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Veröffentlicht am 14.10.2020

erstmals als Hörbuch erschienen - Hörgenuss für Groß und Klein

Guinness World Records 2021
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Wer kennt sie nicht, die bunten Jahresbücher mit interessanten, aber auch skurillen Rekorden aus aller Welt?
Mich selbst hat dieses tolle Nachschlagewerk in meiner Kindheit begleitet und auch heute leihe ...

Wer kennt sie nicht, die bunten Jahresbücher mit interessanten, aber auch skurillen Rekorden aus aller Welt?
Mich selbst hat dieses tolle Nachschlagewerk in meiner Kindheit begleitet und auch heute leihe ich mir gerne eines der "Guinness World Records"-Bücher aus der Bibliothek aus.

Tatsächlich erschien das 1. Buch schon 1955 und wurde von der Guinness-Brauerei in Auftrag gegeben, weil der Gründer Sir Hugh Beaver kein Nachschlagewerk fand, in dem niedergeschrieben war, welches das schnellste Federwild in Europa sei. (Quelle: www.wikipedia.de)
So kam ihm die Idee allerhand Rekorde in verschiedenen Kategorien zusammenzutragen & zu veröffentlichen.
Seitdem erscheint das Nachschlagewerk jährlich.
Erstmalig können sich vor allem die jungen Wissbegierigen unter uns auch das beliebte Nachschlagewerk anhören.
Denn mit dem "Guinness World Records 2021" veröffentlicht Igel Records das Lexikon zum 1. Mal auch als Audio-CD und Hörbuch.

Das Werk ist dabei auf 4 CDs aufgeteilt und umfasst neben interessanten Fakten für die jungen Hörer auch kleine Mitmachaktionen, um sich selbst im Rekorderstellen zu versuchen.
Die beiden Sprecherstimmen von Cathlen Gawlich und Arndt Schmöle, die durch das Hörprogramm führen, sind sehr angenehm und mitreißend.
Kleine, sehr passende Soundsequenzen unterstreichen die einzelnen Hörkapitel perfekt und laden zum Weiterhören ein.
Dabei sind die einzelnen Rekorde kurz und knackig gehalten, so dass keine Langeweile aufkommt.
Die Umsetzung als Hörversion ist in meinen Augen perfekt gelungen & lädt Groß und Klein zum wiederholten Anhören des Kultnachschlagewerkes ein.

Fazit
Tolle & mitreißende Umsetzung des bekannten Rekordbuches, welches sich ideal zum Verschenken eignet.
Der Titel zum Dauerbrenner in deutschen Kinderzimmern dürfte damit gelungen sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Eine bewegende Erinnerung an die Zeit nach dem Abwurf der Atombombe von Hiroshima.

Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima
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Der Arctis Verlag überrascht mich immer wieder mit Büchern, die sowohl sehr emotional sind, als auch sehr sensible Themen ansprechen.
Besonders die Geschichten, die sich mit geschichtlichen Ereignissen ...

Der Arctis Verlag überrascht mich immer wieder mit Büchern, die sowohl sehr emotional sind, als auch sehr sensible Themen ansprechen.
Besonders die Geschichten, die sich mit geschichtlichen Ereignissen beschäftigen und diese aus einem anderen Blickwinkel betrachten, haben es mir angetan.

"Der letzte Papierkranich" von Kerry Drewery erzählt die Geschichte der Freunde Hiro und Ichiro, die in Hiroshima in Japan leben.
Es ist der 06. August 1945 kurz vor 8:16 Uhr als ein weißes Licht die Welt um Hiro und Ichiro in gleißende Helligkeit taucht.

Und die Welt für einen kurzen Moment stehen bleibt.

