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Veröffentlicht am 01.03.2026

Content Note beachten

Boys of Tommen 6: Releasing 10
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Der 6. Bd der Reihe umfasst den ersten Teil der Geschichte um Lizzie und Hugh.
mMn kann er unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, dh man könnte damit starten, aber ich würde es nicht empfehlen, ...

Der 6. Bd der Reihe umfasst den ersten Teil der Geschichte um Lizzie und Hugh.
mMn kann er unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, dh man könnte damit starten, aber ich würde es nicht empfehlen, weil er für mich der heftigste der Reihe war. Beides liegt daran, dass sich die 900 Seiten fast ausschließlich um die Kindheit der beiden dreht.

Bei diesem Umfang war ich ehrlich überrascht, dass die Story um L&H damit nicht abgeschlossen ist. Stattdessen hatte ich das Gefühl, sie würde erst beginnen. Tatsächlich gelangen wir gar nicht zu der Stelle der Gegenwart, in der Bd 5 endet.

Lizzie ist zu Beginn 3 Jahre alt. Den Großteil des Buches ist sie ein Kind. Deswegen haben die Begebenheiten mich richtig hart getroffen, es war so schrecklich, wie sie sich nicht wehren konnte gegen all das Grausam3, was ihr angetan wurde, wie sie wieder und wieder mit falschen Diagnosen und Medikamenten angespeist wurde oder die unausgesprochenen V3erbrechen in ihrer Kindheit erst zu den Krankheiten führte. Anstatt ihr zuzuhören, ging es sogar bis zur Elektrosch0cktherapie. Bis sie selbst so sehr von Therapeuten, Tät3ern und Mitmenschen gelaslightet wurde, bis sie selbst glaubte, alles, was ihr widerfahren ist, sei bloße Einbildung.

Hierzu empfehle ich den Account von @lenajensn & dass, genau wie in den anderen Bänden, uuuunbedingt die Content Notes gelesen werden.

Die Lovestory von Kindesbeinen an war unglaublich süß, das hätte ich in den anderen Bänden gar nicht vermutet. Oder dass Lizzie wirklich sympathisch werden kann, but Chloe Walsh did it und obwohl die meisten von uns sie bislang nicht sonderloch mochten, wurde sie hier zu Sympathieträgerin und Opf3r.
Hugh hat sich unglaublich um sie bemüht, es war herzzerreißend, wie dieser kleine Junge der einzige war, der für sie da war und sie beschützte. Ich habe verstanden, weshalb er sich letztlich von ihr abgewandt hat, aber auch, dass sie nicht anders handeln konnte, weil sie ihre Probleme einfach nicht benennen oder greifen konnte.
Ich habe mir sooo sehr ein Happy End gewünscht, stattdessen blieb ich wieder einmal mit gebrochenem Herzen und völlig emotional overwhelmed zurück. Chloe Walsh schafft eine Tiefe der Charaktere, wie ich es nicht oft lese, es wirkt derart realistisch, als wäre ihr jede einzelne Geschichte persönlich widerfahren.
Aus diesem Grund wühlt mich kaum ein Roman so auf wie die dieser Reihe. Man fliegt nur so durch die Seiten, unterbricht nur, wenn es einem mental zu heftig wird und man verschnaufen muss. Dass die Bände derart umfangreich sind, merkt man überhaupt nicht, man könnte ewig weiterlesen.
Trotzdem war es nicht mein Favorit der Reihe, einfach weil ich mir gewünscht habe, dass die Thematik geflektiert und letztlich auch gelöst wird, und weil ich gehofft habe, dass wir zumindest ab der Hälfte ins Teeniealter der Protas vorrücken.
Gleichzeitig hat mich dieser Band am meisten mitgenommen.
Ich bleibe bei einer großen Leseempfehlung für die Boys of Tommen, aber mit dringender Empfehlung zur Beachtung der Content Notes und dem Hinweis, dass die dort genannten Themen zumindest für mich in diesen Büchern nochmal viel heftiger erscheinen als in anderen, auch deshalb, weil sie allesamt kapitelweise ausgeleuchtet werden und nicht nur erwähnt.
Ich freue mich auf die nächsten Bände dieser Herzensreihe ♡

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Spannender Plot aus Basis einer wahren, unheimlichen Historie

Ein Kranich unter Wölfen
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Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, was den Plot umso erschreckender macht. Korea 1506. Das Volk leidet unter dem tyrannischen König Yeonsan. Er beschlagnahmt ihr Land, lässt sie hungern, verbrennt ...

Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, was den Plot umso erschreckender macht. Korea 1506. Das Volk leidet unter dem tyrannischen König Yeonsan. Er beschlagnahmt ihr Land, lässt sie hungern, verbrennt ihre Bücher, m1sshandelt sie und stiehlt ihre Frauen und Töchter. Zum Zeitpunkt der Handlung hat er über 1000 Frauen in seinem Palast verk1avt und/oder als Mätressen. Diese riesige Anzahl kann man sich kaum vorstellen. Zwischenzeitlich habe ich überlegt, wie sich 1000 Frauen einem einzigen Mann beugen können, aber der Palast ist sehr groß, dh. sie sind verteilt, und werden vor allem sehr streng bewacht und auch ohne Gerichtsverfahren wie die Fliegen erm0rdet.

In diesem Kontext tritt Iseul die gefährliche Reise nach ihrer verschleppten und traumatisierten Schwester an. Sie ist eine unglaublich mutige, starke Protagonistin, die alles daran setzt, ihre Liebsten zu beschützen. Dabei st3erben immer wieder Nebenfiguren, sodass man gar nicht weiß, an wem man sich festhalten kann. Und da es keine rosa bubble Romance ist, habe ich mich auch nicht darauf verlassen, dass es ein Happy End gibt, was es noch spannender gemacht hat und mir besonders am Ende das Herz gebrochen.

Daehyun nimmt die Perspektive des Love Interest und Bruders des Königs ein. Er sucht nach einem Weg, ihn vom Thron zu stürzen, was gar nicht so einfach ist, wenn einem alle 5min mit dem T0d gedroht wird. An vielen Stellen wusste ich auch nicht, wie ich an seiner Stelle gehandelt hätte, aber der Move am Ende war nicht soo cool von ihm :O
Die Lovestory war sehr subtil und slow burn, hat mich aber abgeholt und war einfach nur total cute, ich habe durchweg mit ihnen gefiebert und hatte genau wie sie keine Ahnung, ob sie eine Chance haben.

Der Plot war durchweg spannend, es ist immer etwas passiert, zT hatte ich Thriller-Vibes, an Iseuls Stelle hätte mich in keinem Moment sicher gefühlt. Der Schreibstil ist flüssig und trotz koreanischer Begriffe einfach zu verstehen.
Empfehlung ♡

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Spannend, düster, emotional

Medea
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Medea stammt aus der griechischen Mythologie, als Nichte der Zauberin Circe, deren Fähigkeiten sie geerbt hat. Als der Held Jason auftaucht, folgt sie ihm - und stolpert von einem Gefängnis ins nächste. ...

Medea stammt aus der griechischen Mythologie, als Nichte der Zauberin Circe, deren Fähigkeiten sie geerbt hat. Als der Held Jason auftaucht, folgt sie ihm - und stolpert von einem Gefängnis ins nächste.

Zu Beginn hat mir Medea so leid getan, aufgrund ihrer Kräfte muss sie die G3walt ihres Vaters jahrelang über sich ergehen lassen und sich verstecken, bis er ihre Macht für ihre eigenen Zwecke m1ssbraucht. Ihre Einsamkeit, ihr Schmerz und die Unmöglichkeit, zu sich zu stehen , waren bedrückend.

Als der Held Jason auf der Suche nach dem goldenen Flies auftaucht, hilft sie ihm, ihre eigenen Prüfungen zu meistern, zB den Drachen, den sie selbst erschuf. Jason und die Argonauten, die in den Heldensagen bekannt sind, verlieren dadurch in meinen Augen sämtliche Achtung, denn sie haben keine einzige Prüfung ohne Medea geschafft.

