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Veröffentlicht am 28.10.2017

Was tun, wenn die Feenflügel der großen Schwester nicht passen?

Love Letters to the Dead
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„Love Letter to the dead“ ist er erste Roman der amerikanischen Autorin Ava Dellaira.
Die Geschichte wurde 2015 durch den cbt-Verlag in Deutschland veröffentlicht. Inhaltlich beginnt es mit der Hausaufgabe, ...

„Love Letter to the dead“ ist er erste Roman der amerikanischen Autorin Ava Dellaira.
Die Geschichte wurde 2015 durch den cbt-Verlag in Deutschland veröffentlicht. Inhaltlich beginnt es mit der Hausaufgabe, einen Brief an eine berühmte Person zu schreiben. Für Laurel bleibt es nicht bei einem Brief. Sie verfasst sehr viele, u.a. an Kurt Cobain, Janis Joplin oder E.E. Cummings. Sie stellt Ihnen Fragen, schreibt über ihr Leben und ihre Gefühle nach dem Tod ihrer Schwester. Wird es ihr helfen über das Erlebte hinweg zu kommen?

Mich hat der Titel des Buches sehr angesprochen. Die Grundidee, Briefe an Verstorbene zu verfassen, die man respektiert oder bewundert, ist nicht neu. Nicht nur die Literatur, auch der Film nutzt die Emotionalität der Thematik. Daher schon vorab: Es ist keine leichte Kost, die man mal schnell „durchsuchten“ kann!
Mich führt die 14-jährige Laurel mit ihren Briefen an 12 verstorbene Berühmtheiten durch den 400 Seiten starken Roman. Das Makabere dabei ist, dass ich jetzt genau weiß, wie welcher Empfänger gestorben ist. Laurel schreibt dies auf poetische, manchmal trockene Art nieder. Der Tod ist also der traurige Begleiter des Buchs. Nun, was haben die Menschen wie Amy Winehouse, E.E. Cummings oder Amelia Earhart aber noch gemeinsam? Zum einen hat Laurel zu allen einen persönlichen Bezug und zum anderen haben sie gegen ihre Ängste angekämpft und ihre Gefühle der Welt offenbart. Genau das, was Laurel fehlt.
Es beginnt damit, dass sie einsam und verloren ihr 1. High School – Jahr beginnt und schildert hochsensibel das Leben mit ihrer zerrütteten Familie und wie sehr sie ihre verstorbene Schwester May vermisst
Es hat mich mitgenommen, wie Laurel May nacheifert, um die geschwisterliche Verbindung wieder zu spüren und schreckliche Erinnerungen bruchstückhaft in den Briefen ans Licht kommen. Damit ziehen sich Schatten der Vergangenheit durch die Geschichte. Warum kann Laurel nicht sie selbst sein? Und wie ist May gestorben? Genau diese Fragen und das Finden der Antworten sind wichtige Bestandteile der Briefe. Und ich wollte es wissen! Einer der Gründe, warum ich trotz der deprimierenden Stimmung weiter gelesen habe.
Das Gute ist, unsere Hauptprotagonistin bleibt nicht lange allein. Sie findet Freunde, die ich am Anfang überhaupt nicht mochte. Hannah und Natalie, die laut Laurel ihre eigene Sternenkonstellation bilden, stiften Unruhe. Aber Hauptsache dazugehören. Ich fand es vorhersehbar, aber auch authentisch. Denn ganz ehrlich, wer wusste schon in diesem Alter, wer er ist und wo er hin gehört? Tiefgründig gilt es für alle drei Mädchen das herauszufinden.
Um das Bild abzurunden, kommt die erste große Liebe namens Sky dazu. Einfach ein vernünftiger und liebevoller Typ. Ab diesem Punkt gab es auch ein paar positiv Ereignisse, die mir Hoffnung auf ein Happy End gaben.
Das wäre aber zu schön gewesen. Ich gleitete weiter durch ein sich wiederholendes Potpourri aus Selbstzweifeln, Schuldgefühlen, Wut, Hass, Angst, Liebe, Traurigkeit und Verständnis gegenüber ihrer Familie, Freunden, sich selbst, sowie Kurt Cobain & Co..Durch dieses hin und her war es teilweise sehr langatmig. Die klare Linie hat gefehlt. Erst als Laurel eine Metamorphose durch macht und plötzlich erkennt, dass es nicht schlimm ist, sich zu öffnen, hat es richtig Spaß gemacht zu lesen. Es ist eine wunderbare Message zu sagen: Sei verletzlich, aber auch mutig und überwinde deine Ängste. Für diesen Teil des Erwachsenwerden hat es nur ein ganzes langes Schuljahr in Albuquerque gebraucht.
Schlussendlich bin ich froh das Buch gelesen zu haben, auch wenn es länger gedauert hat. Einen Verlust zu verarbeiten und sich selbst zu finden ist dramatisch, aber hier gelungen beschrieben.

