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Veröffentlicht am 03.10.2021

Zwei spannende Abenteuer im neusten Petronella-Band

Petronella Apfelmus
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"Petronella Apfelmus - Eismagie und wilde Wichte" entführt uns erneut in die wunderbare Welt der Apfelhexe.
Zusammen mit vielen altbekannten und liebgewonnenen Charakteren gibt es im neusten Band gleich ...

"Petronella Apfelmus - Eismagie und wilde Wichte" entführt uns erneut in die wunderbare Welt der Apfelhexe.
Zusammen mit vielen altbekannten und liebgewonnenen Charakteren gibt es im neusten Band gleich zwei spannende Abenteuer zu erleben.

Die Geschichte spaltet sich in zwei Handlungsstränge auf. So erleben Lea und Luis zusammen mit Petronella ihr eigenes Abenteuer bei den Wetterhexen, während die Apfelmännchen zusammen mit Lucius (und unter Mithilfe einiger anderer Gartenbewohner) den Garten vor den gemeinen und diebischen Grimmbärten verteidigen.

In beiden Geschichten gibt es ein gutes Maß an Spannung und interessante Gestalten zu entdecken. Die liebevoll gestaltete Illustrationen tragen wunderbar zur Atmosphäre bei und untermalen die Geschichte insbesondere für (mitlesende) Kinder auf angenehme Weise.

Egal ob der Leser bereits mit der Welt von Petronella Apfelmus vertraut ist oder mit diesem Band einsteigen möchte, es warten eine spannende, magische Geschichte und gleich zwei Abenteuer.

Eine klare Leseempfehlung, auch für den neusten Petronella-Band gibt es von mir (samt der anhängigen Kinder zwischen einem und acht Jahren).

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Alte und neue Helden im Geborgenen Land

Die Rückkehr der Zwerge 1
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Die Rückkehr der Zwerge I führt zurück in das Geborgene Land - wenn auch zugegebenermaßen in ein sehr verändertes Geborgenes Land.
Gleichzeitig versetzt es mich stimmungsmäßig und gedanklich zurück in ...

Die Rückkehr der Zwerge I führt zurück in das Geborgene Land - wenn auch zugegebenermaßen in ein sehr verändertes Geborgenes Land.
Gleichzeitig versetzt es mich stimmungsmäßig und gedanklich zurück in ein Epos glorreicher Schlachten, unnachahmlicher Helden und faszinierender Geschichten.

Das Cover erinnert mich an die ersten Bände und wirkt doch zugleich anders und neu. Unheilverheißend spiegelt sich der Drachenkopf in der Zwergenaxt. Die Frage ist nur, ob der Drache Unheil für die Zwerge bedeutet oder die Zwerge Unheil für den Drachen?
Wie der geneigte Leser der ersten Bände weiß, ist rund um die Zwerge viel an Überraschungen möglich und sind vor allem die Zwerge selbst für so manche Überraschung gut.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut. Von Anfang an, gelingt es, sich in die Charaktere hineinzuversetzen. Sie sind authentisch, individuell und fehlerbehaftet - eben realistisch.
So manchen Zwerg und auch den ein oder anderen Menschen, Elb, Magier und diverse andere Rassen gewinnt man durchaus lieb.
Anderen steht man misstrauisch gegenüber und verfolgt gespannt ihre Handlungen.

Wie gewohnt ist der Schreibstil des Autors lebendig und anschaulich, lässt die Welt des Geborgenen Landes vor dem geistigen Auge entstehen.
Fast ebenfalls schon gewohnt sind die überraschenden Wendungen in der Geschichte, ebenso die Überraschungen, die der ein oder andere Charakter bereithält.
Vieles bleibt bisher auch noch verborgen und auf die entsprechende Charakterentwicklung, bin ich bereits sehr gespannt.

Neben den Geschichten rund um den alten Helden Tungdil Goldhand, entstehen nach und nach die neuen Helden des Geborgenen Landes und nicht jeder, den die Handlung zum Helden beruft, scheint dafür automatisch geschaffen zu sein.
Durch die verstrichene Zeitspanne, sind die Karten neu gemischt und neben alten Lesern der Zwerge, finden sich auch Neueinsteiger problemlos zurecht.

Für mich handelt es sich um eine gelungene Fortsetzung, Altleser und Neueinsteiger können die spannende Geschichte rund um die kleinsten Helden mit den gleichen Voraussetzungen verfolgen.
Der Cliffhanger am Ende der Geschichte, lässt mich die Fortsetzung herbeisehnen - und ist durchaus fies!

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Veröffentlicht am 03.09.2021

Eine faszinierende „Geschichte noir“

Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
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Berlin Monster – Nachts sind alle Mörder grau.
Warum bezeichne ich den Roman, diesen Genre Mix aus Fantasy, Detektivgeschichte und Thriller, von Kim Rabe als eine „Geschichte noir“. Noch dazu, wo doch ...

Berlin Monster – Nachts sind alle Mörder grau.
Warum bezeichne ich den Roman, diesen Genre Mix aus Fantasy, Detektivgeschichte und Thriller, von Kim Rabe als eine „Geschichte noir“. Noch dazu, wo doch laut dem Titel alle Mörder grau (und nicht schwarz) sind?

Ich wähle die Bezeichnung, in Anlehnung an den Film noir. Die Handlung spielt im urbanen Berlin und erstreckt sich auf eine fast schon typische Detektivgeschichte. Lucy, die Protagonistin, ermittelt im Fall einer vermissten Person.
Spätestens bei näherer Betrachtung der vermissten „Person“, enden die Parallelen zur klassischen Detektivgeschichte oder einem Film noir. Hier kommt das Setting des Romans zum Tragen. Das Berlin der Handlung, entspricht nicht so ganz unserem heutigen Berlin. Durch die Explosion einer Bombe zur Zeit des Kalten Krieges und der daraus resultierenden Strahlung, wurde der Aberglaube der Menschen lebendig. Nun lebt die Welt und lebt vor allem Berlin, seit nahezu drei Jahrzehnten mit allerlei Wesenheiten aus Märchen, Mythen und Sagen.
So handelt es sich bei Lia, eben nicht um eine „Person“ im eigentlichen Sinn, sondern um eine sogenannte „Stif“. Eine jener lebendig gewordenen Fantasygestalten.

Aufs Vortrefflichste schafft es hier die Autorin, eine ungeheuer lebendige Welt zu erschaffen. Moderne, aktuelle Themen werden in die Handlung verquickt, allerdings ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Die Erkenntnisse, die jeder selbst daraus gewinnt, werden ganz dem Leser überlassen.
Daneben erhalten diese neue „Fantasy-Weltstadt Berlin“ sowie auch die „Stifs“ eine eigene Geschichte. Diese schwingt im Verlauf der Handlung mit, wird teils angedeutet, teils ausgeführt und schafft so einen lebendigen, realistisch wirkenden Rahmen.
Auch Lucy ist auf ihre eigene Weise mit dieser Geschichte verquickt und im Laufe der Handlung erfährt man auch immer weitere Details zu ihr und ihrer Vergangenheit.
Bald wird die Ermittlung größer und deutlich größere Verbindungen und Zusammenhänge treten in Erscheinung.
Dabei blieb trotz allem eine gewisse „Realität“ für mich spürbar. Lucys Arbeit enthält nicht nur Spannung, sondern mit teils ergebnisloser, langer Recherche und ermittlungstechnischen Sackgassen eben auch den Realismus, den manche Geschichten missen lassen.
Die Wendungen der Geschichte, empfand ich als überraschend und sehr passend. Das Ende ist in sich abgeschlossen, einzelne Randdetails bleiben jedoch offen, die in einem zweiten Band für Spannung sorgen dürften.

