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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Geniale Idee, verliert aber den Fokus

Standing Ovations
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Worum es geht?
Alex Lyons, der berühmte und arrogante Theaterkritiker, vergibt aus Überheblichkeit nur 1 oder 5 Sterne. Als er die Show der jungen Künstlerin Hayley Sinclair mit dem Tiefstwert abstraft, ...

Worum es geht?
Alex Lyons, der berühmte und arrogante Theaterkritiker, vergibt aus Überheblichkeit nur 1 oder 5 Sterne. Als er die Show der jungen Künstlerin Hayley Sinclair mit dem Tiefstwert abstraft, ahnt er nicht, welche Lawine er lostritt – besonders, da er kurz darauf und irgendwie auch unwissentlich die Nacht mit Hayley verbringt. Hayley wandelt ihre Verletzung in Kunst um und macht Alex und seinen Verriss zum Thema ihrer neuen, viral gehenden Performance. Ein hochaktueller Konflikt, der perfekt den Nerv der Zeit trifft.

Meine Meinung
Die Grundidee über die Macht der Kritik ist brillant. Leider entscheidet sich die Autorin für eine Erzählperspektive, die das Hauptthema in den Hintergrund drängt. Die Leser lernen die Geschichte durch die Augen von Sophie kennen, ebenfalls Journalistin und Kollegin von Alex. Sophie ist in diesem Konflikt leider weder sonderlich interessant noch wirklich von Belang.
Die erste Hälfte ist packend und vielversprechend, aber die zweite Hälfte wird von Sophies privatem Hintergrund, im Buch als Eheprobleme & Job-Comeback als junge Mutter dargestellt, dominiert. Diese detaillierten Nebenschauplätze bremsen die Dynamik und lassen die Handlung langatmig werden. Die Autorin schreibt dadurch leider knapp am eigentlichen Konflikt zwischen Hayley und Alex vorbei.
Das Cover ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und gefällt mir nur mäßig, auch hierbei hätte man mehr daraus machen können.

Fazit
Diese Geschichte hätte ein großartiges Buch werden können, das einen originellen Blick auf Künstler und Rezensenten, letztere arbeiten als Journalisten, wirft. Das Potenzial wurde meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft. Es ist unterhaltsam für zwischendurch, aber nicht die brillante, fokussierte Umsetzung, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Süß, kitschig, spicy, aber der besondere Funke fehlt

The Holiday Brothers
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Worum geht es?
Die titelgebenden Brüder Maddox, Heath und Tobias Holiday bekommen jeder seine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.
Bei "A Single Dad for Christmas" dreht sich alles um Maddox.
Maddox ...

Worum geht es?
Die titelgebenden Brüder Maddox, Heath und Tobias Holiday bekommen jeder seine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.
Bei "A Single Dad for Christmas" dreht sich alles um Maddox.
Maddox Holiday, der erfolgreiche Unternehmer und charmante Single Dad, sucht für die Feiertage eine Nanny für seine Tochter und gerät dabei direkt in die Arme seiner Jugendliebe Nathalie, was für jede Menge prickelnde Turbulenzen sorgt
Bei "A Secret Crush for Christmas" dreht sich alles um den Zwillingsbruder Heath.
Heath Holiday muss sich seinen tiefen Gefühlen für Stella stellen, die ihm als die kleine Schwester seines besten Freundes jahrelang verboten war. Die Weihnachtstage bringen die beiden in gefährliche Nähe und stellen ihre Entschlossenheit auf die Probe.
Und bei "A Second Chance for Christmas" dreht sich alles um den anderen Zwillingsbruder Tobias. Tobias Holiday trifft in der dritten Story auf seine große College-Liebe Eva. Ein unerwartetes Wiedersehen und eine noch unerwartetere Wendung stellen das Leben der beiden auf den Kopf und geben ihnen vielleicht eine zweite Chance auf eine gemeinsame Zukunft.

