Marcelle und Anne
Der Gesang des FalkenAls junge Mädchen kommen, die junge Engländerin Anne Boleyn und Marcelle ,die uneheliche Tochter des französischen Grossstallmeisters zusammen in den Haushalt von Königin Mary. Gemeinsam meistern sie so ...
Als junge Mädchen kommen, die junge Engländerin Anne Boleyn und Marcelle ,die uneheliche Tochter des französischen Grossstallmeisters zusammen in den Haushalt von Königin Mary. Gemeinsam meistern sie so manche Klippe, die es zu umschiffen gilt.
Marcelle ist ein Wildwuchs und als uneheliche Tochter seines Vaters, ihrem Halbbruder Giulio ein Dorn im Auge. Um die beiden auseinander zu bringen schickt der Grossstallmeister sie an den königlichen Hof. Sehr zum Leidwesen von Marcelle und Jean, die von Kindheit an beste Freunde sind.
Schon im Prolog erfahren wir, das aus Freunden ein Paar wird, so dass ich den ganzen Roman lang auf die Zusammenkunft lauerte.
Von Anne Boylen wissen wir, dass ihr Leben auf dem Schafott endet und ich war begierig zu erfahren wie es dazu kam.
Was sonstige Mitstreiter betraf waren sie für mich schmückendes Beiwerk. Diese drei Personen waren mir die wichtigsten
Schockiert hat mich, wie wenig ein Frauenleben galt und in welchen gesellschaftlichen Abhängigkeiten, um nicht zu sagen Zwängen, Frauen damals lebten. Wo war es der Königin bewusst, dass ihr Mann Mätressen hielt, und doch konnte sie nichts dagegen unternehmen und musste sogar noch gute Miene zum bösen Spiel machen. Mir war aber nicht bewusst, dass auch die Mätressen in der Regel keine Wahl hatten.
Schon die Mädchen am Hof schienen wie Vieh an den meistbietenden verschachert zu werden und der Mann konnte mit ihnen machen was er wollte.
Schön fand ich, wie die Mädchen trotz des strukturierten Lebens am Hofe immer wieder ein wenig Freiheit nutzten, um die Jahre trotzdem zu etwas Besonderem zu machen und unbefangen und glücklich zu wirken.
Die ganze Situation am Hofe und gerade für Marcelle und Anne hat die Autorin gut für mich eingefangen und bildlich geschildert, so dass die Geschichte wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablief.
Ich ziehe nur einen Stern ab, da ich zu Beginn zwei Zeitsprünge hatte, die mich sehr verwirrten und ich nochmal zurück blättern musste, um dann aber festzustellen, dass ich nichts überlesen hatte.