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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2020

Was bleibt ist die Erinnerung...

Nach Mattias
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„Nach Mattias“ ist ein leises, nachdenkliches Buch über das was bleibt, wenn ein Mensch geht. Welche Leerräume entstehen und wer diese wieder wie befüllen wird. Oder eben auch nicht. Erzählt werden die ...

„Nach Mattias“ ist ein leises, nachdenkliches Buch über das was bleibt, wenn ein Mensch geht. Welche Leerräume entstehen und wer diese wieder wie befüllen wird. Oder eben auch nicht. Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht von acht Personen, die Mattias mehr oder weniger kannten. Die Mutter, der beste Freund, die Freundin, ein paar „Bekannte“ – jeder hat eine andere Sicht auf das Geschehen und geht anders mit seiner Trauer um. Und so erfährt man als Leser nach und nach was eigentlich passiert ist.
Da ist leider auch der Knackpunkt an der Geschichte. So ganz kam das bis zum Ende des Buches nicht raus. Sehr viel blieb Spekulation. Vielleicht habe ich das Konzept des Buches nicht verstanden, dass seinen Schwerpunkt auf die Trauer und Verhaltensweisen der einzelnen Personen gelegt hat und wie diese miteinander verbunden sind. Für mich gehört allerdings die Ausgangslage, warum die Personen so reagieren wie sie reagieren mit dazu. Das fehlt mir hier. Und so blieb Mattias für mich eine unfassbare Persönlichkeit: da, aber auch irgendwie nicht.
Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Es handelt sich eher um einen literarischen Schreibstil der einige gute Gedanken beinhaltet; wer also eher „leichte“ Kost liest ist hier falsch.
Das Cover ist nett anzusehen und trotz des Meeres etwas melancholisch. Für meinen Geschmack passt es jedoch nicht zum Inhalt des Buches. Nur ein winziger Moment könnte die Szene widerspiegeln. Das ist mir aber zu wenig, um als Cover zu dienen. Letztendlich kommt es auf den Inhalt an.
Fazit:
Leises, nachdenkliches Buch mit ein paar schlauen Gedanken zu dem was ist und dem was bleibt. Beim Plot und der Umsetzung gibt (für mich) eine Schwäche, weshalb ich hier „nur“ vier Sterne vergebe. Dennoch eine Kaufempfehlung, da ich großes Potenzial beim Autoren sehe und der Spaß am lesen des Buches überwiegt.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Ich schmeiß mich weg...

Ein bisschen Mut, bitte! (Verliebt in Eden Bay 4) (Chick-Lit;Liebesroman)
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Band 4 der Eden Bay Reihe von Saskia Louis behandelt die Geschichte von Harper und Adam.
Harper ist eine taffe Feuerwehrfrau, die anpacken kann und um Glitzer und Chichi einen großen Bogen macht. Wie ...

Band 4 der Eden Bay Reihe von Saskia Louis behandelt die Geschichte von Harper und Adam.
Harper ist eine taffe Feuerwehrfrau, die anpacken kann und um Glitzer und Chichi einen großen Bogen macht. Wie alle in dem 5453 Seelen Dorf ist sie auf der Suche nach dem passenden Gegenstück. Doch das ist nicht so leicht. Da sind zum einen ihre Brüder, die Anwärter verschrecken und außerdem kennt sie ja alle Dorfbewohner.
Adam ist auch einer dieser Bewohner. Er ist einer von Harpers besten Freunden. Adam mag Harpers Geradlinigkeit und das sie so unproblematisch ist. So hat er ein Problem weniger. Als Internet-Millionär und Nerd fällt er ein bisschen im Ort auf. Doch wenn Not am Mann ist, ist auf ihn Verlass, egal ob ein Shuttleservice, Hubschrauber oder Zeit benötigt wird.
Die beiden werden den Lesern der ersten drei Teile bereits sehr gut bekannt sein. Auch dieser Band strotzt wieder nur so vor Wortwitz und Humor und bietet viele coole Sprüche, die im Zusammenhang gelesen gleich noch witziger sind. Und es wird auch endlich das Geheimnis des Kellers gelüftet. Mhm, genauso hatte ich mir das gedacht….;)
Fazit:
Ich fühl mich wohl in Eden Bay und dem hiesigen Pub. Jeder der Protagonisten ist unterschiedlich und genauso unterschiedlich sind auch die Geschichten. Gut, besser, noch besser, phänomenal….was kommt bei Band 5? Wer sich mal wieder so richtig vom Sofa runterlachen möchte muß hier zugreifen! Ich bin ein Fan von Saskia Louis und dieser Reihe und warte sehnsüchtig auf Teil 5. Ist bei mir als „Lach-Yoga“ Termin fest verankert ;)

