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Veröffentlicht am 13.12.2021

Die Story wärmt mein Herz

Liebe, als wäre dein Herz nie gebrochen
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Der Mensch verfügt über das Talent, Wertvolles im Leben zu vertreiben. Doch die Liebe hält zum Glück dagegen und Amor ist kein Weg zu weit.

Zur Handlung:
Leanne ist wildentschlossen, das Interview mit ...

Der Mensch verfügt über das Talent, Wertvolles im Leben zu vertreiben. Doch die Liebe hält zum Glück dagegen und Amor ist kein Weg zu weit.

Zur Handlung:
Leanne ist wildentschlossen, das Interview mit ihrem Ex-Freund zu führen, denn ihre Chefin lässt ihr keinerlei Spielraum. Mit klopfendem Herzen begibt sie sich in die raue Wildnis Kanadas, wo Easton zurückgezogen als Naturfotograf lebt. Trotz der frostigen Temperaturen im Wald wird es Leanne rasch warm ums Herz.
Die Figuren:

Easton Archer ist 29 Jahre alt und lebt auf Vancouver Island. Er hängt gefühlstechnisch in der Vergangenheit fest. Neben den Zwillingen Jared und Nora, ist es Eastons älterer Bruder, Reed, derjenige, der mich mit seiner Tochter Grace, von den Geschwistern am meisten berührt. Easton ist mir sofort nahe. Diese Intimität erreicht Leanne bei mir nicht, was aber nicht dramatisch ist, da ich sie beide gern habe. Easton ist ein geerdeter Mann, der weiß, was er will, aber etwas verloren hat, von dem er Angst hat, darauf zu hoffen, es je wiederzufinden.

Leanne Colton ist 29 Jahre alt, lebt in Vancouver und arbeitet als Redakteurin für Nature Life; Kanadas auflagenstärkstes Wildlife Magazin. Sie ist herzerfrischend, ein wenig schusselig, energisch und ehrlich. Leanne ist der typische Charakter, zum Pony stehlen und unbedingt verlässlich.

Die Entwicklung der beiden ist authentisch beschrieben und Humor begleitet sie auf ihrem nicht immer leichten Weg. Ihr Schlagabtausch unterhält mich bestens.
Worte besitzen die Kraft, andere zu verletzen, doch Schweigen hat die Macht alles zu zerstören, was wir lieben.

Die Umsetzung:
Was für ein Einstieg: Atmosphärisch dicht geschrieben, stecke ich schlagartig in Easton und ehe ich mich versehe, in einem Weihnachtsfest, das es in sich hat. Mich berührt sofort die Tiefe der Figur. Mit Charme und Wortwitz nimmt mich Saxx mit und lässt meine Hand erst am Ende der Story wieder los. Saxx lässt es heftig in mir kribbeln und das Sahnehäubchen sind die gelungenen expliziten Szenen.

Ein dickes Lob an Saxx für die gelungen eingewobenen Rückblenden in nicht kursiver Schrift. Was für ein Lesegenuss. Die Geschichte wird aus den Ich-Perspektiven von Leanne und Easton erzählt, was prima zum Buch passt.

Es lässt sich vieles schön reden oder zerreden, aber nicht reden, überlässt dem Schweigen die Macht, etwas in die Verbannung zu schicken.

Das malerische Setting nimmt mich sofort gefangen und zusammen mit Leanne und Easton friere ich mir in der Natur einiges ab, so bildhaft und erlebbar, hat Saxx alles geschrieben. Und Magie findet ebenfalls den Weg ins Buch. Subtil und so eingearbeitet, dass es jedem Überlassen bleibt, sie zu entdecken und in sein Herz zu lassen, oder eben nicht. Ich liebe es, wenn mir der Autor so viel Freiheit schenkt.

Mich beeindruckt die Stimmung im Buch. Jeden Szenenwechsel empfinde ich wie einen Kameraschwenk, der nie den Fokus verliert, mich augenblicklich in seine Welt zieht und mich seine eigene Atmosphäre wahrnehmen lässt. Ich sehe sie, atme sie, spüre sie und schmecke alles von ihr. Das ist ein wichtiger Teil der Schrreibkunst und Saxx hat es eben drauf. Sie schenkt mir Charaktere, die das Herz berühren und legt mir Vancouver Island zu Füßen. Mit dieser entzückenden Lovestory vergesse ich den Alltag und meinen Haushaltsunfall sofort, worüber ich sehr froh bin. Und die liebevoll gestalteten Kapitelanfänge sind ein absoluter Blickfang.