Fazit: Ein Jugendbuch, dass berührt. Für Leser, die mit langem Atem unter die Oberfläche von Verlust und Liebe tauchen wollen.

Veröffentlicht am 16.10.2017

Neue Züge der Hauptdarsteller lassen die Geschichten noch einmal ganz anders wirken

Die Gabe der Auserwählten
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„Die Gabe der Auserwählten“ ist der dritte Band aus den „Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson. Die erstmalige Veröffentlichung in Deutschland übernahm erneut „One by Lübbe“ im Oktober 2017.
Die ...

„Die Gabe der Auserwählten“ ist der dritte Band aus den „Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson. Die erstmalige Veröffentlichung in Deutschland übernahm erneut „One by Lübbe“ im Oktober 2017.
Die amerikanische Autorin strickt die Geschichte um Lia und ihre Gefährten weiter:
Nachdem Lia und Rafe die Flucht aus Venda gelungen ist, versuchen sie nun den Weg Richtung Heimat einzuschlagen. In Sicherheit zu sein und ihrer Verpflichtung nachzukommen ist das oberste Ziel. Wird es ihnen gelingen?

Ich finde es klasse, dass man dem Cover-Thema treu bleibt. Ich mag die Rückenansicht der jungen Frau in dem im dalbrecker blau gehaltenen Kleid und die verwunschene Winterlandschaft im Hintergrund. Passend zur Geschichte gibt es Aufschluss über die Jahreszeit und wer noch eine Rolle spielen wird.
Allerdings schließt sich die Story dieses Mal nicht nahtlos an den letzten Teil an. Das hat mich ein wenig verwundert. Damit der Leser aber nicht den Eindruck bekommt, etwas verpasst zu haben, wird der fehlende Marsch vom Flussufer (Ende „Herz des Verräters“) zumindest angeschnitten.
Wie bereits vermutet werden nach dem Morrighesen und Vendanern dieser Welt nun die Dalbrecker in Augenschein genommen. Mir wird schnell klar, Dalbreck steht für Königstreue, Ordnung, Glanz und Gloria. Der „Aberglaube“ an eine Gabe gehört wiederum nicht dazu. Mir gefällt es, dass ich mich erneut in einer komplett anderen Umgebung befinde.
Rafe macht nun eine Entwicklung durch, die ich nicht vorhergesehen habe. Er wurde vom Landarbeiter, zum Abgesandten und jetzt zum königlichen Nachfolger. Seine Verpflichtung gegenüber Dalbreck hat oberste Priorität, auch vor Lia. Es ist ein innerlicher Kampf, den die Autorin mit viel Nerven, Wut, Trotz, Verlangen und Widerstreben beschreibt.
Auch Lia mutiert von der Geflüchteten, zur Gefangenen zu einer weisen Hoffnungsträgerin mehrerer Völker und übertrifft inzwischen meine Erwartungen an Reife und Mut. Sie macht deutlich, dass ihre Priorität nicht das Erreichen von Dalbreck ist, sondern ihre Heimat zu schützen und von den Verrätern zu befreien.
Aus ihrer Perspektive wird klar: Lias und Rafes unterschiedliche Bestimmungen und damit verbundene Hürden stehen im Mittelpunkt.
Um mich nicht ganz im Beziehungschaos zu verlieren, gibt es allerhand alte und neue Protagonisten, sowie geschichtliche Hintergründe. Der dritte bisherige Hauptdarsteller Kaden spielt in diesem Band eine friedliche Nebenrolle. Natürlich traut der Leser der Sache nicht, es ist kommt viel zu plötzlich. Miss Pearson beeindruckt mich also gekonnt mit ihren Spielchen, dass die Geschichte nicht immer den typischen Klischees entspricht und einiges unvorhergesehen oder überraschend bleibt.
Gelungen sind die Nebendarsteller der Offiziere Jeb und Tavish, die viel hinterfragen, genauso wie die dalbrecker Dame Madama Rathbone, die Lia mit offenen Armen aufnimmt. Um auch etwas zum Lachen zu haben, blieb mir Griz. Seine direkte Ader ist einfach der Hit.
Gibt es Minuspunkte? Natürlich, ein kleiner Cliffhanger. Nur das ist den Lesern der Reihe inzwischen bewusst. Und wer viel Wert auf Lias Freundin Pauline legt, muss verzichten. Es gibt nur wenige Parts mit ihr.
Der Band lebt von den Schicksalen der zwei Liebenden, nicht von umfangreichen Handlungssträngen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass der dritte Band für Deutschland gesplittet wurde. Ich werde also gespannt auf den finalen Band warten.

Fazit: Spannungen in Dalbrecker Blau! Eine gute Fortsetzung in denen bekannte Charaktere neue Seiten aufziehen. Man sollte aber keine Action und Kampfgetümmel erwarten.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Zwei Fremde kämpfen in der Wildnis um Leben und Liebe – schön, aber mit wenig Überraschungen

Sieben Tage voller Wunder
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Nach Bestsellern wie „Die Nacht schreibt uns neu“ oder „Der Klang deines Lächelns“ folgt nun mit „Sieben Tage voller Wunder“ ein weiterer Roman der britischen Autorin Dani Atkins. Das Buch wurde erstmals ...

Nach Bestsellern wie „Die Nacht schreibt uns neu“ oder „Der Klang deines Lächelns“ folgt nun mit „Sieben Tage voller Wunder“ ein weiterer Roman der britischen Autorin Dani Atkins. Das Buch wurde erstmals in Deutschland durch Knaur TB im Oktober 2017 veröffentlicht.
In der Geschichte dreht es sich um die, von ihrem Partner, betrogene Hannah. Sie macht sich nach einigen Wochen Auszeit in Kanada wieder auf dem Heimweg nach Großbritannien. Nur wird Flug 418 dort nie ankommen. Es kommt zum Flugzeugabsturz über den Bergen Kanadas. Die einzigen Überlebenden: Hannah und der sympathische Logan. Zusammen müssen sie versuchen zu überleben, doch werden die beiden Fremden es gemeinsam schaffen?

Ich bin bekennender Dani Atkins – Fan und habe jeden, auf deutsch, erschienenen Roman gelesen. Es war also logisch, dass ich auch diesen Schmöker bald in meinen Händen halten werde. Das Cover reiht sich perfekt ein: Die altbekannte Linie führt eine junge Frau und einen „geisterhaften“ Mann zusammen. Diese Bilder sind insgeheim schon kleine Spoiler. Das wird einem aber immer erst später bewusst. Im knapp über 230 seitigen Werk erzählt uns die 27-jähringe Hannah Truman aus ihrer Perspektive und Erinnerung heraus, was am Tag ihrer Abreise und den nachfolgenden 6 weiteren Tagen geschah.
Hannah erfüllt für mich den Stereotyp der Frau, die betrogen und belogen wurde, sich eine Auszeit nimmt und danach trotzdem nicht weiß, wie es weiter gehen soll. Die Grundlage ist nicht neu, aber durchaus eine gängige Ausgangsposition für einen Liebesroman. Und wie es der Zufall so will, trifft Hannah am Flughafen mehrere Male auf einen Mann, der ihr „inneres Radar“ anspricht. Und wie es die Autorin so will, verliert sie ihn auch wieder aus den Augen. Ich muss leider sagen, dass das und der natürliche Verlauf vorhersehbar sind. Damit der Leser aber nicht komplett in sinnloser Gefühlsduselei untergeht, spielen negative Gefühle wie Angst oder Panik eine tragende Rolle. Zum Beispiel war ich vollkommen gebannt bei der präzisen Beschreibung des Flugzeugabsturzes und fror mit Hannah und ihrer wieder getroffenen Bekanntschaft Logan in der schneebedeckten kanadischen Wildnis. Der Traum von der klischeehaften Bruchlandung auf einer „Liebesinsel“ wurde demnach nicht genutzt. Nur wer braucht denn so etwas, wenn man den Inbegriff eines Traummanns dabei hat. Er ist so toll, dass es schon wieder surreal wirkt: Retter, Tröster, Häuslebauer. Ich suchte Macken und fand keine, ich bin förmlich dahin geflossen. Dementsprechend geht es Hannah, so allein mit ihm... Schnell schleichen sich allerhand Vergleiche zum bisherigen Partner ein. Meines Erachtens zu oft, auch wenn ihr dadurch Dinge klarer erscheinen. Im Gegensatz zu Supermann Logan geht Hannah in ihren Taten regelrecht unter. Ihr immer wieder angesprochenes fotografisches Gedächtnis kommt irgendwie nie zum Einsatz und der Sinn dahinter ergibt sich erst zum Schluss. Sie ist eindeutig das Opfer, das gerettet werden muss. Ich hätte ihr gern eine Ohrfeige verpasst und gesagt, dass sie sich zusammenreißen soll, auch wenn ihre Emotionen sehr intensiv und nachvollziehbar sind. Ich habe deutlich wahrgenommen, dass sehr viele Menschen ums Leben gekommen sind, dass ihre Familie Qualen erleiden muss, weil sie nicht wissen, wo Hannah ist und dass sie selbst nicht weiß, ob sie lebend heraus kommt. Dramatisch, doch sie sie muss das nicht allein durchstehen!
Im Laufe des Geschehens kommen Offenheit, Humor und Romantik zwischen den beiden einzigen Protagonisten auf. Das lässt die Tragödie der Rollenverteilung für einen Augenblick vergessen. Aber nur für einen Augenblick: Denn Miss Atkins ist dafür bekannt, ihren Romanen einen überraschenden Schluss zu verpassen. Leider ist ihr das dieses Mal nicht gelungen. Die vorwiegend weibliche Leserschaft merkt bei zu perfekten männlichen Darstellern sicherlich schnell, dass etwas faul ist! Tut mir leid.

Fazit: Intensive und dramatische Emotionen, so kennt man Dani Atkins. Nur leider bringt der Trip nach Kanada zu viel Klischees mit sich. Meine Empfehlung an Frauen, die einen Helden suchen.

Veröffentlicht am 18.09.2017

Tauche 34 Meter unter der Erde in einen spukenden Fantasy-Thriller

Palast der Finsternis
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„Palast der Finsternis“ ist ein Roman des schweizerisch-amerikanischen Autors Stefan Bachmann, der sein erstes Buch „Die Seltsamen“ bereits im Alter von 19 Jahren veröffentlichte.
Seine neue Geschichte ...

„Palast der Finsternis“ ist ein Roman des schweizerisch-amerikanischen Autors Stefan Bachmann, der sein erstes Buch „Die Seltsamen“ bereits im Alter von 19 Jahren veröffentlichte.
Seine neue Geschichte rund um einen geheimnisvollen, unterirdischen Palast wurde in Deutschland im August 2017 durch den Diogenes – Verlag publiziert.
Inhaltlich dreht es sich um Anouk und vier weitere Jugendliche, die die Möglichkeit bekommen, den „Palais du Papillon“ zum vermeintlich ersten Mal seit dem 18. Jahrhundert zu betreten. Es soll eine Forschungsexpedition werden. Doch warum dürfen ausgerechnet Anouk und die anderen zuerst hinunter? Warum halten sich die Organisatoren der Unternehmung so bedeckt? Und was erwartet sie wirklich 34 Meter unter der Erde?