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Spannender Auftaktband

Feuerland
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Ein überfallener Uhrenladen bei dem nichts gestohlen wird, ominöse Entführungen von Geschäftsmännern inklusive Erpressung aber ohne Zusammenhang sowie illegale Organtransplantationen. Drei Verbrechen, ...

Ein überfallener Uhrenladen bei dem nichts gestohlen wird, ominöse Entführungen von Geschäftsmännern inklusive Erpressung aber ohne Zusammenhang sowie illegale Organtransplantationen. Drei Verbrechen, die die Kriminalleiterin Vanessa Frank in Atem halten, obwohl sie aufgrund einer Suff-Fahrt suspendiert ist.

In 11 Teilen wird langsam aufgedröselt, was es mit den Verbrechen auf sich hat. Die Kapitel sind meist angenehm kurz und eignen sich so auch für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs gut. Die Geschichte wird zudem in drei Handlungssträngen erzählt. Diese wechseln sich immer wieder ab, so dass es nie langweilig wird und die Spannung durch vorherige kleine Cliffhanger gegen Ende des jeweiligen Kapitels konstant hoch bleibt.
Zum einen kommt Vanessa Frank „zu Wort“. Sie ist alles andere als perfekt, hat sie doch das Gesetz missachtet und ist betrunken Auto gefahren. Auch ihre Beziehung zu ihrem Ex ist eher ungewöhnlich. So braucht sie Ablenkung, die sie als Mentorin für ein Flüchtlingskind findet. Sie ist beharrlich und liebt ihren Beruf heiß und innig.
Desweiteren erzählt Nicolas seinen Part der Dinge. Er ist ein Ex-Elite-Soldat, der als Tellerwäscher arbeitet und seine gesundheitlich eingeschränkte Schwester betreut, die er abgöttisch liebt und für die er alles tun würde. Als Ex-Soldat ist er eine Kampfmaschine und trotz oder gerade deshalb mir total sympathisch.
Als dritter und letzter Erzählstrang darf Carlos ran. Er wohnt in einer Kolonie in Südchile, die von Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde und von der man schon mal gehört hat. Zumindest von der Schwesterkolonie. Und das ist das grausame daran, dass die Ereignisse so oder so ähnlich tatsächlich hätten passieren können oder vielleicht auch tatsächlich stattgefunden haben. Wer weiß das schon?
Fazit:
Es war mein ersten Pascal Engman Thriller, aber nicht der letzte. Natürlich hat der Autor das Rad nicht neu erfunden, aber der Plot liest sich angenehm, der Plot ist logisch und spannend. Deshalb von mir ein klares „Daumen hoch“

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Wenn Saturn ungünstig steht…

Sonne, Mord und Sterne
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Ist ein bisschen wie Schach: „Hierhin schieben, dorthin schieben, benutzen und dann opfern. Zack.“ (S.253) Ein Astrologenkongress, eine vermutlich ungünstige Sternenkonstellation mit potenzieller Einmischung ...

Ist ein bisschen wie Schach: „Hierhin schieben, dorthin schieben, benutzen und dann opfern. Zack.“ (S.253) Ein Astrologenkongress, eine vermutlich ungünstige Sternenkonstellation mit potenzieller Einmischung eines Engels und jede Menge Spaß. Und damit „Willkommen“ im dritten Band der Stella Albrecht Reihe von Lotte Minck.
Ich habe mich bei dem Buch gleich wieder zu Hause gefühlt. Stella und ihre Oma sind mir so ans Herz gewachsen. Ebenso Otto, Marias Freund und gute Seele des Hauses und auch Arno, der Herr Polizei-Kommissar, mit Date-Schwierigkeiten. Dieser wie auch die Vorgänger Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen. Jedoch kommt das volle Vergnügen erst zum tragen, wenn man auch „Planetenpolka“ und „Venuswalzer“ gelesen hat,.
Die Story ist interessant, manchmal etwas abstrus für jemanden wie mich, der an den ganzen Astrologie-Klimbim nicht glaubt und immer heiter-fröhlich mit seinem Ruhrpott-Charme. Und natürlich fehlt auch dieses Mal keine Leiche. In vorliegenden Band musste der „Star“ unter den Astrologen in Gras beißen oder besser den Kopf hinhalten. Für meinen Geschmack hat es da die richtige getroffen. Aber überzeugt euch am besten selbst davon.
Einfach bombastisch ist auch hier wieder mal das Cover. Es zeigt das Mordopfer kurz vor ihrem ableben und den Mörder als Schatten inklusive Mordwaffe. Wie originell das Cover ist, sieht man aber erst, wenn man das Buch ganz aufklappt und dann betrachtet. Auf der Rückseite ist eine Kommode und das Kopfteil des Bettes abgebildet; auf der Front eben das Ende des Bettes mit dem angrenzenden Badezimmer. Aufgeklappt gibt es also einen Rundum-Blick des Zimmers.

Fazit:
Gute Unterhaltung mit Mord, Ruhrpott-Charme und liebenwerten und zum Teil etwas schrulligen Charakteren. Eine Krimödie mit Weiterbildungsfunktion („Butterspender“). Wer mit dem Pott und seinen Bewohnern zurechtkommt, wird hier seine helle Freude haben. Ich freu mich schon auf Band, der voraussichtlich in 2021herauskommt.

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Veröffentlicht am 08.02.2020

Im Gesicht fehlt mir ja nichts

Meine Mutter, das Alter und ich
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„Ich soll viele Hürden für sie bewältigen, Entscheidungen treffen, Hindernisse aus dem Weg räumen, aber letztendlich ist sie eine eigenständige Person. Diesen Balanceakt zwischen meiner ständigen Verfügbarkeit ...

„Ich soll viele Hürden für sie bewältigen, Entscheidungen treffen, Hindernisse aus dem Weg räumen, aber letztendlich ist sie eine eigenständige Person. Diesen Balanceakt zwischen meiner ständigen Verfügbarkeit und Hilfestellung und Mutters starken eigenen Willen muß ich noch üben.“ (S. 66)
Irgendwann dreht sich die Rolle in der Familie um und die Kinder werden zu den Eltern. Zwischen Bemutterung und Selbständigkeit, Aufopferung und eigenem Leben, Hilfestellung und Manipulation – die Autorin schildert in kurzen Episoden anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte, wie sich das für die pflegende Tochter anfühlt und wie ihre Mutter auf ihre Versuche reagiert hat. Wer Eltern hat, die auf Hilfe angewiesen sind, sei es bei der Körperpflege, das Einhalten von Terminen oder Besorgen von notwendigen Dingen, der wird sich bei dem Buch verstanden fühlen. Zumindest ging mir das so. Ich dachte häufiger „ja, das kenne ich“. Wenn die Umkehr kommt ist es für beide Seiten nicht leicht das zu akzeptieren und das Buch kann dabei helfen, Verständnis für den anderen aufzubringen. Wobei es in erster Linie aus Sicht der Tochter beschrieben wird, die ja auch die Autorin ist.
Mein Buch geht deshalb auch gleich weiter in den Besitz meiner Mutter, damit wir auch die nächsten Jahre friedvoll miteinander leben können und keine grauen Haare bekommen.
Den auf der Buchrückseite beworbenen Humor konnte ich nicht wirklich finden. Manchmal war da so ein kleines Mundwinkel-nach-oben-ziehen, aber leider auch nicht mehr. Vielleicht ist es nicht mein Humor? Möglich.
Das Cover passt gut zum Thema und ist eher zurückhaltend und nicht überladen. Mir gefällt es.
Fazit.
Das Buch kann das Verständnis zwischen Eltern und Kinder fördern. Als betroffenes Kind fühlt man sich auf jeden Fall verstanden und merkt, dass man mit „dem Problem“ nicht alleine da steht. Wir, meine Eltern und ich, werden da mal bei einem Glas Wein gemütlich drüber klönen.

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