe unheimlichen Verständnis. Wie weit kann ein Mensch gehen, wenn er glaubt, es verdient zu haben? Es zu brauchen.
Auch ihr Ehemann wirkt zunächst wie der ruhige, vernünftige Gegenpol. Doch auch er trägt Geheimnisse mit sich, die in Kombination mit Margos labiler Psyche gefährlich werden. Während sie überzeugt ist, alles im Griff zu haben, spürt man als Hörerin oder Hörer längst, dass hier etwas aus dem Ruder läuft.
In der Mitte verliert die Geschichte leider etwas an Tempo. Rückblicke in die Vergangenheit sowie ausführliche Recherchen zu einem der Verkäufer ziehen sich stellenweise in die Länge. Auch Einblicke in Margos Berufsalltag hätten straffer sein dürfen. Hier flacht die Spannung etwas ab, doch es lohnt sich, dranzubleiben.
Denn im letzten Drittel nimmt die Dynamik deutlich zu. Die Wendungen überschlagen sich, die psychologischen Abgründe treten offen zutage und das Ende überrascht noch einmal mit einem Twist, der nachhallt.
Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch dicht. Das Haus selbst wird fast zu einer eigenen Figur; ein Sehnsuchtsort, der in starkem Kontrast zu den dunklen menschlichen Abgründen steht, die sich dahinter auftun. Der Spannungsbogen ist lang angelegt, hätte hier und da kompakter sein dürfen, trägt die Geschichte aber dennoch sicher bis zum Finale.
Besonders gelungen ist die Interpretation durch Rebecca Veil. Mit ihrer Stimme fängt sie die Stimmungen hervorragend ein; von unterschwelliger Anspannung bis hin zu emotionalen Ausbrüchen. Sie verleiht Margo genau die Mischung aus Kontrolle, Zerbrechlichkeit und unterschwelliger Bedrohlichkeit, die diese Figur so eindrücklich macht.
Ein Psychothriller, der zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Sehnsucht und Wahnsinn sein kann.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Feel-Good-Roman

Mathilde und Marie
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„Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod /Verlag: dtv / Hörbuch: Argon Verlag
„Manchmal lohnt es sich, einem Impuls zu folgen.“ (Seite 25)
Redu ist ein kleines Bücherdorf mit knapp 400 Einwohner:innen, ...

„Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod /Verlag: dtv / Hörbuch: Argon Verlag
„Manchmal lohnt es sich, einem Impuls zu folgen.“ (Seite 25)
Redu ist ein kleines Bücherdorf mit knapp 400 Einwohner:innen, vielen Buchläden mit neuen und alten Büchern und einer schiefen Kirchturmspitze mit zwei verschiedenen Uhrzeiten.
„Bücher sind mein Leben.“ 
(Seite 20)
Jónina, eine alte Isländerin mit einer kleinen Buchhandlung in Redu, lernt die junge Französin Marie im Zug kennen. Nachdem sich Marie ihren Kummer von der Seele gesprochen hat, lädt die ältere Frau sie in das kleine Bücherdorf ein.
Spontan nimmt Marie, die gerade auf der Flucht vor ihrem alten, traurigen Leben ist, dieses Angebot an.
Das kleine Dorf ist atemberaubend schön, es strahlt eine Ruhe und Behaglichkeit aus. Marie ist entzückt und überrascht von der wundervollen Stille. Vogelgezwitscher füllt diese Stille, was Marie besonders bewusst wird, da sie bisher nur den Lärm von Paris in den Ohren hatte.
Anneliese, ein liebevoller Hund, der genau das macht, was sie will, schenkt Zuneigung und Liebe den Menschen, die sie am meisten gebrauchen können. Sie läuft sofort auf Marie zu und verbringt viel Zeit bei und mit ihr.
Thomas, der Bäcker, die gute Seele des Dorfes und Jóninas guter Freund, ist im Hintergrund für Marie da. Nicht nur, dass er traumhaftes Brot bäckt, auch als Jónina das Dorf aus gesundheitlichen Gründen überstürzt verlässt und Marie bittet zu bleiben und in ihrem Buchladen zu arbeiten, steht er ihr zur Seite. Still, zurückhaltend, aber immer präsent.
„Das Leben ist Kunst.“ (Seite 227)
Arthur, ein Künstler oder Handwerker mit einem Buchladen für gebrauchte Bücher oder selbst hergestellte Werke, zeigt Marie, wie man auf kreative Art, ganz ohne Strom oder elektrische Geräte, Papier herstellt.
„Wer hätte gedacht, dass ein einfaches Stück Papier so glücklich machen kann?“ (Seite 231)
Marie ist begeistert.
Und dann ist da Mathilde. Ruhig, zurückgezogen und voller Trauer lernt sie durch Marie wieder, am (Dorf-) Leben teilzunehmen. Marie nimmt ihr die Angst vor dem Unbekannten und zeigt ihr neue Wege.
Ganz still und leise beginnt eine Freundschaft und ein gegenseitiges Helfen und Lernen der beiden Frauen voneinander.
Torsten Woywod bringt uns mit diesem leisen, warmherzigen und mutmachenden Roman die Natur, die Freundschaft und auch die Stille näher. Der Roman ist ruhig, voller Wärme und fühlt sich an wie eine lang ersehnte Umarmung. Er regt zum Nachdenken an. Man spürt die Entschleunigung, den Abfall von Stress und Hektik und besinnt sich mit Marie auf die wichtigen Dinge im Leben.
Anfangs ist Marie entsetzt, dass es für die Bewohner nur eine Stunde Internet am Tag zur Vergnügung gibt. Am Ende fällt es ihr gar nicht mehr auf, beziehungsweise sie vermisst es nicht. Sie ist bei sich angekommen, in der Natur und bei lieben Menschen.
Alles andere erfährt sie früh genug aus der wöchentlichen Zeitung. Was für eine Befreiung, nicht immer alles sofort zu wissen und nicht auf alles reagieren zu müssen. Was für ein Leben und was für eine Freiheit.
Redu gibt es wirklich, und auch wenn es sicher nicht hundertprozentig meiner Fantasie entspricht, möchte ich es dennoch besuchen und die Stille hören.
Eine Hommage an die Stille und die Selbstfindung, an ein Dorf, das uns wieder zum Ursprung bringt, zu uns selbst.
Sabine Arnhold gelingt es mit ihrer einfühlsamen, ruhigen und warmherzigen Stimme, die Atmosphäre dieses Romans vollkommen einzufangen, sie regt zum Nachdenken an, schenkt Ruhe und macht das Hörbuch zu einem echten Wohlfühlmoment.
Ein Feel-Good-Roman, der lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Gute Unterhaltung

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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„Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job oder?“ von Emily Rudolf
Verlag: S.Fischer
Hörbuchverlag: Argon

„Zeige mir dein Haus, und ich sage dir, wer du bist.“ (Pos.5412)
……ein Satz, der den Kern ...

„Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job oder?“ von Emily Rudolf
Verlag: S.Fischer
Hörbuchverlag: Argon

„Zeige mir dein Haus, und ich sage dir, wer du bist.“ (Pos.5412)
……ein Satz, der den Kern von „Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job, oder?“ von Emily Rudolf sehr gut trifft.
Ich habe sowohl das Buch (S.Fischer Verlag) als auch das Hörbuch (Argon Verlag) genossen und kann beides empfehlen. Als langjährige Thriller-Leserin hat mich die Geschichte allerdings erst im letzten Drittel wirklich gepackt. Das Setting der einsamen Insel ist stark, atmosphärisch und trägt viel zur Stimmung bei. Auch der Aufbau ist gut konstruiert, die Spannungskurve braucht jedoch Zeit; für meinen Geschmack fast zu viel Zeit.
Cecilia als Ich-Erzählerin konnte mich leider ebenfalls erst spät richtig einnehmen. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt und aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Aus Cecilias Sicht, aus der von Nick (ihrem Jugendfreund) und von Johannes Waldner, ihrem Liebhaber und Partner. Diese Wechsel bringen Abwechslung, wirken aber nicht immer gleich intensiv.
Im Hörbuch wechseln sich die Sprecher:innen Rebecca Veil, Nils Nelleßen und Florens Schmidt ab und genau hier punktet die Geschichte für mich besonders. Die Stimmen tragen sehr viel Atmosphäre, geben den Figuren Tiefe und haben mich deutlich stärker durch die ruhigeren Passagen gezogen als der Text allein. Ein echtes Plus für das Hörbuch.
Inhaltlich geht es um Cecilia, die als Housesitterin für die wohlhabende Familie Waldner arbeitet. Nach dem Tod ihrer Mutter ist dieser Job für sie überlebenswichtig. Sie hat kein Geld, keine feste Bleibe, lebt von Online-Nachhilfekursen und wohnt unbezahlt in fremden Häusern. Dabei saugt sie das Leben der Bewohner regelrecht in sich auf. Doch Cecilia ist nicht zufällig bei den Waldners eingezogen, sie hat etwas zu klären.
Als Johannes Waldner, der nach dem Tod seines Vaters die Leitung des Familienbetriebs übernommen hat, in ihr Leben tritt, entsteht eine fast magische Anziehungskraft. Cecilias drei Freunde besuchen sie häufig in den Häusern, besonders wenn sie Angst hat oder nicht allein sein möchte. Auch auf der Insel ist sie nicht lange allein, doch es kommen nicht nur Freunde.
Fast alle Besucher haben etwas zu erledigen, Geheimnisse zu wahren, Motive zu verbergen. Freundschaft, Liebe und Hilfsbereitschaft wirken zunehmend wie Tarnungen.
Oder ist alles nur Schein? Wer sagt die Wahrheit? Wer ist wem auf der Spur? Ein Katz-/Maus-Spiel beginnt.
Die S-Szenen empfand ich als unnötig und für den Thriller nicht wirklich notwendig. Sie haben für mich nichts zur Spannung beigetragen.
Trotz meiner Kritikpunkte hat mich Emily Rudolf gut unterhalten. Es ist kein großes Crescendo, aber ein gut aufgebauter Thriller mit einer starken Grundidee. Der flüssige Schreibstil macht das Buch sehr lesenswert, ich habe es in kurzer Zeit beendet. Das Ende hat mich dann tatsächlich entschädigt und viele offene Fäden sinnvoll zusammengeführt.
Sehr lesenswert, sowohl als Buch als auch als Hörbuch.
Leider nur 4 Sterne, da die Spannungskurve sehr spät richtig anzieht.
Das Ende und die starke Hörbuchumsetzung machen das jedoch wieder wett.

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