Meine Meinung
Der Sammelband der Holiday Brothers ist eine flüssig geschriebene, unterhaltsame und kurzweilige Lektüre für Zwischendurch. Devney Perry liefert, was sie verspricht: romantische, humorvolle und auch spicy Lovestorys.
Allerdings kommt die versprochene Weihnachtsstimmung nicht wirklich auf. Die Feiertage dienen hier eher als hübsche Kulisse, anstatt eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die starke Ähnlichkeit der drei Storys. Sie folgen einem sehr ähnlichen Schema, was meines Erachtens gegen Ende leider zu einer gewissen Vorhersehbarkeit führt. Aufgrund der kurzen Länge der Novellen fehlte mir bei den Protagonisten die nötige Tiefe. Ich hätte mir mehr Raum für die Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehungen gewünscht. Gut gefallen hat mir allerdings die wechselnde Sichtweise der Brüder, ich konnte öfter mal schmunzeln.
Das Cover ist gut gestaltet, passt aber nicht wirklich zum Buch.

Fazit
Es sind drei kurze RomComs in einem "Sammelband" zusammengefasst. Quasi ein solider Roman für Fans schneller, unkomplizierter Romanzen zum abschalten, die über kleine Schwächen hinwegsehen können. Gute Unterhaltung, die aber leider ihr volles Potenzial nicht ausschöpft.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Gute Idee, nur nicht so gut umgesetzt

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Worum es geht ...
Das junge Paar Jonathan und Lotta lädt ihre alten Freunde zu einem Krimi-Dinner in ein abgeschiedenes Restaurant ein. Doch von Anfang an ist klar, dass an diesem Abend ein ernsteres ...

Worum es geht ...
Das junge Paar Jonathan und Lotta lädt ihre alten Freunde zu einem Krimi-Dinner in ein abgeschiedenes Restaurant ein. Doch von Anfang an ist klar, dass an diesem Abend ein ernsteres Spiel auf dem Programm steht, denn ein Platz bleibt leer: der ihrer verschwundenen Freundin Maria, deren Schicksal seit einem Festivalbesuch vor fünf Jahren ungeklärt ist.
Während ein Sturm das Restaurant von der Außenwelt abschneidet, verwischen die Grenzen zwischen dem gespielten Mordfall und der Realität. Es beginnen alte Loyalitäten zwischen den Fünfen zu bröckeln und die verborgenen Dynamiken der Clique kommen ans Licht. Die Jagd nach dem realen Täter wird zur schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über Marias Verschwinden.

Meine Meinung
Erzählt wird aus den fünf wechselnden Perspektiven der Clique auf zwei Zeitebenen. Die Autorin enthüllt schrittweise in düsteren Rückblenden, die dunklen Geheimnisse, die jeder Einzelne verbirgt bis zur überraschenden Auflösung. Der Schreibstil ist dabei atmosphärisch, spannend und teilweise sehr derb. Die Charaktere sind komplex und geheimnisvoll, richtig kennenlernen wird man sie erst zum Schluss. Waren sie mir sympathisch? Nein, alle Fünf wirkten auf mich unsympathisch.
Zusätzliche Verwirrung für mich stellten die doppelten Namen dar, die durch das Krimi-Dinner noch extra vergeben werden. Somit waren die Zeitsprünge in Vergangenheit und Gegenwart aus fünf Perspektiven auch noch sehr anstrengend. Glücklicherweise hat mir dabei die Personenbeschreibung, die im Umschlag des Buches aufgeführt sind, weitergeholfen. Zudem gibt es Szenen, die Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch explizit beschreiben.
Das Cover ist sehr gut gelungen und passt zur Story.

Fazit
Insgesamt ist "Das Dinner" ein solider Thriller mit einer originellen Grundidee und Geschichten über dunkle Freundschaftsgeheimnisse. Wer allerdings, so wie ich, einen Hardcore-Thriller oder eine anspruchsvolle Sprache erwartet, muss durchaus Abstriche machen. Aber auch die bereits genannte Verwirrung sowie die Handlungen mit Drogen und Alkohol sind für meinen Geschmack zu viel und sorgen für Punktabzug.
Trotz allem gibt es von mir eine Leseempfehlung, denn der Thriller hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Die Entstehung des Unmöglichen

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Worum es geht?
Im Mittelpunkt stehen der begabte Feuersteinhauer Seft, die Priesterin Joia und Joias Schwester Neen. Macht, Glaube, Liebe, Rituale und wie der Bau des Monuments die Zivilisationen formen, ...