Als ich das Taschenbuch in der Hand hielt, bekam ich einen leichten Wow-Effektt. Je nach Lichteinfall verändert sich das düstere Bildnis eines Schlosskorridors inklusive geisterhaften Bewohner. Ich habe es anfangs tatsächlich immer wieder fasziniert hin und her bewegt. Der Klappentext zum Roman klingt nach einem abenteuerlichen Jugendroman mit Escape-Challenge-Charakter. Also vielversprechend.
Mit knapp 400 Seiten und etlichen, nicht zu langen Kapiteln, ist das Buch gut unterteilt.
Wichtiger Fakt: Es gibt zwei zeitlich versetzte Erzählstränge aus der Sicht der Hauptprotagonistinnen Anouk und Aurelie .
Die Perspektive der siebzehnjährigen Anouk fiel für mich mehr ins Gewicht. Sie ist clever, sarkastisch, direkt und leider verletzend anderen gegenüber.
Dennoch wurde ich durch sie sehr dynamisch durch das Buch geführt. Ihre jugendliche Art und das Know-How zur Renaissance bzw. zeitgenössischen Geschichte lieferte einen intensiven Blick in die Umgebung des Schlosses. Durch sie nimmt man auch die unterschiedlichen Nebendarsteller wahr. Wie zum Beispiel meine heimliche Heldin: Die sechzehnjährige Lilly. Sie ist diejenige ohne riesigen IQ, aber mit einem Herzen aus Gold. Hier schon der Wink mit dem Zaunspfahl, dass Freundschaft in beiden Erzählperspektiven eine große Rolle spielt.
Aurelie du Bessancourts Part führte mich zurück in das 18. Jahrhundert und live in den Beginn der französischen Revolution. Sie ist Anouks Gegenstück, genau so clever, aber höflicher. Das machte sie als Tochter eines Marquis authentisch. Hier wird besonders auf die Familie eingegangen, dem Palast und seine Geheimnisse. Aurelies sehr neugierige Ader springt übrigens schnell auf den Leser über. Denn man wird mit wenigen Informationen gefüttert bis es 34 Meter unter die Erde geht. Herr Bachmann ließ im Raum stehen: Was ist dort unten? Es war schon nervenaufreibend. Nicht, weil es sich um ein unerforschtes und altes Gemäuer handelt, nein, das täuscht. Man wird eingangs auf eine falsche Fährte gelockt und dann verfällt man in Spekulationen. Vorhersehbar ist es selten bis gar nicht. Warum? Tja, Aspekte aus Mary Shelleys "Frankensein", John Dashners „Das Labyrinth der Auserwählten“, Darsteller mit dramatischen Hintergrund und französische Geschichte werden vermischt. Genial! Außerdem hat der Autor historische Begebenheiten gut recherchiert und scheint der französischen Sprache mächtig zu sein. Glücklicherweise wurden französische Parts innerhalb des Redeflusses übersetzt.
Erst auf der Zielgeraden rasseln alle Antworten und Schlussfolgerungen auf einen herein. Das ist mein einziges Manko: Der Schluss. Es passiert so viel auf einmal, dass ich manche Stellen zweimal lesen musste, um folgen zu können. Manchmal ist weniger mehr und spart Nerven. Nichts desto trotz bin ich Fan dieses Fantasy-Thrillers mit einem „halb-guten“ Ende.

Fazit: Drama, Thriller, Historie, Fantasy ohne schnulzig zu werden. Ein Mix der Leser mehrere Genre vereint.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Offener und tiefgründiger als der 1. Band

Paper Prince
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„Paper Prince – Das Verlangen“ ist der 2. Band der Paper-Triologie und erschien im April 2017 erstmals in deutsch bei Piper. Urheber der Bestsellerlisten füllenden Story ist ein amerikanisches Autorenduo, ...

„Paper Prince – Das Verlangen“ ist der 2. Band der Paper-Triologie und erschien im April 2017 erstmals in deutsch bei Piper. Urheber der Bestsellerlisten füllenden Story ist ein amerikanisches Autorenduo, dass unter dem Pseudonym Erin Watt arbeitet.
In diesem Buch wird klar, dass kein Geld der Welt Ella bei den Royal-Männern halten kann. Sie ist geflohen und Reed Royal ist Schuld daran. Die Sorge um Ella, lässt die Familie auseinander gehen und in ein tiefes Loch sinken. Wird Ella zurückkehren und alles wieder ins Lot bringen?

