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Veröffentlicht am 19.09.2024

"Southern Gothic" mit sehr viel Herz und Seele

Starling House
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Starling House ist der Inbegriff von einem guten, irgendwie heimelig wirkenden Herbstbuch: zum Teil recht düster, eine eigenartige, mystische Grundstimmung und ganz viel Nebel. Es ist nicht sonderlich ...

Starling House ist der Inbegriff von einem guten, irgendwie heimelig wirkenden Herbstbuch: zum Teil recht düster, eine eigenartige, mystische Grundstimmung und ganz viel Nebel. Es ist nicht sonderlich gruslig, man verspürt als Leser aber durch den mystischen Effekt und das Verhalten der Personen, dass irgendetwas nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Für mich war es ein absolutes Stimmungsbuch – nicht wirklich Fantasy, aber auch nicht wirklich keine Fantasy. Mit anderen Worten: Southern Gothic (Fantasy).

Ich fand das erste Aufeinandertreffen der Protagonisten Opal und Arthur sehr eindrucksvoll beschrieben. Die beiden sind so unterschiedlich und passen doch so gut zusammen – nicht einmal unbedingt als Paar (die Liebesgeschichte ist auch eher ein kleiner Neben-Erzählstrang), sondern als Fremde, die sie langsam kennen und mögen lernen. V. a. da beide Charaktere mit vielen Eigenarten sind, macht es umso interessanter, ihnen dabei zuzusehen, wie sie einander näherkommen.
Auch die Nebencharaktere wurden unfassbar gut getroffen: Jasper, Opals Bruder, der sich häufig übergangen fühlt und denkt, er müsste sich aufgrund äußerer Umstände in eine Form pressen lassen, gleichzeitig aber viel mehr mitbekommt als alle denken; die griesgrämige Bev mit harter Schale, aber weichem Kern etc.
Die Antagonisten der Geschichte darf man natürlich auch nicht vergessen; und es gab viele... Dieses Buch hatte eine bestimmte Szene, in der ich so unfassbar wütend wurde, dass ich es erst einmal zur Seite legen und mich beruhigen musste, sonst hätte ich es vermutlich an die nächste Wand geworfen – und so zur Weißglut treiben mich die „Bösewichte“ sonst nur selten. Sagen wir einfach, dass ich einen enormen Hass auf eine gewisse Elisabeth Baine habe und den Namen Gravely nicht mehr hören kann. Lustig, dass diese Personen eigentlich gar nicht die Haupt-Kontrahenten waren... das zeigt mal wieder, dass Menschen immer noch die größten Monster sein können.

Der Schreibstil hat mir in diesem Buch richtig gut gefallen und war an der ein oder anderen Stelle richtiggehend poetisch. Auch die Fußnoten, die ich in Romanen eigentlich nicht gerne sehe, weil sie mich aus dem Lesefluss reißen, waren hier nicht zu dicht gesät, daher unaufdringlich und tatsächlich informativ und teilweise auch ironisch lustig. Insgesamt hat die Autorin im Buch hin und wieder Formatierungen gespielt, die ich sehr kreativ fand.

Mein Highlight war, wie gut diese kurze Geschichte sehr viele Themen auf vergleichsweise wenigen Seiten umsetzen konnte: „Arm gegen Reich“, Verpflichtungen, Aufopferung, Rache, Schmerz, Trauer, Liebe, Schuld, Hilflosigkeit, Familie, Hoffnung. Dieses Buch hat die gesamte Bandbreite an Gefühlen parat.

Fazit: Ein wunderbares Buch mit ganz viel Herz und Seele, aber durchaus düsteren Themen zum Ende hin. Es hat etwas gedauert, bis ich fertig war, aber das Buch war etwas ganz Besonderes. Man sollte einigermaßen blind in die Geschichte starten und sie sich entfalten lassen. Es war interessant, die kleinen Puzzleteile langsam an ihren Platz rutschen zu sehen und das Gesamtbild Schritt für Schritt zusammenzusetzen.
5*

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Ernste Themen, fesselnde Umsetzung und Taschentuch-Alarm

Almost isn't enough. Whispers by the Sea (Secrets of Ferley 1)
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Almost isn’t enough (1) ist eine Mischung aus „Enemies to Lovers“ Romance, einer etwas größeren Prise Krimi und einer gehörigen Dosis Herzschmerz.

Die Protagonisten und deren Interaktionen wirkten wie ...

Almost isn’t enough (1) ist eine Mischung aus „Enemies to Lovers“ Romance, einer etwas größeren Prise Krimi und einer gehörigen Dosis Herzschmerz.

Die Protagonisten und deren Interaktionen wirkten wie aus dem echten Leben: vielseitig, mit ihren eigenen Interessen und Päckchen zu tragen. Ich fand es insbesondere lustig, wie voreingenommen und irrational Summer anfangs Ares gegenüber war. Ares hingegen war facettenreich und charmant, auch wenn er Summer ganz eindeutig mit seinem Verhalten auf die Palme bringen wollte – gleichzeitig blieb er für mich aber eine sehr lange Zeit unnahbar. Gerade bei ihm muss ich sagen, dass sein Charakter mit Blick auf den kompletten Handlungsverlauf sehr gut und subtil umgesetzt war.

Der Plot entwickelte sich von einem „Ich mag ihn nicht“ hin zu einem „Wer hat das Haus meiner Eltern angezündet?“ (kein Spoiler, wird schon im Prolog angesprochen). Diese zusätzliche Krimi-Storyline hat dem Buch in der zweiten Hälfte nochmal einiges an Spannung verschafft und sich sehr harmonisch in die Liebesgeschichte eingefügt.

Besonders hervorheben möchte ich, wie toll ich Summers – und später auch Ares‘ – Freundesgruppe finde. Auch hier waren die Beziehungen komplex und vielschichtig; der Zusammenhalt untereinander wunderschön. (Ich freue mich schon darauf, Damian in Band 2 näher kennenlernen zu dürfen.)

Auch beim nochmaligen Durchblättern finde ich kaum einen Kritikpunkt zu diesem Buch. Die Charaktere und die Entwicklung der Liebesgeschichte waren in meinen Augen perfekt. Für mich war die Auflösung dazu, was es mit der Brandstiftung auf sich hatte, leider etwas zu vorhersehbar, aber nachdem dieser Handlungsstrang nicht Haupt-Augenmerk des Buches war, fand ich das nicht weiter störend. Außerdem brauchte ich einige Tage länger als gewöhnlich, um durch das erste Drittel des Buches zu kommen, wodurch sich die Geschichte etwas gezogen hat – aber das lag wohl eher an meiner leichten Lesemüdigkeit während dieser Zeit.

Disclaimer: Mich hat schon eine Weile kein Buch mehr so sehr zum Weinen gebracht.

Disclaimer 2: Lest unter keinen – keinen!!! – Umständen das Nachwort, bevor ihr nicht das Buch fertiggelesen habt. Ich wollte nachschauen, wie viele Seiten es hat – und habe mich so gottlos gespoilert, dass ich mich immer noch darüber ärgere.

Fazit: 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Düster, spannend, blutig - ansprechender Auftakt einer Reihe

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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Aufmachung:
Selten habe ich ein Buch gesehen, das mich durch die Aufmachung bereits so sehr angesprochen hat wie dieses. Das Cover deutet bereits erkennbar auf die düstere Stimmung hin, die sich zwischen ...

Aufmachung:
Selten habe ich ein Buch gesehen, das mich durch die Aufmachung bereits so sehr angesprochen hat wie dieses. Das Cover deutet bereits erkennbar auf die düstere Stimmung hin, die sich zwischen den Buchdeckeln entfalten wird. Auch der blutrote Rosen-Farbschnitt passt einfach perfekt.

