Zwei Welten treffen aufeinander
Infinite NightsMeinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Berührung von etwas Kaltnassem an meinem Bein riss mich aus dem Schlaf.
Das Cover finde ich sehr schön, die Farben kommen richtig gut ...
Meinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Die Berührung von etwas Kaltnassem an meinem Bein riss mich aus dem Schlaf.
Das Cover finde ich sehr schön, die Farben kommen richtig gut zur Geltung und mir gefällt es einfach sehr.
Der Schreibstil der Autorin war angenehm zu lesen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wobei es sowohl Kapitel aus Camilas als auch aus Miguels Sicht gibt. Man merkte sofort in wessen Kopf man gerade ist, weil sie so unterschiedlich denken und agieren, das hat mir gut gefallen.
Zu Beginn lernt man Camila kennen, die von seinem Stalker bedroht wird. Ihr Vater stellt dann Miguel als Bodyguard ein, er soll sie bewachen und immer in ihrer Nähe bleiben. Die beiden sind nicht froh damit und zuerst gibt es einige Spannungen, bis sie sich anfreunden und das Kriegsbeil begraben.
Der Einstieg in das Buch hat mir gut gefallen. Es startet direkt spannend, denn Camila wird gleich von ihrem Stalker in ihrem Schlafzimmer bedroht, das macht schon Lust aufs Weiterlesen. Danach lernt man die beiden Hauptfiguren ein wenig kennen und erfährt, wieso der Schutz notwendig ist und wieso Miguel dafür ausgewählt wurde.
Camila mocht ich ganz gerne, obwohl sie zuerst wie ein verwöhntes Mädchen wirkte, denn sie sah keine Bedrohung und wollte daher auch keinen Bodyguard. Man merkt ihr einfach an, dass sie auch guten Verhältnissen kommt und ein wenig blind für das Leben von anderen Menschen ist. Mit der Zeit hat der Umgang mit Miguel das aber besser gemacht und am Ende mochte ich sie sehr gerne.
Miguel ist Boxer und nicht froh über seinen neuen Job. Er macht es fürs Geld, doch er macht seine Arbeit auch gut und gewissenhaft. Seinen Einsatz für seine Familie fand ich bewundernswert und allgemein ist er ein richtiger Schatz. Ich mochte ihn sofort, obwohl er gegenüber Camila zuerst eher kalt und abweisend war. Mir hat besonders sein Umgang mit seiner Familie und seinen Schwestern gut gefallen, da sah man seine wahre Seite.
Das Buch war insgesamt sehr spannend aufgebaut. Man erfährt von dem Stalker direkt zu Beginn und dann zieht sich das natürlich durchs ganze Buch. Als Leser kann man miträtseln, wer dahinter steckt, ob man die Person vielleicht kennt oder ob da noch mehr im Busch ist. Ich muss sagen, dass ich mit der Auflösung am Ende gar nicht gerechnet habe. Das Thema Stalker war gut ausgearbeitet und ich habe wirklich jeden Nebencharakter kurz schief angeschaut, aber die Sache war dann doch anders als erwartet und viel größer. Es machte auch Sinn und wirkte für mich nicht an den Haaren herbeigezogen. Ein wirklich guter Twist, den man so nicht kommen sah, da hat mich das Buch wirklich begeistert.
Abgesehen davon fand ich es zwischendurch aber ein wenig zäh zu lesen. Mir ist auch nicht viel in Erinnerung geblieben und das sagt schon einiges aus. Gut gefallen haben mir jedoch die Kapitel von Miguel. Wenn er bei seiner Familie ist, oder boxt oder einfach auf Camila aufpasst, ich mochte seine Gedanken und ihn einfach so sehr. Bei ihren Kapiteln war das Gegenteil der Fall, die waren meist langweiliger zu lesen und erst gegen Ende wurden sie besser. Davor gibt es viel Meckerei, dass sie nicht allein raus darf und viel nachdenken über ihr Leben und ihre Familie. Das sind keine langweiligen Themen, nur für mich hat es sich ein wenig zäh gelesen.
Die Liebesgeschichte fand ich in Ordnung. Sie war kein Highlight und auch nicht unbedingt der Mittelpunkt des Buches, dafür hat sich am Ende zu viel um den Stalker und die Familie gedreht, aber sie hat sich gut in den Rest eingefügt. Die Liebe zwischen den beiden entwickelt sich langsam, man konnte regelrecht dabei zusehen, wie sie sich verlieben. Für mich hat das perfekt gepasst. Zuerst konnte ich sie mir zusammen gar nicht vorstellen, doch es passt und sie sind auch wirklich süß zusammen.
Neben dem Stalker werden noch andere Themen behandelt, wie Familienprobleme bei Camila oder Armut und illegale Aktivitäten bei Miguel. Diese Themen haben sich gut in den Rest des Buches eingefügt und wurden auch ausreichend behandelt. Für alles wurden Lösungsvorschläge gebracht oder einfach Tipps, es wurde aber auch gezeigt, dass man sich von sowas nicht runterziehen lassen sollte und man es immer wieder auf die Beine schaffen kann.
Das Setting in Barcelona, mit den verschiedenen Vierteln war wirklich gut. Ich war noch nicht selbst dort, konnte mir die Gebäude, die beschrieben wurden, aber gut vorstellen. Allen voran das Atelier von der Firma von Camilas Familie. Da wollte ich selbst gleich nach Barcelona.
Das Ende war dann sehr actionreich und es passierte wirklich viel. Einige Enthüllungen habe ich vorhergesehen, andere kamen auch überraschend. Es hat für mich gut gepasst und war auch nicht überladen. Die letzten 100 Seiten muss man einfach auf einmal lesen, anders geht das gar nicht.
Fazit:
Insgesamt fand ich das Buch gut und auch spannend, einzig mit Camila wurde ich lange nicht warm und zwischendurch hat es sich auch ein bisschen gezogen, finde ich. Das Setting und die Auflösung vom Stalker hingegen waren gelungen und haben mich überrascht. Von mir kriegt das Buch 3 Sterne.