Ich hatte nicht vor, Band 2 zu lesen, da mich der 1. Band leider enttäuschte. Mit Überzeugungskraft und der Aussicht auf Verbesserung ließ ich mich dann doch überreden. Das Taschenbuch im dezenten blau und einer glitzernden Königskrone lag also in meinen Händen und begann genau dort, wo „Paper Princess“ endete. Kein Prolog, und auch im weiteren Verlauf wenig Rückblicke im Buch – Empfehlung: Man sollte Band 1 gelesen haben.
Fließend und emotional berichtet Reed Royal aus der Ich-Perspektive, was nach Ellas Verschwinden im Royal Palace und der Astor Park School passiert. Seine Schuldgefühle, Panik und Sehnsucht kommen in etlichen Kapiteln zur Geltung. Das hätte nervig sein müssen, aber mich hat sein kühler Kopf überrascht: Der Junge denkt nach! Die Oberflächlichkeit verschwindet zu einem großen Teil. Für mich als Leser endlich mehr Niveau. Selbst als er langsam die Nerven verliert, ist es nachvollziehbar. Wie würdest du reagieren, wenn der wichtigste Mensch in deinem Leben verschwindet? Natürlich ist es immer noch ein amerikanisches Teenie-Drama und die Situation spitzt sich weiter zu. Alle drehen durch, weil die Royals nichts mehr kontrollieren oder „führen“. Die Übertreibungen dienen allerdings der Spannung und dem Erscheinen von Nebendarstellern, die nichts Gutes im Sinn haben.
Zu meinem Erstaunen kam es nach einigen Kapiteln zum Perspektivenwechsel: Ella übernahm! Und dann wieder Reed. Im schlagfertigen Wechsel erfuhr ich von ihrem verzweifelten Katz- und Mausspiel. Ella, die Reed nie wieder an sich ran lassen möchte und Reed, der sie nie aufgeben wird... Ja, es ist vorhersehbar. Aschenputtel und ihr Prinz haben sich im Märchen doch auch gefunden, oder?
Beide gehen aus dieser Erfahrung als reifere Menschen heraus. Die Gespräche werden tiefgründiger, endlich gibt es einen Zusammenhalt. Die Rettung der Familie rückt in den Vordergrund. Reeds neues Motto scheint „Ich kümmere mich darum“ zu sein und selbst Cullum Royal entwickelt sich vom desinteressierten, zu viel Alkohol trinkenden Geschäftsmann in kürzester Zeit zum Helden. Das alles hatte mir in „Paper Princess“ gefehlt.
Diese Änderung tut der einfachen Lesbarkeit keinen Abbruch. Es gibt immer noch ordinären Humor und sexuelle Annäherungen. Mal mit einem Augenrollen, weil es so typisch jugendlich-amerikanisch ist. Mal mit einem vor sich hin Schmachten...Die Leidenschaft der beiden Hauptdarsteller wird nicht mehr nur durch Verlangen entfacht, sondern durch bedingungslose Liebe.
Keine Angst, das vor sich hin Schmachten wird durch Gegenspieler in Form perverser Mitschüler und Cullums Verlobten unterbrochen. Wenn ein Problem gelöst ist, taucht ein neues auf. Willkommen in einer Endlos-Schleife. Langeweile, Fehlanzeige! Es passieren tatsächlich noch unvorhersehbare Dinge. Ich hätte ich mir zum Abschluss weniger Drama gewünscht, denn eine schlechte Nachricht reicht normalerweise um mich aus dem Konzept zu bringen Dementsprechend muss ich mitteilen, dass es einen gigantischen Cliffhanger gibt.
Dieses Mal werde ich mir vornehmen auch „Paper Palace – Die Verführung“ zu lesen.

Fazit: Eine Verbesserung! Mehr Niveau und Überraschungen als im vorherigen Teil warten auf Young Adult - Fans. Allerdings sollte man Band 1 gelesen haben.