Worum es geht?
Im Mittelpunkt stehen der begabte Feuersteinhauer Seft, die Priesterin Joia und Joias Schwester Neen. Macht, Glaube, Liebe, Rituale und wie der Bau des Monuments die Zivilisationen formen, zeichnen sich im Roman ab.
Joia, die Anführerin, hat die Vision eines neuen Monuments aus riesigen Steinen, das die älteren Holzmonumente ersetzen soll. Joias Vision und Sefts handwerkliches Können vereinen sich im gemeinsamen Lebenswerk, es entsteht das scheinbar Unmögliche - Stonehenge.
Aber es gibt Konflikte zwischen der Bevölkerung der Region, die aus Hirten, Ackerbauern und Waldbewohnern besteht. Als dann noch eine Dürre die Erde plagt, wächst das Misstrauen, und Intrigen sowie grausame Gewalt führen letztlich zum Krieg.

Meine Meinung
Ken Folletts Versuch, die Entstehungsgeschichte von Stonehenge in Romanform zu fassen, ist solide recherchiert, aber in seiner Umsetzung meiner Meinung nach leider enttäuschend. Während das Buch eigentlich eine faszinierende Grundlage bietet, fehlt es an der epischen Tiefe und den mitreißenden Spannungsbögen, die man von seinen vorherigen Werken gewohnt ist. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Quasi angepasst, an die Zeit, die damals herrschte, laut Autor. Auch hierbei hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Stärke des Romans seine Historie ist. Ken Follett stützt sich auf die offiziellen Recherchen zur Entstehung von Stonehenge. Man erhält einen anschaulichen Einblick in die Lebensweisen, Rituale und Herausforderungen der damaligen Zeit.
Das Cover wiederum passt hervorragend zur Story.

Fazit
Diese Geschichte zieht sich teilweise etwas langatmig dahin.
Aber trotz meiner genannten Kritikpunkte möchte ich eine Empfehlung aussprechen für Leserinnen und Leser, die Interesse an Stonehenge, der damaligen Zeit und mit dem dazu passenden einfachen Schreibstil kein Problem haben.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Absehbare Zukunftsmusik?

Der Tower
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Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was ...

Worum es geht?
Die Galeristin Nova steht vor dem Nichts (Job weg, Wohnung weg, Freund weg), als sie das Angebot erhält, kostenlos in einer hochmodernen Luxuswohnung im Pramtower in Berlin zu wohnen. Was wie ein Jackpot beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Das Hochhaus, das stark von einer KI gesteuert wird, birgt dunkle Geheimnisse. Nova muss herausfinden, was mit ihrer Vormieterin geschehen ist, bevor es für sie selbst zu spät ist.

Meine Meinung
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, modern und sehr atmosphärisch. Ivar Leon Menger schafft es hervorragend, die beklemmende und sterile Atmosphäre des Hightech-Towers zu vermitteln. Die Idee, eine KI als unberechenbare Bedrohung zu nutzen, ist faszinierend und regt die Leserin und den Leser definitiv zum Nachdenken an. So ging es mir jedenfalls. Wie realistisch ist es, dass eine programmierte KI Menschen bestraft, die nicht ins System passen. Ist es absehbare Zukunftsmusik oder doch unmöglich?
Leider hat es die Geschichte nicht geschafft, mich komplett mitzureißen. Die Spannungsbögen waren nur vereinzelt vorhanden, und der große, nervenzerreißende Sog eines Pageturners hat mir gefehlt.
Mein größter Kritikpunkt betrifft die Hauptfigur Nova. Ihr Verhalten war für mich an vielen Stellen zunehmend nervend und nicht wirklich nachvollziehbar. Das erschwerte mir das Mitfiebern.
Das Cover ist hervorragend gelungen und passt zur Story.

Fazit
Ein atmosphärisch dichter Thriller mit einem spannenden Grundkonzept, der aber durch die für mich teils unlogische Hauptfigur und die fehlende durchgängige Spannung an Potenzial verloren hat. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit KI-Szenarien auseinandersetzen möchten.

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