Ergreifendes Zeitzeugnis mit erzählerischen Längen
Um jeden PreisWorum geht es?
Das Buch basiert auf der wahren Geschichte von Lydia, einer Russland-Deutschen aus der Nähe von Odessa.
Frühling 1944: Die Flucht der damals 16-Jährigen und ihrer Familie nach Deutschland ...
Worum geht es?
Das Buch basiert auf der wahren Geschichte von Lydia, einer Russland-Deutschen aus der Nähe von Odessa.
Frühling 1944: Die Flucht der damals 16-Jährigen und ihrer Familie nach Deutschland beginnt dramatisch, im heutigen Polen angekommen wird ihr Vater während der Flucht zum Volkssturm einberufen und muss die Familie verlassen. Lydia gibt ihm das Versprechen, die Mutter und ihre vier Geschwister zusammenzuhalten. Doch statt sich endlich im heutigen Deutschland in Sicherheit zu wiegen, gerät die Familie im Sommer 1945 in die Hände der Sowjets und wird nach Sibirien in die Zwangsarbeit verschleppt. In der eisigen Einöde kämpft Lydia jahrzehntelang unter unmenschlichen Bedingungen ums Überleben, immer getrieben von dem Ziel, ihr Versprechen einzulösen und die Familie wieder zu vereinen.
Meine Meinung
Inhaltlich hat mich das Buch absolut abgeholt, tief bewegt und ging mir wirklich unter die Haut. Alles ist ergreifend, erschütternd und packend.
Die vielen einzelnen Hauptcharaktere waren mir keineswegs unsympathisch. Konnte ich doch ihre Handlungen nachvollziehen und habe sehr mit ihnen mitgefühlt.
Was meinen Lesegenuss jedoch deutlich getrübt hat, ist der Schreibstil der Autorin. Obwohl die Geschichte hochspannend ist, wird der Lesefluss durch ständige Wiederholungen gebremst. Die Art und Weise, wie dieser Tatsachenbericht umgesetzt wurde, empfand ich als nicht ganz gelungen. Mir fehlte hier eine gewisse erzählerische Geradlinigkeit, da der Stil der Wucht der Ereignisse manchmal im Weg stand, anstatt zu unterstützen.
Das Cover ist hervorragend gelungen,
es fängt den Hauptstrang der Geschichte sehr gut ein.
Fazit
"Um jeden Preis" war mein erstes Buch von Hera Lind und ist inhaltlich eine sehr starke und bewegende Geschichte, bei der man genau weiß, worauf man sich einlässt. Aufgrund der erzählerischen Schwächen gibt es jedoch Abzug bei den Sternen. Dennoch gibt es eine eingeschränkte Empfehlung von mir. Wer sich für wahre Schicksale interessiert und über einen eher repetitiven Schreibstil hinwegsehen kann, sollte dieses Buch trotz der genannten Kritikpunkte lesen.