Düster, überdreht und trotzdem süchtig machend
CraveMit Crave bin ich nach längerer Zeit mal wieder in die Fantasywelt eingetaucht – und wurde positiv überrascht. Zwar hat mich die Grundidee (Mädchen trifft auf mysteriösen Jungen an einem abgelegenen Internat) ...
Mit Crave bin ich nach längerer Zeit mal wieder in die Fantasywelt eingetaucht – und wurde positiv überrascht. Zwar hat mich die Grundidee (Mädchen trifft auf mysteriösen Jungen an einem abgelegenen Internat) stark an Twilight erinnert, aber die Umsetzung hat dann doch ihren eigenen Stil.
Grace ist eine interessante Protagonistin. Anfangs wirkt sie etwas verloren, was bei ihrer Situation verständlich ist, aber im Laufe der Geschichte wächst sie spürbar über sich hinaus. Mutig, emotional und mit einer guten Portion Sarkasmus ausgestattet, war sie für mich recht schnell sympathisch. Jaxon war für mich anfangs der typische düstere Bad Boy, aber je mehr man über ihn erfährt, desto mehr Tiefe bekommt er. Die Dynamik zwischen den beiden war stellenweise etwas klischeehaft, aber trotzdem mitreißend.
Das Setting hat mir besonders gefallen. Die Katmere Academy in Alaska ist eiskalt, düster und einfach faszinierend. Man spürt richtig die Kälte, die Isolation und die unterschwellige Bedrohung. Auch der Schreibstil hat seinen Reiz – jugendlich, frech und mit witzigen Kapiteltiteln, die oft einen kleinen Lacher wert waren.
Klar, manches war etwas übertrieben, einige Wendungen haben sich angedeutet und gewisse Szenen wirkten eher teeniehaft. Trotzdem hat mich das Buch so unterhalten, dass ich gar nicht aufhören wollte zu lesen. Es war spannend, emotional und manchmal richtig lustig.
Fazit:
Crave ist kein literarisches Meisterwerk, aber ein echter Pageturner mit coolen Figuren, starkem Setting und viel Gefühl. 4 Sterne – und ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht.