Gelungen
LakeLake ist ein fesselnder Thriller mit einer dichten, beklemmenden Atmosphäre, der stark an Das Fenster zum Hof erinnert. Casey Fletcher, eine alkoholabhängige Schauspielerin mit gescheiterter Karriere, ...
Lake ist ein fesselnder Thriller mit einer dichten, beklemmenden Atmosphäre, der stark an Das Fenster zum Hof erinnert. Casey Fletcher, eine alkoholabhängige Schauspielerin mit gescheiterter Karriere, zieht sich in das Seehaus ihrer Familie zurück. Dort beginnt sie, ihre Nachbarn Katherine und Tom zu beobachten – bis Katherine plötzlich verschwindet. Casey vermutet, dass Tom etwas damit zu tun hat, und verstrickt sich immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, bis eine drastische Wendung alles auf den Kopf stellt.
Riley Sager versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen. Der abgelegene Lake Greene ist richtig stimmig – ruhig und idyllisch, aber auch bedrohlich und unheilvoll. Die voyeuristische Perspektive sorgt für Nervenkitzel, und Casey als Hauptfigur funktioniert gut. Sie ist keine klassische Heldin, sondern eine Frau mit Ecken, Kanten und einer problematischen Alkoholabhängigkeit, die aber glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt wird.
Während Casey überzeugt, bleiben die Nebenfiguren eher blass. Katherine und Tom hätten an einigen Stellen mehr Tiefe vertragen. Der größte Streitpunkt des Buches ist aber definitiv die große Wendung im letzten Drittel. Sie ist unerwartet und mutig, aber nicht jedermanns Geschmack. Mir persönlich war sie zu extrem und hat nicht ganz zum psychologischen Thriller der ersten zwei Drittel gepasst. Trotzdem bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend.
Wer düstere Thriller mit einer starken Hauptfigur, paranoider Atmosphäre und überraschenden Wendungen mag, wird mit Lake gut unterhalten. Trotz kleiner Schwächen gar nicht so schlecht.
7/10 Punkten