Was mir weniger gefällt:
Gegen Ende müssen beide viel Energie für ihr privates Umfeld aufbringen, was etwas den Schwerpunkt von ihnen nimmt.

Mein Fazit:
“Liebe, als wäre dein Herz nie gebrochen”, erzählt eine süße Lovestory in angenehmen Tempo und mit etwas Tiefe an den richtigen Stellen. Untermalt mit jeder Menge Emotionen wärmt es mein Herz. Es ist ein Winterroman, der zwar um die Weihnachtszeit spielt, aber meiner Meinung nach zu jeder Jahreszeit gelesen werden kann.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Was für ein Leseerlebnis

Ein Experiment namens Liebe
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Mach dir die Dunkelheit vertraut und sie wird dein Freund.

Dieses Buch trägt zwar das Wort Experiment im Namen, aber mir kommt das alles wie ein Spiel vor, und das liegt wohl an den entspannten Probanden. ...

Mach dir die Dunkelheit vertraut und sie wird dein Freund.

Dieses Buch trägt zwar das Wort Experiment im Namen, aber mir kommt das alles wie ein Spiel vor, und das liegt wohl an den entspannten Probanden. Juna und Levi, sie haben die gleiche Anzahl an Buchstaben in ihren Vornamen und beim Lesen wird mir klar, dass das nicht die einzige Gemeinsamkeit ist.

Was in dieser Geschichte steckt:
Juna und Levi werden 30 Fragen in vollkommener Dunkelheit gestellt. Sie sind sich so fremd, wie es Fremde eben sein können, und in den folgenden Seiten lerne ich einiges über sie und mit ihnen. Noch nie war das Setting in einer Geschichte so unwichtig und wichtig zugleich. Wie viel Licht, Informationen und Bilder in unserer Sprache stecken, wird mir immer klarer. Sobald ein Sinn wie das Augenlicht wegfällt, hören wir anders, fühlen anders und geben uns anders. Und das Wissen, dass uns unser Gegenüber ebenfalls nicht sehen kann, schwemmt einen Großteil der inneren Unsicherheit weg. Welche Bedeutung haben noch Gesten, ein abfälliges Winken, das Kopfschütteln? Hören wir, wenn eine Augenbraue hochgezogen wird?

So inspirierend:
Ich lese von Handflüstern und den Zwischentönen in all dem Unausgesprochenen. Juna und Levi erreichen sich auf einer Ebene, wie es für unbekannte Menschen in der kurzen Zeit unter normalen Umständen nicht möglich ist. Die Dunkelheit hüllt sie in einen Kokon, der die Oberflächlichkeit der Außenwelt aussperrt. Sie fühlen sich geschützt und es fällt ihnen leicht, den anderen so zu akzeptieren, wie er sich verhält. Der Schreibstil ist flüssig, sanft, offen und mitreißend. Die Geschichte wirft in mir die Frage auf, ob wir mit Augenlicht tatsächlich mehr sehen als ohne.

Der Hauptteil des Buches erheitert mich, wärmt mein Herz und erweckt eine intensive Nähe zu Levi und Juna, wie ich es bei einer Geschichte mit so wenigen Seiten bisher noch nicht erlebt habe. Und dann erwischt es mich eiskalt, aber es ist weniger das, was ich gegen Ende erfahre, sondern die „alltägliche“ Reaktion darauf, die mir zeigt, wie oberflächlich wir Menschen sind. Und dann bin ich am Ende und ich möchte das Buch schütteln, um mehr Seiten zu finden, die ich noch lesen kann. Hoffentlich geht diese zutiefst berührende, entzückende und herzerwärmende Geschichte weiter. Ich bin noch nicht bereit, Levi und Juna loszulassen. Es ist zu früh für einen Abschied.

Von mir erhält „Ein Experiment namens Liebe“ 5 bewegende Sterne von 5 und eine absolute und unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.12.2021

Ich habe tolle Lesestunden

Anti-Boyfriend
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Ich liebe die Bücher, die Penelope Ward und Vi Keeland gemeinsam schreiben, aber auch solo sind sie super unterwegs.

Kurz zur Handlung:
Carys ist alleinerziehende Mutter der sechs Monate alten Sunny. ...