Kim Rabe schafft es, mir nicht nur Lucy und ihre Helfer oder Kollegen äußert menschlich und realistisch näher zu bringen, sondern ebenso so manchen „Stif“. Diese bleiben trotz aller Verbundenheit und trotz aller Zuneigung, die ich im Laufe der Geschichte zu einigen von ihnen als Charaktere entwickeln konnte, weiterhin exotisch, mystisch und schwer zu durchschauen.
Wesenheiten aus den Legenden, die sich neben profanen, alltäglichen und sehr menschlichen Dingen genauso weiterhin mit ihrer Herkunft und ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen müssen.
Der Schreibstil erinnert teils stark an einen Film noir. Aber auch an etwas modernere Filme, wie beispielsweise „Sin City“, fühlte ich mich persönlich erinnert. Selbst Erinnerungen an PC-Spiele, schwangen für mich mit – vor allem an die Max Payne Spiele, wem das etwas sagt.
Dies alles schafft die Autorin, indem sie mit wenigen Worten ganze gedankliche Bilder erzeugen kann. Stimmungen, Emotionen hervorruft. Ganze Umgebungen vor meinem geistigen Auge erschaffen konnte. Gleichzeitig, erinnerte mich dies, an die Erzählweise der eben oben erwähnten Filme und Spiele.

In meinen Augen, eine grandiose Symphonie aus Genre, Schreibweise und Charakterentwicklung.

Moderne Themen, verpackt in einem unglaublichen Setting ohne den mahnenden Finger zu heben. Dabei nahezu konsequentes Gendern.
Hut ab auch, vor dieser erkennbar detailverliebten Recherche zu den einzelnen „Stifs“ aus diversen Kulturkreisen und der Berliner Umgebung.

Fantasyliebhaber oder nicht, Thrillerfan hin oder her– wer dieses Buch nicht liest, verpasst definitiv etwas.

Die Fortsetzung ist angekündigt, für mich ein absolutes Muss auf meiner Leseliste.

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Veröffentlicht am 12.06.2021

Eine "Welt hinter der Welt"

Underworld Chronicles - Verflucht
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Die Geschichte:

Wir, als Leser, dürfen in „Underworld Chronicles – Verflucht“ die Protagonistin Nora auf ihrer Reise durch die Unterwelt Detroits begleiten.
Diese Unterwelt stellt nicht etwa den klassischen ...

Die Geschichte:

Wir, als Leser, dürfen in „Underworld Chronicles – Verflucht“ die Protagonistin Nora auf ihrer Reise durch die Unterwelt Detroits begleiten.
Diese Unterwelt stellt nicht etwa den klassischen Bereich der organisierten Kriminalität, sondern vielmehr eine „Welt hinter der Welt“ dar.
Bereits mit dem hier vorliegenden ersten Band der Reihe wird eine enorm vielschichtiges und bunt bevölkertes, jedoch vor den meisten Menschen verborgenes, Universum gestaltet.
Mit Trollen, Vampiren, Werwölfen, Zauberern und allerlei weiteren Fabelwesen handelt es sich bei den Kreaturen und Personen die Nora begegnen im wahrsten Sinne des Wortes um Unterweltler.

Nora ist eine sympathische junge Frau, die sowohl mit einer einzigartigen übersinnlichen Gabe, als auch mit einem mysteriösen Fluch in ihrem Leben zurecht kommen muss. Im Verlauf der Handlung erfahren wir nach und nach mehr aus ihrer Großteils tragischen Vergangenheit, während wir miterleben, wie sie Stück für Stück in die ihr verhasste Unterwelt eintaucht.
Nora begibt sich auf die Suche nach einigen verschwundenen Unterweltlern, wobei ihr ihre Fähigkeiten eine große Hilfe sind. Im Zuge dessen lernt sie mehr von dieser versteckten „Welt hinter der Welt“ kennen, als ihr lieb ist. Doch dieses Eintauchen bringt allmählich ihre Einstellung ins Wanken und sie muss erkennen, dass nicht alles und vor allem nicht jeder dort von Grund auf böse ist. Zunehmend fühlt sie sich dort und mit den Personen, die sie kennenlernt, wohler und angenommen.

Das Universum, das die Autorin erschafft (eigentlich handelt es sich hierbei um ein Pseudonym für ein Autoren-Ehepaar), steht als groß, vielseitig und bunt im Hintergrund. Währenddessen bewegen wir uns durch ein relativ kleines Stück davon und erhalten zu einigen der dort anzutreffenden Wesen, über die gesamte Geschichte verteilt, interessante Informationen. Dabei bleibt der Fokus der Autoren aber stets auf den einzelnen Charakteren, so dass man sich in diese gut einfühlen kann.