Plot:
Ich liebe düstere, Gothic-artig anmutende Geschichten, daher wusste ich, dass ich zu Empire of Sins and Souls unbedingt greifen muss. Das Buch fängt mit einem großen Paukenschlag an, der mich sogleich in die Geschichte gesogen hat.
Tatsächlich hat es mich auch nicht gestört, dass im Anschluss erst einmal ein Rückblick eingebaut wurde. Diese stilistische Wahl der Autorin kann ich gut nachvollziehen und hatte bei mir auch die beabsichtigte Wirkung.
Im Laufe der Geschichte fand ich allerdings, dass die Spannungskurve etwas absackte. (Das hatte mehrere Gründe, dazu komme ich gleich noch.) Die Suche nach den Reliquien war zum Teil sogar nahezu verwirrend (Spiegelszene) und ich kam mit den unterschiedlichen Lords, die erwähnt wurden, durcheinander – dafür gibt es im hinteren Teil des Buches allerdings einen Glossar, der Abhilfe schaffen kann.

ÜBRIGENS: Der Klappentext ist in meinen Augen irreführend - ich würde empfehlen, das letzte Drittel des Inhaltsangaben-Absatzes nicht zu lesen. Die dort erwähnte Person taucht auf Seite 380 zum ersten Mal wirklich auf - von insgesamt 386 Seiten. Ein halbes Buch lang darauf zu warten, dass ein Konflikt entsteht, der dann nicht kommt, ist doch leicht unzufriedenstellend.

Charaktere:
Ich hätte mir gewünscht, dass sich Zoé etwas stärker mit ihrer Gefühlswelt hätte auseinandersetzen dürfen. Zwar bekommt man hin und wieder einen Blick hinter die Kulissen, aber insgesamt hat es ihrer Charakterentwicklung nicht gutgetan, ihre Emotionen gegen Null herunterzudrehen. Ein Charakter muss für den Leser nachvollziehbar handeln. Zumindest brauche ich das, damit ich ein Gefühl für die Protagonistin und ihre Handlungen bekomme. Stattdessen wurde hier nur das Nötigste getan. (Auch dafür gibt es eine Erklärung, die absolut nachvollziehbar ist. Das bringt aber nichts, wenn ich die Protagonistin dadurch nicht kennen- und lieben lernen kann.)
Ich mag Alexei als Charakter nicht. Gar nicht. Er ist zu inkonsequent nett und dann wieder „böse“; mitfühlend und dann wieder kalt. (Und bloß als Vergleich: seine Generalin Nika war auch ein Wechselbad der Gefühle, aber ihr habe ich es abgekauft.) Als Charakter, insbesondere als Love Interest, hat er einfach nicht funktioniert.
Es gab auch keine Chemie zwischen ihm und Zoé – und das war ein Problem, weil sich das Buch nach und nach stärker auf die Liebesgeschichte konzentriert hat. Ich habe aber so eine Ahnung, dass eine gewisse, neu erschienene Person im zweiten Teil ohnehin die Perspektiven etwas verrücken wird, daher konnte ich darüber hinwegsehen.

Schlusswort:
Zwischen dem Beenden des Buches und der Rezension liegt etwas weniger als eine Woche. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr rücken die (wenigen) negativen Details und die etwas langatmigen Stellen in den Hintergrund und desto mehr wird mir klar, wie viele meines Erachtens wirklich spannende und ausdrucksstarke Momente dieses Buch hatte. Daher hebe ich meine ursprüngliche Einschätzung von 3,5 Sternen nun auf 4 Sterne an.
Jetzt heißt es, bis November auf den zweiten Teil zu warten.

WARNUNG:
Die Altersempfehlung von 18+ sowie die Trigger-Warnung bitte beachten, im Buch wurden v.a. in den ersten ca. 50 Seiten durchaus schwer verdauliche Themen recht eindrücklich beschrieben.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Wohlfühlbuch mit ernsten Themen und ganz viel Nostalgie

The Summer of Broken Rules
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Für mich war es ein absolutes Wohlfühlbuch, das starke Nostalgie an Kindheitstage aufkommen lässt.

Wäre “The Summer of Broken Rules“ ein einfacher Liebesroman, hätte die Geschichte für mich nicht funktioniert. ...

Für mich war es ein absolutes Wohlfühlbuch, das starke Nostalgie an Kindheitstage aufkommen lässt.

Wäre “The Summer of Broken Rules“ ein einfacher Liebesroman, hätte die Geschichte für mich nicht funktioniert. Die Liebesbeziehung hatte kaum Zeit, sich zu entfalten. Wenn überhaupt, war es ein fließender Übergang zwischen Freundschaft und Liebe, was nicht gerade meine bevorzugte Konstellation ist, da mir dabei die Spannung fehlt. Insgesamt hatte ich Probleme damit, mich in die Gefühlswelt der Protagonistin Meredith hineinzuversetzen.
Obwohl sowohl Trauer als auch Liebe omnipräsente Thematiken waren und ich diese auch gut und verständlich umgesetzt fand, haben sich diese Gefühle leider nicht wirklich auf mich übertragen, was für mich immer ein recht großer Minuspunkt ist.

Und trotzdem komme ich nicht umhin, diesem Buch seine wohlverdienten 4 Sterne zu geben, weil es an anderer Stelle glänzen konnte: Sei es der Moment, als Meredith auf der Fähre aus ihrem Auto klettert und einer gewissen Person einen gehörigen Tritt ins Gesicht verpasst oder später im Spiel die krudesten Überfallszenarien ausgelebt werden – ich konnte mir alles so gut vorstellen, als wäre ich mittendrin.

Insbesondere das Killer-Spiel hat es mir immens angetan. Ich habe es geliebt, wie ernst alle Kandidaten es genommen haben. Es hatte diesen Touch von Kindheit, als man sich noch komplett austoben konnte und verbissen gegeneinander spielte, ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. „The Summer of Broken Rules“ hat in meinen Augen ganz stark das Glücklichsein um des Glückes Willen gefeiert; die bewusste Entscheidung dazu, das Leben zu lieben und in vollen Zügen zu genießen, auch wenn nicht alles perfekt ist.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Traurig, traurig, hoffnungsvoll und dann wieder traurig

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
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Ich weiß nicht, wie oft mich das Buch tatsächlich zum Weinen gebracht hat. Mir war zwar schon nach dem Klappentext bewusst, dass es in „Glow like Northern Lights“ um Trauerbewältigung gehen würde, aber ...

Ich weiß nicht, wie oft mich das Buch tatsächlich zum Weinen gebracht hat. Mir war zwar schon nach dem Klappentext bewusst, dass es in „Glow like Northern Lights“ um Trauerbewältigung gehen würde, aber dass ich bereits im Prolog und im ersten Kapitel jeweils zu Tränen gerührt sein würde, kam dann doch recht unerwartet.

Leider hat der Liebesgeschichte der nötige Kick gefehlt – was daran liegen könnte, dass es sich hier um „Friends to Lovers“ handelt, was in meinen Augen in den wenigsten Fällen wirklich gut umgesetzt wird. Mir fehlt es an der Spannung und an großen Gefühlen; stattdessen entwickelt sich die Beziehung recht ruhig und unaufgeregt.

Die Darstellung von Lilianas Mutter war interessant umgesetzt: Ich hatte innerhalb kürzester Zeit eine unfassbare Wut auf diese Frau und was sie ihrem Kind mit ihren Worten antut. Allerdings war mir ihr Charakter im Großen und Ganzen dann doch etwas zu überzogen „gemein“ und erschien dadurch ein wenig unglaubhaft.

Insgesamt fand ich, dass gerade die Trauer-Thematik sowie die Art, wie sich Krankheit und Tod auf Familienmitglieder oder die Freundesgruppe auswirken, sehr gut umgesetzt. Die Liebesgeschichte hätte für meinen Geschmack mehr Drama vertragen können (allerdings nicht die Sorte „er hat noch eine Freundin“, der Aspekt hat mich die erste Hälfte des Buches immens genervt).

Vorsicht, der Cliffhanger ist fies. Ich finde es auch nicht gerade erbaulich, noch einige Monate auf die Problemlösung in Band 2 warten zu müssen.

Zuletzt sei gesagt: Ich habe das Buch beendet, wie ich es begonnen habe – heulend.

Fazit: 3,5 Sterne
(zusammengefasst: Thematik hat überzeugt und ich würde das Buch weiterempfehlen, aber mir hat auf zwischenmenschlicher Ebene etwas gefehlt und die Protagonisten waren zu flach)

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