Ich liebe die Bücher, die Penelope Ward und Vi Keeland gemeinsam schreiben, aber auch solo sind sie super unterwegs.

Kurz zur Handlung:
Carys ist alleinerziehende Mutter der sechs Monate alten Sunny. Ihre Wohnung grenzt an die des Womanizers Deacon. Während er Carys mit eindeutigen Geräuschen aus seinem Schlafzimmer unterhält, bildet Sunny den Gegenkontrast dazu, was beide zu Gesprächen zwingt. Und schon knistert die Luft.

Zu den Figuren:
Carys Kincaid ist 24 Jahre alt und ehemalige Profitänzerin. Sie schlägt sich alleine mit ihrer entzückenden Tochter durch und lässt mich dicht dabei sein. Ich mag ihre positive Lebenseinstellung und wie sie mit ihrem Baby umgeht. Sunny hat mich mit ihrem Lächeln sofort um ihre winzigen Fingerchen gewickelt. Ich atme ihren Babyduft tief ein.

Deacon ist 29 Jahre alt und Designer für Spiele-Apps. Er tritt charmant auf, hat das Herz am rechten Fleck und mit seiner unvoreingenommenen Art Sunny gegenüber, fließe ich ebenso wie Carys dahin, als er Sunny zum ersten Mal in den Armen hält. Keine Ahnung, wie oft ich glücklich seufze, weil er gerade wieder etwas total Entzückendes getan hat. Aber Deacon hütet ein Geheimnis und so ist klar, das sich mein Seufzen nicht ewig halten wird.

Zur Umsetzung:
Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und leicht zu lesen. Mit New York hat Ward ein pulsierendes Setting gewählt, von dem ich ab und an etwas aufschnappe, doch überwiegend spielt sich die Handlung in den Wohnungen ab, was völlig okay ist.

Ich erfahre alles aus den abwechselnden Ich-Perspektiven von Carys und Deacon in der Vergangenheit und genieße schlagfertige Dialoge und ein Knistern in der Luft, das sich rasch in züngelnde Flammen verwandelt. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt so was von, und ich erlebe intensive Momente, die mir ein Prickeln in den Bauch schicken oder ein schmerzhaftes Ziehen ins Herz. Ich fiebere, liebe und leide mit den beiden mit. Die wenigen expliziten Szenen sind anregend geschrieben und fügen sich perfekt in die Story.

Was mir nicht gefallen hat:
In der Geschichte gibt es immer wieder Zeitsprünge, von denen ich emotional nichts mitbekomme. Ich komme mir vor wie eine Schachfigur, die angehoben und einige Felder weiter wieder abgestellt wird. Für mich liest sich das abgeschnitten und ich fühle mich an diesen Stellen um einige Gefühle betrogen, weil mir zu viele Einblicke ins vergangene fehlen. Stattdessen wird mir der Istzustand in Erzählform präsentiert und ich darf sehen, wie ich damit zurechtkomme. Feinfühligerer Übergänge wären hilfreich gewesen.

Mein Fazit:
„Anti-Boyfriend“ ist ein romantischer Liebesroman, der mir Humor, etwas Tiefgründigkeit, jede Menge Emotionen und charmante Figuren bietet. Mit diesem Buch vergesse ich den Alltag und tauche ein in das Leben von Carys und Deacon. Wie gerne hätte ich ihm meinen Bestellwunsch mitgegeben, wenn er gerade zu Starbucks ging. Sunnys Lachen werde ich vermissen und so einige Bee Gees Songs. Bis auf die emotionalen Lücken bei den nicht immer geglückten Zeitsprüngen habe ich nichts zu beanstanden und die Lesestunden genossen.

Von mir erhält „Anti-Boyfriend“ 4 unterhaltsame Sterne von 5 und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Keine leichte Kost

The Sky in your Eyes
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Bisher habe ich fünf Bücher von Kira Mohn verschlungen und entsprechend erwartungsvoll starte ich in die Geschichte.

Um was es geht:
Elín ist eine junge Frau, die in Vík auf Island lebt und als Sekretärin ...

Bisher habe ich fünf Bücher von Kira Mohn verschlungen und entsprechend erwartungsvoll starte ich in die Geschichte.

Um was es geht:
Elín ist eine junge Frau, die in Vík auf Island lebt und als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei arbeitet. Ihre letzte Beziehung ist unschön auseinandergegangen und es haben sich weitere Narben auf ihr Herz gebrannt. In einem Kochkurs trifft sie auf Jón und er erweckt Gefühle in ihr, die sie nicht zulassen will. Hat die Liebe dennoch eine Chance?

Zu den Figuren:
Mit Elín, 24 Jahre alt, treffe ich auf eine zutiefst verunsicherte Frau. Sie arbeitet als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei und ist nach ihrer zerbrochenen Beziehung zu ihren Eltern zurückgezogen. Sie hält sich für stark übergewichtig und wurde deswegen immer wieder gehänselt. Ob sie sich selbst so verzerrt sieht, sie tatsächlich übermäßig dick ist (dann ist das immer noch ihre Sache) oder eben wie eine normal füllige Frau aussieht, die nicht dem gängigen Modelklischee entspricht, erfahre ich nicht. Aber Elín hält sich für viel zu dick, das ist klar.

Jón ist 26 Jahre alt und Grafikdesigner. Er kann nicht kochen, was beim Kochkurs deutlich wird, und hat ein Händchen fürs Fotografieren. Auch ihm ist in der Vergangenheit einiges widerfahren und so bringt er das nötige Feingefühl mit, das er dringend benötigt, um sich Elín zu nähern. Er ist so ein Schatz. Ich liebe diese Charakterfigur.

Es gibt einige Nebenfiguren, die unterschiedlich gut ausgearbeitet sind. Elíns beste Freundin zum Beispiel bleibt mir zu blass.

Zur Umsetzung:
Das Setting ist toll, der Schreibstil zauberhaft und so komme ich wunderbar entspannt in Island an. Ich lerne Elín kennen und muss immer wieder schlucken, als ich tiefer in ihr Herz blicken darf. Dort sind viel zu viele dunkle Stellen, an die schon lange kein Sonnenstrahl mehr gedrungen ist. Umso mehr freut es mich, die Entwicklung von Elín und Jón zu beobachten und ich weiß, das er ihr guttut. Ja, Jón könnte Mr Right sein und nichts wünsche ich mir mehr für sie.

Da beide einen veganen Kochkurs belegen, ist dieses Thema im Buch präsent, ebenso wie Elíns Arbeit in der Anwaltskanzlei, was ich total spannend finde und obwohl ich nur kleine Details erfahre, bin ich dicht dran. Mohn schafft es immer wieder spielend, mir bildhaft jede Winzigkeit vor Augen zu führen, so das ich lange an diese Augenblicke denke. Thematisiert wird der Druck, den unsere Gesellschaft auf uns ausübt, immer perfekt auszusehen. Die Folgen von Mobbing für die Psyche und wie wenig sensibel oft das engere Umfeld reagiert.

Womit ich große Probleme habe:
Alles in der Geschichte erfahre ich aus der Ich-Perspektive von Elín im Präsens und da liegt wohl das Hauptproblem – ich bekomme keine Atempause. Die Liebesgeschichte erreicht mich nicht, wie ich es brauche, denn wann immer Jón Elín nahekommen will, zerstört sie diesen Moment mit ihren vergifteten Gedanken. Das ist zu viel für mich an Negativität und tut mir nicht gut, weshalb ich beginne, es zu überlesen. Das ist so schade, aber für mich ist das nichts.

Ich habe nichts gegen tiefgründige Handlungen und schwere Themen, aber hier zieht es mich auf eine ungesunde Art runter. Elín ist heute kein hilfloses Kind mehr und es liegt an ihr, ihren eigenen Wert zu erkennen und endlich Ja zu sich selbst zu sagen. Solange sie sich aber von der Meinung von geistig zu kurz gewachsenen Menschen abhängig macht, ist ihr nicht zu helfen. Die Protagonistin zeigt zum Glück gegen Ende erfreuliche Entwicklungsschritte, aber das macht es leider nicht wett.

Mir fehlt etwas Leichtigkeit zwischen den beklemmenden Szenen und so werde ich von der Dunkelheit verschluckt. Ich kann nicht sagen, dass ich Lesespaß habe, denn dazu ist es zu bedrückend und schwer und ich vermisse den Ausgleich, um nicht aus der Balance zu geraten.

Mein Fazit:
„The Sky In Your Eyes“ ist kein leichter romantischer Liebesroman und jeder sollte sich bewusst sein, das dieses Buch heftig triggernd wirken kann. Das Setting ist toll, der Schreibstil lebendig, bildhaft und gelungen wie eh und je bei Mohn und ich liebe die Kapitelzierden. Doch die Umsetzung des Hauptthemas ist mir zu heftig, zu schwer, zu dunkel und zu belastend und so komme ich zu dem Schluss, dass das Buch und ich nicht zusammenpassen. Für jeden anderen kann es ein Lesehighlight sein, nur ich komme nicht klar damit.

Von mir erhält die Geschichte 3 aufgewühlte Sterne von 5 und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Ein emotionales Feuerwerk

Unsere Zeit ist immer
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Was für ein Buch. Die Geschichte ist irre verrückt, dabei warm und herzlich. Cousens gelingt der Balanceakt zwischen Überspitzung und Normalität.

Was für vielschichtige Figuren:
Mit Minnie und Quinn schickt ...

Was für ein Buch. Die Geschichte ist irre verrückt, dabei warm und herzlich. Cousens gelingt der Balanceakt zwischen Überspitzung und Normalität.

Was für vielschichtige Figuren:
Mit Minnie und Quinn schickt die Autorin facettenreiche Charaktere ins Rennen, die mir schonungslos ihr Leben offen legen. Dabei wirkt vor allem das von Quinn so glatt wie die Oberfläche eines Spiegels. Da Quinn voller Tiefgang steckt, ist rasch klar, dass das nicht so bleiben wird.

Zur Umsetzung:
Im Nu zieht mich Cousens in ihre Story, die sie geschickt mit Kapiteln aus der Vergangenheit von Minnie und Quinn mit der Gegenwart verwebt. Alles Notwendige erfahre ich aus Sicht der 3. Person, wobei ich finde, das die Ich-Perspektive besser gepasst hätte. Es wird spritzig. Ich erlebe ein Feuerwerk an charmanten Spitzen, lebendigen Dialogen, bewegenden Augenblicken und jeder Menge Wow-Momente, die so unauffällig daher kommen, das ich zweimal hinschauen muss, um keinen zu verpassen. Das Buch ist sanft und leise, aber zugleich intensiv und laut und das alles auf die gute Art.

Minnie und Quinn sind keine alltäglichen Figuren und ihre Lovestory hebt sich aus der Masse der Bücher wohltuend ab. Ich bin dicht dabei, als die Funken sprühen und ihre Herzen längst wissen, was sie brauchen, aber die Köpfe nicht mitspielen. Und dann ist da das Leben oder Schicksal, das immer wieder dazwischen funkt und wenn ich denke, das darf doch nicht wahr sein, ist jeder dieser Schritte essenziell, um zum eigenen „Ich“ zu finden. Bei dieser Erkenntnis überläuft mich eine Gänsehaut.

Etwas so Fundamentales huscht auf Zehenspitzen durchs Buch und ich wünsche mir, es laut aufstampfen zu hören, damit es keinem Leser entgeht. Die Zwischentöne in den Seiten schicken wohltuende Klänge durch mich und ich fühle mich bis zur letzten Seite wohl und geborgen, auch wenn ich hin und wieder mit einer Träne kämpfe. Der Schreibstil ist flüssig, romantisch und von einer Detailgenauigkeit im emotionalen Bereich geprägt, das es mein Herz glücklich macht.

Cousens zeigt auf, wie wichtig es ist, für seine Träume zu leben und alles dafür zu geben, sie real werden zu lassen und das es nie zu spät dafür ist. Ja, das ist eine Botschaft, die jeder für sich verinnerlichen sollte.

Was mir nicht gefällt:
Leider gibt es einige Längen im Buch, die ich überlese.

Mein Fazit:
„Unsere Zeit ist immer“ ist ein emotionales Feuerwerk für mein Herz, das nicht in einem großen Höhepunkt gipfelt, sondern sich in vielen kleinen im Buch wiederfindet. Ich habe gefühlsbetonte Lesestunden und fiebere dem Happy End entgegen. Eine Handvoll bunter Nebenfiguren runden alles gelungen ab. Ich darf lachen und weinen und erlebe kleine Eulen sowie einen eigenwilligen Kater. Kostbare Botschaften erreichen mein Herz und lassen das Glück durch mich hindurchströmen. Hätte das Buch nicht einige Längen, wäre es perfekt.

Von mir erhält „Unsere Zeit ist immer“ 4 romantische Sterne von 5 und eine absolute Leseempfehlung.

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