Dass sie ihm folgt, verstand ich, um ihrer Freiheit willen. Auch wenn ich wünschte, sie hätte auf die Warnungen von Circe und Atalanta gehört, konnte ich Medeas Entscheidung absolut nachvollziehen - sie wollte einfach mehr vom Leben. Und dann fing das heftigste Gaslighting an. Jason hat sich durchweg manipuliert, mit ihrer Liebe für ihn gespielt und war der toxischste Mann, den man sich nur vorstellen kann. Es war so grausam, Medea dabei zuzusehen, wie sie sich selbst für ihn verliert und vom Volk für seine Taten an den Pranger gestellt wird.

Ihre 180 Grad Wendung hin zum Dunklen hat mich dann allerdings genauso schockiert, ganz besonders, was ihre M0rde betrifft, hier hat sie für mich sämtliche Sympathiepunkte verloren. Das würde ich gar nicht im Negativen sehen, denn zum einen muss die Autorin sich natürlich an die Storyline des Originals halten, zum anderen war es irgendwie einfach Medeas Weg, Vergeltung statt Loslassen zu wählen. Ich hätte mir nur gewünscht, sie hätte sich früher befreit, aber die Manipulation war einfach zu stark & sie hatte keinerlei Support.

Sprachlich war es großartig geschrieben, ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Es hat mich von Anfang bis Ende berührt, gefesselt und gecacht.

Es gab keine wirklichen Sympathieträger  wie so oft in der gr. Mythologie, jeder ist gegen jeden, jeder leidet für sich, jeder entscheidet sich für den dunklen Weg, alle manipulieren einander und fallen sich in den Rücken. Dadurch hatte der Plot aber einen riesigen "omg"-Effekt, weil ich immer gehofft habe, dass nun doch eine gute Wendung kommt, nur damit es dann schlimmer und schlimmer wird.

Obwohl ich mir gewünscht habe, mehr mit Medea sympathisieren zu können, habe ich in Hinblick auf die Mythologie sehr viel gelernt, nicht nur über sie,sondern auch über Jason uns die Argonauten und Circe und die verschiedenen Königreicher, was es für mich sehr interessant gemacht hat.

Es ist definitiv kein rosa Bubble Roman, aber es war gewaltig und düster und heftig und wirklich fesselnd, mit einem großen Waruuuum.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Tiefer Einblick in Hollywood der 60er und die Freundschaft der beiden

Spock und ich
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𝕊ℙ𝕆ℂ𝕂 𝕌ℕ𝔻 𝕀ℂℍ
𝑀𝑒𝑖𝑛 𝐹𝑟𝑒𝑢𝑛𝑑 𝐿𝑒𝑜𝑛𝑎𝑟𝑑 𝑁𝑖𝑚𝑜𝑦
Heyne Verlag

Leonard Nimoy und William Shatner wurden durch ihre Rollen in Star Trek bekannt. Ersterer als Mr Spock, der ganz auf Logik und Verstand getrimmt ist ...

𝕊ℙ𝕆ℂ𝕂 𝕌ℕ𝔻 𝕀ℂℍ
𝑀𝑒𝑖𝑛 𝐹𝑟𝑒𝑢𝑛𝑑 𝐿𝑒𝑜𝑛𝑎𝑟𝑑 𝑁𝑖𝑚𝑜𝑦
Heyne Verlag

Leonard Nimoy und William Shatner wurden durch ihre Rollen in Star Trek bekannt. Ersterer als Mr Spock, der ganz auf Logik und Verstand getrimmt ist und Emotionen nicht kennt. Star Trek prägt die Popkultur bis heute und spielt auch eine große Rolle in modernen Serien wie Big Bang Theory.

Shatner schrieb die (AutBiografie ihrer über 50jährigen Freundschaft, beginnend bei ihrem Kennenlernen und dem Weg in die Schauspielerei. Dabei spielt die Serie natürlich eine riesige Rolle, denn dadurch hatten beide ihren Durchbruch. Diese tiefe Freundschaft und Untertrennlichk wird wird so bildhaft dargestellt - auch buchstäblich, denn im Mittelteil gibt es einige hochwertige Aufnahmen über die beiden über die Jahre hinweg, wo sie wahnsinnig sympathisch & auf ihre teils skurille Weise authentisch wirken.
Trotzdem hatten sie auch ihre Eigenheiten, besonders Nimoy, der irgendwann dem Alkoholismus verfiel. Diese Passagen haben mir teilweise wirklich das Herz gebrochen, ganz besonders dann aber der Teil, wo die beiden sich wegen einer Kleinigkeit verkrachen und Shatner seinen einst besten Freund vor dessen T0d nicht mehr wiedersieht, obwohl er sich darum bemüht. Sein Anschiedsbrief an Nimoy wurde abgedruckt und hat mir eine Träne entlockt, auch weil Shatner gar nicht weiß, ob Nimoy ihn am Ende noch gelesen hat.

Die Höhen und Tiefen dieser innigen Freundschaft und auch der Karriere werden emotional, spannend und mitreißend erzählt, es war zu keinem Zeitpunkt trocken oder langatmig. Selbst wenn man die Serie nicht kennt, ist es sicher richtig interessant zu sehen, wie die Filmbranche damals lief.

Das  Buch ist unglaublich gut gelungen und ich kann es jedem empfehlen, der Star Trek mag oder sich für Hollywood der 1960er Jahre interessiert.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Düsteres Albtraumschiff

Das Schiff der verlorenen Kinder
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Leo und Felix stammen aus einer toxischen, g3walttätigen Familie - bis ihr Zimmer eines Abends aus der Welt gerissen wird und in einem mysteriösen Schiff als Kabine auftaucht. Genauso wie die Zimmer zahlloser ...

Leo und Felix stammen aus einer toxischen, g3walttätigen Familie - bis ihr Zimmer eines Abends aus der Welt gerissen wird und in einem mysteriösen Schiff als Kabine auftaucht. Genauso wie die Zimmer zahlloser anderer Kinder, die sich von zuhause weggewünscht haben.
In diesem Schiff lauern schreckliche Monster, wahrgewordene Albträume und als Bestien manifestierte Menschen aus ihrem Leben - nur, dass deren Innenleben nun auch das Äußere befällt und sie als entstellte Kreaturen der Finsternis auftauchen.

Das Buch ist riiichtig finster und geht definitiv in die Horror-Richtung. Und das bis zu den letzten Kapiteln, wo die Kinder endlich ihren Mut finden, aufzustehen und sich zu wehren, ihre Ängste zu besiegen. Davor dienen sie als Sklaven auf dem Schiff, auf brutalste Weise, bis in den T0d. Obwohl die Protagonisten 10 und 12 Jahre alt sind, braucht man starke Nerven, es ist wirklich nicht ohne. Deswegen konnte ich den Roman auch nicht wirklich in eine Schublade stecken oder das Genre einordnen. Es ist Horror für Erwachsene, gibt aber nur Kinder als handelnde Figuren. Und eben die Monster, die durch und durch grausam sind.

Die Kapitel hatten eine gute, kurze Länge, sodass ich das Geschehene immer wieder sacken lassen konnte und es langsam und ungehetzt gelesen habe. Der Schreibstil ist fesselnd und bisgewaltig, zwischen Charakterentwicklung und Plot. Besonders die Geschehnissen im Nachtturm, wo die Kinder an Maschinen angeschlossen waren, um ihre Albträume abzuzapfen, waren wirklich finster.

Den Jüngsten, Felix, mochte ich am liebsten. Er hat durch die Kraft seiner Fantasie die Geschichte buchstäblich umgeschrieben und letztlich gerettet und nie die Hoffnung aufgegeben, egal, wie ausweglos es wurde.

Den Roman gibt es auch als Graphic Novel mit mehreren Bänden, die super gezeichnet ist.
Das Ende war nicht so, wie ich es erwartet habe, ich bin nicht sicher, ob es ein Happy End ist oder wie ein solches Happy End anders aussehen könnte als genau so.
Das Buch blieb definitiv hängen!

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