Meine persönliche Meinung:

Ich habe den ersten Band der „Underworld-Chronicles“-Reihe gerne und begeistert gelesen.
Das Cover ist ein stimmungsvoller Blickfang und lässt stärker auf einen „Vampir-Roman“ schließen, als es dann tatsächlich der Fall ist – wovon ich angenehm angetan bin.
Anstelle der üblichen „Vampirromanze“ mit viel Schmacht, in Form der inzwischen nahezu klassischen Liebesgeschichte, habe ich Einblicke in eine unheimlich vielseitige, bunte, geheimnisvolle und vor allem große Welt erhalten. Dabei überfordert dies zu keiner Zeit, da sich die Handlung nur in einem überschaubaren Teil dieser angedeuteten riesigen Welt bewegt, wird man als Leser nie von Komplexität oder zu vielen Informationen erschlagen. Aber das Potential dieses Universums spürt man an vielen Stellen der Handlung hindurchscheinen – und es ist wahrlich groß.

Die dargestellten Charaktere sind - je nach Absicht der Autoren – sehr sympathisch bis absolute Unsympathen. Hier kann man nur lobend Beifall spenden, wenn einem Charaktere sofort ans Herz wachsen oder man direkt Antipathie verspürt.
Insbesondere Nora entwickelt sich im Verlauf der Handlung, aber auch die weiteren Personen gewinnen überwiegend an Schärfe. Dabei bleiben noch viele Hintergründe und Entdeckungen – auch im Inneren der Charaktere – für die Fortsetzungen offen.

Ein Wermutstropfen war für mich zunächst, dass die charakterliche Entwicklung Noras zwar teils gut dargestellt wurde und sich nachvollziehen ließ, dies jedoch im Verlauf der Geschichte zunehmend abnahm. Bald konnte ich die dargestellte Entwicklung, Noras Einstellungen oder Charakterzügen nicht mehr ganz nachvollziehen. Auch einzelne Handlungsabschnitte, zeigten leichte Schwächen – hier hätten zusätzliche (Buch-)Seiten der Geschichte gut getan.
Dennoch schafften es die Autoren, dass ich durch den flüssigen und ansprechenden Schreibstil und die Handlung an sich gefesselt wurde. Zu keiner Zeit führten die leichten Schwächen zu größeren Irritationen beim Lesen. Im Gegenteil, wollte ich das Buch am liebsten nicht beiseite legen, sondern es in einem Rutsch verschlingen.
Auch wenn Teile des Plots etwas vorhersehbar sind (aber welches Buch kann das heute von sich nicht mehr behaupten?), hat mich die ein oder andere Wendung überrascht.

Zum Ende der Geschichte hin, musste ich über den zuvor erwähnten „Wermutstropfen“ nochmals intensiver nachdenken. Aus diesen Schwächen in der charakterlichen Entwicklung, wurde zunehmend das Gefühl, dass diese vielleicht bewusst vorhanden sind – dass sich diese im Verlauf der nächsten Bände von selbst erklären und Teil einer größeren und komplexeren Entwicklung sein könnten.
Ich hoffe mit dieser Vermutung ins Schwarze zu treffen und bin gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

Fazit:

„Underworld Chronicles – Verflucht“ ist als Einstieg in die „Underworld-Chronicles“-Reihe gelungen.
Wir als Leser begeben uns in eine unheimlich große, bunte und vielseitige „Welt hinter der Welt“ in der wir faszinierenden und tollen Personen und Kreaturen begegnen. Ich konnte so manchen der Charaktere dort lieb gewinnen, das Buch hätte ich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt.
Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere sind interessant und ungewöhnlich, die Handlung fließt dahin und nur zu gerne taucht man in sie ein und lässt sich mitreißen.

Zunächst ausgemachte (vermeintliche?) Schwächen in der charakterlichen Entwicklung der Protagonistin ließen mich zum Ende der Geschichte nachdenklich zurück. Handelt es sich hierbei wirklich um Schwächen oder sind sie vielmehr Vorboten einer deutlich größeren und komplexeren Entwicklung in den folgenden Bänden?
Ich werde meine eigene Theorie sicherlich verfolgen und mir auch die weiteren Bände zu Gemüte führen.
„Verflucht“ kann ich jedenfalls eindeutig zum Lesen empfehlen.

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