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Veröffentlicht am 01.01.2026

Wenn Magie brennt und Vertrauen zu Asche wird

Dance of Stars and Ashes
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Mit Dance of Stars and Ashes setzt Nisha J. Tuli ihre Romantasy-Reihe spürbar intensiver fort. Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse des Auftakts an und entfaltet eine deutlich dynamischere, ...

Mit Dance of Stars and Ashes setzt Nisha J. Tuli ihre Romantasy-Reihe spürbar intensiver fort. Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse des Auftakts an und entfaltet eine deutlich dynamischere, dunklere Atmosphäre, die einen sofort wieder in die Welt von Nachtfeuer hineinzieht. Wer Band eins gelesen hat, findet sich schnell zurecht – dennoch wird rasch klar, dass diese Fortsetzung ohne Vorkenntnisse nur schwer vollständig greifbar wäre.
Im Zentrum steht erneut Zarya, die sich weiterentwickelt hat und nun noch stärker zwischen Pflicht, Angst und dem wachsenden Bewusstsein ihrer eigenen Macht steht. Ihre Reise ist weniger von Entdeckung, dafür umso mehr von inneren Konflikten geprägt. Die Bedrohung vor den Toren Dharatis, die Suche nach dem Ursprung ihrer Magie und die Frage, wem sie trauen kann, verleihen der Handlung eine konstante Spannung. Zarya wirkt dabei nicht unfehlbar, sondern verletzlich, zweifelnd und gerade dadurch sehr nahbar.
Besonders getragen wird der Roman von der Beziehung zwischen Zarya und Rabin. Die Enemies-to-Lovers-Dynamik entfaltet sich hier als klassischer Slow Burn: voller Reibung, unausgesprochener Gefühle und gefährlicher Nähe. Rabin bleibt lange schwer einschätzbar – anziehend, arrogant, undurchsichtig – was die emotionale Spannung zusätzlich verstärkt. Schön ist dabei, dass Zarya sich nicht blind von ihrer Anziehung leiten lässt, sondern immer wieder bewusst Abstand wahrt. Diese Balance macht ihre Verbindung glaubwürdig und intensiv zugleich.
Das Worldbuilding gewinnt im zweiten Band deutlich an Tiefe. Die magischen Systeme, Wesen und politischen Spannungen werden weiter ausgebaut, ohne den Lesefluss zu bremsen. Die indisch inspirierte Welt wirkt sinnlich, lebendig und stellenweise bedrohlich. Kämpfe, Machtspiele und neue Enthüllungen sorgen dafür, dass kaum Ruhe einkehrt, während emotionale Zwischentöne und ruhige Passagen genau die richtigen Atempausen setzen.
Stilistisch bleibt Nisha J. Tuli ihrer bildhaften, detailreichen Sprache treu. Die Kapitel sind angenehm strukturiert, das Erzähltempo hoch, ohne gehetzt zu wirken. Besonders positiv fällt auf, dass nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch Nebencharaktere weiter an Tiefe gewinnen und spürbar wachsen. Das Ende schließt diesen Band nicht mit einem brutalen Cliffhanger, lässt aber genügend offene Fäden zurück, um die Neugier auf die Fortsetzung deutlich anzufachen.
Fazit:
Dance of Stars and Ashes ist eine kraftvolle, emotionale und spannungsgeladene Fortsetzung, die Band eins für viele sogar übertrifft. Mit einer starken Heldin, intensiver Slow-Burn-Romance, dichtem Worldbuilding und stetig wachsender Gefahr entwickelt sich die Reihe konsequent weiter. Für Fans von Romantasy mit Tiefe, Magie und emotionalem Sog ist dieser zweite Band eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Erinnerung, Macht und Gefühl – eine Fortsetzung, die unter die Haut geht

To Love a God
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Nach dem starken Auftakt der Götterlicht-Saga war meine Erwartungshaltung an „To Love a God“ entsprechend hoch – und gleichzeitig war da diese leise Sorge, ob Band zwei vielleicht „nur“ vorbereiten würde, ...

Nach dem starken Auftakt der Götterlicht-Saga war meine Erwartungshaltung an „To Love a God“ entsprechend hoch – und gleichzeitig war da diese leise Sorge, ob Band zwei vielleicht „nur“ vorbereiten würde, was im Finale passiert. Diese Sorge war jedoch unbegründet. Anna Benning entwickelt die Geschichte nicht nur konsequent weiter, sondern verleiht ihr eine ganz neue emotionale und erzählerische Tiefe.
Besonders prägend ist Coldens Erinnerungsverlust, der die Dynamik zwischen den Figuren vollständig verschiebt. Statt auf Bekanntes zurückzugreifen, zwingt die Geschichte sowohl Aurora als auch die Leser*innen dazu, Colden neu zu begegnen. Dieser Perspektivwechsel funktioniert erstaunlich gut und sorgt für eine konstante Spannung, weil man nie sicher ist, wie weit man ihm trauen kann – oder ob er jemals wieder derjenige wird, den man aus Band eins kennt. Gerade dieser innere Konflikt, dieses Ringen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, macht Coldens Figur unglaublich interessant.
Aurora steht emotional stark im Fokus und überzeugt durch ihre Vielschichtigkeit. Sie ist verletzlich, zweifelnd und steht dennoch immer wieder auf. Ihr Umgang mit Schuld, Angst und Verantwortung wirkt authentisch und nachvollziehbar. Besonders gelungen fand ich, dass ihre Entwicklung nicht laut oder abrupt geschieht, sondern schrittweise und beinahe unauffällig. Sie wächst, ohne ihre Unsicherheit zu verlieren – genau das macht sie so greifbar.
Auch atmosphärisch zieht der Band deutlich an. Die Welt wirkt dunkler, bedrohlicher, politischer. Das Worldbuilding wird erweitert, neue Orte und Figuren kommen hinzu und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Nicht jede Figur ist sofort durchschaubar, was zusätzlich Spannung erzeugt. Der Schreibstil von Anna Benning bleibt dabei angenehm flüssig, bildhaft und emotional, mit einem sehr guten Gespür für Tempo. Ruhige, intensive Szenen wechseln sich mit actionreichen Momenten ab, ohne dass es sich unausgeglichen anfühlt.
Insgesamt hatte ich nie das Gefühl, dass die Handlung stagniert. Im Gegenteil: Die Geschichte gewinnt an Komplexität, die Konflikte werden schärfer und emotional herausfordernder. Gerade diese Mischung aus inneren Kämpfen und äußeren Bedrohungen hat mich sehr gepackt.

Fazit
„To Love a God“ ist ein starker, emotionaler zweiter Band, der weit über einen typischen Mittelteil hinausgeht. Anna Benning vertieft ihre Figuren konsequent, erweitert die Welt spürbar und steigert sowohl Spannung als auch emotionale Intensität. Eine sehr gelungene Fortsetzung, die neugierig auf das Finale macht und lange nachhallt.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Wenn Liebe ein Gesetz bricht

Gaze of Iladri 1: Fall of the Fae Era
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Mit „Fall of the Fae Era“ eröffnet Katha Gansch ihre neue Fantasyreihe Gaze of Iladri – und legt einen Auftakt vor, der gleichermaßen düster, emotional und intensiv ist.
Schon das Cover und der Titel lassen ...

Mit „Fall of the Fae Era“ eröffnet Katha Gansch ihre neue Fantasyreihe Gaze of Iladri – und legt einen Auftakt vor, der gleichermaßen düster, emotional und intensiv ist.
Schon das Cover und der Titel lassen erahnen, dass hier keine leichte High-Fantasy wartet. Und genau das bestätigt sich auf den ersten Seiten: Die Geschichte entführt in eine Welt, die von Macht, Gesetzen und Intrigen geprägt ist, in der Liebe nicht frei ist – und schon gar nicht zwischen einer Fae und einem Menschen.
Im Mittelpunkt stehen Ava und Tarim. Ava ist eine Fae auf der Flucht, gejagt von einer grausamen Ordnung und einer Vergangenheit, die mehr Schatten wirft, als sie selbst zunächst begreift. Als sie zurückkehrt, um ihre Schwester zu retten, findet sie ausgerechnet bei Tarim Unterschlupf – einem menschlichen Krieger, der selbst mehr verloren hat, als man auf den ersten Blick ahnt. Während Tarim Ava versteckt und beschützt, kommen Wahrheiten ans Licht, die beide verändern. Besonders die Enthüllungen über jene Nacht, in der Ava einst floh, geben der Geschichte eine enorme emotionale Tiefe.
Parallel dazu verdichten sich die politischen Spannungen. Widerstandskämpfer, geheime Allianzen und Figuren mit ganz eigenen Interessen ziehen ihre Fäden. Vor allem Green, ein weiterer Fae, der Anspruch auf Ava erhebt und mit dem Widerstand kooperiert, sorgt für zusätzliche Konflikte und ein stetiges Gefühl von Bedrohung. Wem kann man trauen? Und wie viel Freiheit bleibt, wenn selbst Gefühle reglementiert sind?
Der Schreibstil von Katha Gansch ist flüssig, bildhaft und fordert Aufmerksamkeit. Die Welt ist komplex angelegt, mit Gesetzen, Zeitsprüngen und strukturellen Einschüben, die das Worldbuilding vertiefen und der Geschichte Gewicht verleihen. Das Tempo ist dabei eher intensiv als leicht – man liest nicht nebenbei, sondern taucht ein. Besonders gelungen ist die Balance aus Magie, emotionaler Nähe und dunkler Spannung. Die Liebesgeschichte zwischen Ava und Tarim entwickelt sich langsam, schmerzhaft und stets unter dem Damoklesschwert eines Verbots, was ihr zusätzliche Kraft verleiht.
Die Charaktere sind vielschichtig und tragen sichtbar ihre Wunden. Ava ist keine makellose Heldin, sondern eine Figur, die leidet, zweifelt und dennoch kämpft. Tarim steht ihr in nichts nach: loyal, gebrochen und doch stark. Auch die Nebenfiguren bleiben im Gedächtnis und lassen erahnen, dass ihre Rollen in den kommenden Bänden noch deutlich an Bedeutung gewinnen werden.
Das Ende dieses ersten Bandes ist konsequent – und gnadenlos. Viele Fragen bleiben offen, Bedrohungen ungelöst, Gefühle unausgesprochen. Der Cliffhanger macht seinem Namen alle Ehre und unterstreicht, dass dies erst der Anfang einer deutlich größeren Geschichte ist.
Fazit:
„Fall of the Fae Era“ ist ein starker, dunkler Fantasyauftakt mit intensivem Worldbuilding, emotionaler Tiefe und einer verbotenen Liebe, die unter die Haut geht. Katha Gansch erschafft eine Welt voller Magie, Verrat und Gesetze, die zum Mitfiebern zwingt. Wer epische Fantasy mit komplexen Figuren und einer ernsten Grundstimmung liebt, sollte sich diesen Reihenstart nicht entgehen lassen. Band 2 kann gar nicht schnell genug kommen.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Vergangenheit, Verlangen und zweiten Chancen

Where Good Girls go to Die (Good Girls 1)
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Mit Where Good Girls go to Die eröffnet Holly Renee ihre Good-Girls-Reihe mit einer intensiven Second-Chance-Romance, die von Emotionen, unausgesprochenen Wahrheiten und einer spürbaren Anziehung lebt. ...

Mit Where Good Girls go to Die eröffnet Holly Renee ihre Good-Girls-Reihe mit einer intensiven Second-Chance-Romance, die von Emotionen, unausgesprochenen Wahrheiten und einer spürbaren Anziehung lebt. Die Geschichte lässt sich unglaublich schnell lesen und zieht einen schon nach wenigen Seiten in ihren Bann.
Im Mittelpunkt stehen Livy und Parker, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die sie beide bis heute prägt. Vier Jahre nach ihrem schmerzhaften Bruch treffen sie unter denkbar ungünstigen Umständen wieder aufeinander: Livy arbeitet in einem Stripclub, Parker steht kurz vor seiner Hochzeit – und plötzlich prallen verdrängte Gefühle, alte Wunden und neue Sehnsüchte frontal aufeinander. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt und wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wodurch sich ihre Beziehung Stück für Stück erschließt. Gerade dieser Aufbau sorgt dafür, dass man die Dynamik der beiden gut nachvollziehen kann.
Livy ist eine Protagonistin, die schnell ans Herz geht. Sie ist stark, direkt und kämpft sich durchs Leben, auch wenn ihre Entscheidungen nicht immer leicht waren. Hinter ihrer toughen Fassade steckt viel Verletzlichkeit, die die Autorin sehr feinfühlig einfängt. Parker hingegen ist ein klassischer Bad-Boy-Typ mit emotionalem Ballast. Er wirkt oft verschlossen und impulsiv, doch seine innere Zerrissenheit macht ihn greifbar – auch wenn man sich als Leser*in stellenweise wünscht, er würde endlich klarer kommunizieren.
Die Beziehung der beiden lebt vor allem von der knisternden Spannung zwischen Nähe und Abstand. Die Anziehung ist jederzeit spürbar, ebenso wie das Gefühl, dass sie nie wirklich voneinander losgekommen sind. Gleichzeitig spielt das Brother’s-Best-Friend- und Forbidden-Love-Motiv eine zentrale Rolle und verleiht der Geschichte zusätzlichen Reiz. Unterstützt wird das Ganze durch lebendige Nebenfiguren, die für Leichtigkeit, Humor und echte Found-Family-Vibes sorgen.
Stilistisch ist das Buch modern, direkt und sehr zugänglich geschrieben. Das Tempo ist hoch, was das Lesen kurzweilig macht, allerdings geht das gegen Ende etwas zulasten der emotionalen Tiefe. Einige Konflikte lösen sich vergleichsweise schnell auf, wo man sich mehr Raum für Gespräche und Verarbeitung gewünscht hätte. Auch der Spice-Anteil rückt stellenweise stärker in den Vordergrund als die emotionale Aufarbeitung der Vergangenheit.
Fazit:
Where Good Girls go to Die ist ein emotional aufgeladener Auftakt, der vor allem durch seine intensive Second-Chance-Romance, spürbare Chemie und ein hohes Erzähltempo überzeugt. Trotz kleiner Schwächen in der Tiefe bleibt die Geschichte fesselnd, leidenschaftlich und perfekt für zwischendurch. Wer Brother’s-Best-Friend, Forbidden Love und viel Herzklopfen liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Ein Mord, ein Schneesturm – und niemand ist unschuldig

Catch Your Death
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Mit Catch Your Death liefert Ravena Guron einen abgeschlossenen Mystery-Thriller, der klassische Whodunit-Elemente mit moderner YA-Spannung verbindet – atmosphärisch dicht, clever konstruiert und voller ...

Mit Catch Your Death liefert Ravena Guron einen abgeschlossenen Mystery-Thriller, der klassische Whodunit-Elemente mit moderner YA-Spannung verbindet – atmosphärisch dicht, clever konstruiert und voller Überraschungen.
Die Geschichte spielt in einer abgeschiedenen, eingeschneiten Umgebung: eine wohlhabende Familie, ein großes Anwesen mit Geheimnissen, fremde Jugendliche unter einem Dach – und ein Todesfall, der alles verändert. Der Schneesturm sorgt nicht nur für äußere Isolation, sondern verstärkt auch das Gefühl von Enge, Misstrauen und unterschwelliger Bedrohung. Niemand kann weg, niemand weiß, wem er trauen kann, und genau daraus zieht der Roman einen Großteil seiner Spannung.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, ergänzt durch Verhörprotokolle und Rückblicke. Dadurch entsteht ein Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt – allerdings nie so eindeutig, dass man sich sicher fühlen könnte. Ravena Guron spielt bewusst mit Wahrnehmung, Wahrheit und moralischen Grauzonen. Die Figuren sind nicht eindeutig gut oder böse, sondern tragen alle ihre eigenen Geheimnisse, Motive und Brüche mit sich herum. Gerade das macht sie interessant, auch wenn sich ihre Stimmen stellenweise ähneln und man kurz innehalten muss, um sie auseinanderzuhalten.
Der Einstieg ist eher ruhig und nimmt sich Zeit für Atmosphäre und Figuren. Doch sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, zieht die Geschichte deutlich an. Die Nacht entwickelt sich zu einem nervenaufreibenden Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Enthüllung auf Enthüllung folgt. Besonders gelungen ist, dass selbst dann, wenn man glaubt, den Täter erkannt zu haben, noch längst nicht alles gesagt ist. Wendungen kommen unerwartet, teilweise spät – und genau das hält die Spannung bis zum Schluss hoch.
Stilistisch ist das Buch flüssig und gut zugänglich geschrieben, typisch YA, aber bewusst fokussiert auf Tempo und Wirkung. Es fühlt sich beim Lesen fast wie ein Film an: verschneite Kulissen, flackerndes Licht, leise Dialoge und ständig das Gefühl, dass gleich etwas kippen könnte. Fans klassischer Krimis mit modernem Twist – Agatha-Christie-Vibes inklusive – kommen hier definitiv auf ihre Kosten.
Fazit:
Catch Your Death ist ein atmosphärischer, clever aufgebauter Einzelband, der mit Isolation, Misstrauen und überraschenden Twists spielt. Der Roman braucht etwas Anlauf, entwickelt dann aber eine starke Sogwirkung und bleibt bis zum Ende unberechenbar. Kein simples Rätsel, sondern ein vielschichtiges Spiel mit Wahrheit und Perspektive – spannend, düster und absolut empfehlenswert für alle, die Mystery mit Schneesturm-Setting lieben.