Ein sehr zartes Buch mit einer wichtigen Message!
Wie die Ruhe vor dem SturmSpoiler!
Grey hatte Spuren in meinem Herzen hinterlassen. Und ich hoffe so sehr, dass ich auch welche in seinem hinterlassen habe.
Das von Brittainy C. Cherry geschriebenen Buch „Wie die Ruhe vor dem ...
Spoiler!
Grey hatte Spuren in meinem Herzen hinterlassen. Und ich hoffe so sehr, dass ich auch welche in seinem hinterlassen habe.
Das von Brittainy C. Cherry geschriebenen Buch „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ ist der Auftakt der „Chances-Reihe“ und erzählt die Geschichte von Eleanor, kurz Ellie, und Greyson. In den dunkelsten Momenten stand Greyson Ellie bei und hat sie vor dem Ertrinken gerettet. Jahre später tritt Ellie einen Job als Nanny an. Nicht wissend, das Greyson der Vater der Kinder ist. Doch er ist nicht mehr die liebevolle Junge, der er einmal war. Aus ihm ist ein kalter Mann geworden, der alle Gefühle verdrängt. Aber Ellie ist fest entschlossen, dass sie ihm helfen muss, wie er ihr früher, sonst wird er ertrinken.
Das Cover finde ich wirklich hervorragend! Die Fleckeneffekte in blau finde ich auf dem Rosa Hintergrund wirklich super! Auch den Farben kann ich eine gute Bedeutung zumessen, obwohl ich erst kurz nachdenken musste. Dafür gibt es noch drei Libellen auf dem Cover. Diese haben mir besonders gut gefallen, weil sie für Ellie einen hohen Wert besitzen. Es ist eine super Idee, sie deshalb auf dem Cover abzubilden.
Auch beim Titel musste ich kurz nachdenken. Obwohl Ruhe und Sturm in dem Buch sowohl wörtlich als auch unterschwellig angesprochen werden. Die beiden stehen sich immer vor und auch im Sturm bei, weshalb dieser super passt.
Was für mich weniger passt ist der Klappentext. Da das Buch in zwei Teile geteilt ist und der erste Teil etwa ein Drittel einnimmt, hätte ich mir gewünscht, dass er im Klappentext mehr Aufmerksamkeit bekommt. Stattdessen wurde nur vom zweiten Teil erzählt. Deswegen hätte ich höchsten Rückblicke in die Vergangenheit, aber keinesfalls einen eigenen Teil erwartet.
Außerdem war mir am Anfang nicht klar, dass die Protagonisten bereits um die 30 Jahre alt sind. Ich hätte sie eher in Richtung 20 Jahre erwartet, auch wenn Greyson schon Kinder hat.
Der Schreibstil ist meiner Meinung nach gut gelungen. Ich bin sehr gut vorangekommen und konnte vor allem beim ersten Teil sehr schnell lesen. Dies liegt aber nicht ausschließlich am Schreibstil.
Da der erste Teil die Kennenlernphase der beiden darstellt, ist er auch geprägt von Liebe, Aufmerksamkeit und Hoffnung. Als dann der zweite Teil begann, habe ich es mir ziemlich schwer gemacht zu lesen. All die Wärme ist eisiger Kälte und Distanz gewichen, die nur langsam verschwand.
So waren auch die Gefühle ziemlich eingefroren. Im ersten Teil habe ich schon direkt am Anfang so sehr gefühlt, dass ich mehrfach weinen musste. Im zweiten Teil hatte ich nur am Ende, als die beiden sich wieder näher waren, einmal Tränen in den Augen. Dennoch konnte ich ihre Gefühle immer verstehen und im zweiten Teil auch halbwegs fühlen.
Zudem gab es noch eine weitere Sache, bei dem die Gefühle eingebüßt haben. Es wurden oft nur die Treffen der beiden erzählt. Nicht jedoch ihren Alltag und das normale Leben. Das hat es oft schwer gemacht, mich in sie hineinzuversetzen, weil alle anderen Gedanken und Themen wie Freundschaft komplett gefehlt haben. Vor allem bei Ellie ist mir dies aufgefallen. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein weiteres buch hätte alles gut auseinanderziehen können.
Auch bei der Realität haben die gekürzten Erzählungen Spuren hinterlassen. Es war schwer zu fühlen, wenn die Protagonisten ansonsten kein eigenes Leben hatten. Es hat die Charaktere distanzierter und schwerer greifbar gemacht. Trotzdem war das Buch extremrealitätsgetreu. Es gab so gut wie keine Vorurteile oder Klischees.
Außerdem gab es, vor allem in der Vergangenheit, keine besonderen Ereignisse, die nur selten so stattfinden würden oder nur Spannung erzeugen sollen. Stattdessen gehen die Wege das Meschen einfach auseinander, ohne, dass es eine Katastrophe geben muss.
Dafür wurde mit den Perspektivenwechseln geschickt Spannung aufgebaut. Oft wurde gerade nicht aus der Sicht erzählt, die Antworten geben könnte. Also hatte ich viele Fragen und musste für eine Antwort weiterlesen.
Zuletzt ist mir in diesem Buch besonders die Länge der Kapitel aufgefallen. Manchmal gab es sehr kurze Kapitel von nur vier Seiten und dann hatte ein Kapitel mal wieder zwanzig Seiten. Genau mit dem oben genannten Ziel der Spannungserzeugung.
Dies hat auch wunderbar funktioniert und es ist ein sehr spannendes und zartes Buch geworden. Es zeigt, dass Wege manchmal auseinander gehen und sich wieder kreuzen und es sich lohnt zu kämpfen. Auch wenn das Timing nicht zu stimmen scheint. Ich empfehle es wirklich von Herzen!