Rasante Geschichte, die leider mit angezogener Bremse durchs Ziel fährt
Die InselschwimmerinAuf dieses Buch wurde ich durch eine Leseprobe aufmerksam und ehe ich mich versah, war ich so tief in der Geschichte abgetaucht, dass es ein Muss war, dieses Buch zu lesen.
Der Schreibstil der Autorin ...
Auf dieses Buch wurde ich durch eine Leseprobe aufmerksam und ehe ich mich versah, war ich so tief in der Geschichte abgetaucht, dass es ein Muss war, dieses Buch zu lesen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, trotz der anfangs vielen Zeit- und Erzählsträngen. Blitzschnell fügen sich dazu die Bilder vor Augen ein und die Geschichte nimmt so richtig an Fahrt auf.
Dazu tragen auch die gut beschriebenen Charaktere bei.
Ob es um Evie geht, die der Leser bei ihrer Rückkehr auf ihre Heimatinsel begleitet, oder um deren Inselbewohner, die sofort greifbar wurden, mit all ihren Facetten.
Doch nicht alle waren mir sympathisch und fielen durch ein nettes Verhalten auf, auch das hat die Autorin perfekt durch Worte zum Ausdruck gebracht.
Die Geschichte baut von Anfang an einen Sog auf , den man sich schlecht entziehen konnte.
Die Rückblicke in die Vergangenheit geben nach und nach, Stück für Stück die Sicht frei auf das große Geheimnis von Evie, warum sie vor Jahren so überstürzt die Insel verlassen hat und seitdem gemieden hat, frei. Das sorgte für Spannung und fesselnde Unterhaltung. Sämtliche Emotionen kamen hier sehr gut zum tragen und das Kopfkino lief in voller Fahrt zur Höchstleistung an. Ich war so gebannt in der Lektüre vertieft, die mich alles um mich herum hat vergessen lassen.
Doch, wie es auch im Leben zu unverhofften Situationen kommen kann, wo die Stimmung sich von jetzt auf gleich ändern kann, so habe ich dieses auch beim Lesen dieses Buch erlebt, die es mir sehr erschwerten, eine faire Bewertung für das Buch abzugeben.
Während ich total begeistert und vollkommen in der Geschichte abgetaucht war, ging das Licht ab Seite 285 aus. Die Geschichte verlor rasant an Fahrt. Evie bekam ich gar nicht mehr zu greifen und das Geschehen, welches sich bis zum Ende des Buches abspielte, war überzogen und ja, es wirkte leider gar nicht mehr überzeugend.
Es schien fast so, als wenn jemand anderes das Ruder übernommen hatte und das Buch zu Ende geschrieben hat, denn der Hauptfokus lag dann bei den Nebencharakteren der Geschichte. Das hat mich sehr enttäuscht, da die Geschichte bis dato absolut fesselnd geschrieben war.
Auch wenn die Autorin viele Themen in den Buch miteinandervereint hatte wie Trauer, Hass, Eifersucht, Erpressung, Alzheimererkrankung, Krebserkrankung , Neuanfang, Gewalt in einer Beziehung und noch vieles mehr, so war das Gleichgewicht einfach nicht in Balance, was sicherlich an der Vielzahl der Themen lag.
Ebenso ist der Buchtitel für mich persönlich leider nicht optimal gut gewählt.
Sicherlich bekommen die Kaltwasserschwimmerinnen eine Rolle, aber eine ganz kleine und deswegen fand ich den Titel ganz und gar nicht zutreffend.
Fazit:
3 Sterne für einen Roman, der rasant durch eine fesselnde Geschichte führt und dann plötzlich mit angezogener Bremse durchs Ziel fährt