Und danach ist nichts mehr, wie es einmal war.
Hiroshima ist im Umkreis von 2km um den Detonationspunkt der Atombombe ausgelöscht; nur vereinzelt stechen Skelette von Betonbauten aus der Schuttwüste empor.
Wo einst Menschen saßen, erinnern nur noch Schatten an ihr Leben. Ausgelöscht von Strahlung und Hitze.
Auf die, die überlebt haben, wartet ein jahrelanger Kampf gegen die Folgen der atomaren Verstrahlung und auch noch heute, nach über 75 Jahren!, sind diese Spätfolgen z.B. in den Krebsstatistiken nachvollziehbar.

Kerry Drewery hat diesen Teil der Geschichte, der nach meinem Gefühl in Europa nicht ganz so präsent ist, mit sehr viel Sensibilität und Klarheit herübergebracht.
Das Buch weist dabei unterschiedliche Stilformen auf und ist in Prosa und Versen geschrieben.
Die japanische Illustratorin Natsko Seki lockert zusätzlich mit ihren Zeichnungen die gewichtigen, mitreißenden und sehr gefühlsträchtigen Texte auf und gibt gleichzeitig dem Grauen eine optische Stimme.

Wie ein roter Faden zieht sich der Buchtitel "Der letzte Papierkranich" durch die Geschichte.
Und während der Leser noch grübelnd über die Grausamkeit vergangener Tage nachdenkt & zweifelsohne auch über die Dummheit der Menschen, kann er sich selbst an einem Papierkranich versuchen.
Die Anleitung am Ende des Buches bringt bei entsprechender Fingerfertigkeit einen traditionellen Papierkranich zum Vorschein, der in Japan zum Symbol der internationalen Friedensbewegung und dem Widerstand gegen den Atomkrieg geworden ist.

Fazit
Eine bewegende Erinnerung & ein Mahnmal an die Zeit nach dem Abwurf der Atombombe von Hiroshima.
Eine von vielen Geschichten und Ereignissen, die NIE in Vergessenheit geraten darf!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2020

Spannung & Nervenkitzel - die skurrilen & verdrehten Gedanken eines Mörders

Der Oleandermann
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Wer mir schon länger folgt, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass ich selten Bücher aus dem Genre Thriller, Horror oder Krimi lese.
Das liegt hauptsächlich daran, dass ich ein kleines Weichei bin ...

Wer mir schon länger folgt, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass ich selten Bücher aus dem Genre Thriller, Horror oder Krimi lese.
Das liegt hauptsächlich daran, dass ich ein kleines Weichei bin und mich viel lieber von Liebesgeschichten inspirieren lasse.

Bei Antonia Günder-Freytags Buch hat mich tatsächlich der sehr interessante Klappentext neugierig gemacht & die nur knapp 250 Buchseiten, welche mich überzeugen konnten auch diesem Genre mal wieder eine Chance zu geben.

Der Leser findet sehr schnell heraus, dass die Geschichte sich um German Städter dreht.
Dr. Dr. German Städter, Chemiker, Mittvierziger, in Trennung lebend.

German ist unglücklich, fühlt sich nicht genug wertgeschätzt - sei es privat oder auch dienstlich.
Nach über 25 Jahren Betriebszugehörigkeit hofft er endlich die verdiente Anerkennung und die Beförderung in die Chefetage zu erreichen, hat er doch jahrelang an einem Mittelchen gegen Krebs geforscht und seine Ergebnisse nun patentieren lassen.

Doch statt Karrieresprung & Schulterklopfen erhält German Städter seine Kündigung.
Und so nimmt das Unglück seinen Lauf...

Die Autorin erschafft im Laufe des Buches eine Spannung, der ich mich schwer entziehen konnte.
Der Schreibstil ist mitreißend, fesselnd und auch wenn sie die fortfolgenden Geschehnisse nicht explizit beschreibt, weiß man, was sie Einem mitteilen möchte und was passiert.
Man taucht in die bizarren und skurrilen, ja zuweilen verwirrten Gedanken eines kaputten, verstörten und gebrochenen Menschen ein, der nach über 40 Jahren plötzlich zum Amokläufer wird.
Einem Menschen, der durch ein Ereignis psychisch entgleist und die Kontrolle verliert.

Mir hat die Geschichte gut gefallen.
Ein Ausflug in ein Genre, welches normalerweise blutiger dargestellt wird.

Fazit
Ein kurzes Buch für alle, die wie ich nicht unbedingt Fan blutiger Thriller sind & dennoch Lust auf ein bisschen Nervenkitzel haben.
"Der Oleandermann" lässt den Leser an den skurrilen, verdrehten & teilweisen kranken Gedanken eines Mörders teilhaben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2020

♥ Hamburg, Meer & die Liebe ♥

Es könnte stürmisch werden
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"Es könnte stürmisch werden" ist für mich das erste Buch der deutschen Autorin Maja Overbeck, die bereits 3 Bücher veröffentlicht hat und schon fleißig an ihrem nächsten Roman schreibt.
Mich hat sowohl ...

"Es könnte stürmisch werden" ist für mich das erste Buch der deutschen Autorin Maja Overbeck, die bereits 3 Bücher veröffentlicht hat und schon fleißig an ihrem nächsten Roman schreibt.
Mich hat sowohl das harmonisch und sehnsuchtsweckende Cover, als auch der verheißungsvolle Klappentext, der Lust auf die Nordsee macht, angelockt.

Maja Overbeck hat eine Geschichte niedergeschrieben, die durch ihre Authentizität überzeugt, bei der man sich fühlt, als wenn eine Freundin ihre Kennenlerngeschichte mit ihrem Liebsten erzählt.
Nah am alltäglichen Geschehen mit all seinen kleinen und großen Hürden, familiären Twistigkeiten, Kindern in der Pupertät und den Wirrungen und Missverständnissen einer neuen Liebe. :)

Hauptprotagonistin ist dabei Jana, die mit ihrer Tochter Ava (15) nach der gescheiterten Beziehung mit Mick (Avas Vater) wieder Fuß in Deutschland fassen möchte.
Unterstützung findet sie dabei in ihrem besten Freund Simon, den sie schon seit ihrer Jugendzeit kennt.
Aber auch Hek, der unverhofft einen prickelnden Eindruck bei Jana hinterlässt, sorgt für allerhand Verwirrungen, Herzklopfen und Gefühlschaos.

Die Autorin überzeugt dabei mit einem angenehmen Schreibstil, der Einem das Gefühl vermittelt Jana zu beobachten und sie die erste Zeit in Hamburg zu begleiten.
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Sie nimmt den Leser mit auf die schwierige Wohnungssuche in Hamburg, die an Absurdität kaum zu überbieten ist, die aber tatsächlich vielerorts so stattfindet (hunderte Bewerber auf eine überteurerte, unsanierte Wohnung) und das nicht nur in der Elbmetropole, sondern in vielen deutschen Großstädten.
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Oder man wandert mit Jana und ihrer Tochter durch den Elbtunnel, der 1911 eröffnet wurde und das Flußbett der Elbe unterwandert.
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Und, was mir am Besten gefallen hat, man lernt als Leser die Sportart des Kitens kennen.
Die Leidenschaft für diese Art der Wasserbewegung ist dabei förmlich zu spüren, man riecht das Meer, spürt den stürmischen Wind und schmeckt das Salz auf den Lippen. ♥
Jana, die durch ihren BestFriend Simon diese Sportart erlernt, vermittelt dabei einen realistischen (ersten) Eindruck über das Kiten.
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Ich habe das Lesen dieser Geschichte sehr genossen, nur mit dem abruptem Ende und dem etwas unrundem Epilog in meinen Augen, war ich etwas unzufrieden.

Fazit
Eine schöner Wohlfühlroman, der nicht nur die Sehnsucht nach der stürmischen See oder nach Hamburg weckt, sondern auch nach der Liebe und dem Kiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2020

Porträt eines wunderbaren Reiselandes, welches auf eine düstere Vergangenheit zurückblickt.

Die Töchter des Roten Flusses
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Auf den ersten Blick wirkt das Buch "Die Töchter des Roten Flusses" von Beate Rösler, trotz des wunderschönen Covers, etwas unscheinbar.
Wie eine Muschel die Perle versteckt, so versteckt der sanft anmutende ...

Auf den ersten Blick wirkt das Buch "Die Töchter des Roten Flusses" von Beate Rösler, trotz des wunderschönen Covers, etwas unscheinbar.
Wie eine Muschel die Perle versteckt, so versteckt der sanft anmutende & ruhig gestaltete Buchumschlag eine mitreißende und vielschichtige Geschichte!
Dieses Buch hat in mir die Sehnsucht nach Fernost ausgelöst, mich wahnsinnig neugierig gemacht und mich letztendlich auch noch mit einer stimmigen Geschichte überzeugt. :)

Die Autorin, die selbst einige Jahre in Hanoi gelebt hat, hat nicht nur eins der zahlreichen Familienschicksale niedergeschrieben, sondern schenkt ihren Lesern auch eine spannende "Geschichtsstunde" in die Vergangenheit des sozialistischen Staates.
Für mich war der Aspekt des Vietnamkrieges bis dato noch recht unbekannt, auch wenn ich natürlich schon davon gehört habe.
Aber für mich war dieser Konflikt weit entfernt, ab und zu in Erinnerung gerufen durch die Erzählungen meines Großvaters, der sich sehr für diese Zeit und das Land interessiert hat.
Hin und wieder habe ich Erwähnungen in Reportagen aufgeschnappt oder es wurde in Hollywoodfilmen thematisiert, die mein Mann schaute und die ich nur am Rande verfolgte.
Mit diesem Buch hat es die deutsche Autorin Beate Rösler geschafft mich mit Vietnam und seinen Bewohnern zu beschäftigen und auch über das Buch hinaus zu recherchieren.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, es werden wahnsinnig viele Fakten interessant und sehr informativ in die Familienrecherche von Tuyet, der Buchprotagonistin, verpackt.
Tuyet ist eine junge Frau, deren Wurzeln sowohl in Vietnam, als auch in Deutschland liegen.
Nach dem Tod ihrer Stiefmutter, und der von ihr überlassenen Briefen von ihrer leiblichen Mutter Hanh, macht sich Tuyet auf die Reise um ihre Vergangenheit zu erkunden und den wahren (Hinter-)Grund des Verschwindens ihrer Mutter herauszufinden.

Doch während sie versucht Vergangenes zu rekonstruieren, taucht sie in eine Welt ein, welche unter ständigem Krieg gelitten hat und dessen Bewohner dennoch lebensfroh und voller Hoffnung ihr Schicksal annehmen und in die Zukunft blicken.

Nicht nur der Vietnamkrieg wird thematisiert, sondern auch das besondere Verhältnis zur DDR in den 70-iger bis 80-iger Jahren, begründet auf die Gemeinsamkeit einer sozialistischen Regierungsform.
Aber auch die heutige politische Situation, die Besonderheit der Sprache und die "Fesseln", die das Land seinen Menschen auferlegt, werden sehr bildlich beschrieben.
Dabei zeichnet Beate Rösler neben einem sehr exotischem, wundervollem und faszinierendem Reiseland auch ein unterdrücktes, gebeuteltes und verhältnismäßig recht armes Land nieder.

Fazit
Mit Hilfe einer spannenden Familiengeschichte zeichnet die Autorin ein Porträt eines Landes & Volkes nieder, welches auch Jahrzehnte nach dem Vietnamkrieg noch mit den Folgen zu kämpfen hat.
Wahnsinnig mitreißend, spannend & informativ!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere